Respekt?! Was die Schule zur Gesellschaft beitragen kann

Heinz Bude

Wenn man von Pöbeleien an U-Bahnhöfen hört oder Hasstiraden in den sozialen Netzwerken liest, kann sich schon das Gefühl einstellen, dass es um die alte Tugend des Respekts voreinander schlecht bestellt ist. Doch kann man Respekt lernen? Neben der Familie spielt sicher auch die Schule eine zentrale Rolle, darum hat die Schulpastoral des Münchner Erzbistums den Respekt heuer zu ihrem Schwerpunkt erklärt. Zu diesem spannenden Thema, das nicht nur Schüler, Lehrer und Eltern bewegt oder bewegen sollte, haben wir den Soziologen Heinz Bude aus Kassel eingeladen, bekannt für scharfsinnige Analysen und rhetorische Brillanz. Sein Vortrag soll im Gespräch mit engagierten Praktikern vertieft werden.

Professor Bude hat einmal die von Werner Heisenberg und anderen tradierte Formel aufgegriffen, dass Bildung das sei, „was übrig bleibt, wenn in Vergessenheit geraten ist, was man gelernt hat“, und fragt deshalb nach der Person, die da lernt, um am Ende Bildung zu haben. Seine These: „Bildung ist Selbstbildung, die es einem ermöglicht, sich selbst in der Welt zu verstehen und einen Punkt für die eigene Wirkmächtigkeit zu finden. Die entscheidende Frage lautet dann, was die Schule angesichts der großen Heterogenität der Herkunftsvoraussetzungen unter den Heranwachsenden dazu beitragen kann.“ Und welche Rolle, weitergefragt, dabei die Grundhaltung des Respekts spielt.

Zurück