Konzert zur Erwin-Pfrang-Ausstellung

Donnerstag, 19. Mai 2022

Karin Löffler-Hunziker, Violine | Uta Zenke-Vogelmann, Violoncello | Anne Schätz, Klavier

Im Kardinal-Wendel-Haus ist derzeit eine Ausstellung mit Werken von Erwin Pfrang (*1951) zu sehen, seine eindringlichen Bilder stellen Grundfragen menschlicher Existenz. Im Zentrum hängt das Gemälde „Einzug Christi in Deutschdachau“ (1996), das Herzog Franz von Bayern der Katholischen Akademie geschenkt hat. Unter anderem mit einem Konzert soll die Ausstellung begleitet werden. Die Geigerin Karin Löffler-Hunziker, die Cellistin Uta Zenke-Vogelmann (beide sind Mitglieder des BR-Symphonieorchesters) und die Pianistin Anne Schätz beschäftigen sich intensiv mit der Musik verfolgter Komponisten und auch mit nahezu vergessenen Komponistinnen.

 

Der mährische Komponist Gideon Klein (1919–1945) galt als pianistisches Wunderkind. Weil er Jude war, wurde er 1941 kaum volljährig ins KZ Theresienstadt deportiert, wo er mit Kollegen weiter musizierte. Er starb in einem Außenlager des KZ Auschwitz. Zu hören sind seine Klaviersonate, die vom Expressionismus der Wiener Schule um Arnold Schönberg geprägt ist, und ein unvollendetes Duo für Violine und Violoncello, das ein mährisches Volkslied variiert.

Als Tochter einer jüdischen Mutter litt auch die niederländische Komponistin und Pianistin Henriette Bosmans (1895–1952) unter dem Nazi-Regime, das sie mit einem Berufs- und Auftrittsverbot belegte und in die innere Emigration zwang. Ihr Klaviertrio von 1921 steht noch in der Tradition der Spätromantik, lässt aber durch sein spanisches Kolorit bereits an den Impressionismus Ravels denken.

Im zweiten Teil des Konzerts erklingt das groß angelegte Es-Dur-Trio von Franz Schubert (1797–1828), ohne Zweifel ein Gipfelpunkt romantischer Kammermusik. Es stammt aus dem letzten Lebensjahr des Komponisten, Robert Schumann schätzte es als Schuberts „Eigen-thümlichstes“. Ähnlich wie die Bilder von Erwin Pfrang spannt das Werk menschliche Affekte bis zum Zerreißen. Kein Wunder, dass Schubert der Lieblingskomponist des Malers ist.
 


Bildnachweis: © kna123; canva.com
 

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Programm

Donnerstag, 19. Mai 2022


Gelegenheit zu einem Imbiss
(ab einer Stunde vor Beginn)

19.00 Uhr
Kurze Begrüßung

Gideon Klein (1919-1945)
Klaviersonate 1943
Allegro con fuoco - Adagio - Allegro vivace

Gideon Klein
Duo für Violine und Violoncello 1941
Allegro con fuoco - Lento

Henriette Bosmans (1895-1952)
Trio für Klavier, Violine und Cello 1921
Allegro con brio - Andante moderato / Allegretto - Andante / Molto vivace

Konzertpause

Franz Schubert (1797-1828)
Klaviertrio Es-Dur op. 100 (D929)
Allegro - Andante con moto - (Scherzando)
Allegro moderato-Trio - Allegro moderato


Karin Löffler-Hunziker, Violine
Uta Zenke-Vogelmann, Violoncello
Anne Schätz, Klavier

Organisation:
Dr. Johannes Schießl

 


Corona-Regeln
Es gelten die zum Zeitpunkt der Veranstaltung aktuellen rechtlichen Vorgaben zum Infektionsschutz. Wir empfehlen das Tragen einer Maske, wo Abstände nicht eingehalten werden können.

Anmeldung
Die verfügbaren Plätze werden in Reihenfolge der eingehenden Anmeldungen vergeben. Die Anmeldung ist verbindlich und gilt als akzeptiert, wenn unsererseits keine Absage erfolgt. Bei kurzfristiger Verhinderung bitten wir Sie um Mitteilung. Anmeldeschluss: Montag, 16. Mai 2022

Kosten
Der Abend kostet 15 €. Davon sind 10 € für das Programm und 5 € für die Verköstigung. Zurzeit erproben wir eine „Kasse des Vertrauens“: Sie bezahlen eigenständig und ohne Kontrolle. Wem der Preis wehtut, zahlt nach eigenem Ermessen weniger; wer kann, zahlt gerne zum sozialen Ausgleich etwas mehr. Vergelt’s Gott!
Für Studierende bis zum vollendeten 30. Lebensjahr ist die Veranstaltung kostenfrei.