Luther - katholisch?!

Augustinus Sander OSB

„Luther hat bekanntlich keine neue Kirche gewollt. Er hat die Kirche reformieren wollen. Ja – er war ein Reformkatholik“. So urteilt der emeritierte Bischof von Erfurt, Dr. Joachim Wanke, über den Wittenberger Reformator. Reformkatholisch meint hier: Katholizität und Reform bilden keine Antithese, sondern eine durchaus „spannende“ Synthese. Vom Ansatz einer bewusst innerkatholischen Verortung der Wittenberger Reformanliegen begibt sich der Abendvortrag darum anhand ausgewählter Beispiele auf eine reformkatholische Spurensuche in Leben und Werk Martin Luthers. Von Interesse ist dabei nicht nur die Frage: „Was sagt Luther?“ Vielmehr geht es um ein tieferes Anliegen, nämlich: „Woher hat Luther das, was er sagt?“ Damit liegt der Akzent sehr klar auf der katholischen Ursprungsgeschichte der Wittenberger Reformanliegen. Die ebenso wichtige Frage „Was wurde aus dem, was Luther gesagt hat?“ kann lediglich angedeutet werden, weil „die“ Wirkungsgeschichte der Wittenberger Reformen nur in durchaus unterschiedlichen konfessionellen Rezeptionsgeschichten erkennbar ist. Ob die Positionen Luthers in jedem Fall systemsprengend waren, also unweigerlich zum Bruch mit der katholischen Kirche führen mussten – darin liegt nach wie vor die bleibende ökumenische Herausforderung. Es referiert P. Dr. Augustinus Sander OSB, Novizenmeister in der Benediktinerabtei Maria Laach.

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