Was ist Sprache?

Freitag, 10. Dezember 2021

100 Jahre Ludwig Wittgenstein und Franz Rosenzweig

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Was ist Sprache?

Freitag, 10. Dezember 2021

Der Mensch spricht - dieser Gedanke ist uns selbstverständlich. Alles andere als selbstverständlich ist uns jedoch das Nachdenken über diese Selbstverständlichkeit. Denn was unterscheidet beispielsweise unser Denken von unserem Sprechen? Welche Funktion übt Sprache aus? Was bedeutet wohl Sprachlosigkeit? Und überhaupt: Was ist das eigentlich, die Sprache?

Ausgehend von dieser Sachfrage möchte unsere Jubiläumstagung an zwei Werke der Philosophiegeschichte erinnern, die unser Sprachverstehen bis heute prägen: Ludwig Wittgensteins Tractatus logico-philosophicus und Franz Rosenzweigs Stern der Erlösung. Eine durchaus vielschichtige Paarung, wie unsere Experten Prof. Dr. Sebastian Rödl aus Leipzig (Tractatus) und Prof. Dr. Axel Hutter aus München (Stern) wissen. Denn obwohl beide Schriften in den Gräben des Ersten Weltkriegs abgefasst und - freilich ohne voneinander Notiz zu nehmen - vor genau 100 Jahren der Öffentlichkeit präsentiert wurden, weisen Tractatus und Stern eine gänzlich gegenläufige Stoßrichtung auf.

So beschreibt Wittgenstein die Sprache prinzipiell als das, worin sich objektive Erkenntnis vollzieht, weshalb es von ihr selbst keine objektive Erkenntnis geben kann; Sprache muss so als selbst unaussprechliches Wunder zurückbleiben. Dieser misstrauischen Distanz des Denkens gegenüber der Sprache stellt Rosenzweig sein Denken am Leitfaden der Sprache entgegen, wonach das Tiefe und Wahre des Denkens nicht länger auf Seiten des Unaussprechlichen liegt, sondern des Sagbaren. Dadurch rücken allerdings zwei Tatsachen ins Zentrum, die das misstrauische (alte) Denken für unwichtig hält: dass wir zum Sprechen - und damit zum (neuen) Denken - Zeit und einen Gesprächspartner brauchen.
 

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Programm

Gelegenheit zu einem Kennenlernen (ab einer Stunde vor Beginn)

19.00 Uhr
Begrüßung und biographische Einführung
Dominik Fröhlich,
Studienleiter der Katholischen Akademie in Bayern

19.15 Uhr
Unaussprechliche Sprache - 100 Jahre Wittgensteins Tractatus logico-philosophicus
Prof. Dr. Sebastian Rödl,
Professor für Praktische Philosophie an der Universität Leipzig

19.45 Uhr
Denken am Leitfaden der Sprache - 100 Jahre Rosenzweigs Stern der Erlösung
Prof. Dr. Axel Hutter,
Ordinarius für Philosophie an der LMU München

20.15 Uhr
Pause

20.30 Uhr
Was ist Sprache?
Ein Gespräch

zwischen Axel Hutter
und Sebastian Rödl

Moderation:
Dominik Fröhlich

21.00 Uhr
Ausklang bei Wein und Brot
 


Livestream-Link
Wir werden diese Veranstaltung live streamen. Wenn Sie die Veranstaltung über einen externen Player verfolgen möchten, dann verwenden Sie bitte den folgenden Link: https://us02web.zoom.us/j/86367142417


Corona-Regeln
Gemäß der geltenden Infektionsschutzverordnung gilt beim Einlass die 3-G-Regel. In den Innenräumen herrscht Maskenpflicht, je nach Teilnehmerzahl auch am Platz (Stand: September 2021).

Anmeldung
Die verfügbaren Plätze werden in Reihenfolge der eingehenden Anmeldungen vergeben. Die Anmeldung ist verbindlich und gilt als akzeptiert, wenn unsererseits keine Absage erfolgt. Bei kurzfristiger Verhinderung bitten wir Sie um Mitteilung.
Anmeldeschluss: Montag, 6. Dezember 2021

Kosten
Der Abend kostet 15 €. Davon sind 10 € für das Programm und 5 € für die Verköstigung. Zurzeit erproben wir eine „Kasse des Vertrauens“: Sie bezahlen eigenständig und ohne Kontrolle. Wem der Preis wehtut, zahlt nach eigenem Ermessen weniger; wer kann, zahlt gerne zum sozialen Ausgleich etwas mehr. Vergelt’s Gott!


Bildnachweis: Unknown author;  Wikimedia Commons

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