Welche Bildung wollen wir?

Dr. h.c. Annette Schavan und Prof. Dr. Klaus Zierer diskutierten darüber, wie Bildung aussehen soll. Die Journalistin Vera Cornette vom Bayerischen Rundfunkt moderierte.

Gespräch zwischen Annette Schavan und Klaus Zierer

Die frühere Bundesbildungsministerin Dr. h.c. Annette Schavan sowie der Erziehungswissenschaftler und Pädagogikprofessor Klaus Zierer von der Universität Augsburg sehen in einer vernünftigen Digitalisierung des Klassenzimmers eine vordingliche Aufgabe der schulischen Bildungspolitik. Bei der Veranstaltung "Welche Bildung wollen wir" am 22. Mai 2019 in der Katholischen Akademie in Bayern machten aber beide klar, dass es nicht ausreiche, einfach nur High-Tech-Geräte in die Schulen zu bringen. Mindestens genauso wichtig sei eine entsprechende Schulung des Lehrpersonals.

In dem von der BR-Journalistin Vera Cornette moderierten Gespräch im Salon von Schloss Suresnes sprachen sich die Politikerin und der Bildungsforscher auch nachdrücklich dafür aus, die Lehrpläne an den Gymnasien komplett zu überarbeiten. Und das betreffe sowohl die Curricula von acht-, wie die von neunjährigen Gymnasien. "Heute ist Anderes gefragt als vor 40 Jahren", so ihre übereinstimmende Meinung.

 

Nicht nur Gymnasium

 

Die Bildungspolitik, so eine weitere Mahnung des Duos, dürfe auch nicht nur auf das Gymnasium schauen. Dieser "Akademisierungswahn" sei eine unkluge Engführung, die so weit gehe, dass Haupt-, Mittel,- und Realschulen regelrecht abqualifiziert würden. Die nicht-gymnasialen Schularten hätten eine eigenständige Daseinsberechtiung und dürften nicht als kürzeres Gymnasium gesehen werden. Im Gegenteil müssten sie sich inhaltlich deutlich davon absetzen, so zum Beispiel durch mehr Praxisanteile in den Lehrplänen.

Mehr