Newsletter vom 13. November 2020: Corona, USA, Arabien und Nietzsche

Veranstaltungen zur USA und Arabellion

Sehr geehrte Damen und Herren!

„Corona sorgt eben nicht dafür, dass wir alle im selben Boot sitzen,“ konstatiert Ursula Winklhofer vom Deutschen Jugendinstitut, die gestern in der Akademie-Veranstaltung „Kind sein in Zeiten von Corona“ erste Ergebnisse ihrer gleichnamigen Studie präsentierte. Stattdessen seien die Voraussetzungen völlig unterschiedlich, weswegen „manche im wackligen Schlauchboot und andere auf der schicken Hochseeyacht“ säßen, griff sie das Bild ihres Gastgebers Prof. Klaus Arntz auf. Es sei deutlich geworden, dass die Belastungen der Kinder in der Krise ganz klar mit dem Haushaltseinkommen korrelierten. Je schlechter eine Familie finanziell gestellt sei, umso schwieriger sei ein Kind mit der Lockdown-Situation im Frühjahr zurecht gekommen. In wenigen Tagen steht das Video zur Veranstaltung im YouTube-Videokanal. Wir informieren Sie entsprechend.

 

Schon bestückt mit drei neuen Beiträgen in dieser Woche ist unser YouTube-Audiokanal. Im Beitrag „Zerbrechlichkeit der Gesellschaft“ geht es auch um Corona. Psychologie-Professor P. Eckhard Frick SJ und Johanna Hofmeir, Leiterin des Sozialdienstes „Lichtblick Hasenbergl“, berichten in dem Audiopodcast rund eine Stunde, welche Nöte und Ängste viele Menschen in Coronazeiten durchleben. BR-Redakteurin Andrea Kammhuber moderiert das Gespräch. Alle drei sind Mitglieder im Allgemeinen Rat der Katholischen Akademie in Bayern.

Mit ganz anderen Problemen sah sich der wohl bedeutendste französische Politiker des 20. Jahrhunderts konfrontiert. Charles de Gaulle war jahrzehntelange ein erklärter Gegner Deutschlands, kämpfte in zwei Weltkriegen gegen deutsche Armeen und wandelte sich nach dem Sieg in einen überzeugten Vorkämpfer der Versöhnung zwischen den beiden Völkern. Die beiden de Gaulle-Experten Dr. Johannes Willms, Historiker und Buchautor, sowie Professor Henri Ménudier, Politologe an der Sorbonne, diskutieren im zweiten neuen Audio mit dem Titel „Charles de Gaulle“ viele Facetten in dessen Politik und Leben. Die Moderation hat Axel Honsdorf, Geschäftsführer des Bayerisch-Französischen Hochschulzentrums.

Im dritten Audio - „Gott ist tot!“ ist sein Titel – kommen zwei ausgewiesene Nietzsche-Experten zu Wort. Moderiert von Akademie-Studienleiter Dominik Fröhlich diskutierten Prof. Dr. Andreas Urs Sommer und Prof. Dr. Olivier Ndjimbi-Tshiende. Anlässlich des 175. Geburtstages von Friedrich Nietzsche tauschten sich der Schweizer Nietzsche-Experte Sommer, Leiter der Forschungsstelle Nietzsche-Kommentar der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, und der aus Afrika stammende Priester und Moralphilosoph Ndjimbi-Tshiende u. a. über die Frage aus, ob Friedrich Nietzsche uns auch heute noch etwas angeht – in Deutschland, Europa und darüber hinaus.

Nach so viel virtueller Akademie möchten wir Sie auch noch zu zwei Veranstaltungen unserer Reihe „Akademie aktuell“ zu uns ins Haus einladen. Am kommenden Dienstag, 17. November 2020, geht es um 19 Uhr bei „USA nach der Wahl“ um die politische Situation im mächtigsten Land der Welt. Prof. Dr. Marita Krauss, Inhaberin des Lehrstuhls für Europäische Regionalgeschichte an der Universität Augsburg, hat dazu zwei Experten eingeladen: Prof. Dr. Britta Waldschmidt-Nelson vom Lehrstuhl für Geschichte des europäisch-transatlantischen Kulturraums an der Universität Augsburg und Prof. Dr. Klaus Stüwe, Inhaber des Lehrstuhls für Vergleichende Politikwissenschaft der KU Eichstätt-Ingolstadt.

Im Dezember 2010 löste die Selbstverbrennung eines jungen tunesischen Gemüsehändlers den „Arabischen Frühling“ aus. In Tunesien und Ägypten stürzten die Langzeit-Diktatoren. Es kam zu Massenprotesten in der gesamten arabischen Welt, vor allem junge Menschen glaubten an Freiheit und Wohlstand. Doch die Hoffnung auf Demokratie wurde enttäuscht, autoritäre Strukturen blieben fast überall erhalten und die arabischen Staaten Nordafrikas entwickelten sich zu einer der größten Krisenregion der Erde. Viele Menschen machten sich als Flüchtlinge auf den Weg nach Europa. Was hat sich in den vergangenen zehn Jahren in den arabischen Ländern getan und wie geht es weiter? Diese Fragen will Franz Maget am Mittwoch, 9. Dezember 2020, in der Veranstaltung „Zehn Jahre Arabischer Frühling – und jetzt?“ beantworten. Der frühere bayerische SPD-Politiker war drei Jahre an der deutschen Botschaft in Tunis als Referent für gesellschaftliche Fragen tätig, ist seit 2019 Sonderberater für den Maghreb und Ägypten und ein intimer Kenner der Region. Gastgeberin ist wieder Marita Krauss.

Ob virtuell oder persönlich – wir freuen uns auf Sie!

Ihr Team der Katholischen Akademie Bayern

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