Kritische Zeitgenossenschaft

Liebhaber der Weisheit und des Denkens in der Katholischen Akademie

Der Staatsrechtler Ernst-Wolfgang Böckenförde und der Philosoph Robert Spaemann sind leidenschaftliche Denker und zugleich überzeugte katholische Christen; sie beziehen fundierte Positionen in philosophischen Diskursen und zu zentralen Streitfragen in Staat, Gesellschaft und Kirche. Durch ihr geistiges Profil finden sie weithin Aufmerksamkeit und Gehör.
Vor kurzem nun haben beide Gelehrte, die auf ein breit gefächertes, umfangreiches Œuvre verweisen können, autobiographische Gespräche veröffentlicht. Diese stellen bemerkenswerte existenzielle Selbstzeugnisse dar. Werden dabei doch Grunderfahrungen deutlich, die prägend waren für die Ausrichtung ihres Denkens, für die Einstellung zum Leben, den Blick auf Religion, Glauben und Kirche sowie auf das Verständnis von Staat und Politik. 

Der Philosoph Robert Spaemann und der Schriftsteller Martin Walser zählen beide zum Geburtsjahrgang 1927. Sie prägen das geistige Leben der Bundesrepublik seit Jahrzehnten. Beide haben mit markanten Äußerungen zu gesellschaftlichen und politischen Themen immer wieder Aufsehen erregt, vom Streit über die atomare Bewaffnung der Bundeswehr über den Vietnamkrieg bis zur Schwangerenkonfliktberatung. Spaemann und Walser gehören beide der katholischen Kirche an. Wie gehen der Philosoph und der Schriftsteller mit dem Thema Religion um; wie verliefen ihre Biografien, die zugleich ein Stück kulturelle und intellektuelle Zeitgeschichte widerspiegeln?

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