Führung durch die Ausstellung Erwin Pfrang

Mittwoch, 13. Juli 2022

Das Beinwunder der Chassidim, 2020, Öl auf Leinwand, 100 x 130 cm

Erwin Pfrang ist kein Künstler lautstarker Gesten, seine Werke dringen jedoch tief ins Bewusstsein der Betracher*innen ein, lassen sie, wenn sie sich öffnen, nicht mehr los. Die Arbeiten zeigen exemplarisch die radikale Entäußerung des Individuums, seine monomanische Konzentration auf die Gefährdungen der eigenen Existenz gegen eine Welt, die hierfür keinen selbstverständlichen Freiraum mehr bereithält.

Sie zeigen verwundete Existenzen, die überall dabei sind, aber nach den Vorstellungen eines legitimen Lebens nicht dazugehören. Sie sind in ihrer Erscheinung ins Rutschen geraten und können sich selbst kaum halten. Sie drängen ins Bild und bedrängen das betrachtende Auge. Pfrangs physiognomische Präzision erinnert an Francis Bacon und Lucian Freud. Da ist nichts verborgen, da tritt alles zu Tage. In Zeiten, die das Menschenmögliche erweitern wollen, behaupten sich diese Bilder als Ausdruck des Menschenunmöglichen und geben daher zu bedenken, ob das Individuum sich nicht selbst überlebt hat.

Erwin Pfrangs Bildwelt regt zum Dialog an, zur Auseinandersetzung mit existentiellen Grundfragen, die sich mit dieser Ausstellung in vielfältiger Weise bietet.

(Carla Schulz-Hoffmann / Heinz Bude)

 

Programm

Mittwoch, 13. Juli 2022


19.00 Uhr
Prof. Dr. Carla Schulz-Hoffmann,
stellv. Generaldirektorin der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen i.R. und Kuratorin für moderne und zeitgenössische Kunst

führt durch die Ausstellung Erwin Pfrang
im Kardinal Wendel Haus, Mandlstraße 23.

Der Eintritt ist frei.

Wir bitten um Anmeldung per Mail unter michael.zachmeier@kath-akademie-bayern.de.

Veranstaltungshinweis:

Am Freitag, den 15. Juli 2022 findet eine weitere Führung durch die Ausstellung Erwin Pfrang statt.

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