Kardinal Wetter Preis an der Universität Passau

Preisträgerin Zsofia Schnelbach

„Die Wüstenzeit ist vorbei – der Einzug ins gelobte Land steht bevor!“ Mit diesen Worten leitete Professorin Sandra Huebenthal, Sprecherin des Departments für Katholische Theologie an der Universität Passau, die diesjährige Verleihung des Kardinal-Wetter-Preises im Senatssaal des Nikolaklosters in Passau ein. Vor knapp 100 Besuchern sprach Sie unter anderem über die strapaziöse Entwicklung der hiesigen Universität, die mit der Verleihung des – so Huebenthal weiter – „wichtigsten theologischen Nachwuchspreises in Bayern“ endlich angemessen zur Darstellung komme. (Siehe auch das Presseecho)

Der Preis wurde am Abend des 22. Novembers 2018 an Dr. des. Zsofia Schnelbach verliehen, die für ihre Dissertation mit dem Titel „Mein Kind ist den Weg schon gegangen – Bewältigung von stiller Geburt“ ausgezeichnet wurde. Ihre Arbeit im neubegründeten Studienfach „Caritaswissenschaft und werteorientiertes Management“ spürt der zentralen Frage nach, wie Eltern den Verlust ihres Kindes im Mutterleib – die Medizin spricht vom intrauterinen Tod – bewältigen: Was erleben Eltern, wenn ihnen ein Arzt sagt, dass ihr Kind tot ist? Wie geht es ihnen kurz nach der Geburt und nach dem endgültigen Abschiednehmen von ihrem Kind? Wie gestaltet sich ihr Elternsein?

Zsofia Schnelbach habe mit ihrer Ausarbeitung – so Professor Peter Fonk in seiner Laudatio auf die Preisträgerin – „einen wichtigen und innovativen Forschungsbeitrag“ geleistet, indem sie nicht nur substanziell zur Weiterentwicklung des theologischen Denkens beigetragen habe, sondern weit mehr einem zentralen Anliegen der Pastoralkonstitution des 2. Vatikanischen Konzils gerecht geworden sei. Dort heiße es nämlich, wie Professor Fonk eindringlich betonte, dass es „Aufgabe der Kirche sei, Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute zu teilen.“ Diesem Anspruch werde die Verfasserin in außerordentlicher Weise gerecht und mache dadurch deutlich, was das Studium der Caritaswissenschaft an theologischer Kernkompetenz vermitteln wolle: Ein „Können an der Grenze des Nichtkönnens, ein Mitsein an der Grenze des Fernbleibens, ein Verstehen an der Grenze des Unverständlichen, ein Mitgehen an der Grenze der undurchdringlichen Geschiedenheit.“

Der verliehene Preis trägt den Namen des Kardinals Friedrich Wetter, der von 1982 bis 2008 als Erzbischof von München und Freising zugleich Protektor der Katholischen Akademie Bayern war, die den Preis gestiftet hat. Der Kardinal Wetter Preis wird alljährlich für theologische Dissertations- oder Habilitationsschriften verliehen. Die Vergabe der mit 1.500 Euro dotierten Auszeichnung erfolgt nach enger Absprache zwischen der Akademie und den insgesamt sieben katholisch-theologischen Fakultäten beziehungsweise Instituten aller bayerischen Universitäten im Wechsel.

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