Unterirdische Energiespeicher

Der Sozialethiker Markus Vogt (li.) moderierte das Gespräch mit dem Geowissenschaftler Sebastian Bauer.

Einsatzmöglichkeiten bei der Energiewende

Der Übergang von fossilen und nuklearen Energiequellen zu erneuerbaren Energiequellen im Rahmen der deutschen „Energiewende“ erfordert einen starken Ausbau von Wind- und Solarkraftwerken, sowie von Solarthermieanlagen, geothermischen Quellen und alternativen Wärmequellen. Aufgrund zeitlicher Diskrepanzen der Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen und des Energiebedarfs sowohl für Strom wie auch Wärme werden große Energiespeicher für Speicherzeiten von Stunden bis Monaten benötigt, so die Kernaussagen des Geowissenschaftlers Prof. Dr. Sebastian Bauer bei seinem Referat in der Reihe "Wissenschaft für jedermann" am 20. Februar 2019 im Deutschen Museum vor rund 250 Zuhörern.
 

Unterirdische geologische Energiespeicher können hier einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten, da diese in ihrer Größe und Speicherdauer flexibel ausgerichtet werden können und die benötigten großen Kapazitäten bereitstellen können. Sowohl für den Stromsektor, in Form von Gasspeichern für synthetisches Methan oder Wasserstoff oder von Druckluftspeicherkraftwerken, als auch im Wärmesektor, in Form von Aquiferwärmespeichern oder Erdwärmesondenspeichern, stehen Speichertechnologien bereit, führte Sebastian Bauer weiter aus. Voraussetzung für den Einsatz sind dabei u. a. eine Kenntnis des Energiesystems, um die notwendige Kapazität und die erforderliche Leistung der Energiespeicher bestimmen zu können, als auch die Kenntnis des geologischen Untergrunds und dessen Eigenschaften, um die konkreten Einsatzmöglichkeiten beurteilen zu können.

Insbesondere saisonale Wärmespeicher im urbanen Untergrund können einen wesentlichen Beitrag leisten, erneuerbare Wärmequellen sowie alternative Wärmequellen wie Abwärme oder Wärme aus Kühlung zu nutzen und so Kohle und andere fossile Energieträger bei der Wärmeerzeugung zu ersetzen, resümierte der Geowissenschaftler.

Prof. Dr. Markus Vogt, Sozialethiker an der Katholisch-Theologischen Fakultät der LMU in München, hatte in die Veranstaltung eingeführt und die große Bedeutung von umweltschonenden Technologien unterstrichen.

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