Papst Franziskus. Ein Mann seines Wortes

Der Alter in der Jugendkirche ist multifunktional.

Film und Gespräch mit P. Prof. Dr. Godehard Brüntrup SJ

Die Jugendkirche München auf dem Gelände der Katholischen Stiftungshochschule (KSH) in der Preysingstraße mitten in Haidhausen wartet mit einer Besonderheit auf: eine hinter dem Altar aufragende aufklappbare Wand, die in geschlossenem Zustand ein Kreuz zeigt und geöffnet zu einer weißen bespielbaren Leinwand wird. Grund genug, dort einen Film zu zeigen, der seit seinem Erscheinen 2018 für Aufsehen gesorgt hat, und das nicht nur bei KatholikInnen: „Papst Franziskus. Ein Mann seines Wortes“ von Wim Wenders.

 

Bei der Kooperation der „Young Professionals“ mit der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) der KSH München am Mittwoch, dem 16. Januar 2019, wurde zunächst der Film gezeigt, bei dem es dem Regisseur mit einer speziellen Technik gelingt, dass Papst Franziskus sozusagen durch die Kamera hindurch jede und jeden persönlich anschaut und anspricht, und das zu aktuellen, drängenden und zeitlosen Fragen und Problemen: die Option für die Armen, Migration und Flucht, Umweltzerstörung oder Naturkatastrophen. Der Papst spricht die „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ ebenso an wie eine zunehmend fehlende Bereitschaft, einander mehr zuzuhören, oder richtet Appelle an junge Eltern, Zeit mit ihren Kindern zu vertrödeln statt immer alles einer Nutzen-Kosten-Rechnung zu unterwerfen. Dabei findet er bei seinen Begegnungen für jeden Menschen in seiner jeweiligen Situation das passende Wort oder das passende Schweigen.

Nach dem Film stand P. Prof. Dr. Godehard Brüntrup, Inhaber des Erich-Lejeune-Stiftungslehrstuhls für Philosophie und Motivation an der Hochschule für Philosophie der Jesuiten München und zugleich Vizepräsident der Hochschule, für Rückfragen zur Verfügung. Als Ordensbruder des Papstes kennt er dessen jesuitischen Hintergrund und ignatianische Prägung, konnte aber auch über seine argentinische Abstammung Auskunft geben. Auf die Frage, woher der Mut und die Furchtlosigkeit des Papstes stamme, meinte Pater Brüntrup, dass sich Franziskus sein Studium als Türsteher eines Clubs in Buenos Aires verdient habe und ihn daher so schnell nichts mehr aus der Bahn werfen könne.

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