Rolf Hochhuths „Der Stellvertreter“

Dienstag, 08. März 2022

Zu den Auseinandersetzungen über das Schauspiel in Deutschland und im Erzbistum München und Freising

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Rolf Hochhuths „Der Stellvertreter“

Dienstag, 08. März 2022

Wie kam es dazu, dass sich innerhalb von fünf Jahren das historische Bild von Papst Pius XII. fast völlig umkehrte? 1958 wurden Lobesreden auf den gerade verstorbenen Pontifex zum Andenken an den „Papst des Friedens“ gehalten, 1963 wurde Pius XII. wegen seines öffentlichen Schweigens angesichts des Massenmords an den Juden als „der Papst, der schwieg“, sogar als „Verbrecher“ gebrandmarkt.

Dieser Sturz ist von der medialen Wirkung des Schauspiels „Der Stellvertreter“ nicht zu trennen, das Erstlingswerk von Rolf Hochhuth, eines 32-jährigen, bis dahin völlig unbekannten deutschen Schriftstellers, das wie ein Blitz in die kulturelle Landschaft der Bundesrepublik einschlug. Ein begeisterter Anhänger Hochhuths brachte es damals auf den Punkt: „Hochhuth kam vor dem Fall“.

Mark Ruffs Vortrag beschäftigt sich mit den Auseinandersetzungen um das Werk „Der Stellvertreter“ in Deutschland. Er argumentiert, dass die aggressive Verteidigungshaltung der katholischen Kirche Pius-Kritikern wie Hochhuth direkt in die Hände spielte und für die mediale Wirkung des „Stellvertreters“ sorgte. Hingegen gelang es Weihbischof Johannes Neuhäusler, der selbst in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und  Dachau interniert war, seine „Operation Schweigen“ im Erzbistum München und Freising durchzuführen und damit dem „Stellvertreter“ den Wind aus den Segeln zu nehmen.
 

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Programm

Dienstag, 8. März 2022


Gelegenheit zu einem Imbiss
(ab einer Stunde vor Beginn)

19.00 Uhr  
Begrüßung

19.10 Uhr
Rolf Hochhuths „Der Stellvertreter“.
Zu den Auseinandersetzungen über das Schauspiel in Deutschland und im Erzbistum München und Freising

Prof. Dr. Mark Ruff,
Professor für europäische Geschichte der Neuzeit an der Saint Louis University / Missouri (USA) 

20.00 Uhr
Gelegenheit zu Rückfragen

20.45 Uhr
Ausklang bei Wein und Brot

Organisation und Moderation
Stephan Höpfinger, Studienleiter
 


Livestream
Wir planen, diese Veranstaltung live zu streamen. Aktuelle Informationen und die Einwahldaten mit Link finden Sie kurzfristig auf unserer Website - oder bequem in unserem Newsletter, den Sie hier abonnieren können.

Corona-Regeln
Gemäß der zum Zeitpunkt der Veranstaltung aktuellen Infektionsschutzverordnung gilt beim Einlass die 3G-, 3G-plus- bzw. 2G-, 2G-plus-Regel. In den Innenräumen herrscht Maskenpflicht.

Anmeldung
Die verfügbaren Plätze werden in Reihenfolge der eingehenden Anmeldungen vergeben. Die Anmeldung ist verbindlich und gilt als akzeptiert, wenn unsererseits keine Absage erfolgt. Bei kurzfristiger Verhinderung bitten wir Sie um Mitteilung. Anmeldeschluss: Freitag, 4. März 2022

Kosten

Der Abend kostet 15 €. Davon sind 10 € für das Programm und 5 € für die Verköstigung. Zurzeit erproben wir eine „Kasse des Vertrauens“: Sie bezahlen eigenständig und ohne Kontrolle. Wem der Preis wehtut, zahlt nach eigenem Ermessen weniger; wer kann, zahlt gerne zum sozialen Ausgleich etwas mehr. Vergelt’s Gott!

Für Studierende bis zum vollendeten 30. Lebensjahr ist die Veranstaltung kostenfrei.

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