Zum Dienst in der Kirche bestellt

Prof. Dr. Richard Hartmann, Bischof Dr. Franz-Josef Bode, Dr. Anni Hentschel und Prof. Dr. Thomas Söding (v.l.n.r.)

Der Aufbruch im Neuen Testament

Die Frage nach dem Diakonat der Frau war eine der zentralen Anliegen der Teilnehmer an der Veranstaltung "Zum Dienst in der Kirche bestellt". Am Abend des 3. April 2019 hatten sich rund 170 Interessierte im Vortragssaal der Katholischen Akademie in Bayern eingefunden, um Fragen der Strukturreformen in der Kirche zu besprechen. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Symposiums „Die sakramentale Grundstruktur der Kirche und ihrer Dienste und Ämter“ des Internationalen Diakonatszentrums (IDZ) und der Theologischen Fakultät Fulda statt.
 

Prof. Dr. Thomas Söding, Professor für neutestamentliche Exegese und Theologie an der Ruhr-Universität Bochum, stellte sich die Frage, „wie der verantwortliche Dienst in der Kirche mit der Freiheit des Glaubens einhergeht, der zum Aufbruch der Kirche geführt hat und in der Kirche aller Zeiten neu vergegenwärtigt werden muss.“ Dazu zeichnete er in seinem Vortrag den Bogen von der Berufung der ersten Jünger über Paulus‘ charismenorientiertes Gemeindemodell bis zum nachpaulinischen Gemeindeverständnis nach. Er sah Freiheit als Chance, Gott und den Nächsten zu dienen. In Anlehnung an Paulus sind Charismen Begabungen, die als Beauftragungen verstanden werden müssen.
 

Podiumsdiskussion zum "diakonos"


Das anschließende Podiumsgespräch moderierte Prof. Dr. Richard Hartmann, Professor für Pastoraltheologie in Fulda. Er brachte die Frage nach dem Verhältnis von Dienst, Amt und Macht und daraus entstehende Spannungsfelder in das Gespräch ein. Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück) als einer der Podiumsteilnehmer betonte, dass das Amt in der Kirche nicht ohne die anderen Charismen möglich ist. „Der Stab des Bischofs ist immer mit einem Stab von Menschen verbunden.“

Die Semantik des „diakonos“- Begriffes ist ein weites Feld im Neuen Testament. Das zeigte Dr. Anni Hentschel, Direktorin des Rudolf-Alexander-Schröder-Hauses in Würzburg, auf und erläuterte einzelne Bedeutungen näher.

Thomas Söding erinnerte daran, dass Diakone in der frühen Kirche ein starkes Amt innehatten, das mit einer privilegierten Position verbunden war. In dieser Position waren sie für Menschen da, die eine Chance haben sollten, in Kontakt mit Jesus Christus zu kommen. Magdalena Görtler

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