Kirchenreform und Investiturstreit

Mittwoch, 22. Februar 2023

Freitag, 24. Februar 2023

Das Ringen von geistlicher und weltlicher Gewalt um die rechte Ordnung

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Kirchenreform und Investiturstreit

22.02.2023 – 24.02.2023

Von der 910 gegründeten Benediktinerabtei Cluny verbreitete sich eine kirchliche Bewegung, die Missstände im Klerus wie Simonie und Priesterehe beseitigen, die Lebensführung geistlicher Gemeinschaften verbessern und den Einfluss von Laien auf die Kirche zurückdrängen wollte. Die Bewegung wurde von den Päpsten vorangetrieben, die damit den Ausbau und die Stärkung ihrer eigenen Stellung verbanden. Weil geistlicher und weltlicher Bereich aufs engste miteinander verflochten waren, blieben Konflikte wie der um die Investitur von Bischöfen durch den König unausweichlich.

Der Streit zwischen Papst Gregor VII. und König Heinrich IV. entzündete sich 1075 an der Besetzung das Erzbistums Mailand und eskalierte in kurzer Zeit: Gehorsamsaufkündigung Heinrichs gegenüber Gregor, Bannung und Absetzung des Königs durch den Papst, Bußgang des Königs nach Canossa, Wahl eines Gegenkönigs, schließlich das Laieninvestiturverbot. Der Kompromiss in der Investiturfrage führt weit über Gregor und Heinrich hinaus. Erst 1122 konnte nach langwierigem Ringen das Wormser Konkordat mit einer differenzierten Regelung über die Kompetenzen des Königs bei der Einsetzung von Bischöfen abgeschlossen werden.

Aus den Auseinandersetzungen ging das Papsttum als geistliche Vormacht in der westlichen Christenheit hervor. Es gelang ihm, die Kirche zu hierarchisieren und zu zentralisieren. Dem ging eine Trennung des „Weltlichen“ vom „Geistlichen“, eine Entsakralisierung des Königtums und des ganzen politischen Bereichs einher. Im Gefüge von König und Fürsten sahen diese sich immer mehr als Träger des Reichs mit dem gesteigerten Anspruch an Mitwirkungsrechten.

 

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Programm

Mittwoch, 22. Februar 2023


15.00 Uhr    Begrüßung

15.15 Uhr    
Cluny als Modell? Zur Bedeutung des Klosters für die kirchliche Reformbewegung
Prof. Dr. Gert Melville, Professor em. für Mittelalterliche Geschichte an der Technischen Universität Dresden

16.00 Uhr    Kaffeepause

16.30 Uhr    
„Gott zu dienen, bedeutet regieren“. Das Herrschaftskonzept und die Kirchenpolitik Kaiser Heinrichs III.
Dr. Dirk Jäckel, Wiss. Mitarbeiter am Projekt „Regesta Imperii“ der Mainzer Akademie der Wissenschaften, Arbeitsstelle Universität Bochum

17.15 Uhr     Diskussion im Plenum

18.00 Uhr     Abendessen

19.00 Uhr     Eucharistiefeier zum Aschermittwoch mit Aschenkreuzausteilung
 

Donnerstag, 23. Februar 2023


8.45 Uhr    Gesungene Laudes

9.15 Uhr    
Provokationen, Fehler, Missverständnisse. Der junge Heinrich IV., die Fürsten und die Sachsen
Prof. Dr. Matthias Becher, Professor für Mittelalterliche und Neuere Geschichte an der Universität Bonn

10.00 Uhr    Kaffeepause

10.30 Uhr
Traditionsgebundenes Handeln oder Neuanfänge? Das Papsttum von Leo IX. bis Gregor VII. (1049-1085) zwischen urbs und orbis
Prof. Dr. Klaus Herbers, Senior-Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg

11.15 Uhr    Pause

11.30 Uhr    
Heinrich IV. gegen Gregor VII. – Die Ereignisse von Worms, Rom, Tribur und Canossa
Dr. Matthias Schrör, Historiker, Direktor der Emilie und Hans Stratmans-Stiftung Geldern

12.30 Uhr    Mittagessen

14.30 Uhr    
Der Kampf der Könige im Reich und das Agieren Gregors VII.
PD Dr. Monika Suchan, Direktorin der Dombibliothek Hildesheim

15.15 Uhr    Diskussion im Plenum

16.15 Uhr    Kaffeepause

16.45 Uhr bis 18.30 Uhr    
Arbeitskreise zu den Beiträgen von

  • Prof. Dr. Gert Melville
    Arbeitskreis 1: Cluny als Modell?
  • Dr. Dirk Jäckel
    Arbeitskreis 2: Kaiser Heinrich III.
  • Prof. Dr. Matthias Becher
    Arbeitskreis 3: Der junge Heinrich IV.
  • Prof. Dr. Klaus Herbers
    Arbeitskreis 4: Das Papsttum von Leo IX. bis Gregor VII.
  • Dr. Matthias Schrör
    Arbeitskreis 5: Heinrich IV. gegen Gregor VII.
  • PD Dr. Monika Suchan
    Arbeitskreis 6: Der Kampf der Könige – das Agieren Gregors VII.


18.45 Uhr    Abendessen
 

Freitag, 24. Februar 2023


8.45 Uhr    Gesungene Laudes

9.15 Uhr    
Konsolidierung nach Canossa? Heinrichs Ringen um die Macht 1080-1098
Prof. Dr. Gerd Althoff, Professor em. für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Münster

10.00 Uhr    Kaffeepause

10.30 Uhr
Das Investiturproblem. Investituren und Investiturverbote 1075-1107
Prof. Dr. Thomas Kohl, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des DFG-Forschungskollegs „Migration und Mobilität in Spätantike und Frühmittelalter“ der Universität Tübingen

11.15 Uhr    Pause

11.30 Uhr    
Investitur als Nebensache? Die Politik Heinrichs V. vom Aufstand gegen den Vater zum Wormser Konkordat
Prof. Dr. Gerhard Lubich, Professor für Geschichte des Früh- und Hochmittelalters und Historische Hilfswissenschaften an der Universität Bochum

12.30 Uhr    Mittagessen

14.30 Uhr    
Der Investiturstreit als grundlegender Umbruch: Ergebnisse und Folgen für Kirche und Reich
Prof. Dr. Jochen Johrendt, Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Wuppertal

15.15 Uhr    Diskussion im Plenum

16.15 Uhr    Kaffeepause

16.45 Uhr bis 18.30 Uhr    
Arbeitskreise zu den Beiträgen von

  • Prof. Dr. Gerd Althoff
    Arbeitskreis 7: Konsolidierung nach Canossa?
  • Prof. Dr. Thomas Kohl
    Arbeitskreis 8: Investituren und Investiturverbote
  • Prof. Dr. Gerhard Lubich
    Arbeitskreis 9: Die Politik Heinrichs V.
  • Prof. Dr. Jochen Johrendt
    Arbeitskreis 10: Investiturstreit als grundlegender Umbruch

 

18.45 Uhr    Abendessen – Ende der Veranstaltung
 


Corona-Regeln: Es gelten die zum Zeitpunkt der Veranstaltung aktuellen rechtlichen Vorgaben zum Infektionsschutz. Wir empfehlen das Tragen einer Maske, wo Abstände nicht eingehalten werden können.

Kosten: Für die Veranstaltung gelten folgende Preise pro Person (die Preise in Klammern gelten für Studierende bis zum vollendeten 30. Lebensjahr und für Schüler*innen):

Option 1: Teilnahme am Programm mit Pausenkaffee 106,-- €    (erm. 36,-- €)

Option 2: Teilnahme am Programm mit Pausenkaffee und Mahlzeiten (Mittagessen Do und Fr; Abendessen Mi, Do und Fr) 198,-- €    (erm. 128,-- €)

Option 3: Teilnahme am Programm mit Pausenkaffee, Mahlzeiten (Mittagessen Do und Fr; Abendessen Mi, Do und Fr) und 2 Übernachtungen mit Frühstück (Mi bis Fr)  
EZ in der Katholischen Akademie 342,-- €    (erm. 272,-- €)
DZ in der Katholischen Akademie 293,-- €    (erm. 223,-- €)

Option 4: Teilnahme am Programm mit Pausenkaffee, Mahlzeiten (Mittagessen Do und Fr; Abendessen Mi, Do und Fr) und 3 Übernachtungen mit Frühstück (Mi bis Sa)  
EZ in der Katholischen Akademie 414,-- €    (erm. 344,-- €)
DZ in der Katholischen Akademie 341,-- €    (erm. 271,-- €)
 

Anmeldeschluss ist Montag, 13. Februar 2023.

Stornofrist: Bei Absage nach Anmeldeschluss stellen wir Ihnen 90 % der gebuchten Leistungen aus Übernachtung und Mahlzeiten als Stornogebühr in Rechnung, und zwar unabhängig vom Grund Ihrer Absage. Wir empfehlen Ihnen, eigenständig eine Reiserücktrittsversicherung abzuschließen.

Sozial-Ticket: Wer aus finanziellen Gründen an der Teilnahme gehindert ist, kann einen Rabatt in Höhe von 50,-- € in Anspruch nehmen. Bitte geben Sie dies bei der
Anmeldung an!

Bildnachweis: Vita Mathildis / Wikimedia Commons

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