Der unbekannte Meister Eckhart - ABGESAGT!

Freitag, 27. März 2020

Sonntag, 29. März 2020

Professor Freimut Löser ist Präsident der Meister-Eckhart-Gesellschaft / Handschrift: Göttingen, Georg-August-Universität, Diplom. Apparat, 10EIX, Nr. 18

Die Tagung muss leider abgesagt werden.

Die Tagung von Fr, 27. bis So, 29. März 2020, gilt dem 'unbekannten Eckhart'. Das Foto zeigt ein Fragment aus dem frühen 14. Jahrhundert, also aus Eckharts Lebenszeit.  Es wurde erst vor wenigen Jahren als Bestandteil einer Eckhartpredigt identifiziert und lässt diese in einem völlig neuen Licht erscheinen.

Die Tagung der Meister-Eckhart-Gesellschaft – schon zum sechsten Mal in Zusammenarbeit mit der Katholischen Akademie in Bayern – gilt diesmal dem unbekannten Eckhart. Es gibt dabei neue und unerwartete Seiten des bekannten deutschen Mystikers, Theologen, Philosophen und Predigers zu entdecken.


So stellt die Tagung neu entdeckte Texte Eckharts vor, behandelt neue Handschriftenfunde aus dem deutschen und lateinischen Bereich, nimmt neue und ungewöhnliche Standpunkte zu Eckhart ein und erprobt neue Erklärungsmuster bekannter Texte (u.a. der berühmten ‚Opferstock-Predigt‘ Nr. 109) sowie einen neuen Zugang zum Mystiker Eckhart anhand bisher oft übersehener Texte. Ein Vortrag stellt beispielsweise anhand  von Eckharts Osterpredigt die Figur der Maria Magdalena in den Mittelpunkt, zwei Beiträge, darunter der öffentliche Abendvortrag am Freitag, befassen sich mit der Gebetspraxis und Gebetslehre Eckharts, und ein Vortrag fragt nach der Rolle Gottes in Predigten, die bisher nicht kritisch ediert wurden.

Eckhart wird schließlich auch aus seiner oft zu beobachtenden Vereinzelung befreit und mit anderen Predigern und Gelehrten verglichen. Die Tagung vereint international bekannte Forscherinnen und Forscher aus Philosophie, Theologie und Germanistik, die sich als Eckhart-Spezialist/inn/en einen Namen gemacht haben, die verschiedenen wissenschaftlichen Ansätze an einem breiten Textspektrum zu erproben.

Mehr

Programm

Freitag, 27. März, bis Sonntag, 29. März 2020

ACHTUNG:

DIE VERANSTALTUNG IST ABGESAGT!


Freitag, 27. März 2020

14.00 Uhr

Begrüßung und Einführungen

Michael Zachmeier,
Studienleiter der Katholischen Akademie in Bayern

Dr. Regina D. Schiewer,
Herausgeberin des Meister-Eckhart-Jahrbuchs,
Dozentin an der Forschungsstelle für geistliche
Literatur des Mittelalters, Katholische Universität
Eichstätt-Ingolstadt

Prof. Dr. Freimut Löser,
Präsident der Internationalen Meister-Eckhart-Gesellschaft,
Professor für Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters,
Universität Augsburg
 

14.45 Uhr

Meister Eckhart und eine unbekannte Diskussion in Paris

In einigen Handschriften des 14.-15. Jahrhunderts sind die Texte Meister Eckharts zusammen mit den Werken anderer, weniger bekannter oder „unbedeutender“ Autoren aufgezeichnet. Was können diese bisher ignorierten und (angeblich) uninteressanten Texte zur Analyse der Ansichten Eckharts beitragen?

Dr. Jana Ilnicka,
Dozentin an der Meister Eckhart-Forschungsstelle
am Max-Weber-Kolleg, Universität Erfurt

15.30 Uhr

Imbisspause

16.00 Uhr

Der Sapientia-Kommentar Meister Eckharts:
Anmerkungen zu seinen Quellen


Meister Eckharts Weisheitskommentar liegt in zwei unterschiedlich langen Rezensionen vor. Im Vortrag werden einige der Akzentverschiebungen zwischen „erster“ und „zweiter“ Auflage ausgehend von den zitierten Autoritäten dargestellt.

PD Dr. Görge K. Hasselhoff,
Privatdozent am Institut für Evangelische Theologie,
TU Dortmund

16.45 Uhr

Das Verhältnis zwischen Gottesgeburtszyklus und Pfeiffers Predigt 17

Im Mittelpunkt der Überlegungen steht die Predigt Pfeiffer Nr. 17. Dabei wird der Gedanke der Gottesgeburtslehre in dieser Predigt mit Eckharts bekanntem Zyklus verglichen.

Prof. Dr. Marie-Anne Vannier,
Université de Lorraine

17.30 Uhr

Diskussion

Moderation:
Prof. Dr. Loris Sturlese,
Accademia Nazionale dei Lincei

18.00 Uhr

Abendessen

19.00 Uhr

Wie spricht Meister Eckhart Gott an? Wie uns?
Vergessene und neu entdeckte Gebete, Sprüche, Predigten


Meister Eckharts Gebete werden bisher kaum zur Kenntnis genommen. Das gilt auch für einige Texte, in denen er über das Beten nachdenkt. Der Vortrag stellt diese Texte vor und versucht Eckhart zuzuhören, wenn er mit Gott spricht, und herauszufinden, wodurch er uns als Zuhörer dabei anspricht.

Prof. Dr. Freimut Löser

Moderation:
Dr. Gotthard Fuchs,
Vorstandsmitglied der Meister-Eckhart-Gesellschaft, Wiesbaden

 

 

 

Samstag, 28. März 2020

8.00 Uhr

Gesungene Laudes
in der Kapelle der Akademie

9.00 Uhr

Der unbekannte Eckhart. Zum Stand der lateinischen Eckhart-Ausgabe

Der Beitrag zielt darauf ab, die neuen Ergebnisse der kritischen Ausgabe der lateinischen Werke von Meister Eckhart vorzustellen, unter besonderer Berücksichtigung der Untersuchung der Handschriftenüberlieferung.

Prof. Dr. Alessandra Beccarisi,
Professorin für Geschichte der Philosophie des Mittelalters, Università del Salento, Lecce, und Direktorin des Zentrums für die Herausgabe und das Studium von Texten des Mittelalters und der Renaissance

9.45 Uhr

Imbisspause

10.15 Uhr

Ein deutsches Gebet Eckharts?

Einer der unbekanntesten Texte, die in der Überlieferung für Eckhart beansprucht werden, ist ein kurzes Sühnegebet auf seinen Namen, das in deutschen und niederländischen Fassungen in etwa zehn Handschriften überliefert ist.

Dr. Wybren Scheepsma,
Docent für Middelnederlandse Letterkunde
Universität Leiden

11.00 Uhr

Vater – Sohn – Geist. Eckhart-Predigten außerhalb der kritischen Werkausgabe

Auch wenn die kritische Kohlhammer-Ausgabe der deutschen und lateinischen Werke Eckharts mit dem letzten Faszikel der Übersetzungen zu Predigten 87 – 117 zu einem Ende gekommen scheint, bleibt noch die von G. Steer bereits 2002 zur Prüfung vorgelegte Liste bereits anderweitig veröffentlichter und Eckhart zugeschriebener Homilien weithin abzuarbeiten, aber auch über diese hinaus weitere Texte zu untersuchen. Gerade weil Eckhart eine ganz eigene Vorstellung der Beziehung von Vater – Sohn – Geist entwickelt hat, soll diese als Prüfstein einiger bisher unberücksichtigter Homilien benutzt werden.

Prof. Dr. Markus Vinzent,
Professor für Historische Theologie, King’s College London, und Fellow an der Meister-Eckhart-Forschungsstelle am Max-Weber-Kolleg, Universität Erfurt

11.45 Uhr

Diskussion

Moderation:
Prof. Dr. Racha Kirakosian,
Professorin für Germanic Languages and Literatures,
Study of Religion, Harvard University

12.30 Uhr

Mittagessen

14.30 Uhr

Dionysisches und Eckhartisches in der Paradisus-Predigt 56 = 115 (DW IV)

Eckharts vor kurzem erst kritisch edierte Predigt 115 ist anonym in der Predigtsammlung Paradisus anime intelligentis überliefert. Ob sie von ihrem Gedankengehalt her wirklich als authentisch gelten kann, soll in diesem Vortrag erörtert werden.

Dr. Christian Jung,
Erwin-Schröder-Fellow des FWF und Senior Postdoc am Fachbereich Philosophie der Katholisch-Theologischen Fakultät, Universität Salzburg

15.15 Uhr

Got wonet in einem liehte, dâ niht zuoganges enist.
Über die Grenze zwischen Mensch und Gott – Predigt 3 (DW I)


Predigt 3 umkreist das Thema der Gotteserkenntnis und eines sog. Durchbrechens. Eckhart baut hier eine besondere Spannung zwischen einer erfüllten Einheit im ‚Schmecken Gottes‘ und einer nachhaltigen Trennung menschlichen Bewusstseins von einem göttlichen auf.

PD Dr. Irmgard Rüsenberg,
Dozentin für Germanistische Mediävistik,
Universität Bonn

16.00 Uhr

Imbisspause

16.30 Uhr

Predigt 109: Der Durchbruch vom Leben zum Sein

Diese Predigt wird nach ihrem provokatorischen Schluss oft ‚Opferstock-Predigt‘ genannt. Sie handelt von der Erfahrung Gottes in der Schöpfung und von der Rückkehr der Schöpfung in ihre Quelle über die Vernunft des Menschen. Es geht in dem Vortrag darum, die Voraussetzungen der Predigt zu erschließen, ihre damalige Intention zu erläutern und ihre Anregung für heute zu erfassen.

Prof. Dr. Dietmar Mieth,
Vizepräsident der MEG, Professor em. für Theologische Ethik/Sozialethik, Universität Tübingen, Fellow am Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien, Universität Erfurt

17.15 Uhr

Diskussion

Moderation:
Prof. Dr. Dr. Markus Enders,
Professor für christliche Philosophie,
Universität Freiburg

18.00 Uhr

Abendessen

 

 

 

Sonntag, 29. März 2020

8.00 Uhr

Eucharistiefeier
in der Kapelle der Akademie

9.00 Uhr

Meister Eckharts Osterpredigt 56 (DW II)

Sie gehört zu den Predigten, die in den Meister-Eckhart-Jahrbüchern und in der Lectura Ekhardi kein einziges Mal erwähnt werden. Der Text wird in der Forschung allgemein als Fragment ohne erkennbare Struktur bezeichnet. Der Vortrag versucht, unter Heranziehung von Eckharts Quellen und unter Berücksichtigung der Überlieferungstradition, der Osterpredigt 56 gerecht zu werden.

Prof. Dr. Dagmar Gottschall,
Professorin für Mediävistische Germanistik,
Università del Salento, Lecce

9.45 Uhr

Autor und Authentizität. Umfirmierung durch Redaktionsarbeit

Unter den Tauler-Predigten des Basler Tauler-Drucks findet man ohne nähere Kennzeichnung auch Texte, welche ursprünglich von Meister Eckhart stammen. Der Vortrag geht der Frage nach, mittels welcher Verfahren solche Predigten für ein neues Autor-Signum aufbereitet werden. Ein besonderes Augenmerk gilt den jeweiligen Schlüsselbegriffen.

Prof. Dr. Rudolf Kilian Weigand,
Direktor der Forschungsstelle für geistliche Literatur des Mittelalters,
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

10.30 Uhr

Imbiss-Pause

11.00 Uhr

Meister Eckhart und die deutschsprachige Predigt um 1300

Seit dem 12. Jahrhundert gibt es eine reiche deutschsprachige Predigtliteratur, die im ausgehenden 13. Jahrhundert maßgeblich geprägt ist durch die Bettelordenspredigt. Der Vortrag untersucht die Frage von Tradition und Innovation in Eckharts Predigten: Worin unterscheidet sich die Predigt des Meisters von den Predigten seiner Zeitgenossen?

Dr. Regina D. Schiewer,
Dozentin an der Forschungsstelle für geistliche Literatur des Mittelalters,
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

11.45 Uhr

Diskussion

Moderation:
Prof. Dr. Christine Büchner,
Professorin für Katholische Religionslehre,
Universität Hamburg

12.30 Uhr

Schlussworte
Prof. Dr. Freimut Löser
Dr. Regina D. Schiewer

Ende der Tagung

 

 

Organisation:

Für die Meister-Eckhart-Gesellschaft:
Prof. Dr. Freimut Löser

Für die Katholische Akademie in Bayern:
Michael Zachmeier

DIE VERANSTALTUNG MUSS LEIDER ABGESAGT WERDEN.
 



Veranstaltungsort
Katholische Akademie in Bayern
Kardinal Wendel Haus
Mandlstraße 23, 80802 München
U3/U6 Münchner Freiheit
Anmeldung
Anmeldeschluss ist Freitag, 13. März 2020.
Die Anmeldung mit den bestellten Leistungen ist verbindlich.
Sie gilt als angenommen, wenn unsererseits keine Absage erteilt wird.
Für die Veranstaltung gelten folgende Preise pro Person:
Teilnahmegebühr € 48,– (0,–)
Mittagessen € 17,– (11,–)
Abendessen € 17,– (11,–)
Übernachtung (EZ)/Frühst. € 59,– (50,–)
Übernachtung (DZ)/Frühst. € 45,– (39,–)
Vorträge nur am Freitag € 15,– (0,–)
Vorträge nur am Samstag € 25,– (0,–)
Vorträge nur am Sonntag € 10,– (0,–)
Einzelvortrag € 8,– (0,–)
Für Gäste unter 30 Jahren wird die Teilnahmegebühr
durch den „Verein der Freunde und Gönner
der Katholischen Akademie in Bayern e.V.“ finanziert
(schriftliche Anmeldung unter Angabe des Geburtsdatums).
Teilnahmekarten und Essensbons erhalten Sie
an der Tageskasse.
Übernachtung
Übernachtungsmöglichkeiten in der Akademie
stehen leider nur begrenzt zur Verfügung. Wir
vermitteln jedoch auf Wunsch Übernachtungen
mit Frühstück zum ortsüblichen Preis in einem
nahegelegenen Hotel.

Weitere Informationen (PDFs)

Medien zum Thema