Der Siebenjährige Krieg (1756-1763)

Mittwoch, 02. März 2022

Samstag, 05. März 2022

Ein Konflikt in globaler Dimension

Der Siebenjährige Krieg gilt als erster Konflikt von globaler Dimension. In verschiedenen Teilen der Welt bekämpften sich die Kolonialmächte England und Frankreich mit ihren jeweiligen Verbündeten. In Nordamerika brach im Streit um Grenzverläufe bereits 1755 der Krieg aus, der auch in Indien und Afrika geführt wurde. Hinzu kam die britisch-spanische Konfrontation, die den Spaniern den Verlust Havannas und Manilas einbrachte. In Europa löste Preußen mit der Besetzung Sachsens die Auseinandersetzungen aus, in denen es für Preußen um die Behauptung, für Österreich um die Rückgewinnung Schlesiens ging.

Sowohl in Übersee als auch in Europa forderten die zahlreichen Schlachten und Belagerungen un-ter Soldaten und Zivilisten einen hohen Blutzoll. Weite Teile Nord- und Westdeutschlands wurden geplündert und verwüstet. Nicht nur auf dem Feld wurde der Krieg ausgetragen, er hatte auch Züge eines massenmedialen Kampfes und fand Niederschlag in Kunst und Literatur. 

Mit den Friedensschlüssen von Paris und Hubertusburg endete der Krieg, der für Europa und seine Beziehungen zur nichteuropäischen Welt weitreichende Konsequenzen hatte. Russland behauptete seinen Status als europäische Großmacht, Preußen festigte diesen Anspruch. Der preußisch-österreichische Dualismus erwuchs, der das 19. Jahrhundert nachhaltig prägte. England legte die Grundlagen für sein Empire, Frankreich hingegen verlor weite Teile seiner Herrschaft in Nordamerika, was für die Entstehung Kanadas und der USA große Bedeutung hatte. Nicht zuletzt bildeten die enormen finanziellen Kriegslasten eine frühe Voraussetzung für die Revolution in Frankreich.
 


Bildnachweis: Friedrich II in der Schlacht bei Zorndorf; © Kopie des Bildes von Carl Röchling von Otto Rose; Wikimedia Commons
 

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Programm

Mittwoch, 2. März 2022


15.00 Uhr  Begrüßung

15.15 Uhr
Die Welt in Flammen: Konflikte zwischen England und Frankreich in Nordamerika, Indien und Afrika
Prof. Dr. Marian Füssel,
Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit unter besonderer Berücksichtigung der Wissenschaftsgeschichte an der Universität Göttingen

16.00 Uhr  Kaffeepause

16.30 Uhr
Die europäische Dimension des Krieges. Die „diplomatische Revolution“ in der europäischen Außenpolitik und das Reich als Kriegsschauplatz
Prof. Dr. Wolfgang Burgdorf,
apl. Professor für Neuere Geschichte an der LMU München

17.15 Uhr  Diskussion

18.00 Uhr  Abendessen

19.00 Uhr  Eucharistiefeier zum Aschermittwoch mit Aschenkreuzausteilung
 

Donnerstag, 3. März 2022


8.45 Uhr  Gesungene Laudes

9.15 Uhr
Der Kampf um Havanna und Manila. Zur Rolle Spaniens im Siebenjährigen Krieg
Prof. Dr. Thomas Weller,
Vertretungsprofessur für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Erlangen-Nürnberg

10.00 Uhr  Kaffeepause

10.30 Uhr
Wer hat den Siebenjährigen Krieg gewonnen? Der Weg zum Frieden und die Bedeutung der Friedensschlüsse von Paris und Hubertusburg
Prof. Dr. Johannes Burkhardt,
Professor em. für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Augsburg

11.15 Uhr  Pause

11.30 Uhr
Der Krieg aus der Nähe. Zeitgenössische Wahrnehmungen und Deutungen des Siebenjährigen Krieges
Prof. Dr. Marian Füssel, Göttingen

12.30 Uhr  Mittagessen

14.30 Uhr
Die Macht der öffentlichen Meinung. Der Siebenjährige Krieg als Medien- und Propagandakrieg
Prof. Dr. Holger Dainat,
apl. Professor für neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Bielefeld

15.15 Uhr  Diskussion

16.15 Uhr  Kaffeepause

16.45 Uhr bis 18.30 Uhr
Arbeitskreise zu den Beiträgen von

Prof. Dr. Marian Füssel
(Arbeitskreis 1: Außereuropäische Dimension und zeitgenössische Wahrnehmungen des Krieges)

Prof. Dr. Wolfgang Burgdorf
(Arbeitskreis 2: Europäische Dimension des Krieges)

Prof. Dr. Thomas Weller
(Arbeitskreis 3: Havanna / Manila und Rolle Spaniens)

Prof. Dr. Johannes Burkhardt
(Arbeitskreis 4: Friedensschlüsse)

Prof. Dr. Holger Dainat
(Arbeitskreis 5: Medien- und Propagandakrieg)

18.45 Uhr  Abendessen
 

Freitag, 4. März 2022


8.45 Uhr  Laudes in der Kapelle der Akademie

9.15 Uhr
Ihr traget die Ketten eines der gesittetsten Völker Europas! - Kriegsgefangenschaft im Siebenjährigen Krieg
Leonhard Dorn M.A.,
Wiss. Mitarbeiter am Institut für Geschichts-wissenschaft der Universität Bonn

10.00 Uhr  Kaffeepause

10.30 Uhr
Gelbfieber in der Karibik, Pocken in New England und „Kriegsseuchen“ in Nordwestdeutschland. Militärmedizin, öffentliche Gesundheit und die Angst vor ansteckenden Krankheiten zur Zeit des Siebenjährigen Krieges
Dr. Sebastian Pranghofer,
Wiss. Mitarbeiter an der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek - Niedersächsische Landesbibliothek, Abt. Handschriften und Alte Drucke, Hannover

11.15 Uhr  Pause

11.30 Uhr
Choräle, Schlachtengesänge und bellizistische Bilderwelten. Künstlerische Annäherungen an den Siebenjährigen Krieg
Prof. Dr. Jutta Nowosadtko,
Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg

12.30 Uhr  Mittagessen

14.30 Uhr
„Ces deux nations sont en guerre pour quelques arpens de neige vers le Canada“.  Voltaire, der Siebenjährige Krieg und die internationalen Beziehungen im 18. Jahrhundert
Prof. Dr. Sven Externbrink,
Vertretung des Lehrstuhls für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Heidelberg

15.15 Uhr  Diskussion

16.15 Uhr  Kaffeepause

16.45 Uhr bis 18.30 Uhr
Arbeitskreise zu den Beiträgen von

Leonhard Dorn M.A.
(Arbeitskreis 6: Kriegsgefangenschaft)

Dr. Sebastian Pranghofer
(Arbeitskreis 7: Militärmedizin)

Prof. Dr. Jutta Nowosadtko
(Arbeitskreis 8: Künstlerische Annäherungen)

Prof. Dr. Sven Externbrink
(Arbeitskreis 9: Voltaire)

18.45 Uhr  Abendessen
 

Samstag, 5. März 2022


Busexkursion nach Ingolstadt
Die Teilnahme ist auf maximal 65 Personen begrenzt und nur in Verbindung mit der Veranstaltung möglich.

8.30 Uhr
Abfahrt des Busses von der Akademie nach Ingolstadt ins Bayerische Armeemuseum, Paradeplatz 4

10.00 Uhr
Das Militär im Siebenjährigen Krieg am Beispiel der preußischen Armee
Daniel Hohrat M.A.,
Kurator am Bayerischen Armeemuseum

Möglichkeit zu Rückfragen

11.15 Uhr
Führung durch die Dauerausstellung „Formen des Krieges 1600-1815

12.30 Uhr
Gemeinsames Mittagessen
im Weissbräuhaus zum Herrnbräu, Dollstraße 3

16.00 Uhr
Rückfahrt des Busses zur Akademie

Leitung der Historischen Tage
Dr. Katharina Weigand,
Akademische Oberrätin am Universitätsarchiv München

Organisation
Stephan Höpfinger,
Katholische Akademie in Bayern

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