Die Rückkehr der Reformdebatte

Dienstag, 23. Juli 2019

Eine Denkwerkstattt über die Zukunft der Kirche / Foto Galina Tolochko - alamy stock

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Die Rückkehr der Reformdebatte

Dienstag, 23. Juli 2019

Sexualmoral und Zölibat, Demokratie und Amtsverständnis, Machtstrukturen und die Frauenfrage: Seit klar ist, dass der Missbrauch in der Kirche auch systemische Ursachen hat, wird wieder leidenschaftlich über strukturelle Reformen diskutiert.

Für viele bestätigt sich heute ihr seit Jahrzehnten erklingender Ruf nach Veränderung. Andere gemahnen zur Vorsicht und warnen davor, kostbare Traditionen vorschnell aufzugeben, deren ursächlichen Zusammenhang mit der Krise sie verneinen.

 

Über diesen Link können Sie uns Ihre Meinung zu den Reform-Themen schon im Vorfeld mitteilen. Die Ergebnisse fließen dann in die Reformwerkstatt ein.

 

Unsere kirchenpolitische „Denkwerkstatt“ bringt alle Ideen und Argumente auf den Tisch – und auf den Prüfstand: Mit Hubert Wolf, Johanna Rahner und Daniel Bogner stellen drei hochkarätige Theolog(inn)en ihre Reform-Ansätze zur Diskussion (s. Rückseite) und laden Sie ein, sich dafür oder dagegen zu positionieren.

Dafür nehmen wir uns einen langen Abend Zeit: Auf Impulsreferate zu den Reform-Ansätzen und ein Podium zu Einzelfragen folgt eine Gesprächsphase an Tischen bei Wein & Brot mit anschließender Plenumsdiskussion. Gerahmt wird dies alles durch Abendlob, Imbiss und Komplet.

 

Prof. Dr. Hubert Wolf bezieht seine Reformvorschläge aus der Geschichte. Sein Buch „Krypta“ (Beck 2015) enthüllt Erstaunliches über Bischofswahlen, Frauenpower oder Kontrollorgane. Aktuell provoziert sein nicht minder solides Werk „Zölibat. 16 Thesen“ (Beck 2019). Wie können Traditionen, die zur unterdrückten historischen Identität der Kirche gehören, neu für die Zukunft fruchtbar gemacht werden?

Prof. Dr. Johanna Rahner weist darauf hin, dass sich die Organisations- und Machtstrukturen der Kirche an ihrer Botschaft messen und von ihrem Glauben ableiten lassen müssen. So stehe es theologisch auf tönernen Füßen, einem Geschlecht den Zugang zu Ämtern zu verwehren. Und die Kirche könne es sich mit Blick auf ihren Sendungsauftrag und die pastorale Arbeit vor Ort auch gar nicht mehr leisten, auf die Weihe von Frauen zu verzichten.

Prof. Dr. Daniel Bogner fragt, was wir von den Prinzipien des neuzeitlichen Verfassungsstaates für die Kirchenverfassung lernen können. Müsste eine Kirche, die die gleiche Würde aller Menschen vor Gott bekennt, diese dann nicht auch zum Rechtsmaßstab erheben? Seine Ideen für einen Ausweg aus der Krise publiziert er im theologischen Online-Feuilleton feinschwarz.net und in seinem neuem Buch „Ihr macht uns die Kirche kaputt“ (Herder 2019).

 

Aktuelle Publikationen zur Tagung

Hubert Wolf, Zölibat. 16 Thesen, C.H. Beck 2019,
190 Seiten, 14,95 EUR (erscheint am 18. Juli).

Daniel Bogner, Ihr macht uns die Kirche kaputt...
doch wir lassen das nicht zu!,
Herder 2019, 160 Seiten, 16,- EUR (erscheint am 17. Juni).

 

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Programm

Dienstag, 23. Juli 2019

17.00 Uhr

Ökumenisches Abendlob

17.30 Uhr

 

Runde 1: Reform-Ansätze

Zunächst stellen die Referent(inn)en ihre theoretischen Denkansätze vor.

 

Begrüßung
PD Dr. Achim Budde,
Direktor der Katholischen Akademie in Bayern

 

Historischer Ansatz
Prof. Dr. Hubert Wolf,
Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte an der Universität Münster

 

Dogmatischer Ansatz
Prof. Dr. Johanna Rahner,
Lehrstuhl für Dogmatik, Dogmengeschichte und Ökumenische Theologie an der Universität Tübingen

 

Rechtstheoretischer Ansatz
Prof. Dr. Daniel Bogner,
Lehrstuhl für Moraltheologie und Ethik an der Universität Fribourg/CH

18.30 Uhr

Imbisspause

19.15 Uhr

 

Runde 2: Podium zu einzelnen Reform-Themen

Nun wird es konkret: Welche Vorschläge machen die Reformer zu den Themen Amtsverständnis, Geschlechtergerechtigkeit, Kirchenverfassung, Machtstrukturen, Sexualmoral und Zölibat?

20.15 Uhr

 

Runde 3: Dezentrale Gesprächsphase zur Erarbeitung von „Thesen“

Jetzt sind Sie am Zug: An Tischen und bei Wein & Brot diskutieren die Teilnehmenden jeweils zu sechst miteinander und verfassen eigene „Thesen“ zu den Reformvorschlägen. Die Referent(inn)en und alle Studienleiter(innen) der Akademie stehen währenddessen für Rückfragen zur Verfügung.

 

21.15 Uhr

 

Runde 4: Bündelung der Meinungen und Fragen im Plenum

Die Referent(inn)en nehmen Stellung zu den „Thesen“ aus Runde 3. Es folgt eine kurze Aussprache.

22.00 Uhr

Ökumenische Komplet

 

Organisation
Das Team der Studienleiter(innen) der Katholischen Akademie in Bayern

Veranstaltungsort

Katholische Akademie
Kardinal Wendel Haus
Mandlstraße 23, 80802 München

U3/U6 Münchner Freiheit

 

Anmeldung und Teilnahme

Teilnahme ist nur an der gesamten Veranstaltung möglich.

Die Teilnehmerzahl ist auf 120 begrenzt
Wir empfehlen eine frühzeitige Anmeldung.

Anmeldeschluss ist Montag, 15. Juli 2019.

Als Eintrittspreis erbitten wir an der Abendkasse
eine Umlage für Speisen und Getränke in Höhe
von € 15,– (Schüler und Studierende bis zum
vollendeten 30. Lebensjahr frei).

Für Übernachtung und Frühstück berechnen wir
im Einzelzimmer € 59,- (erm. 50,-) und
im Doppelzimmer € 45,- (erm. 39,-) pro Person.

 

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