Verbotene Bücher

Freitag, 24. März 2023

Zur Geschichte der Zensur seit dem päpstlichen „Index Librorum Prohibitorum“ von 1559

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Verbotene Bücher

Freitag, 24. März 2023

Die Medienrevolution an der Zeitenwende vom Mittelalter zur Neuzeit sowie die explodierende Buch- und Druckproduktion seit der Reformation stellten die sich allmählich etablierenden Foren der Zensur vor eine neue gewaltige Aufgabe. Vorrangig ging es zunächst um den Schutz des „rechten“ Glaubens vor „ketzerischen“ Schriften, falschen Bildern und Spott. Der wahre Glaube wurde oft nicht mehr durch Gewissens- und Lebensentscheidungen von Menschen und Familien geformt, sondern zusehends von Landesherren und Kirchenautoritäten diktiert.

Das Bemühen in Kirche und Staat war groß, lokale Zensurvorsorge zu zentralisieren. Das gelang der römischen Kurie mit der von Papst Paul IV. initiierten und 1559 veröffentlichten ersten Ausgabe des „Index Librorum Prohibitorum“ und dem Reich mit der 1579 etablierten Frankfurter Bücherkommission, die auf Reichstagsbeschlüssen basierte. Die Veranstaltung zu den „Verbotenen Büchern“ spannt den Bogen vom späten Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert, wobei kirchliches Handeln bei den Themen im Fokus steht. Es wird aber auch die Wissenschaftsfreiheit thematisiert, und es werden außerdem exklusive Einblicke in das von der Germanistin Nikola Roßbach herausgegebene neue Handbuch zur weltweiten Zensur gegeben.

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Programm

Freitag, 24. März 2023


Gelegenheit zu einem Imbiss
(ab einer Stunde vor Beginn)

15.00 Uhr    Begrüßung

15.15 Uhr    
Die bayerische Bücherzensur in der frühen Neuzeit
Prof. Dr. Wolfgang Wüst, Professor em. für Bayerische und Fränkische Landesgeschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg

16.00 Uhr    
Zensur und Universität im 21. Jahrhundert: Wissenschaftsfreiheit vor den Herausforderungen des Antiakademismus und der Political Correctness
Prof. Dr. Wolfgang E.J. Weber, Professor em. für Neuere und Neueste Geschichte, ehem. Direktor des Instituts für Europäische Kulturgeschichte der Universität Augsburg

16.45 Uhr     Möglichkeit zu Rückfragen

17.15 Uhr     Pause mit Imbissverkauf

18.00 Uhr    
Theorie und Geschichte der Zensur – eine globale Perspektive
Prof. Dr. Nikola Roßbach, Professorin für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Kassel

18.45 Uhr    
Kirchliche Zensur im Spiegel süddeutscher Klosterbibliotheken
P. Dr. Dr. Cyrill Schäfer OSB, Kirchenhistoriker, Leiter des EOS-Verlags, Sankt Ottilien

19.30 Uhr     Möglichkeit zu Rückfragen

20.00 Uhr     Ende der Veranstaltung


Corona-Regeln: Es gelten die zum Zeitpunkt der Veranstaltung aktuellen rechtlichen Vorgaben zum Infektionsschutz. Wir empfehlen das Tragen einer Maske, wo Abstände nicht eingehalten werden können.

Kosten: Die Teilnahme an der Veranstaltung kostet 20,-- €. Für Studierende bis zum vollendeten 30. Lebensjahr ist die Veranstaltung kostenfrei.

Bildnachweis: Stich von Giovanni Fabri (1758) / Wikimedia Commons

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