Völkermord in Deutsch-Südwestafrika

Professor Jürgen Zimmer (re.) und Studienleiter Stephan Höpfinger.

Historische Ereignisse und aktuelle Debatten

Rund 130 Teilnehmer kamen am 2. Mai 2019 zum Vortrag von Jürgen Zimmerer über eines der schlimmsten Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte. Unter dem Titel "Der Völkermord ind Deutsch-Südwestafrika hielt Prof. Dr. Jürgen Zimmerer, Professor für Globalgeschichte mit dem Schwerpunkt Afrika an der Universität Hamburg, einen detaillierten Vortrag über die Kolonialisierung Südwestafrikas durch das Deutsche Reich von 1884-1915. Er schilderte insbesondere das grausame Vorgehen gegen die einheimische Bevölkerung der Herero und Nama.

Die Zuhörer wurden merklich betroffen vor allem vom geschilderten Zynismus, den die deutschen Befehlshaber, wie General Lothar von Trotha, zur Rechtfertigung ihres brutalen Vorgehens an den Tag gelegt haben. Der Referent zog Verbindungslinien bis in die Gegenwart und beklagte, dass die deutsche Bundesregierung sich bisher zu keiner offiziellen Entschuldigung durchringen konnte und bei den Gesprächen mit namibischen Regierungsvertretern einen rein juristischen Standpunkt einnimmt, der zu keiner Lösung der verfahrenen Situation führen kann. Die Diskussion war ausgesprochen lebhaft, es meldeten sich zahlreiche Teilnehmer qualifiziert zu Wort; vor allem kam immer wieder die Frage auf, ob es sich bei dem Vorgehen in den Jahren 1904 bis 1908 um „Völkermord“ gehandelt hat. Der Referent bejaht dies mit Verweis auf den Vernichtungswillen und die entsprechenden Maßnahmen auf deutscher Seite.

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