150 Jahre Unfehlbarkeit - ABGESAGT!

Dienstag, 05. Mai 2020

In Zusammenarbeit mit der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft

Die Veranstaltung muss leider abgesagt werden.
 

Mit dem Ersten Vatikanischen Konzil hat sich die Kirche von Rom auf einen Sonderweg begeben, indem sie zweierlei zum Dogma erhob:
1. Alle Hirten und Gläubigen weltweit sind dem Bischof von Rom zu hierarchischer Unterordnung und Gehorsam verpflichtet – und zwar sowohl in Fragen des Glaubens und der Sitten als auch disziplinarisch (DH 3060).
2. Der Bischof von Rom besitzt Unfehlbarkeit, wenn er „ex cathedra“ spricht. Seine Definitionen sind dann aus sich selbst heraus, nicht aufgrund des Konsenses der Kirche „unreformierbar“ (DH 3074).

Seit 1870 muss jeder Katholik das glauben. Und hat auch das Zweite Vatikanische Konzil diese Ekklesiologie durch Kategorien wie „Communio“, „Synodalität“ oder „Volk Gottes“ ergänzt, so bleibt sie doch ungeschmälert in Kraft.

Dieses Jubiläum fordert die Theologie heraus. Einmal in ökumenischer Hinsicht; denn keine andere Konfession wird sich diesem Anspruch jemals unterwerfen. Aber auch intern verstummt nicht jene Kritik, die schon damals zu erbittertem Widerstand und zu einer Kirchenspaltung geführt hatte: Ist, gemessen an der Botschaft Jesu, die absolutistische Wahlmonarchie wirklich die Rechtsform, in der sich Autorität, Macht und Entscheidungsbefugnis in der Kirche legitimieren sollten? Andere halten jeden Versuch, die päpstliche Vollmacht zu relativieren, für nicht mehr katholisch – und haben dabei die seit 150 Jahren geltende Lehre auf ihrer Seite.

Wir wollen über diese Fragen ins Gespräch kommen: Wie ist es zur Dogmatisierung der Herrschaft gekommen? Wie hat sie sich seitdem entwickelt? Sind jegliche Ideen, die Macht in der Kirche zu teilen, von vornherein zum Scheitern verurteilt? Und selbst wenn Kirche und Papst es wollten: Kämen wir aus der Nummer überhaupt wieder heraus? Oder ist die Lehre tatsächlich, wie sie selbst es nennt, „irreformabilis“?


Wbg – Wissen. Bildung. Gemeinschaft

Gegründet 1949 zur Unterstützung der Bibliotheken in der Nachkriegszeit, ist die wbg heute die größte geisteswissenschaftliche Solidargemeinschaft. Sie kümmert sich um Bildungsförderung unter den Folgen von Digitalisierung und Globalisierung.

85.000 Mitglieder entscheiden mit über die höchst dotierte deutschsprachige Sachbuch-Auszeichnung, den „wbg-WISSEN!Preis“, der im kommenden Jahr in der Katholischen Akademie in Bayern verliehen wird.

Die wbg ist als Verein nicht kommerziell ausgerichtet, alle Gewinne fließen in neue Projekte zurück.

wbg-community in München

Mitglieder der wbg sind eingeladen, an diesem Abend mit Autoren in Kontakt zu treten und andere Mitglieder und ihre Interessen kennenzulernen. Der Anspruch der wbg ist eine große Gemeinschaft – eine Community für Wissenssuchende.

Die Tagung dient auch als Buchpremiere für den einschlägigen Sammelband zum Konzilsjubiläum, erschienen in der wbg,
€ 62,-- (für wbg-Mitglieder € 49,60).
 

wbg-community.de

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Programm

Dienstag, 5. Mai 2020

 

17.00 Uhr

DIE VERANSTALTUNG MUSS LEIDER ABGESAGT WERDEN.

Abendlob
in der Kapelle der Akademie

17.30 Uhr

Begrüßung
PD Dr. Achim Budde,
Direktor der Katholischen Akademie in Bayern

17.45 Uhr

Dogmatisierung des päpstlichen Absolutismus.
Primat und Unfehlbarkeit auf dem Ersten Vatikanischen Konzil

Prof. Dr. Franz Xaver Bischof,
Professor für Kirchengeschichte des Mittelalters
und der Neuzeit an der LMU München

18.15 Uhr

Der Codex von 1983 als vorläufiger Endpunkt und Absicherung des Papstes als absolutistischer Wahlmonarch –
von kirchenrechtlichen Sackgassen und Reformbedarfen

Prof. Dr. Thomas Schüller,
Professor für Kirchenrecht
an der Universität Münster

18.45 Uhr

Abendessen als Buffet

19.45 Uhr

Podiumsgespräch mit

Prof. Dr. Julia Knop,
Professorin für Dogmatik an der Universität Erfurt

Prof. Dr. Peter Neuner,
Professor em. für Dogmatik und ökumenische Theologie an der LMU München

Prof. Dr. Michael Seewald,
Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte
an der Universität Münster

Rückfragen aus dem Publikum

Moderation:
PD Dr. Achim Budde

21.15 Uhr

Ausklang
bei Wein und Brot

22.00 Uhr

Komplet
in der Kapelle der Akademie

 

Organisation:
Stephan Höpfinger,
Katholische Akademie in Bayern

 

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der
Wissenschaftlichen Buchgesellschaft (wbg).

DIE VERANSTALTUNG MUSS LEIDER ABGESAGT WERDEN.

 

Veranstaltungsort
Katholische Akademie in Bayern
Kardinal Wendel Haus
Mandlstraße 23, 80802 München
U3/U6 Münchner Freiheit

Anmeldung, Teilnahme und Kosten
Anmeldeschluss ist Dienstag, 28. April 2020.
Die Teilnahme ist nur an der gesamten Veranstaltung möglich.
Die Anmeldung ist verbindlich und gilt als angenommen,
wenn unsererseits keine Absage erteilt wird.
Der Eintrittspreis für die Teilnahme sowie Speisen und Getränke
beträgt € 25,-- pro Person (ermäßigt € 0,--).
Für Gäste unter 30 Jahren wird der Eintrittspreis
durch den Verein „Freunde und Gönner der
Katholischen Akademie in Bayern“ finanziert
(schriftliche Anmeldung unter Angabe des
Geburtsdatums).

Übernachtung
Es besteht die Möglichkeit zur Übernachtung mit Frühstück
im Einzelzimmer für € 59,– (ermäßigt € 50,–) oder
im Doppelzimmer für € 45,– (ermäßigt € 39,–) pro Person.
Die Ermäßigung gilt für Gäste unter 30 Jahren.

DIE VERANSTALTUNG MUSS LEIDER ABGESAGT WERDEN.

Weitere Informationen (PDFs)

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