Historische Tage 1517

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Titel:

„1517“ – Was sonst noch geschah

Untertitel:

Streifzüge durch das frühe 16. Jahrhundert

Text:

Das frühe 16. Jahrhundert ist weit über das Reformationsgeschehen hinaus eine Zeit der Umbrüche und der Neuorientierung – eine sehr spannende Epoche der europäischen Geschichte. In unseren Historischen Tagen 2017, die vom 1. bis zum 4. März 2017 stattfanden, kamen Fachleute zusammen, die die Entwicklungen in der Geistes- und Wissenschaftsgeschichte in den Blick nahmen, wie auch die spezielle Situation in vielen europäischen Ländern beleuchteten. Mit der Expansion Europas in die Neue Welt und der Machtentfaltung der Osmanen fand auch die außereuropäische Geschichte Niederschlag im Programm.

Der erste Teil unserer Schmuckbilder findet sich im „Theuerdank“. Dieses gedruckte Buch erschien im Jahr 1517 im damals noch nicht von der Reformation berührten Augsburg und gehört zu den prachtvollsten Werken der frühen Buchdruckkunst. Das Buch erzählt in 117 Kapiteln – geschmückt mit 118 Holzschnitten – die Geschichte der gefahrvollen Brautfahrt des hochberühmten Helden und Ritters Theuerdank – den es gar nicht gab. Denn in Wirklichkeit ist Initiator und mit Hilfe von Ghostwritern Autor des Werks Kaiser Maximilian I., der mit dem „Theuerdank“ eine literarische und visuelle Selbstdarstellung bezweckte und auch erreichte.

Das Breviarium Grimiani, entstanden im frühen 15. Jahrhundert wohl in Flandern und benannt nach Kardinal Domenico Grimani, einem der ersten Besitzer dieses kostbaren Werks, ist die zweite Quelle von Illustrationen im Sonderheft. Das wohl nicht für den täglichen Gebrauch sondern als Schmuckausgabe gedachte Brevier enthält 50 ganzseitige Miniaturen, von denen wir einige zeigen, die auf den ersten Seiten der Handschrift die Monate des Jahres symbolisch darstellt. Auf dieser Titelseite finden Sie den Januar.

Wieder aus Augsburg stammen die „Monatsbilder“ von Jörg Breu d. Ä, unserer dritten Bildquelle. Im Auftrag der Patrizierfamilie Hoechstetter fertigte Jörg Breu Scheibenrisse für Glasbilder, welche später als Vorlage für die meisten Motive der prächtigen Bilder dienten. Diese auf Leinwand gemalten großformatigen Gemälde befinden sich heute im Deutschen Historischen Museum in Berlin.

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