Das Evangelium ist kein Buch!

Clara-Elisabeth Vasseur und Weihbischof Dr. Johannes Bündgens waren die Referenten des Tages.

Lernen mit Leib und Seele in den Fußstapfen von Marcel Jousse SJ

Die Veranstaltung am 1. Dezember 2018 mit Clara-Elisabeth Vasseur und Weihbischof Dr. Johannes Bündgens aus Aachen beschäftigte sich mit dem französischen Anthropologen, Ethnologen, Theologen und Ordensmann Marcel Jousse SJ (1886-1961). Die Erörterung der Unterschiede zwischen schriftlicher und mündlicher Überlieferung bildete einen Schwerpunkt an diesem Samstag, an dem rund 150 Teilnehmer in die Akademie gekommen waren.

 

Die Beschäftigung mit P. Marcel Jousse SJ, der im deutschen Sprachraum weit weniger bekannt ist als etwa im französischen, hilft beim umfassenden Verstehen der Evangelien. Bei der Veranstaltung in der Akademie am Vorabend des 1. Advents standen drei Themenkomplexe im Vordergrund, die auch im Denken und Forschen von Marcel Jousse eine zentrale Rolle spielten. Zum einen ging es um die mündliche Überlieferung der Evangelientexte vor ihrer schriftlichen Fixierung und die Frage, wie hinter die schriftlichen Evangelientexte zu kommen ist. Zum anderen wurden die Unterschiede zwischen einer Kultur, in der die mündliche Überlieferung vorherrschend ist, einer oralen Kultur also, und einer Kultur, die vom Schreibstil geprägt ist, thematisiert; dabei wurde aufgezeigt, dass in der oralen Kultur Gestik, Mimik, Rhythmus von Sprache, insgesamt die Einbezogenheit des Körpers in die Weitergabe von Texten vorherrschend sind. Und schließlich wurde thematisiert, welche Zugänge für das bessere Verständnis von Bibeltexten die Rückbesinnung auf die leibliche Dimension des geistlichen Lebens eröffnen kann.

In einer der kommenden Ausgaben unserer Zeitschrift "zur debatte" lassen sich die beiden Vorträge nachlesen.

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