Medien und Publikationen der Katholischen Akademie in Bayern

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Literaturradio

zur debatte

zur debatte 1/2017
Mittags im Schloss - Franz Maget
Erfahrungen aus Tunesien Der frühere SPD-Politiker berichtete über seine Tätigkeit an der deutschen Botschaft in Tunis: Islam, Migration, Entwicklung und die Situation der Christen waren Thema Franz Maget, Florian Schuller 1/2017

Referent bei der ersten Veranstaltung der neuen Reihe „Mittags im Schloss“ in der Katholischen Akademie Bayern war am 18. November 2016 der SPD-Politiker Franz Maget, der – nach einer langen Karriere in der bayerischen Landespolitik – seit Anfang des Jahres als Sozialreferent in der Deutschen Botschaft in Tunis arbeitet. Franz Maget berichtete bei seinem Gespräch mit Akademiedirektor Dr. Florian Schuller ungemein lebendig und anschaulich über seine Tätigkeit an der Botschaft und die politische und soziale Situation in Tunesien. Fast 70 Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung, Justiz, Wissenschaft, Wirtschaft und Kirche waren ins Schloss Suresnes gekommen und nutzten die Gelegenheit auch für intensive Gespräche untereinander.

Außenpolitik Entwicklungsländer Islam Islamismus Islamischer Staat (IS) Mittags im Schloss Arabien Tunesien
zur debatte 1/2017
Wir haben die Verantwortung, uns zu engagieren
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen Die CDU-Politikerin legt dar, warum Deutschland eine größere Verantwortung in der Welt übernehmen muss und was sich dafür in Politik und Gesellschaft ändern muss. Ursula von der Leyen 1/2017

Bundesverteidigungsministerin Dr. Ursula von der Leyen war am 28. Oktober 2016 im Rahmen der „Schwabinger Vorträge“ zu Gast bei der Katholischen Akademie Bayern und dem Rotary-Club München-Schwabing. Die CDU-Politikerin, die auch stellvertretende Bundesvorsitzende ihrer Partei ist, hat das Amt der Verteidigungsministerin seit Ende 2013 inne - als erste Frau. Das Referat der Verteidigungsministerin vor rund 300 Gästen – Mitglieder vieler Rotary-Clubs und der Gremien der Katholischen Akademie Bayern – hatte den Titel „Wir haben die Verantwortung, uns zu engagieren.“

Außenpolitik der Westen Islamischer Staat (IS) Militär Vereinte Nationen
zur debatte 7/2018
Exkursion nach Irland
Reise des Vereins der Freunde und Gönner Eindrücke aus erster Hand über Politik und Religion, Kultur und Gesellschaft erhielten die Teilenehmer der Reise im Mai 2018. Astrid Schilling, Salvador Michael Ryan 7/2018

Am Pfingstsonntag, dem 20. Mai 2018, machte sich eine Gruppe von 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf den Weg von München in die irische Hauptstadt Dublin, um dort sechs Tage lang nicht nur auf Sightseeing-Tour zu gehen, sondern vor allem, um mit Verantwortlichen vor Ort die kirchliche, politische und soziale Lage in Irland zu diskutieren. Die Besichtigung der Sehenswürdigkeiten war vom Bayerischen Pilgerbüro in Zusammenarbeit mit der irischen Agentur Abbey Tours organisiert, die Termine mit den Gesprächspartnern waren von der Katholischen Akademie koordiniert worden.

Christentum Exkursion Kirche Sakralbauten
zur debatte 7/2018
Hans Pleschinski
Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding Nach 26 Veranstaltungen im Haus verabschiedet sich Albert von Schirnding und wird verabschiedet - auf Latein Albert von Schirnding 7/2018

Die 26. und gleichzeitig letzte Veranstaltung in unserer Reihe „Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding“ fand am 10. September 2018 statt. Eingeladen war Hans Pleschinski: Erzähler, Essayist, Übersetzer und Herausgeber. Herausragend sind unter anderem seine beiden Romanbiografien über Thomas Mann und Gerhard Hauptmann. In seiner gewohnt gekonnten Einleitung, die Sie abgedruckt im Anschluss finden, ging Albert von Schirnding auf Werk und Leben Pleschinskis ein. Bei seinem letzten Abend in der Akademie stand Albert von Schirnding aber auch selbst einmal im Mittelpunkt. Akademiedirektor Dr. Florian Schuller würdigte den Literaten und Menschen Albert von Schirnding mit einer Laudatio und – wie es einem Altphilologen wie Albert von Schirnding gebührt – trug der Direktor die Laudatio auf Latein vor. Lesen Sie diese und die deutsche Übersetzung ebenfalls auf den folgenden Seiten.

Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding Literatur Prosa Hans Pleschinski
zur debatte 7/2018
Geburt als Appell
Eine Ethik der Beziehung von Eltern und Kind Öffentlicher Vortrag und Fachtagung in Kooperation mit der Hochschule für Philosophie München Claudia Wiesemann 7/2018

Die Frage nach dem „guten Leben“ zählt zum Kernbestand jeder philosophischen Ethik. Die Frage nach dessen Voraussetzungen aber, nämlich die Frage nach dem Gelingen des menschlichen Lebensanfanges, wird in der Gegenwart noch kaum gestellt. Eine willkommene Gelegenheit also für die Katholische Akademie Bayern, sich im Rahmen der Fachtagung „Zeitgenössische Theorien über gelingende Geburt in der Diskussion“ auf dieses spannende Themenfeld vorzuwagen. So fand am 10. Juli 2018 in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Philosophie ein öffentlicher Abendvortrag mit dem Titel „Geburt als Appell. Eine Ethik der Beziehung von Eltern und Kind“ statt, worin die Medizinethikerin und Referentin des Abends, Prof. Dr. Claudia Wiese, alle Eltern dazu aufforderte, der radikalen Fremdbestimmung und Abhängigkeit kindlicher Existenz mit umfassender Zuwendung zu begegnen.

Ethik Gesundheit Medizin Menschenwürde
zur debatte 7/2018
Stringtheorie
Die Suche nach der Weltformel Wie verhält sich der Urknall zum Multiversum oder läßt sich die Welt einheitlich beschreiben, wenn man Elementarteilchen erforscht? Dieter Lüst 7/2018

Die neuen Stringtheorien über die Entstehung von Raum und Zeit erläuterte Professor Dieter Lüst, Direktor des Max-Planck-Instituts für Physik, rund 140 Interessierten. Er war am 3. Juli 2018 zur Veranstaltung „Stringtheorie und die Suche nach der Weltformel“ in die Katholische Akademie Bayern gekommen. Dabei ging Dieter Lüst unter anderem der Frage nach, ob sich das Verhalten aller Dinge einheitlich beschreiben lässt? Mit anderen Worten: gibt es eine Weltformel?

Astrophysik Elementarteilchen Multiversum Universum
zur debatte 5/2018
Kraft Körper Form
Vernisage zur Ausstellung mit Werken von Alf Lechner Die Werke des großen Bildhauers kehrten zurück zu seinen Wurzeln in der Mandlstraße Florian Schuller,Simone Schimpf 5/2018

Alf Lechner kehrt an seine Wurzeln zurück. Die erste Ausstellung mit Werken des Bildhauers nach seinem Tod 2017 außerhalb des Lechner Museums und Skulpturenparks wird zurzeit in der Katholischen Akademie Bayern gezeigt. „Kraft Körper Form – Zeichnungen, Collagen und Skulpturen“ ist der Titel der Werkschau, die bis zum 9. September in der Katholischen Akademie Bayern, Mandlstraße 23, in München-Schwabing zu sehen ist. Dr. Simone Schimpf, Direktorin des Museums für Konkrete Kunst in Ingolstadt, führte bei der Vernissage am 8. Mai 2018 in das Werk Alf Lechners und konkret in die Werke ein, die in der Ausstellung zu sehen sind. Die Kunstexpertin verwies vor allem auf die Zusammenhänge zwischen den umfangreichen graphischen Werken und den massiven Stahl-Skulpturen hin, in denen es Lechner gelingt, die Urform des Quadrats und Würfels wiederzuentdecken und in einem neuen Zusammenhang darzustellen.

Ausstellung Bildende Kunst Vernissage
zur debatte 5/2018
Vom Pflegefall zum gepflegten Menschen
SZ-Gesundheitsforum Pflegebedürftigkeit, Versorgung, Angehörige, Unterstützung, Beratung und Würde: um all das ging es bei der Tagung Anita Hausen, Helma Kriegisch, Cornelia Krüger, Brigitte Bührlen, Marianne Habersetzer 5/2018

Knapp 2,9 Millionen Deutsche waren laut Statistischem Bundesamt Ende 2015 pflegebedürftig. Das ist eine enorme Anzahl an Menschen, von denen fast drei Viertel zu Hause gepflegt wurden. In den Pflegeheimen belief sich die Zahl der Bundesbürger zeitgleich auf 783.000. Angesichts dieser beträchtlichen Zahlen stellte das diesjährige SZ-Gesundheitsforum in Kooperation mit der Katholischen Akademie Bayern die Pflegebedürftigen selbst und ihre Angehörigen in den Mittelpunkt. Am 8. November 2017 ging es unter anderem um neue Versorgungsformen, die Pflegeberatung und die seelsorgliche Begleitung von Pflegebedürftigen. Auf den folgenden Seiten dokumentieren wir die Vorträge unserer Referentinnen.

Gesundheit Pflege SZ-Gesundheitsforum Medizin
zur debatte 7/2018
Innovation auf dem Acker
Wie Digitalisierung Ressourcen spart acatech am Dienstag - Dialog zwischen Technik und Sozialethik Markus Vogt 7/2018

Biotechnologien und digitale Anwendungen können dazu beitragen, dass die Landwirtschaft wirtschaftlich effizienter und ökologisch nachhaltiger wird. Darin stimmten Markus Gandorfer (Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft), Anton Huber (Bayerischer Bauernverband), Volker Sieber (TU München, Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit) und Markus Vogt (LMU München) bei acatech am Dienstag am 5. Juni 2018 überein. Zugleich bescheinigten sie bei der Kooperationsveranstaltung zwischen acatech, der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften, und der Katholischen Akademie Bayern mit dem Titel „Innovation auf dem Acker“ am Münchner Karolinenplatz den Landwirtinnen und Landwirten in Deutschland eine hohe Innovationsfähigkeit und ein großes Interesse an technologischen Entwicklungen.

Wir dokumentieren im Anschluss das einführende Referat von Professor Markus Vogt, Vorsitzender des Hochschulkreises der Katholischen Akademie Bayern, in dem er die ethischen Grundlinien der Problemstellung darstellt.

acatech Agrarwirtschaft Boden Digitalisierung Laudato Si Nachhaltigkeit Ökologie Umweltschutz
zur debatte 6/2018
Wachsen an Verwundungen
Interdisziplinäres zu Resilienz Theologie, Ehtik und Medizin zu einem wissenschaftlichen Zukunftsprojekt Martin Schneider, Oliver Tüscher 6/2018

Am 2. Dezember 2017 waren 110 Interessierte der Einladung der Katholischen Akademie Bayern zur Veranstaltung „Wachsen an Verwundungen“ gefolgt. Der Studienvormittag befasste sich mit einem Konzept, das in den letzten Jahren vermehrt in den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen genutzt wird: Resilienz, die Widerstandsfähigkeit angesichts von Veränderungen und Krisen. Dr. Martin Schneider, dessen Referat Sie im Anschluss als erstes finden, nahm neben der Resilienz besonders Verwundbarkeit und Sicherheit in den Blick: Er stellte dar, was Theologie und Ethik zum Resilienzdiskurs beitragen können und betonte, dass Resilienz eben nicht Unverwundbarkeit, sondern Widerstandsfähigkeit bedeutet.

Resilienz Sicherheit Spiritualität Theologie Verwundungen Vulnerabilität Ethik Medizin
zur debatte 7/2018
Insekten sterben - Faktor Mensch
Der Sturzflug der Schmetterlinge Massensterben ist eine Gefahr für die Biodiversität. Andreas Segerer, Gerhard Haszprunar 7/2018

In den letzten 27 Jahren hat sich in Deutschland die Zahl der Insekten um geschätzte 76 Prozent verringert – ein Massensterben unbekannten Ausmaßes, das mittlerweile nicht mehr bloß die Fachwelt in Aufruhr versetzt. Doch wie ist dieser Befund angemessen zu bewerten? Mit welchen Risiken, Gefahren und Chancen haben auch die Menschen hier zu rechnen? Diesen und weiteren Fragen ging die Katholische Akademie Bayern am 23. April 2018 nach und ließ im Rahmen einer Abendveranstaltung zwei ausgewiesene Experten zu Wort kommen.

Agrarwirtschaft Boden Gentechnik Klima Ökosystem Umweltschutz
zur debatte 7/2018
Sand - wie Sand am Meer?
Ein wichtiger Rohstoff wird knapp Reihe "Wissenschaft für jedermann". Der Umgang mit Sand ist eine Bewährungsprobe für die Ressourcengerechtigkeit Klaus Schwarzer, Markus Vogt 7/2018

Sand – einer der wichtigsten Rohstoffe für Technik und Industrie – entsteht durch natürliche Prozesse über einen Zeitraum vom zehntausenden von Jahren. Zurzeit wird Sand aber in so rasant wachsenden Mengen abgebaut und verbraucht, oft auch noch auf umweltzerstörende Weise, dass vor akuter Sandknappheit gewarnt wird. In der Reihe „Wissenschaft für jedermann“ lud die Katholische Akademie Bayern in Kooperation mit dem Deutschen Museum einen ausgewiesenen Experten auf dem Gebiet ein. Neben den geologischen Entstehungsprozessen, erläuterte der Geologe Dr. Klaus Schwarzer in der Veranstaltung „Sand – wie Sand am Meer?“ am 15. November 2017 auch die Abbaumethoden und deren gravierende ökologische und soziale Folgen. Eine sozialethische Einordnung durch Professor Markus Vogt ergänzt die Dokumentation.

Nachhaltigkeit Ökosystem Schöpfung Umweltschutz Wissenschaft für jedermann
zur debatte Sonderheft zu 6/2018
Weimarer Köpfe
Persönlichkeiten und Profile in der ersten deutschen Demokratie Hjalmar Schacht, Gustav Stresemann, Max Planck, Albert Einstein und Berthold Brecht sind nur einige der Menschen, die in diesem Heft vorgestellt werden. Sonderheft zu 6/2018

Im November 1918 und damit vor fast genau 100 Jahren wurde die deutsche Republik ausgerufen - gewissermaßen die Geburtsstunde der demokratischen Ordnung, wie wir sie heute in Deutschland kennen und schätzen. Dieses Jubiläum nahm die Katholische Akademie Bayern zum Anlass, im Frühjahr im Rahmen ihrer Historischen Tage 2018 zurückzublicken und die gesellschaftspolitischen Höhen und Tiefen der Weimarer Republik neu zu vermessen. Unter dem Titel „Weimarer Köpfe. Persönlichkeiten und Profile in der ersten deutschen Demokratie“ waren vom 14. bis zum 17. Februar ausgewählte Experten eingeladen, um am Beispiel von Akteuren in unterschiedlichen Bereichen des öffentlichen Lebens Aufstieg und Leistungen, Belastungen und Grenzen der jungen Demokratie zu veranschaulichten.

Begegnen Sie in diesem Sonderheft zur debatte 6-2018, in dem Sie die überarbeiteten Referate wiederfinden, Politikern, die die junge Republik schützen wollten, ihren Gegenspielern, Literaten und Wissenschaftlern, Künstlern und Männern der Wirtschaft.

zur debatte 5/2018
Mensch und Liturgie
Romano Guardinis Impulse - heutige Herausforderungen Die Experten beantworten die Frage, was uns Romano Guardinis Gedankenaktuell in der Kirche hefen können Stefan K. Langenbahn, Gunda Brüske, Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, Thomas Buchheim, Alexander Zerfaß 5/2018

Vor genau 100 Jahren – also gegen Ende des ersten Weltkrieges – unternahm Guardini mit seiner Programmschrift Vom Geist der Liturgie den Versuch, dem von politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen bedrohten Menschen neue Orientierung zu stiften. Vor diesem Hintergrund sah sich die Katholische Akademie Bayern am Freitag, den 2. März 2018, veranlasst, die Problemstellungen unserer Gegenwart in das Koordinatensystem der Guardinischen Denkens einzuzeichnen: „Mensch“ und „Liturgie“. So war es den geladenen Experten nicht nur ein Anliegen, ein zeitgemäßes Verständnis dieser beiden Pole herauszuarbeiten, sondern davon ausgehend auch die Frage zu stellen, ob der moderne Mensch überhaupt noch liturgiefähig sei.

Kirche Liturgie Theologie Romano Guardini
zur debatte 5/2018
Immuntherapie von Tumoren
5. Deutsch-Französische Medizin-Debatte Europäische Spitzenforschung zu Gast in der Akademie Meinhard Rust, Stefan Endres, Marion Subkleve 5/2018

Dem innovativen und bahnbrechenden Thema der Krebsimmuntherapie widmete sich am 30. Mai 2017 die 5. Deutsch-Französische Medizindebatte in der Katholischen Akademie Bayern, die mit dem Gesundheitsforum der Süddeutschen Zeitung, den beiden großen Münchner Universitäten, dem Institut Français und dem Bayerisch-Französischen Hochschulzentrum veranstaltet wurde. Drei renommierte Forscher und Ärzte aus Deutschland und Frankreich stellten den knapp 250 Teilnehmern dieses neue Forschungsgebiet in klar strukturierten Übersichtsvorträgen dar.

Medizin Biotechnologie Frankreich Gentechnik Gesundheit Krebs SZ-Gesundheitsforum
zur debatte 6/2018
Prälat Peter Klasvogt
Bayerischer Priestertag 2018 Spannende Ansätze, wie die Kirche die Menschen wieder erreichen kann, stellte der Autor vor, der Akademiedirektor in Schwerte und Dortmund. Peter Klasvogt 6/2018

Zum Bayerischen Priestertag am 5. März 2018 hatte die Katholische Akademie Bayern Prälat Dr. Peter Klasvogt, Direktor des Sozialinstituts Kommende Dortmund und der Katholischen Akademie Schwerte, eingeladen. In seinen Vorträgen, die der Autor überarbeitet und zu einem Text zusammengefasst hat, legte Prälat Klasvogt nicht nur eine ungeschönte Analyse der Postmoderne vor, sondern stellte darüber hinaus auch sein Verständnis zeitgemäßer Pastoral zur Diskussion: eine Seelsorge des Dienens und Bedienens nach gastronomischem Vorbild.

zur debatte 6/2018
Hanns Zischler
Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding Ein (fast) Alleskönner war an diesem Abend in der Katholischen Akademie Albert von Schirnding 6/2018

Er zählt mit über 200 Film- und Fernsehrollen zu den national wie international renommiertesten Filmschauspielern: Hanns Zischler. Doch der „ewige Dilettant“, wie er sich selbst einmal nannte, wirkt darüber hinaus als Regisseur, Dramaturg und auch als Literat und erhielt unter anderem den Friedrich-Baur Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, den Heinrich Mann-Preis und den Preis der Literaturhäuser. Im Rahmen der Reihe „Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding“ war Hanns Zischler am 25. Juni 2018 zu Lesung und Gespräch in der Akademie – nicht zuletzt in der Absicht, allen rund 100 Interessierten einen Eindruck vom Denken und Fühlen dieses Grenzgängers zwischen Film und Literatur zu ermöglichen.

zur debatte 6/2018
Faust vor Goethe
Sommernacht der Künste Kunst und Faust passen gut zusammen 6/2018

Bei der Sommernacht der Künste am 29. Juni 2018 ging es in der Katholischen Akademie Bayern noch einmal um den Faust. In der Veranstaltung „Faust vor Goethe“ stand unter anderem der Urfaust im Zentrum. Natürlich darf da ein Faust-Puppenspiel nicht fehlen – wahrscheinlich die ursprünglichste Form des Stoffes in der deutschen Literaturgeschichte. Aufbauend auf Karl Simrock, dem Ulmer Puppenspiel und Goethes Urfaust brachte „Kasperls Spuikastl“ ein Puppentheater für Erwachsene auf die Bühne. Traudl und Peter Schröder entwickelten zusätzliche Ideen und Sequenzen, die auch aktuelle Geschehen thematisierten. Zusätzlich wurden den rund 200 Gästen eine szenische Präsentation für Streichquartett und Sprechquartett. Unter dem Titel „Vorfaust. Aus dem Vorleben einer Ausnahmegestalt“ spielten das Leopold Mozart Quartett und Studierende des Lehrstuhls für Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters der Universität Augsburg unter Leitung von Dr. Klaus Vogelgsang.

Faust
zur debatte 6/2018
Eine Wette zu dritt?
Gott - Mensch - Teufel Ähnliches und Unterschiedliches bei Goethe und in der Bibel kristallisierte sich bei dieser Veranstaltung im Rahmen des Faus!-Festivals heraus. Matthias Mayer, Ludger Schwienhorst-Schönberger 6/2018

Beim großen Münchner Faustfestival 2018 beteiligt sich die Katholische Akademie Bayern insgesamt mit drei Veranstaltungen. Neben der Frage nach dem Teufel in der ersten Faust-Veranstaltung wagte die Akademie im Rahmen der Abendveranstaltung „Eine Wette zu dritt?“ einen Vergleich zwischen Goethe und der Bibel. Bei Goethes Faust spielt ja die Wette – zwischen Gott und dem teuflischen Mephisto – eine zentrale Rolle. Diese Idee Goethes lehnt sich offensichtlich ans Alte Testament an, wo Hijob das Opfer einer Wette zwischen Gott und dem Teufel war. Literaturexperten betrachteten zuerst, was eine Wette eigentlich ausmacht. Der Theologe verglich die Wetten und stellte zwei wichtige Unterschiede fest: Hijob wird durch schreckliches Leid geprüft, Faust durch Mephisto hingegen mit der Aussicht auf Erfolg und Ruhm verführt. Und: Hijob kommt schließlich zu Gott, während Fausts Ende ungewiss bleibt.

Faust
zur debatte 6/2018
Mephisto theologisch
Gibt es den Teufel wirklich? Das Podiumsgespräch im Rahmen des Faust!-Festivals München lockte 300 Besucher Wolfgang Augustyn, Florian Schuller, Thomas Ruster, Thomas Ruster 6/2018

Goethes Faust kennt – wie jedes menschliche Leben – viele Facetten: sei es die Beschwingtheit der Jugend, die Wirkmacht der Liebe oder die Reife des Alters. Komisch nur, dass immer derselbe seine Finger mit im Spiel solchen Lebens hat: Mephistopheles, die Verkörperung des Bösen und damit Sinnbild für alles Schlechte in unserer Geschichte. Doch gibt es ihn wirklich, den Teufel? Oder muss es auch hier heißen: „Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis“? Die Katholische Akademie Bayern nahm sich am 26. Februar 2018 dieser gewaltigen Frage an und bat anlässlich des Münchener Faustfestivals zum klärenden Gespräch. „Mephisto Theologisch. Gibt es den Teufel wirklich?“ lautete der Titel der Veranstaltung und nahm vor 300 Besuchern den Teufel gleich aus mehreren Perspektiven ins Visier: der Kunstgeschichte, der Psychologie, der Religionswissenschaft und natürlich auch der Theologie.

Faust
zur debatte 6/2018
Young Professionals
Ein Bericht über das Jahr 2018 Dr. Astrid Schilling lässt die Akademiearbeit für die Young Professionals Revue passieren Astrid Schilling 6/2018

Die Themen gingen von Filmgesprächen, über die Vorstellung von Sozialprojekten und einen konsumkritischen Spaziergang bis zum "Parteiencheck" in Augsburg.

zur debatte 6/2018
Im Herzen barfuß
Zur Lyrik von Reiner Kunze Auf sehr persönliche und dennoch sehr fundierte Weise nähert sich Erich Garhammer der Lyrik Kunzes an Erich Garhammer 6/2018

In Zeiten von kühler Erfolgsrhetorik und rohem Finanzjargon scheint es kaum mehr Platz zu geben für die Schönheit des spielenden Ausdrucks: die Lyrik. Es muss also die Frage erlaubt sein: Gehören Dichtung und Gesang endgültig der Vergangenheit an? Die Antwort der Katholischen Akademie Bayern lautet: keineswegs! So war am 18. April 2018 der Würzburger Pastoraltheologe Prof. Dr. Erich Garhammer zu Gast im Hotel Bischofshof am Regensburger Dom, um im Rahmen des Regensburger Hochschulkreises über die Aktualität moderner Lyrik zu diskutieren. „Im Herzen barfuß. Zur Lyrik von Reiner Kunze“ stand dabei auf dem Programm und war nicht bloß ein eindrucksvolles Zeugnis zeitgenössischer Sprachkunst, sondern begeisterte vor allem durch den einmaligen Versuch, sich gleichfalls mit Worten dem Wesen der Lyrik Reiner Kunzes zu näheren: Einfachheit – Wahrheit – Liebe – Himmel.

zur debatte 6/2018
Philosophischer Meisterkurs 2018
Ist Sokrates schuldig? Prof. Dr. Katja Maria Vogt aus New York war der Gast des diesjährigen Philosophischen Meisterkurses. Katja Maria Vogt 6/2018

Sokrates spielt eine entscheidende Rolle in der abendländischen Philosophiegeschichte – in erster Linie durch sein Leben und Wirken, aber auch durch seine Verurteilung zum Tode in Athen. Doch wurde Sokrates zu recht verurteilt? Dieser Frage ging die Katholische Akademie Bayern in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Philosophie München im Rahmen ihres Philosophischen Meisterkurses nach, der am 26. und 27. Juni 2018 bereits zum fünften Mal für ausgewählte Studierende angeboten wurde. Zu Gast war diesmal Katja Maria Vogt, Professorin an der Columbia-Universität in New York. Titel Ihres öffentlichen Vortrags: „Ist Sokrates schuldig?

zur debatte 6/2018
DOK.fest 2018
Zwei Filme in der Akademie "System Error" und "Elternschule" Astrid Schilling 6/2018

Bereits das zehnte Mal kooperierte die Katholische Akademie Bayern mit dem DOK.festival. Ein ausführlicher Bericht von Astrid Schilling erzählt von der Jubiläumskooperation.

zur debatte 6/2018
Tradition suchen oder Tradition schaffen?
Bundeswehr und militärische Erinnerungskultur im 21. Jahrhundert In Kooperation mit der katholischen Militärseelsorge: Akademiegespräch mit Offizieren und Offiziersanwärtern der Bundeswehr Hermann Rumschöttel 6/2018

Rund 300 Offiziere und Offiziersanwärter waren am 13. März 2018 der Einladung zum 100. Akademiegespräch gefolgt. Die Veranstaltungsreihe, gemeinsam getragen von der Katholischen Militärseelsorge und der Katholischen Akademie, bietet seit den Soldaten aus süddeutschen Bundeswehrstandorten seit den 60er Jahren zwei Mal jährlich interessante Vorträge und Diskussion. Prof. Dr. Hermann Rumschöttel, Honorarprofessor an der Neubiberger Bundeswehr-Universität, sprach auf der Jubiläumsveranstaltung zum Thema „Tradition“.

19. Jahrhundert Akademiegespräch Grundgesetz Militärseelsorge Nationalismus Preußen Reichswehr Zweiter Weltkrieg
zur debatte 6/2018
Romano Guardini Preis an Ottmar Edenhofer
Direktor des Potsdam-Instituts Wichtigste Auszeichnung der Katholischen Akademie Bayern geht 2018 an Klimafolgenforscher Ottmar Edenhofer, Florian Schuller, Marcel Huber, Patricia Espinosa Cantellano, Reinhard Marx 6/2018

Der Potsdamer Klimaforscher Ottmar Edenhofer (56) hat den Romano-Guardini-Preis der Katholischen Akademie Bayern erhalten. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde dem Wirtschaftswissenschaftler am 4. Juli 2018 bei einem Festakt mit mehr als 200 Gästen verliehen. Der Preis würdigt Professor Edenhofers Verdienste als Politikberater, öffentlicher Mahner und Mitarbeiter im Weltklimarat. Umweltschützer und Industrielle schätzten ihn gleichermaßen, begründete Akademiedirektor Dr. Florian Schuller die Auszeichnung. Der Preis ist nach dem Religionsphilosophen und Theologen Romano Guardini (1885 - 1968) benannt. Sie finden im Folgenden die Reden des Festaktes und Fotos zur Veranstaltung.

Espinosa Cantellano, Patricia Klima Laudato Si Potsdam-Institut Umweltschutz Vereinte Nationen Zukunft
zur debatte 5/2018
Wider das sinnlose Schlachten
zur debatte 5/2018 Die Friedensinitiative Benedikts XV. und der Münchner Nuntius Eugenio Pacelli Herbert Wolf und Sascha Hinkel 5/2018

Ein hochkarätiges Expertengespräch zu einer wichtigen, aber nicht sehr bekannten Episode im Ersten Weltkrieg fand am 12. September 2017 in der Katholischen Akademie Bayern statt. „Wider das sinnlose Schlachten. Die Friedensinitiative Papst Benedikts XV. im Jahr 1917 und der Münchner Nuntius Eugenio Pacelli“ hieß der Titel der Veranstaltung. Benedikt XV., im Herbst 1914, in den ersten Tagen des Krieges, erst zum Papst gewählt, versuchte 1917 die kriegführenden Länder an den Verhandlungstisch zu bringen, um Frieden zu ermöglichen. Zwar scheiterte das Projekt an den nationalistischen Positionen der jeweiligen Regierungen, doch entfaltete die Initiative eine bedeutende Wirkungsgeschichte. Es diskutierten am Abend der Münsteraner Kirchenhistoriker und Theologe Prof. Dr. Hubert Wolf und der Historiker Dr. Sascha Hinkel, Koordinator des DFG-Projekts „Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte von Eugenio Pacelli", ebenfalls aus Münster.

zur debatte 5/2018
Kann Europa sich behaupten?
zur debatte 5/2018 Peer Steinbrück bei den Schwabinger Vorträgen Peer Steinbrück 5/2018

In Kooperation mit dem Rotary Club München-Schwabing lud die Katholische Akademie Bayern den früheren Bundesfinanzminister, ehemaligen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen und Kanzlerkandidaten der SPD zu den Schwabinger Vorträgen ein. Die Veranstaltung am 15. März 2018 – es war der 15. Schwabinger Vortrag in Kooperation mit Rotary – hatte den Titel „Kann Europa sich behaupten?“

zur debatte 4/2018
Christentum und Säkularität
Impulse aus der Theologie Eugen Bisers Religion und Recht, Provokationen der Freiheit, Christentum und säkulare Welt sind die Themen der Veranstaltung Paul Kirchhof, Gunther Wenz, Martin Thurner 4/2018

Der 100. Geburtstag des Theologen Eugen Biser (gest. 2014) war für die Katholische Akademie Bayern eine willkommene Gelegenheit, einmal darüber nachzudenken, worüber Eugen Biser selbst immer wieder nachdachte: die Gegenwart. So bat die Katholische Akademie in Zusammenarbeit mit der Eugen-Biser-Stiftung am 2. Februar 2018 Kenner seiner Person und seiner wissenschaftlichen Arbeiten zu einem abendlichen Symposium mit 300 Teilnehmern. Pointierte Darstellungen der Theologie Eugen Bisers und eine Diskussion, inwiefern seine Gedanken dazu beitragen können, dem Christentum für die Moderne Bedeutung zu verleihen.

Kirche Staat Säkularität Biser, Eugen
zur debatte 4/2018
Christlich motiviert?
Die Geschichte der Weißen Rose Kontroverse Deutungen von den Anfängen bis zur Gegenwart präsentiert Prof. Dr. Michael Kißener, Historiker aus Mainz. Michael Kißener 4/2018

Eine große Zahl an Fachleuten war am Abend des 21. März 2018 in die Katholische Akademie Bayern gekommen, um sich über die Widerstandsgruppe der "Weißen Rose" zu informieren und engagiert mitzudiskutieren. Der Referent des Abends, der Mainzer Historiker Prof. Dr. Michael Kißener, zeichnete anhand der Publizistik rund um die "Weiße Rose" deren gesellschaftliche Wahrnehmung von 1945 bis heute nach. Als Fazit hielt Michael Kißener dabei fest, dass die „Weiße Rose“ im kulturellen Gedächtnis der Deutschen verankert ist, dass sie zu einem „Erinnerungsort“ geworden ist.

Weiße Rose Widerstand Glaube Nationalsozialismus
zur debatte 4/2018
Von der Macht des Heiligen
Ein Gegenentwurf zu Max Webers Entzauberungsthese Prophetie und Prognose: Wie reden wir über die Zukunft? Hans Joas 4/2018

„Entzauberung“ gilt in der Moderne als ein schier alternativloser Schlüsselbegriff. Meist beruft man sich dabei auf Max Webers Generalthese von der Rationalisierung aller Lebensbereiche. Aber langsam scheint sich eine alternative Sichtweise zu etablieren, die mit dem Namen Hans Joas und seinem Buch „Die Macht des Heiligen“ verbunden ist. Am 30. Januar 2018 war Prof. Dr. Hans Joas zu Gast in der Katholischen Akademie Bayern, um vor rund 200 Zuhörern diesen Gegenentwurf zu Max Webers Entzauberungsthese vorzustellen. Für die Publikation in unserer Zeitschrift griff Hans Joas auf einen kürzeren Text zurück, das Manuskript einer Rede beim Wichern-Empfang 2018 der Diakonie Deutschland.

Weber, Max Soziologie Säkularität
zur debatte 4/2018
Menschenrechte - Erosion einer Idee?
Philosophische Tage 2017 Sechs Spezialisten analysieren die Idee der Menschenrechte und schauen sich soziale Menschenrechte, Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit im Besonderen an. Eva Weber Guskar, Peter Koller, Ingrid Bausch-Gall, Arnd Pollmann, Marianne Heimbach-Steins und Alexander Filipovic 4/2018

Die Menschenrechte sind weltweit unter Druck – Verletzungen elementarer Rechte sind in vielen Ländern an der Tagesordnung. Selbst in Europa schwindet der Konsens darüber, dass es solche unveräußerlichen Rechte gibt. Diese nicht sehr hoffungsvolle Situation war der Grund dafür „Menschenrechte“ als Thema der Philosophischen Tage vom 5. bis zum 7. Oktober 2017 zu wählen und dabei die Idee der Menschenrechte philosophisch zu beleuchten, sie aber auch aus anderen wissenschaftlichen und praktischen Perspektiven anzuschauen. Sechs Referate, Arbeitskreise und eine Exkursion in das NS-Dokumentationszentrum standen auf dem Programm.

Menschenrechte Menschenwürde Religionsfreiheit Meinungsfreiheit Fake News Amnesty Armut
zur debatte 4/2018
Kurdenkriege
Konflikte um ein Volk ohne Land Vortrag von Dr. Rainer Hermann und Gespräch zwischen dem FAZ-Redakteur und General a. D. Klaus Naumann. Rainer Hermann und Klaus Naumann 4/2018

Es ist der Bürgerkrieg in Syrien, in dessen Kontext die kurdische Volksgruppe vor allem im Fadenkreuz steht. Doch Kurden leben nicht nur in Syrien, sondern auch in der Türkei, im Irak und Iran und scheinen im Krisenherd Mittlerer Osten zum Spielball örtlicher Warlords geworden zu sein. Bei der Abendveranstaltung „Kurdenkriege. Konflikte um ein Volk ohne Land“ am 10. April 2015 stellte die Katholische Akademie Bayern die Konflikte, denen sich die Kurden aktuell konfrontiert sehen, in den Mittelpunkt. Es referierte der Islamwissenschaftler und FAZ-Journalist Rainer Hermann, der im Anschluss an seinen Vortrag mit General a. D. Klaus Naumann diskutierte. Im Folgenden dokumentieren wir den Vortrag von Rainer Hermann und das überarbeitete Gespräch.

Krieg Islam Kurden Kurdistan Naher Osten Islamismus Iran Israel Erdogan, Recep Tayyip Türkei Außenpolitik
zur debatte 1/2018
Estaciones del Dolor
Werke von Lilian Moreno Sanchez Vernissage mit einem Vortrag von Professor Thomas Raff 1/2018

Die moderne Kunst eröffnete den Zyklus der Veranstaltungen der Katholischen Akademie Bayern im Jahr 2018. Am Abend des 16. Januars fand die Vernissage zur Ausstellung "Estaciones Del Dolor" der chilenischen Künstlerin Lilian Moreno Sanchez statt. Prof. Dr. Thomas Raff, Professor em. für Kunstgeschichte und Mitglied im Kunstausschuss der Katholischen Akademie, führte vor gut 80 Zuhörern in die Ausstellung und in das Werk der südamerikanischen Künstlerin ein. Zu sehen in der Ausstellung sind u.a. im Vortragssaal passend zur anstehenden Fastenzeit ein Kreuzwegzyklus mit dem Titel „Lema“, nach den Worten Jesu am Kreuz: „Eli, Eli, lema sabachtani“ (Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen).

Ausstellung Moderne Kunst Vernissage Passion
zur debatte 1/2018
Von Meister Eckhart bis Martin Luther
Berührungen, Vermittlungen, Kontraste Professor Freimut Löser berichtet von der Tagung der Meister-Eckhart-Gesellschaft 2017. 1/2018

Rund 120 internationale Fachleute haben sich am Wochenende vom 10. bis 12. März 2017 zur Jahrestagung der Meister-Eckhart-Gesellschaft in der Katholischen Akademie Bayern getroffen. Die Fachleute trafen sich bereits das fünfte Mal in unserem Haus. Die diesjährige Tagung, unter dem Titel „Von Meister Eckhart bis Martin Luther“ wieder in Kooperation der Gesellschaft und der Akademie durchgeführt, analysierte Berührungen, Vermittlungen und Kontraste. Dabei ging es nicht in erster Linie um direkte Berührungspunkte oder Gemeinsamkeiten der beiden Theologen, sondern um Entwicklungen, von denen Berührungspunkte oder Kontraste Zeugnis geben. Zusätzlich zu den rund einem Dutzend Fachvorträge und Diskussionsrunden fand sich für die Teilnehmer auch viel Zeit, für Gespräche und Austausch. Prof. Dr. Freimut Löser, Professor für Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters an der Universität Augsburg, ist Präsident der Meister-Eckhart-Gesellschaft, leitete die Tagung und fasste für die Dokumentation in unserer Zeitschrift die Inhalte der Referate zusammen.

Meister Eckhart Luther, Martin Reformation Ökumene
zur debatte 1/2018
Bis an die Grenzen der Erde
Aufbruch des Katholizismus in die Welt Mission und kirchliche Entwicklung im Zeitalter der Reformation in drei ausgewählten Ländern: Brasilien, Mexiko, Philippinen. 1/2018

Um ein Erinnern ging es bei der Veranstaltung „Bis an die Grenzen der Erde“: Der Aufbruch des Katholizismus in fremde Erdteile begann ja interessanterweise genau im 16. Jahrhundert, dem Zeitalter der Reformation, während dem der katholische Glaube in Europa zurückgedrängt wurde. Zum einen wurde bei der Veranstaltung am 17. November 2017 betont, dass die katholische Mission Hand in Hand mit der Kolonialisierung durch katholische Reiche ging. Aber der Referent, der Kirchenhistoriker Johannes Meier, zeigte auch, dass sich die Mission nicht einfach den politischen und ökonomischen Interessen der Kolonialmächte unterwarf, sondern gerade Ordensleute immer wieder die Interessen der Kolonisierten verteidigten.

1517 16. Jahrhundert Inkulturation Mexiko Philippinen Mission Reformation
zur debatte 1/2018
Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt
Exkursion zur Ausstellung nach Mannheim Professor Klaus Herbers beschreibt gelungene und misslungene Integrationsprozesse der mittelalterlichen Papstgeschichte. 1/2018

Mitglieder des Vereins der Freunde und Gönner der Katholischen Akademie Bayern unternahmen am 24. Juni 2017 eine Exkursion nach Mannheim. 30 Teilnehmer besuchten in den dortigen Reis-Engelhorn-Museen die Ausstellung „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt“. Vor den Führungen durch die eindrucksvolle Schau gab der Mittelalter-Historiker Professor Klaus Herbers in seinem Referat mit dem Titel „Einheit oder Vielfalt? Gelungene und misslungene Integrationsprozesse der mittelalterlichen Papstgeschichte“ einen intensiven Überblick eine rund 1000-jährige, für die Geschichte Europas wichtige Entwicklung.

Europa Kirche Papsttum Reformation Mittelalter
zur debatte 1/2018
Plötzlicher Tod
Wenn das Sterben überraschend kommt SZ-Gesundheitsforum am 8. November 2016 Oliver Peschel 1/2018

In Zusammenarbeit mit dem SZ-Gesundheitsforum widmete sich die Katholische Akademie Bayern am Abend des 8. November 2016 dem ernsten Thema „Plötzlicher Tod“. Der Rechtsmediziner Professor Oliver Peschel, Dr. Stephan Prückner, Direktor der Notfallmedizin am Klinikum der LMU, und Dr. Andreas Müller-Cyran, Leiter der Notfallseelsorge in der Erzdiözese München und Freising, waren die geladenen Experten. Die Moderation des Abends hatte Dr. Monika Dorfmüller, die stellvertretende Vorsitzende des SZ-Gesundheitsforums. Mehr als 180 Gäste kamen als Zuhörer und Mitdiskutanten. Lesen Sie im Anschluss die überarbeiteten Referate.

Gesundheit SZ-Gesundheitsforum Medizin Seelsorge
zur debatte 2/2018
Menschenbilder der Reformation
Tagung in Coburg mit der Katholischen Erwachsenenbildung Kunstwerke spielten in den theologischen und politischen Auseinandersetzungen im 15. Jahrhundert eine entscheidende Rolle. Wolfgang Augustyn 2/2018

Als Teil der Reihe „Gedenkjahr 2017“ hatte die Akademie am 7. und 8. Juli 2017 nach Coburg geladen, um bei der Veranstaltung „Menschenbild(er) der Reformationszeit“ Kunstwerke in den Mittelpunkt zu stellen. Denn in den damaligen theologischen und politischen Auseinandersetzungen spielten Bilder eine entscheidende Rolle.

1517 Coburg Erzdiözese Bamberg KEB Reformation Luther, Martin
zur debatte 2/2018
Schöpfung
Biblische Tage 2017 Die Biblischen Tage brachten ausgewiesene Experten aus den Bereichen der Biblischen Exegese, Naturphilosophie und Umweltethik miteinander ins Gespräch. Hans-Georg Gradl, Thomas Hieke, Ludger Schwienhorst-Schönberger, Ulrich Lüke, Ute Neumann-Gorsolke, Georg Fischer, Norbert Clemens Baumgart, Markus Vogt 2/2018

Das Thema „Schöpfung“ erfreut sich heute großer Aktualität: So wird gegenwärtig nicht nur lebhaft darüber diskutiert, wie ein nachhaltiger und damit bewusster Lebensstil auszusehen hat, sondern auch der Versuch unternommen, das individuelle Sein des Menschen in der Welt mit den Ergebnissen von Naturwissenschaft und Forschung in Einklang zu bringen. Sie finden im ersten Teil dieser Ausgabe 2/2018 unserer Zeitschrift „zur debatte“ die überarbeiteten Referate der Biblischen Tage dokumentiert.

Biblische Tage Gradl, Hans-Georg Laudato Si Schöpfung
zur debatte 3/2018
Kardinal Wetter Preis
Auszeichnung von Veronika Weidner Andreas Wollbold, Bernd Huber, Armin Kreiner, Florian Schuller, Veronika Weidner 3/2018

Die Münchner Theologin Veronika Weidner wurde am 22. November 2017 mit dem Kardinal Wetter Preis der Katholischen Akademie Bayern ausgezeichnet. Die Fundamentaltheologin der Ludwig-Maximilians-Universität erhielt den mit 1500 Euro dotierten Preis für ihre auf Englisch verfasste Dissertation mit dem Titel „The Riddle of Divine Hiddenness“. Darin setzte sie sich mit dem in der theologischen Forschung bisher kaum behandelten Thema auseinander, ob eine Verborgenheit Gottes, die viele Menschen beklagen, schon ein Beweis gegen Gottes Existenz sei.

Lesen Sie im angehängten pdf die Begrüßung durch den Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät, das Grußwort des Uni-Präsidenten, die Laudatio und ein Gespräch der Preisträgerin mit Akademiedirektor Dr. Florian Schuller.

Kardinal-Wetter-Preis Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) Theologie Wetter, Friedrich
zur debatte 3-2018
Was ist der "Westen"?
Auch eine Diskussion zum "Abendland" Akademiedirektor Dr. Florian Schuller im Gespräch mit Karlheinz Ruhstorfer, Riccardo Babaj und Axel Schildt. 3-2018

Der europäische Gedanke ist einer der Garanten für Frieden und Wohlstand in unserer Zeit – und droht genau dann in sein Gegenteil umzuschlagen, wenn er nicht mehr verstanden wird. „Pegida“ und „Brexit“ sind Folgen dieser Entwicklung. Sie stellen damit aber auch die Anknüpfungspunkte bereit, um im Rahmen der Veranstaltung „Was ist der ‚Westen‘? Auch eine Diskussion zum ‚Abendland‘“ darüber zu diskutieren, wie die Leitbegriffe unserer abendländischen Kultur genau zu verstehen sind. Die Katholische Akademie Bayern bat am 23. Oktober 2017 Fachleute zum Gespräch, um die Herausforderung für den „Westen“ gleich aus mehreren Perspektiven heraus zu thematisieren. Akademiedirektor Dr. Florian Schuller moderierte das Gespräch, das Sie im Anschluss abgedruckt finden.

der Westen Europa Gesellschaft Grundgesetz Menschenrechte Abendland
zur debatte 3-2018
Humboldt Revisited
Vortrag und Gespräch Klaus Zierer, Rainer Stadler und Ludger Wößmann 3-2018

Am 22. Juni 1767 und damit vor knapp 250 Jahren wurde einer der wichtigsten Universalgelehrten des deutschen Sprachraums geboren: Friedrich Wilhelm Freiherr von Humboldt. Grund genug also, dass die Katholische Akademie Bayern am 17. Mai 2017 unter dem Titel: „Humboldt Revisited. Perspektiven für Bildung heute“ die Frage stellt, ob auch die gegenwärtige Bildungsdebatte von diesem Denker profitieren kann. Zu diesem Zweck baten wir Klaus Zierer, Professor für Schulpädagogik an der Universität Augsburg, einschlägige Perspektiven und Fragestellungen des Humboldtschen Bildungsverständnisses zu präsentieren, um dann gemeinsam mit Rainer Stadler, Buchautor und Redakteur beim SZ-Magazin, und Ludger Wößmann, Professor für Volkswirtschaftslehre und Leiter des ifo Zentrums für Bildungsökonomik an der Ludwig-Maximilians-Universität München, über die Reichweite und Grenzen dieser Gedanken zu diskutieren.

Bildung Humboldt, Wilhelm von Stadler, Rainer Wößmann, Ludger Zierer, Klaus
zur debatte 3-2018
Akademiegespräch mit Bundeswehroffizieren
Herrschaft, Gewalt, Krieg. Rückfragen an Martin Luther Klaus Unterburger 3-2018

Als Ausklang des Reformations-Gedenkjahrs 2017 war auch bei unserem Akademiegespräch mit Bundeswehroffizieren Martin Luther das Thema. Der Regensburger Kirchenhistoriker Professor Klaus Unterburger befasste sich am 17. Oktober des vergangenen Jahres mit den Begriffen „Herrschaft, Gewalt und Krieg“ bei Luther. Gut 300 Offiziere und Offiziersanwärtern aus Bundeswehrstandorten in Süddeutschland, eingeladen von der Akademie und der katholischen Militärseelsorge, verfolgten das Referat sehr aufmerksam und diskutierten sehr lebhaft mit dem Historiker.

1517 Akademiegespräch Gewalt Luther, Martin Reformation
zur debatte
Christian Lehnert
Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding Mit Christian Lehnert war am 4. Dezember 2017 ein Dichter, Essayist und evangelischer Pfarrer zu Gast bei Albert von Schirnding.

Christian Lehnert, Geschäftsführer des Liturgiewissenschaftlichen Instituts der Universität Leipzig, ist für sein Werk vielfach ausgezeichnet und gerühmt für seine hochpoetische Bildsprache. Wie immer, führte Albert von Schirnding in Leben und Werk „seines“ Autors ein, Christian Lehnert trug aus seinen Werken vor und die beiden Literaten führten im Anschluss ein ebenso freundschaftliches wie hoch professionelles Gespräch.

Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding Literatur Lehnert, Christian
zur debatte 3-2018
Respekt?!
Heinz Bude zur Frage, was die Schule zur Gesellschaft beitragen kann. Heinz Bude 3-2018

Pöbeleien an Bahnhöfen, Hasstiraden im Internet oder Mobbing im Büro - unsere Erfahrungen des Alltags scheinen immer deutlicher die grundsätzliche Abwesenheit von Respekt zu bekunden. Genau diesen Befund nahm die Katholische Akademie Bayern zum Ausgangspunkt, um am 9. Oktober 2017 zum Vortrag von Prof. Dr. Heinz Bude einzuladen: „Respekt?! Was die Schule zur Gesellschaft beitragen kann.“ In Zusammenarbeit mit dem Katholischen Schulkommissariat in Bayern und dem Fachbereich Schulpersonal der Erzdiözese München und Freising wurde so zu erörtern versucht, wie das allgemeine Phänomen der Respektlosigkeit zu bewerten ist und dabei die Frage gestellt, ob Respekt einfach nur fehlt oder letztlich doch erlernt werden kann.

Bude, Heinz Sprache Verantwortung Bildung
zur debatte
Bischof am Kletterseil
Gregor Maria Hanke OSB im Gespräch mit Thomas Huber

Eine willkommene Herausforderung wartete am 10. Mai 2017 auf Profibergsteiger Thomas Huber: Die Katholische Akademie bat den berühmten Berchtesgadener zum Gespräch und widmete ihm gleich zwei Veranstaltungen. Zunächst stand um 16 Uhr im Rahmen unserer Reihe „Young Professionals“ ein Gespräch mit interessierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf dem Programm – die Gelegenheit also, einen exklusiven Einblick in die Höhen und Tiefen des professionellen Bergsteigerlebens zu erhalten.
Gegen Abend war zudem eine Begegnung auf Augenhöhe angesagt: Unsere Abendveranstaltung „Der Bischof am Kletterseil“ brachte um 19 Uhr den „Huberbuam“ mit dem passionierten Bergsteiger und Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke OSB ins Gespräch und versprach damit nicht nur zahlreiche Anekdoten aus der Welt des Klettersports, sondern überraschte auch mit tiefschürfenden Überlegungen zu den existenziellen Fragen des Lebens. Die Gesprächsführung hatte Dr. Florian Schuller.

Bistum Eichstätt Hanke, Gregor-Maria Huberbuam Bergsteigen
zur debatte 3-2018
Ökumenischer Preis 2017
Reinhard Kardinal Marx und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm 3-2018

Die Katholische Akademie Bayern verlieh am 18. Dezember 2017 ihren Ökumenischen Preis an Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, und Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising. In seiner Laudatio würdigte BR-Intendant Ulrich Wilhelm die beiden Bischöfe als „Glücksfall für das Miteinander der Kirchen“. Beide hätten eine neue Komponente in die Ökumene eingebracht, „die Ökumene der Freundschaft“. In einem Gespräch, das Sie neben Begrüßung und Laudatioim angehängten pdf finden, erläuterten die Preisträger, wie sie Ökumene verstehen.

Bedford-Strohm, Heinrich Marx, Reinhard Ökumenischer Preis Wilhelm, Ulrich Theologie
zur debatte 1-2018
Generalbundesanwalt Dr. Peter Frank
Mittags im Schloss - 17. November 2017 Der Leiter von Deutschlands oberster Anklagebehörde sprach im Schloss Suresnes. Peter Frank und Florian Schuller 1-2018

Zum dritten Mal lud die Katholischen Akademie Bayern zu „Mittags im Schloss“ ein. Am 17. November 2017 war Dr. Peter Frank, der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof, zu Gast im Schloss Suresnes. Er beantwortete im Gespräch mit Akademiedirektor Dr. Florian Schuller vor rund 100 hochrangigen Gästen aus Politik und Kirche, Justiz und Verwaltung, Wirtschaft und Kultur Fragen zu seiner Arbeit an der Spitze dieser für die Sicherheit des Landes so wichtigen Behörde.

Grundgesetz Islamischer Staat (IS) Menschenrechte Politik Schloss Suresnes Voßkuhle, Andreas
zur debatte Heft 01/2018
Vergessene katholische Wiederstandskämpfer in Bayern
14. November 2017 Vier exemplarische Lebensbeschreibungen: Karl von Guttenberg, Franz Sperr, Hans Wölfel und Walter Klingenbeck. Heft 01/2018

Der Widerstand gegen das NS-Regime wurde nach dem Krieg in Deutschland kaum beachtet, ja teilweise sogar bewusst tot geschwiegen oder sogar diffamiert. Erst Jahrzehnte später wurden und werden die Männer und Frauen, die ihr Leben im Kampf gegen das Terrorregime riskierten und oft verloren, öffentlich gewürdigt. Doch es bleiben noch viele dunkle Flecken, weil besonders christliche NS-Gegner weiter kaum oder gar keine öffentliche Beachtung finden. Dem wollte die Akademie-Tagung „Vergessene katholische Widerstandskämpfer in Bayern“ entgegenwirken, die am 14. November 2017 exemplarisch vier Menschen herausgriff, die ihrer christlichen Gewissenspflicht folgten und NS-Justizmorden zum Opfer fielen.

Märtyrer Meinungsfreiheit Nationalsozialismus Patriotismus Politik Widerstand Zweiter Weltkrieg
zur debatte Sonderheft zu 5/2017
Historische Tage 1517
Sonderheft zu 5/2017

Titel:

„1517“ – Was sonst noch geschah

Untertitel:

Streifzüge durch das frühe 16. Jahrhundert

Text:

Das frühe 16. Jahrhundert ist weit über das Reformationsgeschehen hinaus eine Zeit der Umbrüche und der Neuorientierung – eine sehr spannende Epoche der europäischen Geschichte. In unseren Historischen Tagen 2017, die vom 1. bis zum 4. März 2017 stattfanden, kamen Fachleute zusammen, die die Entwicklungen in der Geistes- und Wissenschaftsgeschichte in den Blick nahmen, wie auch die spezielle Situation in vielen europäischen Ländern beleuchteten. Mit der Expansion Europas in die Neue Welt und der Machtentfaltung der Osmanen fand auch die außereuropäische Geschichte Niederschlag im Programm.

Der erste Teil unserer Schmuckbilder findet sich im „Theuerdank“. Dieses gedruckte Buch erschien im Jahr 1517 im damals noch nicht von der Reformation berührten Augsburg und gehört zu den prachtvollsten Werken der frühen Buchdruckkunst. Das Buch erzählt in 117 Kapiteln – geschmückt mit 118 Holzschnitten – die Geschichte der gefahrvollen Brautfahrt des hochberühmten Helden und Ritters Theuerdank – den es gar nicht gab. Denn in Wirklichkeit ist Initiator und mit Hilfe von Ghostwritern Autor des Werks Kaiser Maximilian I., der mit dem „Theuerdank“ eine literarische und visuelle Selbstdarstellung bezweckte und auch erreichte.

Das Breviarium Grimiani, entstanden im frühen 15. Jahrhundert wohl in Flandern und benannt nach Kardinal Domenico Grimani, einem der ersten Besitzer dieses kostbaren Werks, ist die zweite Quelle von Illustrationen im Sonderheft. Das wohl nicht für den täglichen Gebrauch sondern als Schmuckausgabe gedachte Brevier enthält 50 ganzseitige Miniaturen, von denen wir einige zeigen, die auf den ersten Seiten der Handschrift die Monate des Jahres symbolisch darstellt. Auf dieser Titelseite finden Sie den Januar.

Wieder aus Augsburg stammen die „Monatsbilder“ von Jörg Breu d. Ä, unserer dritten Bildquelle. Im Auftrag der Patrizierfamilie Hoechstetter fertigte Jörg Breu Scheibenrisse für Glasbilder, welche später als Vorlage für die meisten Motive der prächtigen Bilder dienten. Diese auf Leinwand gemalten großformatigen Gemälde befinden sich heute im Deutschen Historischen Museum in Berlin.

zur debatte
Mossul - christliches Erbe
Heft 02/2017 Ausstellung in Zusammenarbeit mit den Dominikanern.

„Mossul. Christliches Erbe“ ist der Titel einer einzigartigen Foto-Ausstellung mit 45 großformatigen Bilden aus den Archiven der Dominikaner, die im März und April 2017 in der Katholischen Akademie zu sehen war. Bereits 1880 haben die Ordensmänner zu fotografieren begonnen und so eine uralte christliche Kultur dokumentiert, die nun weitgehend in Trümmern liegt. Die Katholische Akademie Bayern hat die Schau zusammen mit den französischen Dominikanern, dem Kirchenhistoriker Karl Pinggéra und dem Ausstellungsmacher Florian Raff erarbeitet. Lesen Sie im Anschluss das analysierende Referat des Kirchenhistorikers und den bewegenden Bericht von P. Najeeb Michaeel. Bilder der Ausstellung und Fotografien vom Abend ergänzen die Dokumentation.

Dominikaner Heimat Irak Islamischer Staat (IS) Menschenrechte Mossul Orientalische Kirchen Advent

Bücher Romano Guardini

Dantes Göttliche Komödie
32,80 €
Ihre philosophischen und religiösen Grundgedanken (1998) Romano Guardini Werke / G 39 aus dem Nachlass hg. von Hans Mercker 1998 3-7867-2129-7 Romano Guardini
Gebet und Wahrheit
17,50 €
Meditationen über das Vaterunser (1960) Romano Guardini Werke / G 08 Franz Henrich 1988 3-7867-1373-1 Romano Guardini
Religion und Offenbarung (1958)
17,50 €
Romano Guardini Werke / G 14 Franz Henrich 1990 3-7867-1501-7 Romano Guardini
In Spiegel und Gleichnis
17,50 €
Bilder und Gedanken (1932) Romano Guardini Werke / G 13 Franz Henrich 1990 3-7867-1481-9 Romano Guardini
Die Bekehrung des Aurelius Augustinus
19,50 €
Der innere Vorgang in seinen Bekenntnissen Romano Guardini Werke / G 12 Franz Henrich 1989 3-7867-1437-1 Romano Guardini
Religiöse Gestalten in Dostojewskijs Werk
19,50 €
Studien über den Glauben (1933) Romano Guardini Werke / G 11 Franz Henrich 1989 3-7867-1438-X Romano Guardini
Sorge um den Menschen, Band 2 (1966)
12,80 €
Romano Guardini Werke / G 10 Franz Henrich 1989 3-7867-1417-7 Romano Guardini
Sorge um den Menschen, Band 1 (1962)
19,50 €
Romano Guardini Werke / G 09 Franz Henrich 1988 3-7867-1374-X Romano Guardini
Welt und Person
17,50 €
Versuche zur christlichen Lehre vom Menschen (1939) Romano Guardini Werke / G 07 Franz Henrich 1988 3-7867-1354-5 Romano Guardini
Tugenden
25,00 €
Meditationen über Gestalten sittlichen Lebens (1963) Romano Guardini Werke / G 05 Franz Henrich 1987 3-7867-1309-X Romano Guardini
Der Tod des Sokrates
21,50 €
Eine Interpretation der platonischen Schriften Euthyphron, Apologie, Kriton und Phaidon (1943) Romano Guardini Werke / G 04 Franz Henrich 1987 3-7867-1287-5 Romano Guardini
Das Christusbild der paulinischen und johanneischen Schriften (1940)
19,50 €
Romano Guardini Werke / G 03 Franz Henrich 1987 3-7867-1288-3 Romano Guardini
Das Ende der Neuzeit. Ein Versuch zur Orientierung (1950)/Die Macht. Versuch einer Wegweisung (1951)
17,50 €
Romano Guardini Werke / G 01 Franz Henrich 1986 3-7867-1250-6 Romano Guardini
"Ich fühle, daß Großes im Kommen ist."
29,90 €
Romano Guardinis Briefe an Josef Weiger 1908-1962 Romano Guardini Werke / G 45 Franz Henrich und Florian Schuller 2008 978-3-7867-2732-3 Romano Guardini
Die religiöse Offenheit der Gegenwart
14,90 €
Gedanken zum geistigen und religiösen Zeitgeschehen (1934) Romano Guardini Werke / G 44 Franz Henrich und Florian Schuller 2008 978-7867-2733-0 Romano Guardini
Wurzeln eines großen Lebenswerks. Aufsätze und kleine Schriften, Band 4 (1950-1967)
28,00 €
Romano Guardini Werke / G 43 Franz Henrich 2003 3-7867-2441-5 Romano Guardini
Wurzeln eines großen Lebenswerks. Aufsätze und kleine Schriften, Band 3 (1930-1948)
32,80 €
Romano Guardini Werke / G 42 Franz Henrich 2002 3-7867-2371-0 Romano Guardini
Wurzeln eines großen Lebenswerks. Aufsätze und kleine Schriften, Band 2 (1921-1929)
32,80 €
Romano Guardini Werke / G 41 Franz Henrich 2001 3-7867-2309-5 Romano Guardini
Wurzeln eines großen Lebenswerks. Aufsätze und kleine Schriften, Band 1 (1911-1921)
32,80 €
Romano Guardini Werke / G 40 Franz Henrich 2000 3-7867-2274-9 Romano Guardini
Deutscher Psalter (1950)/Theologische Gebete (1948)
16,50 €
Romano Guardini Werke / G 38 Franz Henrich 1998 3-7867-2128-9 Romano Guardini
Predigten zum Kirchenjahr
27,80 €
Romano Guardini Werke / G 37 Werner Becker 1998 3-7867-2066-5 Romano Guardini
Vom Geist der Liturgie (1918)
14,90 €
Romano Guardini Werke / G 35 Franz Henrich 2007 978-3-7867-2684-5 Romano Guardini
Glaubenserkenntnis
18,50 €
Versuche zur Unterscheidung und Vertiefung (1944) Romano Guardini Werke / G 34 Franz Henrich 1997 3-7867-2024-X Romano Guardini
Der Herr
34,00 €
Betrachtungen über die Person und das Leben Jesu Christi (1937) Romano Guardini Werke / G 33 Franz Henrich 2007 978-3-7867-2661-6 Romano Guardini
Rainer Maria Rilkes Deutung des Daseins
32,00 €
Eine Interpretation der Duineser Elegien (1953) Romano Guardini Werke / G 32 Franz Henrich 1996 3-7867-1948-9 Romano Guardini
Hölderlin
32,80 €
Weltbild und Frömmigkeit (1939) Romano Guardini Werke / G 31 Franz Henrich 1996 3-7867-1949-7 Romano Guardini
Landschaft der Ewigkeit
21,50 €
Dantestudien. Band 2 (1958) Romano Guardini Werke / G 30 Franz Henrich 1996 3-7867-1902-0 Romano Guardini
Der Engel in Dantes Göttlicher Komödie
12,80 €
Dantestudien. Band 1 (1937) Romano Guardini Werke / G 29 Franz Henrich 1995 3-7867-1863-6 Romano Guardini
Stationen und Rückblicke (1965)/Berichte über mein Leben
24,50 €
enth. auch den Titel "Wahrheit des Denkens und Wahrheit des Tuns" Romano Guardini Werke / G 28 Franz Henrich 1995 3-7867-1862-8 Romano Guardini
Gläubiges Dasein. Drei Meditationen (1951)/Die Annahme seiner selbst (1960)
17,50 €
enthält auch "Den Menschen erkennt nur, wer von Gott weiß" (1952) und "Die Lebensalter" (1953) Romano Guardini Werke / G 22 Franz Henrich 1993 3-7867-1693-5 Romano Guardini
Liturgie und liturgische Bildung (1966)
17,50 €
Romano Guardini Werke / G 19 Franz Henrich 1992 3-7867-1615-3 Romano Guardini
Johanneische Botschaft (1962)/Jesus Christus. Geistliches Wort (1957)
17,50 €
Romano Guardini Werke / G 21 Franz Henrich 1992 3-7867-1656-0 Romano Guardini
Sprache - Dichtung - Deutung (1962)/Gegenwart und Geheimnis. Eine Auslegung von fünf Gedichten Eduard Mörikes (1957)
19,50 €
Romano Guardini Werke / G 20 Franz Henrich 1992 3-7867-1655-2 Romano Guardini
Christliches Bewußtsein
19,50 €
Versuche über Pascal (1935) Romano Guardini Werke / G 18 Franz Henrich 1991 3-7867-1580-7 Romano Guardini
Wille und Wahrheit
13,30 €
Geistliche Übungen (1933) Romano Guardini Werke / G 17 Franz Henrich 1991 3-7867-1581-5 Romano Guardini
Das Wesen des Christentums (1938)/Die menschliche Wirklichkeit des Herrn. Beiträge zu einer Psychologie Jesu (1958)
19,50 €
Beiträge zu einer Psychologie Jesu Romano Guardini Werke / G 16 Franz Henrich 1991 3-7867-1542-4 Romano Guardini
Vom Sinn der Kirche (1922)/Die Kirche des Herrn. Meditationen über Wesen und Auftrag der Kirche (1965)
17,50 €
Romano Guardini Werke / G 15 Franz Henrich 1990 3-7867-1500-9 Romano Guardini
Ethik
45,00 €
2 Bände. Vorlesungen an der Universität München (1950-1962) Romano Guardini Werke / G 23 aus dem Nachlass hg. von Hans Mercker 1993 3-7867-1721-4 Romano Guardini
Freiheit - Gnade - Schicksal
21,50 €
Drei Kapitel zur Deutung des Daseins (1948) Romano Guardini Werke / G 24 Franz Henrich 1994 3-7867-1743-5 Romano Guardini
Unterscheidung des Christlichen, Band 3: Gestalten (1923-1963)
18,50 €
Romano Guardini Werke / G 27 Franz Henrich 1995 3-7867-1812-1 Romano Guardini
Unterscheidung des Christlichen, Band 2: Aus dem Bereich der Theologie (1923-1963)
16,50 €
Romano Guardini Werke / G 26 Franz Henrich 1994 3-7687-1809-1 Romano Guardini
Unterscheidung des Christlichen, Band 1: Aus dem Bereich der Philosophie (1923-1963)
21,50 €
Romano Guardini Werke / G 25 Franz Henrich 1994 3-7867-1790-7 Romano Guardini
Der Gegensatz
19,50 €
Versuche zu einer Philosophie des Lebendig-Konkreten Romano Guardini Werke / G 36 Franz Henrich 1998 3-7867-2065-7 Romano Guardini
Über das Wesen des Kunstwerks
8,95 €
Topos plus Taschenbücher / 554 2005 3-7867-8554-6 Romano Guardini
Italienische Reisen
8,95 €
Meditationen zu Landschaften Topos plus Taschenbücher / 336 2000 3-7867-8336-5 Romano Guardini
Engel
8,95 €
Theologische Betrachtungen Topos plus Taschenbücher / 337 2008 978-3-8367-0337-6 Romano Guardini
Grundlegung der Bildungslehre
8,95 €
Versuch einer Bestimmung des Pädagogisch-Eigentlichen Topos plus Taschenbücher / 338 2000 3-7867-8338-1 Romano Guardini
Der Sonntag - gestern, heute und immer
8,95 €
Topos plus Taschenbücher / 364 2008 978-3-8367-0364-2 Romano Guardini
Von heiligen Zeichen
8,95 €
Topos plus Taschenbücher / 365 2008 9-783-8367-0365-6 Romano Guardini
Das Gebet des Herrn
8,95 €
Topos plus Taschenbücher / 366 2008 978-3-8367-0366-6 Romano Guardini
Der Kreuzweg unseres Herrn und Heilandes
8,95 €
Topos plus Taschenbücher / 386 2010 978-3-8367-0386-4 Romano Guardini
Die Lebensalter
8,95 €
Ihre ethische und pädagogische Bedeutung Topos plus Taschenbücher / 400 2008 978-3-8367-0400-9 Romano Guardini
Der Rosenkranz Unserer Lieben Frau
8,95 €
Topos plus Taschenbücher / 460 2009 978-3-8367-0460^-1 Romano Guardini
Die letzten Dinge
8,95 €
Die christliche Lehre vom Tode, der Läuterung nach dem Tode, Auferstehung, Gericht und Ewigkeit Topos plus Taschenbücher / 461 2008 978-3-8367-0461-8 Romano Guardini
Die Annahme seiner selbst / Den Menschen erkennt nur, wer von Gott weiß
8,95 €
Topos plus Taschenbücher / 490 2008 978-3-8367-0490-8 Romano Guardini
"Damit Europa werde..."
8,95 €
Wirklichkeit und Aufgabe eines zusammenwachsenden Kontinents Topos plus Taschenbücher / 505 2003 3-7867-8505-8 Romano Guardini
Vom Sinn der Schwermut
8,95 €
Topos plus Taschenbücher / 511 2008 978-3-8367-0511-0 Romano Guardini
Vom Leben des Glaubens
9,95 €
Topos plus Taschenbücher / 684

Vom Leben des Glaubens

2009 978-3-8367-0684-1 Romano Guardini
Freiheit und Verantwortung
8,95 €
Die Weiße Rose - Zum Widerstand im "Dritten Reich" Topos plus Taschenbücher / 705 2010 978-3-8367-0705-3 Romano Guardini
Nähe des Herrn
8,95 €
Betrachtungen über Advent, Weihnachten, Jahreswende und Epiphanie Topos plus Taschenbücher / 707 2009 978-3-8367-0707-7 Romano Guardini
Deutscher Psalter
12,95 €
Topos plus Taschenbücher / 720 2010 978-3-8367-0720-6 Romano Guardini
Vorschule des Betens
19,90 €
Romano Guardini Werk

Beten ist für Romano Guardini "eine innere Notwendigkeit, Gnade und Erfüllung, Beten ist aber auch Pflicht, Mühe und Überwindung. So gibt es das Erlebnis, aber auch die Übung des Gebetes; seine Quelle, aber auch seine Schule."

Die "Vorschule des Betens" ist eine hervorragende Einführung in einen zentralen Vollzug christlichen Lebens.

2011 978-7867-2911-2 Romano Guardini
Gib Raum den Dingen
8,95 €
Ein Lesebuch Topos Reihe / 830

Romano Guardini war eine der bedeutendsten Gestalten des europäischen Geisteslebens im 20. Jahrhundert. Als gläubiger Christ, aufrichtiger Denker und ergreifender Prediger verfoglte er das Zeitgeschehen mit offenem und kritischem Blick. Dieses Lesebuch versammelt wichtige Texte Guardinis und weckt Interesse an seiner Persönlichkeit und am weiteren Eindringen in sein Denken. Die Lesestücke aus allen Schaffensperioden vermitteln einen umfassenden Einblick in das Werk dieses großen Lehrers, das bis heute nichts von seiner Aktualiät und Eindringlichkeit verloren hat.

Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz 2012 978-3-8367-0830-2 Romano Guardini
Lesebuch der Lebensweisheit
13,90 €
Täglich ein Text 2006 978-3-7867-2613-5 Romano Guardini
Der Tod des Sokrates
13,95 €
Eine Interpretation der platonischen Schriften Euthyphron, Apologie, Kriton und Phaidon Topos plus Taschenbücher / 430

Im „Tod des Sokrates“ werden die philosophische Aussage, was der Tod im Leben des Menschen bedeutet, und die konkrete Haltung des Sokrates dem Tod gegenüber meisterhaft dargestellt. Romano Guardini möchte uns die Gestalt dieses Philosophen und eines der wesentlichen Themen der abendländischen Geistesgeschichte näherbringen. Denn welche Wege die philosophische Selbstbesinnung seit dem Jahr 399 v. Chr. auch gegangen sein mag – irgendwann führten sie zu der rätselhaften Gestalt, die auf allen folgenden Zeiten so tief gewirkt hat.

2013 978-3-8367-0430-4 Romano Guardini
Die Existenz des Christen
32,00 €
Romano Guardini (Blaue Reihe) / 46 2015 978-3-7867-3048-4 Romano Guardini
1945
28,00 €
Worte zur Neuorientierung

1945 – nach der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs und der Befreiung vom Nationalsozialismus musste es weitergehen. Aber wie sollte man einen Neuanfang, eine neue Orientierung gewinnen? Dieser Situation hat sich Romano Guardini in Vorträgen und Reden gestellt. Sie besinnen sich neu auf grundlegende christliche und ethische Werte und versuchen, Krieg und Nationalsozialismus philosophisch und geschichtstheoretisch zu verstehen, um daraus Wegweisungen für das Leben und Handeln zu erhalten.

Der Band versammelt zumeist unveröffentlichte Vorträge Guardinis aus den ersten Jahren nach dem Krieg. Sie sind das zeitgeschichtliche Zeugnis eines Mannes, der nach der Katastrophe, nach der Verrohung der Werte, dem Neuaufbau Fundament und Orientierung geben möchte.

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Alfons Knoll unter Mitarbeit von Max Oberdorfer 2015 978-3-7867-3047-7 Romano Guardini
Theologische Briefe an einen Freund
13,00 €
Einsichten an der Grenze des Lebens

Plötzlich bricht etwas ins Leben ein, mit dem wir nie gerechnet hätten: ein freudiges Ereignis, eine inspirierende Begegnung, eine unverhoffte Einsicht, aber auch erschütternde Erfahrungen wie Krankheit oder Tod.
Von solchen plötzlichen Erfahrungen und sich anschließenden Einsichten handeln die hier versammelten Briefe Romano Guardinis. Eine lange Erkrankung führt Guardini selbst an die Grenzen des Lebens. Er nimmt dies zum Anlass, über das Leben, über Gott und Endlichkeit, über Freiheit und Verantwortung, Vertrauen und Hoffnung nachzudenken.
Ein inspirierendes Zeugnis und eine Ermutigung für das eigene Leben.

Romano Guardini, 1885–1968; Lehrtätigkeit an den Universitäten Bonn, Berlin, Tübingen und München, wo er bis zu seiner Emeritierung den Lehrstuhl für Christliche Weltanschauung und Religionsphilosophie innehatte.

Herausgegeben aus dem Nachlass 2017 978-3-7867-4024-7 Romano Guardini

Bücher Akademiethemen

Amt - Tradition - Gehorsam
16,90 €
Spannungsfelder kirchlichen Lebens Publikationen der Akademie im Verlag F. Pustet / 051 1998 3-7917-1600-X Wolfgang Beinert
Grundsatz-Reden aus fünf Jahrzehnten
19,95 €
Publikationen der Akademie im Verlag F. Pustet / Bd. 065 Florian Schuller 2005 3-7917-1986-6 Josef Ratzinger - Benedikt XVI.
Katholizismus und Judentum
26,90 €
Publikationen der Akademie im Verlag F. Pustet / G 064 Florian Schuller, Giuseppe Veltri, Hubert Wolf 2005 3-7917-1955-6 Giuseppe Veltri, Johann Maier, Wilhelm Schmidt-Biggemann, Gianfranco Miletto, Gerold Necker, Michael Graetz, Stefan Schreiner, Stephan Wendehorst, Thomas Brechenmacher, Claus Arnold, Till van Rahden, Tobias Lagatz, Klaus Herrmann, Viktoria Pollmann, Huber
Der Dreißigjährige Krieg
24,90 €
Publikationen der Akademie im Verlag F. Pustet / Bd. 068

Es wurde der bis dahin längste Krieg – und ein
europäischer, ausgetragen auf deutschem Reichsgebiet.
Im Rampenlicht agierten Fürsten und ihre Feldherren:
etwa der Habsburger Ferdinand II., der Schwedenkönig
Gustav Adolf, der Wittelsbacher Maximilian, die Generäle
Wallenstein, Tilly und andere.
Sein offizielles Ende mit dem Westfälischen Frieden von
1648 markiert in Europa ein staatlich geregeltes und von da
an friedliches Nebeneinander der Konfessionen. Der „Große
Krieg“ ist bis heute im historischen Gedächtnis von Orten
und Regionen erhalten; in Literatur, Brauchtum, Festspielen
werden Bezüge gepflegt.
Das vorliegende Buch zeichnet die politisch-konfessionelle
Entwicklung im Vorfeld des Kriegs, seine Phasen und
Fixpunkte, bringt Erfahrungsberichte und Ergebnisse und
erklärt den Friedensschluss. Die Autoren des Bandes
(Johannes Burkhardt, Marcus Junkelmann,Maximilian
Lanzinner, Bernd Roeck u. a.) haben zur Erforschung der
Epoche Wesentliches beigetragen.

Peter Claus Hartmann und Florian Schuller 2010 978-3-7917-2217-7 Helmut Neuhaus, Axel Gotthard, Johannes Burkhardt, Marcus Junkelmann, Maximilian Lanzinner, Christoph Kampmann, Frank Kleinehagenbrock, Bernd Roeck, Hans Medick, Franz Brendle 17. Jahrhundert Reformation
Bayern und Italien
19,80 €
Hans-Michael Körner und Florian Schuller 2010 978-3-89870-637-7 Karlheinz Dietz, Jörg Jarnut, Stephan Freund, Michael Menzel, Claudia Märtl, Mark Häberlein, Richard Bletschacher, Klaus Unterburger, Frank Büttner, Alexander Koller, Wolfgang E.J. Weber, Friedegund Freitag, Katharina Weigand, Jörg Zedler
Was schulden die Christen der Welt?
14,90 €
Weitergabe des Glaubens und Weltverantwortung Publikationen der Akademie im Verlag F. Pustet / Bd. 050 Wolfgang Seibel und Gunther Wenz 1998 3-7917-1590-9 Peter Maser, Wolfgang Seibel, Jost Eckert, Wolfgang Sommer, Gunther Wenz, Ehrenfried Schulz
Die Schriftrollen von Qumran
9,00 €
Publikationen der Akademie im Verlag F. Pustet / Bd. 49 Shemaryahu Talmon 1998 3-7917-1592-5 Hartmut Stegemann, Magen Broshi, Johann Maier, Heinz-Josef Fabry, Klaus Koch, Shemaryahu Talmon
Papstamt und Ökumene
14,90 €
Publikationen der Akademie im Verlag F. Pustet / Bd. 046 Peter Hünermann 1997 3-7917-1565-8 Joachim Gnilka, Klaus Schatz, Wolfhart Pannenberg, Nikolitsa Georgopoulou, Henry Chadwick, Peter Hünermann
Gott im Spiegel der Weltreligionen
14,90 €
Publikationen der Akademie im Verlag F. Pustet / Bd. 045 Elmer Klinger 1997 3-7917-1543-7 Carl-A. Keller, Tilmann Vetter, Josef van Ess, Johann Maier, Hans Waldenfels, Bernd Jochen Hilberath, Elmar Klinger
Kirchensteuer
8,00 €
Publikationen der Akademie im Verlag F. Pustet / Bd. 043 Friedrich Fahr 1996 3-7917-1524-0 Reinhard Hübner, Hans-Joachim Kiderlen, Paul Kirchhof, Heribert Prantl, Hartmut Böttcher, Claus Meier, Friedrich Fahr, Wilhelm Schätzler, Peter Neuner, Wolfgang Ullmann
Mensch und Universum
8,00 €
Naturwissenschaft und Schöpfungsglaube im Dialog Publikationen der Akademie im Verlag F. Pustet / 042 1995 3-7917-1486-4 Johann Dorschner, Wolfhart Pannenberg, Michael Heller
Sind die Kirchen am Ende?
7,50 €
Publikationen der Akademie im Verlag F. Pustet / Bd. 041 1995 3-7917-1455-4 Carl Amery, Manfred Weitlauff, Rüdiger Schloz, Gregor Siefer, Klaus Tanner, Siegfried Wiedenhofer, Johann Baptist Metz
Erbsünde - was ist das?
6,50 €
Publikationen der Akademie im Verlag F. Pustet / Bd. 054 Siegfried Wiedenhofer 1999 3-7917-1627-1 Erich Zenger, Siegfried Wiedenhofer, Peter Fonk
Zur Zukunft der Ökumene
9,00 €
Die "Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre" Publikationen der Akademie im Verlag F. Pustet / 055 Bernd Jochen Hilberath und Wolfhart Pannenberg 1999 3-7917-1626-3 Reinhard Frieling, Otto Hermann Pesch, Harald Wagner, Wolfhart Pannenberg, Bernd Jochen Hilberath, Christoph Schwöbel, Paul-Werner Scheele, Hans Christian Knuth
Romano Guardini
18,90 €
Christliche Weltanschauung und menschliche Existenz Publikationen der Akademie im Verlag F. Pustet / Bd. 056 Franz Henrich 1999 3-7917-1646-8 Franz Henrich, Eugen Biser, Hans Mercker, Arno Schilson, Hans Maier, Wolfgang Frühwald
Der Heilige Stuhl in den Internationalen Beziehungen 1870-1939
59,00 €
Spreti-Studien / 2 Jörg Zedler 2010 978-3-8316-4021-8 Martin Schulze Wessel, Alberto Melloni, Winfried Becker, Massimiliano Valente, Andreas Gottsmann, Jörg Zedler, Florian Heinritzi, Klaus Unterburger, Roberto Morozzo Della Rocca, Stefan Samerski, Thomas Brechenmacher, Arpad von Klimo, Emilia Hrabovec, Chri
Staufer und Welfen
24,90 €
Zwei rivalisierende Dynastien im Hochmittelalter Publikationen der Akademie im Verlag F. Pustet / Bd. 067

Staufer und Welfen waren die einflussreichsten Adelsgeschlechter
im Heiligen Römischen Reich im Hochmittelalter.
Das Mit- und Gegeneinander dieser Dynastien prägte
über ein Jahrhundert das Geschehen. Faszinierende Gestalten
wie der Stauferkaiser Friedrich Barbarossa, sein Enkel Kaiser
Friedrich II. oder der Welfenherzog Heinrich der Löwe haben
um Macht und Herrschaft gerungen. Bald nach ihrem Tod
wurden sie ein Mythos und sind bis heute populär.
Das vorliegende Buch zeichnet ein anschauliches Bild der so
genannten Stauferzeit: die hohe Politik und ihre europäischen
Dimensionen, die Auseinandersetzungen kaiserlicher Macht
mit den wachsenden Ansprüchen der Reichsfürsten, ihre
Kunst und ihre Gedankenwelt.
Diese Zeit, die lange als eine der am besten untersuchten
Epochen der deutschen Geschichte galt – sie hält immer noch
Überraschungen bereit. Die Autoren dieses Bandes haben mit
neuen Fragestellungen und Perspektiven zur Erforschung der
Stauferzeit Wesentliches beigetragen.

Werner Hechberger und Florian Schuller 2009 978-3-7917-2168-2 Manfred Weitlauff, Bernd Schneidmüller, Rudolf Schiefer, Knut Görich, Willibald Sauerländer, Gerd Althoff, Peter Csendes, Wolfgang Stürner, Thomas Frenz, Werner Hechberger
Mehr als nur Nichtkleriker: Die Laien in der katholischen Kirche
18,90 €
Publikationen der Akademie im Verlag F. Pustet / Bd. 061 Sabine Demel 2001 3-7917-1771-5 Heribert Smolinsky, Peter Neuner, Helmuth Pree, Sabine Demel, Leo Karrer, Hans Joachim Meyer
Christlich handeln im ethischen Konflikt
10,00 €
Publikationen der Akademie im Verlag F. Pustet / 059 2000 3-7917-1718-9 Peter Fonk
"Eingetragene Lebenspartnerschaft"
9,90 €
Rechtssicherheit für homosexuelle Paare - Angriff auf Ehe und Familie? Publikationen der Akademie im Verlag F. Pustet / Bd. 062 2001 3-7917-1775-8 Hartmut A. G. Bosinski, Rosemarie Nave-Herz, Hans Rotter, Gerhard Robbers, Paul Kirchhof
Was bekennt, wer heute das Credo spricht?
8,50 €
Publikationen der Akademie im Verlag F. Pustet / Bd. 058 Reiner Anselm und Franz-Josef Nocke 2000 3-7917-1713-8 Franz-Josef Nocke, Siegfried Wiedenhofer, Reiner Anselm, Albert Keller, Ludwig Mödl, Bernd Jochen Hilberath, Walter H. Sparn, Dietrich Wiederkehr
Zeit - Zeitenwende - Ewigkeit
13,90 €
Die Menschen vor der Jahrtausendwende Publikationen der Akademie im Verlag F. Pustet / Bd. 057 Hans Michael Baumgartner 1999 3-7917-1658-1 Alexander Demandt, Hans Michael Baumgartner, Gottfried Bachl, Gabriele Oettingen, Jürgen Moltmann
Familie leben
8,00 €
Herausforderungen für kirchliche Lehre und Praxis Publikationen der Akademie im Patmos-Verlag / Bd. 153 Gottfried Bachl 1995 3-491-72341-8 Hans-Josef Klauck, Gottfried Bachl, Rosemarie Nave-Herz, Wassilios E. Fthenakis, Hanna-Renate Laurien, Ilona Riedel-Spangenberger, Jürgen Werbick
Heilserwartung und Terror
6,00 €
Politische Religionen des 20. Jahrhunderts Publikationen der Akademie im Patmos-Verlag / Bd. 152 Hermann Lübbe 1995 3-491-72340-X Hermann Lübbe, Michael Rohrwasser, Helmuth Kiesel, Wladyslaw Bartoszewski, Hans Maier, Joseph Rovan
Die Menschenrechte
10,00 €
Herkunft - Geltung - Gefährdung Publikationen der Akademie im Patmos-Verlag / Bd. 151 Walter Odersky 1994 3-491-77961-8 Adolf M. Birke, Paul Valadier SJ, Zwi Werblowsky, Hans Maier, Heinrich von Stietencorn, Johannes Gründel, Otfried Höffe, Yves Ledure, Jean-Yves Calvez SJ, Wolfgang Frühwald, Jean-Marie Kardinal Lustiger, Jean-Paul Durand OP, Walter Odersky
Ein Katechismus für die Welt
7,50 €
Informationen und Anfragen Publikationen der Akademie im Patmos-Verlag / Bd. 150 Ehrenfried Schulz 1994 3-491-77955-3 Ehrenfried Schulz, Hans-Josef Klauck, Richard Heinzmann, Peter Hünermann, Johannes Gründel, Otto Hermann Pesch
Schuld und Schuldbewältigung
6,00 €
Keine Zukunft ohne Auseinandersetzung mit der Vergangenheit Publikationen der Akademie im Patmos-Verlag / Bd. 149 Gerd Haeffner 1993 3-491-77945-6 Gerd Haeffner, Paul Matussek, Arthur Kaufmann, Adolf M. Birke, Ulrich Schröter, Pinchas Lapide, Johannes Gründel
Verführung statt Erleuchtung
6,50 €
Sekten- Scientology - Esoterik Publikationen der Akademie im Patmos-Verlag / Bd. 148 Hans Michael Baumgartner 1993 3-491-77934-0 Bernhard Grom, Michael Haupt, Hans Michael Baumgartner, Ruth Dölle-Oelmüller
Hilfe zum Sterben? Hilfe beim Sterben!
6,00 €
Publikationen der Akademie im Patmos-Verlag / Bd. 147 Hermann Hepp 1992 3-491-77926-X Dieter Giesen, Dieter Birnbacher, Arno Anzenbacher, Johannes Gründel, Eberhard Schockenhoff, Klaus Wilms, Hermann Hepp
Fragen an Eugen Drewermann
5,00 €
Eine Einladung zum Gespräch Publikationen der Akademie im Patmos-Verlag / Bd. 146 Hermann J. Pottmeyer 1992 3-491-77928-6 Hermann J. Pottmeyer, Peter Hünermann, Rudolf Schnackenburg, Bernhard Fraling, Anton A. Bucher
Schöpfung und Evolution
7,50 €
Neue Ansätze zum Dialog zwischen Naturwissenschaften und Theologie Publikationen der Akademie im Patmos-Verlag / Bd. 145 Karl Schmitz-Moormann 1992 3-491-77927-8 Arnulf Schlüter, Karl Schmitz-Moormann, Rudolf Mosis, Helmut Baitsch
Verantwortung für das menschliche Leben
5,00 €
die Zeugung des Lebens - das ungeborene Leben - das verlöschende Leben Publikationen der Akademie im Patmos-Verlag / Bd. 144 August Wilhelm von Eiff 1991 3-491-72255-1 August Wilhelm von Eiff, Ingolf Schmid-Tannwald, Wilhelm Ernst, Johannes Gründel, Hans-Bernhard Wuermeling, Alfons Auer
Weibliche Spiritualität im Christentum
7,00 €
Publikationen der Akademie im Verlag F. Pustet / 044 Stefanie Spendel 1996 3-7917-1528-3 Wolfgang Beinert, Margit Eckholt, Benedikta Hintersberger, Anne Jensen, Stefanie Spendel, Andrea Tafferner, Marion Wagner
Am Ende der Tage
24,90 €
Apokalyptische Bilder in Bibel, Kunst, Musik, Literatur

Es gibt in der Bibel und ihrem Umfeld in Judentum und Christentum eine ganze Literaturgattung, die das Thema "Apokalypse" bearbeitet. Vieles daran ist uns heute fremd: die Bildwelten, die Ausdrucksformen, der Gottesbezug. Aber in der Beschäftigung mit den "alten" religiösen Texten und ihrem Fortleben in Kunst und Literatur kann die oft vergessene Seite der "Apokalypsen", ihr Orientierungs- und Hoffnungspotential, neu erschlossen werden.

2011 978-3-7917-2386-0 Hans-Georg Gradl, Georg Steins, Florian Schuller (hrsg.)
Europa im 15. Jahrhundert
24,95 €
Autoren Gast bei Albert von Schirnding
12,00 €
Vorgestellt mit einem Vorwort von Michael Krüger Michael Krüger und Florian Schuller 2012 978-3-7846-1227-0 Albert von Schirnding, Michael Krüger
Prinzregentenzeit, Die
24,95 €
Abenddämmerung der bayerischen Monarchie? Themen der Katholischen Akademie Bayern Katharina Weigand, Jörg Zedler, Florian Schuller 2013 9783791724775 Jörg Zedler, Hermann Rumschöttel, Florian Heinritzi, Karl Hausberger, Katharina Weigand, Johannes Erichsen, Ulrich Baumgärtner, Bernhard Löffler
"Was die Welt im Innersten zusammenhält"
38,00 €
Gesellschaftlich-staatliche Kohäsionskräfte im 19. und 20. Jahrhundert Spreti-Studien / Band 4

Wenige Fragestellungen haben in der aktuellen geschichts- und sozialwissenschaftlichen Debatte soviel Aufmerksamkeit auf sich ziehen können, wie jene, die auf spezifische Identitäten und Erinnerungskulturen abzielt. Wenn man sich diesem Themenkreis annähert, dann wird - vor allem in genuin geschichtswissenschaftlicher Perspektive - sehr schnell deutlich, dass der phänomenologische, der schlicht beschreibende Zugriff nicht hinreicht, dass vielmehr nach den absichtsvoll eingesetzten Strategien und Metholden solcher Identitäts- und Erinnerungsstiftung zu fragen ist.

Hier mit dem Begriff der Kohäsionskräfte zu hantieren, poetisch davon zu reden, "was die Welt im Innersten zusammenhält", hat den großen Vorzug, sich auf ein gegenstads-, epochen- und territoriienübergreifendes Phänomen einlassen zu dürfen: Das postsowjetische Russland kommt dabei neben den USA und dem Freistaat Bayern zu stehen; die politischen Erinnerungskulturen in Frankreich nach 1871 und in Deutschland nach 1918 geraten zu Parallelerscheinungen; das Gedenken an zwei Nationalheroen in Deutschland und Italien wird nebeneinandergestellt und schließlich wird das Musikdrama ebenso auf seine Kohäsionsqualität befragt wie die Konsumfixierung in der alten Bundesrepublik.

Jörg Zedler 2014 9783831642946 Michael Walter, Michael Hochgeschwender, Ekaterina Makhotina, Katharina Weigand, Jörg Zedler, Michael Kißener, Michael Wolffsohn, Friedrich Keißling, Hans-Michael Körner
In dieser Stunde der Kirche
19,90 €
Zum 100. Geburtstag von Julius Kardinal Döpfner Bad Kissiger Archiv-Schriften / 2

Am 26. August 1913 wurde Julius Döpfner in dem kleinen unterfränkischen Ort Hausen geboren. Sein 100. Geburtstag gab den Anlass, im Rahmen eines Festakts der Stadt Bad Kissingen, zu der Hausen heute als Stadtteil gehört, und eines Wissenschaftlichen Symposions in Kooperation mit der Katholischen Akademie Bayern und der Katholischen Akademie Domschule Würzburg Julius Döpfner zu gedenken: des späteren Bischofs von Würzburg (1948-1957) und Berlin (1957-1961), des Erzbischofs von München und Freising (1961-1976), des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (seit 1965), des Kardinals (seit 1958) und Konzilsmoderators, nicht zuletzt des Präsidenten der Gemeinsamen Synode der Bistümer der Bundesrepublik (1971-1975).
Der vorliegende Band vereinigt – ergänzt um einige weitere Texte – die Bad Kissinger Vorträge. Mit seiner Mischung aus geschichtswissenschaftlicher Reflexion, persönlichen Erinnerungen und geistlicher Vertiefung beabsichtigt er, Julius Kardinal Döpfner in möglichst vielen Facetten seiner Persönlichkeit und seines Wirkens ins Gedächtnis zu rufen, ihn in seine Zeit einzuordnen, aber auch zu zeigen, inwieweit der Bischof über diese Zeit hinaus gewirkt hat bzw. noch immer wirkt.

Thomas Brechenmacher 2013 978-3-87717-853-9 Karl Lehmann, Friedhelm Hofmann, Christoph Weißmann, Thomas Brechenmacher, Franz Xaver Bischof, Paul Werner Scheele, Wolfgang Weiß, Christian Hartl, Karl Hillenbrand
Augustus
24,95 €
Herrscher an der Zeitenwende Themen der Katholischen Akademie Bayern

Er fasziniert bis heute: Augustus! Kriegsherr – Imperator – Friedensbringer. Er gestaltete Staat und Gesellschaft neu, brachte das Römische Reich zu kultureller und wirtschaftlicher Blüte und weitete den römischen Machtbereich aus wie kein anderer. Seine 41-jährige Alleinregierung, nach außen durch zahlreiche Kriege, im Inneren durch eine lang anhaltende Friedensphase geprägt, gilt als Roms Goldenes Zeitalter und sicherte ihm die Weltherrschaft. Die vorliegende facettenreiche Darstellung einer Epoche von weltgeschichtlicher Bedeutung mit dem Titel „Augustus. Herrscher an der Zeitenwende“ ist spannend und fundiert verfasst von namhaften Spezialisten für Römische Geschichte. Das Buch, das sich als Weihnachtsgeschenk eignet, versammelt die überarbeiteten Aufsätze der Historischen Tage 2014 der Katholischen Akademie Bayern im Frühjahr dieses Jahres.[nbsp]

Marietta Horster, Florian Schuller 2014 978-3-7917-2657-1 Martin Jehne, Klaus Bringmann, Helmut Halfmann, Klaus M. Girardet, Holger Sonnabend, Marietta Horster, Dorothee Gall, Werner Dahlheim, Michael Sommer, Christiane Kunst, Werner Eck, Günther Moosbauer, Achim Rost, Susanne Wilbers-Rost
Weltinnenraum
29,99 €
Rainer Maria Rilkes Duineser Elegien in Resonanz mit dem Buddha

"Weltinnenraum" ist Rilkes poetisches Bild für den Zusammenhang aller Dinge und Ereignisse im Universum. In seinen "Duineser Elegien" geht es um die Vergeistigung der endlichen Welt der Dinge hinein in eine zeitfreie Gestalt. Der Bezug zur östlichen Weisheitslehre, besonders zur buddhistischen Religion, liegt auf der Hand. Michael von Brück arbeitet ihn in diesem bahnbrechenden Werk über die Verbindung von Religion und Poesie heraus. Er zeigt, dass Rilke, der von der Gestalt des Buddha zutiefst berührt war, in seiner Poesie eine Erfahrung aufscheinen lässt, wonach hinter der oft leidvollen und zerrissenen Lebenswelt ein Zusammenhang erkennbar wird, der alles umfasst und dem Leben neuen Sinn gibt.

2015 978-3-451-34217-2 Michael von Brück
Lesebuch der Lebensweisheit
8,95 €
Täglich ein Text Topos plus Taschenbücher / 857

Romano Guardini hat mit seinen wegweisenden Werken ganze Generationen von Christen geprägt. Wer sich von diesem spirituellen Begleiter durch das Jahr anregen lässt, findet darin den Geist und die Weite eines großen Denkers des 20. Jahrhunderts wieder, der sich immer aufs Neue auf die Suche nach tragfähigen Antworten für die großen Fragen des Lebens begeben hat. Das macht seine Worte glaubwürdig und diese Sammlung zu einem einzigartigen Lesebuch der Lebensweisheit.

2013 978-3-8367-0857-9 Lesebuch der Lebensweisheit
Vom Knotenlösen
9,99 €
Verleihung des Ökumenischen Preises an Frank-Walter Steinmeier

Höhepunkt des vergangenen Akademiejahres war die Verleihung des Ökumenepreises an Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier am 11. Juli 2016. Im Vorfeld bewährte sich die andauernde und intensive Netzwerkarbeit der Katholischen Akademie, über die es ermöglicht wurde, Kontakt zu Frank-Walter Steinmeier aufzubauen. Steinmeier selbst wiederum nutzte seinen Auftritt in der Akademie dazu, grundsätzliche Anmerkungen zu seinem Politikverständnis zu machen, das ganz zentral aus christlichen Motiven gespeist wird. Im Nachgang dazu entstand – neben einem ausgeprägten Medienecho und der Dokumentation in unserer Zeitschrift "zur debatte" dieses kleine Buch zur Veranstaltung.[nbsp]

Florian Schuller 2016 9-783451-377969 Florian Schuller, Beate Merk, Thomas Sternberg, Frank-Walter Steinmeier, Kardinal Reinhard Marx
Luther und Eck
39,00 €
Opponenten der Reformationsgeschichte im Vergleich

Dieser Band über Luther und Eck - entstanden aus der gleichnamigen Veranstaltung an der Katholischen Akademie Bayern im Frühjahr 2017 - nimmt die reformatorische Zentralfigur Martin Luther und dessen wichtigsten deutschen Opponenten Johannes Eck konfessionsübergreifend in den Blick. Die im Sammelband gewählte vergleichende Perspektive ermöglicht eine differenzierte Erschließung des Reformationsgeschehens, da der historische Prozess der Reformation in seinen zeitgeschichtlich bedingten Ambivalenzen und Gegensätzen, aber auch in seinen strukturellen und inhaltlichen Parallelen zur Sprache kommen.

Franz Xaver Bischof und Harry Oelke 2017 978-3-86906-937-1
Mehr als Theologie
19,90 €
Der Würzburger Hochschulkreis Würzburger Theologie / 16

Insgesamt acht Hochschulkreise der Katholischen Akademie Bayern gibt es – entsprechend den Universitätsstandorten Augsburg, Bamberg, Bayreuth, Erlangen-Nürnberg, München, Passau, Regensburg und Würzburg.[nbsp]

Sie sprechen die „religiös musikalischen“ Professorinnen und Professoren der jeweiligen Universitäten an und bringen sie ins Gespräch. Mehrmals im Semester treffen sich die Mitglieder des jeweiligen Hochschulkreises, um einen Vortrag zu einem wissenschaftlich aktuellen Thema zu hören, zu diskutieren und Kontakte zu knüpfen und zu vertiefen.
Mit diesem Band werden die Vorträge der letzten Jahre einer breiteren Öffentlichkeit vorgelegt. Mit Beiträgen von Andreas Bieringer, Rainer Bucher, Dominik Burkard, Franz Dünzl, Erich Garhammer, (Bischof) Friedhelm Hofmann, Klaus Müller, Wolfgang Riedel, Wolfgang M. Schröder und Klaus Unterburger.

[nbsp]

Erich Garhammer 2017 978-3-429-04335-3
Europa christlich?!
19,95 €
Zum Gespräch von Glaube und säkularer Welt Ratzinger-Studien

Wie wird Europa den Weg finden, der ihm Zukunft gibt? Offensichtlich genügen heute bescheidene Kurskorrekturen nicht mehr. Es braucht eindringende Analysen und eine neue Selbstvergewisserung besonders im Blick auf den Beitrag des Christentums. Wie kein anderer Kardinal und Papst vor ihm ist Benedikt XVI. Europa in seiner Geschichte und seinen Herausforderungen nachgegangen. Diese Bemühungen aus Anlass seines 90. Geburtstages neu aufzunehmen, bedeutet Anerkennung und Dank für seine Verdienste um Europa und um das Gespräch von Glaube und säkularer Welt.

Mit einem Grußwort von Reinhard Kardinal Marx und Beiträgen u. a. von Udo Di Fabio, Egon Kapellari, Sibylle Lewitscharoff, Gottfried W. Locher, Johannes Singhammer und Thomas Söding.

Christian Schaller, Florian Schuller und Josef Zöhrer 2018 978-3-7917-2388-4 Kardinal Reinhard Marx, Udo Di Fabio, Bischof Egon Kapellari, Sibylle Lewitscharoff, Gottfried W. Locher, Johannes Singhammer, Thomas Söding
Dialektik der Säkularisierung
10,00 €
Über Vernunft und Religion

Der historische Dialog zwischen Joseph Ratzinger und Jürgen Habermas

Diese beiden Gesprächspartner versprechen eine Dialogkonstellation, wie man sie sich für Grundsatzreflexionen menschlicher Existenz spannender kaum denken kann. Beide gehören zu den größten Denkern der Gegenwart und stehen für eine ganze intellektuelle Welt: Der Kirchenmann Joseph Ratzinger im Gespräch mit dem wohl bedeutendsten Gegenwartsphilosophen Jürgen Habermas über Grundlagen einer freiheitlichen und friedlichen Gesellschaftsordnung. Wie ist zu verhindern, dass Modernisierung entgleist? Kann Religion der Vernunft Grenzen setzen – und umgekehrt?
Das Thema des Dialogs ist „Vorpolitische moralische Grundlagen eines freiheitlichen Staates“. Es ging also um die Grundlegung menschenwürdiger Gesellschaft. „Was die Welt zusammenhält“ hatte Kardinal Ratzinger über seinen Text gesetzt. In einer solchen Fundamentalreflexion werden Grundannahmen, Axiome, religiöse oder säkulare Letztbegründungen der eigenen Haltung sichtbar, weil auf den Prüfstand der öffentlichen Argumentation gestellt. Bei Jürgen Habermas ist dies die praktische Vernunft eines nachmetaphysischen, säkularen Denkens, bei Joseph Ratzinger die jeder rationalen gemeinschaftlichen Festsetzung vorausliegende Wirklichkeit des Menschen als Geschöpf von seinem Schöpfer her.
Die Dokumentation des berühmten Gesprächs zwischen Jürgen Habermas und Joseph Ratzinger am 19. Januar 2004 in der Katholischen Akademie Bayern war auf riesiges Interesse gestoßen, das sich bis heute gehalten hat. Immer neue Auflagen und viele Übersetzungsanfragen, nicht zuletzt für außereuropäische Sprachen, legen davon Zeugnis ab. Die Ausführungen von 2004 haben nichts von ihrer Brisanz verloren: das Thema bleibt hochaktuell.

Florian Schuller 2018 978-3-451-03119-9 Jürgen Habermas, Joseph Ratzinger

Audios

Arnold Stadler
Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding

Arnold Stadler sei ein Erinnerungskünstler, sagen die Kritiker, ein sprachmächtiger Vergangenheits-Spieler. Sein unverwechselbarer Stil, „Beginn einer epischen Entfaltung“ (Martin Walser), pendle zwischen unheilbarem Schmerz und rettendem Scherz. Der diesmalige Gast in Albert von Schirndings Reihe hat so ziemlich alle wichtigen Literaturpreise im deutschsprachigen Raum erhalten, nicht zuletzt den von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung verliehenen Georg-Büchner-Preis (1999). Dabei schien sein Weg zunächst in eine ganz andere Richtung als die des Schriftstellers zu gehen. In der badischen Kleinstadt Meßkirch geboren und auf dem elterlichen Bauernhof in Rast aufgewachsen, spielte er lange Zeit mit dem Gedanken, Priester zu werden. So studierte er zunächst katholische Theologie in München, Rom und Freiburg, dann aber Germanistik in Köln und Bonn, ehe er in den 80er Jahren das Schreiben zu seinem Beruf machte.

Warum Schriftsteller? „Nicht weil ich etwas sagen wollte, sondern weil ich etwas sagen musste. Ich habe immer versucht, mir über meine Begegnung mit der Welt, meine Situation, Klarheit zu schaffen.“

Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding Literatur
Der Exodus Israels als christlicher Glaubensinhalt
Christoph Dohmen

Exodus, das zweite Buch der Bibel, beschreibt dramatisch die Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei Ägyptens. Manchen gilt es als Lieblingsmotiv unserer gesamten Geistesgeschichte. In seinem soeben erschienenen Exodus-Kommentar nähert sich der Regensburger Alttestamentler Christoph Dohmen auf folgende Weise dieser Erzählung an: Wenn Menschen den biblischen Text als Wort Gottes aufnehmen, können sie daran wachsen. Der Auszug aus Ägypten wird dann als Gleichnis gläubigen Lebens verstanden, das immer wieder das Zurücklassen des Gewohnten braucht, Umkehr und Verwandlung – eben jene „österliche Dynamik“, von der Papst Franziskus am Palmsonntag 2015 sprach.

Prof. Dr. Christoph Dohmen ist Professor für Exegese und Hermeneutik des Alten Testaments an der Universität Regensburg.

Bibel Exodus Ägypten
Nachhaltigkeit und Mobilität
60-Jahr-Jubiläum: Diözese Eichstätt Bischof Gregor Maria Hanke OSB und Audi-Chef Rupert Stadler

Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke hat im Gespräch mit Audi-Chef Rupert Stadler ein Bewusstsein für Grenzen des Wachstums angemahnt. Die Diskussion, die Akademiedirektor Dr. Florian Schuller moderierte, fand in der Reihe der Veranstaltungen zum 60-jährigen Bestehen der Katholischen Akademie im Orbansaal des Ingolstädter Canisius-Stiftes statt. Thema des Abends: Mobilität und Nachhaltigkeit. "Mobilität bringt uns an Grenzen, denn es gibt kein unbegrenztes Wachstum", sagte Bischof Hanke. Die Gesellschaft müsse Fürsorge gegenüber der Schöpfung entwickeln. Rupert Stadler erwiderte, auch für ein Unternehmen sei Nachhaltigkeit Grundvoraussetzung für zukünftigen Erfolg. Was den Dieselskandal angeht, machte er klar, dass das nicht mehr passieren dürfe. Es wäre jedoch ein "Granatenfehler", den Dieselantrieb abzuschreiben. Diese Technik habe nämlich einen hocheffizienten Wirkungsgrad und trage daher zu einer positiven CO2-Bilanz bei.

Bistum Eichstätt Fortschritt Mobilität Nachhaltigkeit Technik Umweltschutz Schöpfung
Exodus - Die Revolution der Alten Welt
Jan Assmann

Exodus, das zweite Buch der Bibel, beschreibt dramatisch die Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei Ägyptens. Manchen gilt es als Lieblingsmotiv unserer gesamten Geistesgeschichte. In seinem neuen Werk „Exodus. Die Revolution der Alten Welt“ spürt der Heidelberger Ägyptologe und Religionswissenschaftler Jan Assmann der umwälzenden Kraft dieser uralten Erzählung nach. Die einzigartige Liebesgeschichte zwischen Jahwe als dem Liebes- und Bundespartner und seinem Volk Israel bedeutet für ihn die Abkehr von den Göttern, „der Religion des Gegebenen“, hin zu einem „Monotheismus der Treue“.

Prof. Dr. Jan Assmann ist Professor für Ägyptologie an der Universität Heidelberg und Honorarprofessor für Allgemeine Kulturwissenschaft an der Universität Konstanz.

Ägypten Bibel Exodus
Kirche und Kunst
60-Jahr-Jubiläum: Diözese Würzburg Bischof Friedhelm Hofmann und Prof. Markus Lüpertz

Rund 160 kunstaffine Menschen kamen am Abend des 3. Aprils 2017 ins Museum Georg Schäfer in Schweinfurt zum Gespräch zwischen dem Künstler Markus Lüpertz und Friedhelm Hofmann, dem Bischof von Würzburg. Die Diskussion unter dem Titel "Kirche und Kunst" war die erste von sieben Veranstaltungen, mit denen die Katholische Akademie Bayern ihr 60-jähriges Bestehen feiert. In allen sieben bayerischen Bistümern findet ein Festakt mit dem jeweiligen Bischof zu einem seiner zentralen Anliegen statt. Markus Lüpertz reflektierte bei der Auftaktveranstaltung als bildender Künstler die Rolle der Kunst und die Aufgabe des Künstlers gerade für die Kirche und fand in Bischof Friedhelm Hofmann einen kunstverständigen Gesprächspartner. Der Bischof verstand es in dem vom Akademiedirektor Dr. Florian Schuller moderierten kurzweiligen und pointierten Gespräch auch, die entsprechenden theologischen Aspekte zu beleuchten.

Warum wir mit der EU nicht weiterkommen
Ulrike Guérot

Migration von bislang ungeahntem Ausmaß, Staaten am Rande des Bankrotts, drohender Austritt Großbritanniens – die EU steht vor Herausforderungen wie selten seit den Anfängen eines geeinten Europas mit den „Römischen Verträgen“ vor fast 60 Jahren.
Dass das Zusammenwachsen Europas über Jahrzehnte Garant für Frieden und Wohlstand war und ist, wird dabei gerne als selbstverständlich abgebucht. Aber gleichzeitig ist die skeptische Frage durchaus berechtigt, inwieweit sich die EU mit ihrer aktuellen Verfasstheit tatsächlich demokratisch legitimiert.
Wie kann es sein, dass europäische Institutionen ohne direktes Mandat der Bürger Entscheidungen treffen, die immer stärker in die Rechte der Mitgliedsstaaten, ja sogar der Kommunen eingreifen? Braucht es nicht doch ein neues, nach dem Subsidiaritätsprinzip ausgewogeneres Verhältnis zwischen der EU und ihren Mitgliedsstaaten? Und welche politischen Schlussfolgerungen zur Gesamtstruktur der EU sind nötig, wo immer wieder von ihrem drohenden Auseinanderbrechen die Rede ist?
Hier das Statement von Dr. Ulrike Guérot (Gründerin und Direktorin des European Democracy Lab an der European School of Governance, Berlin) mit dem Titel: "Warum wir mit der EU nicht weiterkommen und Europa eine Republik werden muss".

Abendland Außenpolitik Europa Grundgesetz Patriotismus
Johanneisch lernen und verstehen
Hans-Georg Gradl

Das Johannesevangelium beginnt mit einem Paukenschlag: Keine Kindheitsgeschichte, kein Stammbaum, sondern theologische Reflexion auf höchstem Niveau: „Im Anfang war das Wort“. Nicht nur im Prolog, sondern im gesamten Evangelium verbirgt sich hinter jedem Satz eine theologische Idee. Bis heute fasziniert das vermutlich jüngste der vier Evangelien mit seiner Herangehensweise an das Christusgeheimnis. Dessen Auslegung gipfelt im Kreuz; die radikale Erniedrigung Jesu fällt zusammen mit der Verherrlichung und Erhöhung des Erlösers.
„Johannes“ inspiriert Denker und Künstler, hält Provokationen bereit und konfrontiert uns mit einer sehr spezifischen Verschränkung von theologischer Reflexion und spirituellem Impuls.
Prof. Dr. Hans-Georg Gradl, Bibelwissenschaftler an der Theologischen Fakultät Trier, nimmt einen der wichtigsten Autoren des Neuen Testaments kompetent in den Blick: Johannes Evangelist. Was sind die Besonderheiten an seiner Art des Schreibens und Formulierens? Was unterscheidet ihn von den so genannten Synoptikern, also von den anderen drei Verfassern neutestamentlicher Evangelien: Matthäus, Markus und Lukas?
Professor Gradl bezieht sich für seine Tour durch die Schreibwerkstatt des Johannes Evangelist auf einen der großen Denker der Spätantike, Clemens von Alexandrien, und nennt diese Reise augenzwinkernd "Johanneischlernen". Die Schwierigkeit dabei ist keineswegs die Grammatik. Vielmehr geht es darum, zu verstehen, was bei Johannes Evangelist die Begriffe Licht, Leben, Fleisch, Geist, Stunde und Herrlichkeit bedeuten.

Europa und die EU
Dieter Grimm, Ulrike Guérot, Christian Ude

Migration von bislang ungeahntem Ausmaß, Staaten am Rande des Bankrotts, drohender Austritt Großbritanniens – die EU steht vor Herausforderungen wie selten seit den Anfängen eines geeinten Europas mit den „Römischen Verträgen“ vor fast 60 Jahren.
Dass das Zusammenwachsen Europas über Jahrzehnte Garant für Frieden und Wohlstand war und ist, wird dabei gerne als selbstverständlich abgebucht. Aber gleichzeitig ist die skeptische Frage durchaus berechtigt, inwieweit sich die EU mit ihrer aktuellen Verfasstheit tatsächlich demokratisch legitimiert.
Wie kann es sein, dass europäische Institutionen ohne direktes Mandat der Bürger Entscheidungen treffen, die immer stärker in die Rechte der Mitgliedsstaaten, ja sogar der Kommunen eingreifen? Braucht es nicht doch ein neues, nach dem Subsidiaritätsprinzip ausgewogeneres Verhältnis zwischen der EU und ihren Mitgliedsstaaten? Und welche politischen Schlussfolgerungen zur Gesamtstruktur der EU sind nötig, wo immer wieder von ihrem drohenden Auseinanderbrechen die Rede ist?
Wie die Machtbalance in der EU richtig austariert werden, aber auch ob eine „Europäische Republik“ ein tragfähiges Konstrukt für die Zukunft Europas sein könnte, darüber debattieren Prof. Dr. Dieter Grimm, Dr. Ulrike Guérot und Christian Ude, ausgewiesene Vertreter von Rechtswissenschaft, Politologie und politischer Praxis.

Abendland Europa Grundgesetz Patriotismus
Neubeginn nach dem Kulturkampf - Die deutschen Katholiken um 1900
Hans Maier

Tiefgreifende Zäsuren erlebte die katholische Kirche in Deutschland während des 19. Jahrhunderts. An dessen Beginn hatte die Säkularisation zu enormen materiellen Einbußen geführt und zu einem weitreichenden Verlust an Einfluss in Wissenschaft und Politik. Zwar brachte dann u.a. die Romantik ein erneuertes, auch gestärktes Selbstverständnis. Aber im späteren Kulturkampf nach der Gründung des Kaiserreichs sahen sich Katholiken erbitterten Angriffen durch den nationalliberalen, protestantisch geprägten Staat ausgesetzt, galten als Reichsfeinde und standen unter dem Generalverdacht, „ultramontan“, also von Rom gesteuert zu sein. So entfremdeten sich Katholizismus und nationale Kultur zusehends in gegenseitiger Zurückweisung. Teils wurde Katholisches gezielt verpönt, teils schotteten sich Katholiken bewusst ab. Diese Distanzierung zur kulturellen Umwelt ließ sie häufig die geistig-kulturelle Offenheit verlieren. Um die Wende zum 20. Jahrhundert wuchs allerdings unter katholischen Intellektuellen der Wille, der Isolation zu entfliehen. Im Rückblick zeigt sich ein hochinteressantes Tableau. „Wir müssen aus dem Turm heraus“ forderte 1906 der Zentrumspolitiker Julius Bachem. Wie aber sollte die Teilnahme am deutschen Kulturleben aussehen? Wie weit konnte und durfte die Mitarbeit daran gehen? Und wie waren Treue zur Kirche und Aufgeschlossenheit für moderne Wissenschaft, Kunst und Literatur vereinbar?
Unter dem Titel „Neubeginn nach dem Kulturkampf. Die deutschen Katholiken um 1900“ referierte Prof. Dr. Hans Maier, Professor em. für christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie an der LMU München, Staatsminister a.D.

Europa - die Macht und das Recht
Dieter Grimm

Migration von bislang ungeahntem Ausmaß, Staaten am Rande des Bankrotts, drohender Austritt Großbritanniens – die EU steht vor Herausforderungen wie selten seit den Anfängen eines geeinten Europas mit den „Römischen Verträgen“ vor fast 60 Jahren.
Dass das Zusammenwachsen Europas über Jahrzehnte Garant für Frieden und Wohlstand war und ist, wird dabei gerne als selbstverständlich abgebucht. Aber gleichzeitig ist die skeptische Frage durchaus berechtigt, inwieweit sich die EU mit ihrer aktuellen Verfasstheit tatsächlich demokratisch legitimiert.
Wie kann es sein, dass europäische Institutionen ohne direktes Mandat der Bürger Entscheidungen treffen, die immer stärker in die Rechte der Mitgliedsstaaten, ja sogar der Kommunen eingreifen? Braucht es nicht doch ein neues, nach dem Subsidiaritätsprinzip ausgewogeneres Verhältnis zwischen der EU und ihren Mitgliedsstaaten? Und welche politischen Schlussfolgerungen zur Gesamtstruktur der EU sind nötig, wo immer wieder von ihrem drohenden Auseinanderbrechen die Rede ist?
Hier das Statement von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Dieter Grimm, Professor (em.) für Öffentliches Recht an der Humboldt-Universität zu Berlin, Bundesverfassungsrichter a.D., Permanent Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.

Der katholische Volkspädagoge Leo Weismantel (1888-1964)
Maria Cristina Giacomin

Tiefgreifende Zäsuren erlebte die katholische Kirche in Deutschland während des 19. Jahrhunderts. An dessen Beginn hatte die Säkularisation zu enormen materiellen Einbußen geführt und zu einem weitreichenden Verlust an Einfluss in Wissenschaft und Politik. Zwar brachte dann u.a. die Romantik ein erneuertes, auch gestärktes Selbstverständnis. Aber im späteren Kulturkampf nach der Gründung des Kaiserreichs sahen sich Katholiken erbitterten Angriffen durch den nationalliberalen, protestantisch geprägten Staat ausgesetzt, galten als Reichsfeinde und standen unter dem Generalverdacht, „ultramontan“, also von Rom gesteuert zu sein. So entfremdeten sich Katholizismus und nationale Kultur zusehends in gegenseitiger Zurückweisung. Teils wurde Katholisches gezielt verpönt, teils schotteten sich Katholiken bewusst ab. Diese Distanzierung zur kulturellen Umwelt ließ sie häufig die geistig-kulturelle Offenheit verlieren. Um die Wende zum 20. Jahrhundert wuchs allerdings unter katholischen Intellektuellen der Wille, der Isolation zu entfliehen. Im Rückblick zeigt sich ein hochinteressantes Tableau. „Wir müssen aus dem Turm heraus“ forderte 1906 der Zentrumspolitiker Julius Bachem. Wie aber sollte die Teilnahme am deutschen Kulturleben aussehen? Wie weit konnte und durfte die Mitarbeit daran gehen? Und wie waren Treue zur Kirche und Aufgeschlossenheit für moderne Wissenschaft, Kunst und Literatur vereinbar? Eine typische Biographie in diesem Zusammenhang ist die des katholischen Volkspädagogen Leo Weismantel (1888-1964).
Er wird von Dr. Maria Cristina Giacomin vorgestellt. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit an der Universität Würzburg.

Jenny Erpenbeck
Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding

Wie kaum eine andere Autorin stand Jenny Erpenbeck im Mittelpunkt der letztjährigen Frankfurter Buchmesse. Ein Interview folgte dem anderen, und die Kritiker waren voll des Lobes. Anlass war ihr jüngster Roman Gehen, ging, gegangen, der vom zentralen Thema unserer Tage, der Flüchtlingsfrage, handelt.
Bereits 2013 hatte Frau Erpenbeck den Joseph-Breitbach-Preis für ein Gesamtwerk erhalten, „in dem sich künstlerische Wahrhaftigkeit mit hoher Formkunst, Sprachschönheit und einer Evokationskraft verbindet, die uns in jedem Augenblick zu Mitleidenden und Mitfühlenden macht“, und 2015 den hoch angesehenen englischen Independent Foreign Fiction Prize.
Entwurzelung und Heim-Suchung ist das große Thema ihrer Bücher, beispielsweise im Roman von 2012 Aller Tage Abend. Darin beschreibt sie die Geschichte einer Familie, vielleicht auch die der eigenen, in den Wirren des 20. Jahrhunderts inmitten der oft winzigen Zufälle, die das Leben bestimmen. Ein ebenso sprachlich meisterhaftes wie atemberaubendes Buch – der Leser ahnt, dass die studierte Theaterwissenschaftlerin und Musiktheaterregisseurin auch als Regisseurin für Oper und Musiktheater arbeitet.
Kein Wunder also, dass im Herbst 2016 noch zwei weitere hochkarätige Literaturpreise, folgen werden, der Thomas Mann-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und der Hansestadt Lübeck sowie der Walter-Hasenclever-Literaturpreis der Stadt Aachen. Zuvor wird sie aber unser Gast bei Albert von Schirndings Literaturreihe sein, die nun schon eine Dekade lang literarische Höhepunkte präsentiert.
Auf das einleitende Referat von Albert von Schirnding folgt direkt im Anschluss die Lesung von Jenny Erpenbeck.

Blütezeit der Hanse
Ulf Christian Ewert

Das 14. Jahrhundert gilt als Krisenzeit des Mittelalters. „Dramatisches Jahrhundert“ nannte es die amerikanische Historikerin Barbara Tuchman in ihrem Klassiker „Der ferne Spiegel“. Der Hundertjährige Krieg zwischen Frankreich und England, in der Kirche die „Avignonesische Gefangenschaft“ und das große abendländische Schisma, Pestepidemien und Naturkatastrophen – war das alles aber nur eine dunkle Epoche?
Denn weitreichende Entwicklungen zeichneten sich bereits ab. So erlebte etwa die Hanse ihre Blütezeit. Litauen stieg zu einem neuen europäischen Machtfaktor auf. In Italien bildeten sich dominante Stadtrepubliken heraus und die Reichsstädte stärkten ihr Selbstbewusstsein gegenüber König und Fürsten. Kaiser Karl IV. konsolidierte durch geschickte Politik seine Herrschaft und Bayern schließlich erlebte eine Zeit der Teilungen mit der Besonderheit, dass das Herzogtum Straubing-Holland seinen Regierungssitz in Den Haag hatte.
Humanismus und Renaissance nahmen ihren Anfang, Giotto di Bondone ragt als Wegbereiter der neuzeitlichen Malerei hervor, in der Literatur Giovanni Boccaccio, dessen „Decamerone“ nachhaltig die abendländische Literatur beeinflusste. Und Caterina von Siena, die darauf hinwirkte, dass der Papstsitz nach Jahrzehnten von Avignon wieder nach Rom zurückverlegt wurde, gilt als eine der bedeutendsten Frauengestalten der Kirchengeschichte.
PD Dr. Ulf Christian Ewert, Vertretung des Lehrstuhls für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Exzellenzcluster Religion & Politik an der Universität Münster, referierte bei den Historischen Tagen (10. – 13.2.2016) zum Thema: „Das 14. Jahrhundert als Blütezeit der Hanse – Die Commercial Revolution in Nordeuropa“.

Der Beginn des Hundertjährigen Krieges
Martin Clauss Das 14. Jahrhundert gilt als Krisenzeit des Mittelalters. „Dramatisches Jahrhundert“ nannte es die amerikanische Historikerin Barbara Tuchmann.

Der Hundertjährige Krieg zwischen Frankreich und England, in der Kirche die „Avignonesische Gefangenschaft“ und das große abendländische Schisma, Pestepidemien und Naturkatastrophen – war das alles aber nur eine dunkle Epoche?
Denn weitreichende Entwicklungen zeichneten sich bereits ab. So erlebte etwa die Hanse ihre Blütezeit. Litauen stieg zu einem neuen europäischen Machtfaktor auf. In Italien bildeten sich dominante Stadtrepubliken heraus und die Reichsstädte stärkten ihr Selbstbewusstsein gegenüber König und Fürsten. Kaiser Karl IV. konsolidierte durch geschickte Politik seine Herrschaft und Bayern schließlich erlebte eine Zeit der Teilungen mit der Besonderheit, dass das Herzogtum Straubing-Holland seinen Regierungssitz in Den Haag hatte.
Humanismus und Renaissance nahmen ihren Anfang, Giotto di Bondone ragt als Wegbereiter der neuzeitlichen Malerei hervor, in der Literatur Giovanni Boccaccio, dessen „Decamerone“ nachhaltig die abendländische Literatur beeinflusste. Und Caterina von Siena, die darauf hinwirkte, dass der Papstsitz nach Jahrzehnten von Avignon wieder nach Rom zurückverlegt wurde, gilt als eine der bedeutendsten Frauengestalten der Kirchengeschichte.
Prof. Dr. Martin Clauss, Professor für Europa im Mittelalter und der Frühen Neuzeit an der Technischen Universität Chemnitz, referierte bei den Historischen Tagen (10. – 13.2.2016) zum Thema: „Die Krise, die Europa formte: England, Frankreich und der Beginn des Hundertjährigen Krieges“.

Historische Tage 14. Jahrhundert Mittelalter
Giovanni Boccaccio und die Erfindung der Liebe
Christof Breitsameter

Das 14. Jahrhundert gilt als Krisenzeit des Mittelalters. „Dramatisches Jahrhundert“ nannte es die amerikanische Historikerin Barbara Tuchman in ihrem Klassiker „Der ferne Spiegel“. Der Hundertjährige Krieg zwischen Frankreich und England, in der Kirche die „Avignonesische Gefangenschaft“ und das große abendländische Schisma, Pestepidemien und Naturkatastrophen – war das alles aber nur eine dunkle Epoche?
Denn weitreichende Entwicklungen zeichneten sich bereits ab. So erlebte etwa die Hanse ihre Blütezeit. Litauen stieg zu einem neuen europäischen Machtfaktor auf. In Italien bildeten sich dominante Stadtrepubliken heraus und die Reichsstädte stärkten ihr Selbstbewusstsein gegenüber König und Fürsten. Kaiser Karl IV. konsolidierte durch geschickte Politik seine Herrschaft und Bayern schließlich erlebte eine Zeit der Teilungen mit der Besonderheit, dass das Herzogtum Straubing-Holland seinen Regierungssitz in Den Haag hatte.
Humanismus und Renaissance nahmen ihren Anfang, Giotto di Bondone ragt als Wegbereiter der neuzeitlichen Malerei hervor, in der Literatur Giovanni Boccaccio, dessen „Decamerone“ nachhaltig die abendländische Literatur beeinflusste. Und Caterina von Siena, die darauf hinwirkte, dass der Papstsitz nach Jahrzehnten von Avignon wieder nach Rom zurückverlegt wurde, gilt als eine der bedeutendsten Frauengestalten der Kirchengeschichte.
Prof. Dr. Christof Breitsameter, Professor für Moraltheologie an der LMU München, referierte bei den Historischen Tagen (10. – 13.2.2016) zum Thema: „Giovanni Boccaccio (1313-1375) und die Erfindung der Liebe“.

1348 - Gesellschaft im Zeichen der Pest
Klaus Bergdolt

Das 14. Jahrhundert gilt als Krisenzeit des Mittelalters. „Dramatisches Jahrhundert“ nannte es die amerikanische Historikerin Barbara Tuchman in ihrem Klassiker „Der ferne Spiegel“. Der Hundertjährige Krieg zwischen Frankreich und England, in der Kirche die „Avignonesische Gefangenschaft“ und das große abendländische Schisma, Pestepidemien und Naturkatastrophen – war das alles aber nur eine dunkle Epoche?
Denn weitreichende Entwicklungen zeichneten sich bereits ab. So erlebte etwa die Hanse ihre Blütezeit. Litauen stieg zu einem neuen europäischen Machtfaktor auf. In Italien bildeten sich dominante Stadtrepubliken heraus und die Reichsstädte stärkten ihr Selbstbewusstsein gegenüber König und Fürsten. Kaiser Karl IV. konsolidierte durch geschickte Politik seine Herrschaft und Bayern schließlich erlebte eine Zeit der Teilungen mit der Besonderheit, dass das Herzogtum Straubing-Holland seinen Regierungssitz in Den Haag hatte.
Humanismus und Renaissance nahmen ihren Anfang, Giotto di Bondone ragt als Wegbereiter der neuzeitlichen Malerei hervor, in der Literatur Giovanni Boccaccio, dessen „Decamerone“ nachhaltig die abendländische Literatur beeinflusste. Und Caterina von Siena, die darauf hinwirkte, dass der Papstsitz nach Jahrzehnten von Avignon wieder nach Rom zurückverlegt wurde, gilt als eine der bedeutendsten Frauengestalten der Kirchengeschichte.
Prof. Dr. Dr. Klaus Bergdolt, Professor für Geschichte und Ethik der Medizin an der Universität zu Köln, referierte bei den Historischen Tagen (10. – 13.2.2016) zum Thema: „1348 - Gesellschaft im Zeichen der Pest“.

Das Große Abendländische Schisma von 1378
Ralf Lützelschwab

Das 14. Jahrhundert gilt als Krisenzeit des Mittelalters. „Dramatisches Jahrhundert“ nannte es die amerikanische Historikerin Barbara Tuchman in ihrem Klassiker „Der ferne Spiegel“. Der Hundertjährige Krieg zwischen Frankreich und England, in der Kirche die „Avignonesische Gefangenschaft“ und das große abendländische Schisma, Pestepidemien und Naturkatastrophen – war das alles aber nur eine dunkle Epoche?
Denn weitreichende Entwicklungen zeichneten sich bereits ab. So erlebte etwa die Hanse ihre Blütezeit. Litauen stieg zu einem neuen europäischen Machtfaktor auf. In Italien bildeten sich dominante Stadtrepubliken heraus und die Reichsstädte stärkten ihr Selbstbewusstsein gegenüber König und Fürsten. Kaiser Karl IV. konsolidierte durch geschickte Politik seine Herrschaft und Bayern schließlich erlebte eine Zeit der Teilungen mit der Besonderheit, dass das Herzogtum Straubing-Holland seinen Regierungssitz in Den Haag hatte.
Humanismus und Renaissance nahmen ihren Anfang, Giotto di Bondone ragt als Wegbereiter der neuzeitlichen Malerei hervor, in der Literatur Giovanni Boccaccio, dessen „Decamerone“ nachhaltig die abendländische Literatur beeinflusste. Und Caterina von Siena, die darauf hinwirkte, dass der Papstsitz nach Jahrzehnten von Avignon wieder nach Rom zurückverlegt wurde, gilt als eine der bedeutendsten Frauengestalten der Kirchengeschichte.
Dr. Ralf Lützelschwab, Habilitand und Dozent für Mittelalterliche Geschichte an der Freien Universität Berlin, referierte bei den Historischen Tagen (10. – 13.2.2016) zum Thema: „Zerrissene Christenheit oder: das Monster mit drei Köpfen. Auslöser, Verlauf und Folgen des Großen Abendländischen Schismas von 1378“.

Der Aufstieg Litauens
Mathias Niendorf

Das 14. Jahrhundert gilt als Krisenzeit des Mittelalters. „Dramatisches Jahrhundert“ nannte es die amerikanische Historikerin Barbara Tuchman in ihrem Klassiker „Der ferne Spiegel“. Der Hundertjährige Krieg zwischen Frankreich und England, in der Kirche die „Avignonesische Gefangenschaft“ und das große abendländische Schisma, Pestepidemien und Naturkatastrophen – war das alles aber nur eine dunkle Epoche?
Denn weitreichende Entwicklungen zeichneten sich bereits ab. So erlebte etwa die Hanse ihre Blütezeit. Litauen stieg zu einem neuen europäischen Machtfaktor auf. In Italien bildeten sich dominante Stadtrepubliken heraus und die Reichsstädte stärkten ihr Selbstbewusstsein gegenüber König und Fürsten. Kaiser Karl IV. konsolidierte durch geschickte Politik seine Herrschaft und Bayern schließlich erlebte eine Zeit der Teilungen mit der Besonderheit, dass das Herzogtum Straubing-Holland seinen Regierungssitz in Den Haag hatte.
Humanismus und Renaissance nahmen ihren Anfang, Giotto di Bondone ragt als Wegbereiter der neuzeitlichen Malerei hervor, in der Literatur Giovanni Boccaccio, dessen „Decamerone“ nachhaltig die abendländische Literatur beeinflusste. Und Caterina von Siena, die darauf hinwirkte, dass der Papstsitz nach Jahrzehnten von Avignon wieder nach Rom zurückverlegt wurde, gilt als eine der bedeutendsten Frauengestalten der Kirchengeschichte.
Prof. Dr. Mathias Niendorf, Professor für Osteuropäische Geschichte an der Universität Greifswald, referierte bei den Historischen Tagen (10. – 13.2.2016) zum Thema: „Der Aufstieg Litauens zur europäischen Großmacht unter Großfürst Gediminas (1316-1341) und seinen Nachfolgern“.

Vorboten der Kleinen Eiszeit
Josef H. Reichholf

Das 14. Jahrhundert gilt als Krisenzeit des Mittelalters. „Dramatisches Jahrhundert“ nannte es die amerikanische Historikerin Barbara Tuchman in ihrem Klassiker „Der ferne Spiegel“. Der Hundertjährige Krieg zwischen Frankreich und England, in der Kirche die „Avignonesische Gefangenschaft“ und das große abendländische Schisma, Pestepidemien und Naturkatastrophen – war das alles aber nur eine dunkle Epoche?
Denn weitreichende Entwicklungen zeichneten sich bereits ab. So erlebte etwa die Hanse ihre Blütezeit. Litauen stieg zu einem neuen europäischen Machtfaktor auf. In Italien bildeten sich dominante Stadtrepubliken heraus und die Reichsstädte stärkten ihr Selbstbewusstsein gegenüber König und Fürsten. Kaiser Karl IV. konsolidierte durch geschickte Politik seine Herrschaft und Bayern schließlich erlebte eine Zeit der Teilungen mit der Besonderheit, dass das Herzogtum Straubing-Holland seinen Regierungssitz in Den Haag hatte.
Humanismus und Renaissance nahmen ihren Anfang, Giotto di Bondone ragt als Wegbereiter der neuzeitlichen Malerei hervor, in der Literatur Giovanni Boccaccio, dessen „Decamerone“ nachhaltig die abendländische Literatur beeinflusste. Und Caterina von Siena, die darauf hinwirkte, dass der Papstsitz nach Jahrzehnten von Avignon wieder nach Rom zurückverlegt wurde, gilt als eine der bedeutendsten Frauengestalten der Kirchengeschichte.
Prof. em. Dr. Josef H. Reichholf, Evolutionsbiologe, leitete bis 2010 die Hauptabteilung Wirbeltiere der Zoologischen Staatssammlung München; er referierte bei den Historischen Tagen (10. – 13.2.2016) zum Thema: „Vorboten der Kleinen Eiszeit. Naturkatastrophen und das Leben der Menschen im 14. Jahrhundert“.

Geschichte der Zukunftsforschung
Elke Seefried

Rund 150 Menschen nahmen an den Philosophischen Tagen 2016 der Katholischen Akademie Bayern statt. Das Thema der drei Tage vom 6. bis zum 8. Oktober war nichts weniger als die "Zukunft". Versehen mit dem Untertitel "Welchen Fragen stellt sich die Philosophie?" ging die Veranstaltung unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Winfried Löffler, Professor am Institut für Christliche Philosophie der Universität Innsbruck, das weitgespannte Thema an. Das geschah zu Beginn unter anderem mit Hilfe von Experten verschiedener Wissenschaftsgebiete, die der Philosophie helfend zur Seite standen. Am Freitagvormittag sprachen der Astrophysiker Josef M.Gaßner über die wohl sehr zerstörerische Zukunft des Kosmos und der Klimaforscher Ottmar Edenhofer über die Zukunft der Menschen auf Erde, die immerhin noch möglich ist. Nachmittags referierte der Soziologe Armin Nassehi über die Gesellschaft, deren Zukunft sehr unterschiedlich sein kann. Am Abend sahen die Teilnehmer dann die Zukunft leibhaftig: Die Technische Universität München hatte in ihr "Robotor-Laboratorium" in der Barer Straße eingeladen und die Ingenieure dort zeigten die Prototypen zukünftiger Roboter-Generationen. Am Samstag dann berichtete die Historikerin Elke Seefried über die Vergangenheit, die Geschichte der Zukunftsforschung seit 1945. Und den Abschluss bildete schließlich der Blick auf die Zukunft schlechthin: die Ewigkeit. Thomas Schärtl-Trendel, Philosoph und Theologe, stellte die Frage, ob Gott denn auf uns zukomme?
Hören Sie hier den Vortrag von Prof. Dr. Elke Seefried, Professorin für Neueste Geschichte an der Universität Augsburg und stellv. Direktorin des Instituts für Zeitgeschichte.

Kaiser Franz Joseph I.
Karl Vocelka

Der identitätsstiftende, auf der Sprache beruhende Nationalismus ab dem späten 18. Jahrhundert erschwerte die Lage in der aus unterschiedlichen Territorien mit ebenso unterschiedlichen Rechtsgefügen bestehenden Habsburgermonarchie erheblich. Gleich am Beginn der Regierung Kaiser Franz Josephs im Dezember 1848 waren zwei dieser nationalen Fragen virulent. So versuchte Sardinien-Piemont, die Schwäche der Monarchie in der Revolution 1848 für seine Bestrebungen zur Einigung Italiens auszunützen. Und Ungarn war im Aufruhr, erklärte die Habsburger für abgesetzt und Ungarn für eine selbstständige Republik. International schlug sich dieser nationale Konflikt vor allem in den Kriegen um die italienische und die deutsche Einigung 1859 und 1866 nieder. Zwar fand Franz Joseph mit Ungarn 1867 einen Ausgleich, der aber die anderen Nationen des Staates vergrämte, da z.B. die Tschechen gleiche Rechte für sich forderten. Der Nationalitätenkonflikt erreichte nach 1867 eine Schärfe, für die weder der Kaiser, der wenig konsequent war, noch die verschiedenen Ministerpräsidenten Österreich-Ungarns eine Lösung fanden. Der Vortrag versucht, die nationale Ausgangssituation, die Haltung der dominierenden und der unterdrückten Nationen und vor allem die Einstellung des Kaisers aufzuzeigen. Neben der sozialen Frage, der Armut der Massen, gelang es Franz Joseph nicht, diese nationalen Spannungen zu lösen, womit seine Regierungszeit, die von einem positiven Mythos umgeben ist, wesentlich zum Zerfall des Staates beitrug.
Dazu referierte Prof. Dr. Karl Vocelka, Professor em. für Österreichische Geschichte an der Universität Wien, anlässlich des 100. Todestages von Kaiser Franz Joseph I., des Herrschers über einen multinationalen Staat im Zeitalter des Nationalismus.

Barbara von Wulffen
Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding

Die 1936 geborene Schriftstellerin Barbara von Wulffen, Tochter des Schriftsteller-Ehepaars Sophie Dorothee und Clemens Podewils, ist zunächst als Verfasserin bedeutender Essays zu aktuellen Fragen hervorgetreten: „Zwischen Glück und Ghetto“ behandelt das Thema der Familie in einem dem Zeitgeist von 1980 und dem von heute durchaus nicht konformen Eigen-Sinn, und der Band „Lichtwende“ von 1985 enthält eine Sammlung von poetischen und gleichwohl wirklichkeitsnahen Landschaftsbildern, die zeigen sollen, „was da eigentlich auf dem Spiel steht, wie groß unsere Verluste sein würden“. Im Jahr 1989 erschien Barbara von Wulffens Buch „Urnen voll Honig“, der aus zahlreichen Erinnerungsscherben zum leuchtenden, einleuchtenden Muster zusammengefügte, eine Kindheit in Böhmen vergegenwärtigende erste Roman der Autorin. Drei ungewöhnliche Elemente verbinden sich hier zu einer eigenartigen Konstellation: das Kindheitsgeschehen, die Topographie eines todgeweihten Lebensraums, das Ende einer Ära. Auch Barbara von Wulffens zweiter Roman „Maureen“ widmet sich einer teils untergegangenen, teils vom Untergang bedrohten Welt: Die um ein Farmer-Ehepaar gruppierten Geschichten spielen in Irland. – „Von Nachtigallen und Grasmücken“ berichtet über das irdische Vergnügen an Vogelkunde und Biologie. Persönliche Erinnerung und fundierte Kennerschaft verbinden sich zu einem höchst originellen Buch. Barbara von Wulffen ist Trägerin mehrerer Literaturpreise, darunter des Eichendorff-Preises, und Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.
Auf das einleitende Referat von Albert von Schirnding folgt direkt im Anschluss die Lesung von Barbara von Wulffen.

Die EU am Scheideweg?!
Manfred Weber

Erst die Finanzkrise, dann die Flüchtlingskrise, schließlich der Volksentscheid zum Brexit, mit dem erstmals die plebiszitäre Mehrheit eines Mitgliedsstaates den Abschied aus der EU nehmen wollte.
Beides stimmt: Dass das geeinte Europa ein Erfolgsprojekt ist; es hat den Frieden gesichert, den Prozess der Demokratisierung gerade von Staaten des ehemaligen Ostblocks gefördert und den Wohlstand in vielen Regionen gesteigert. Aber auch, dass in vielerlei Hinsicht ein weithin verbreitetes Misstrauen herrscht gegenüber der EU, ihrem politischen Personal und ihren Strukturen, gegen „Brüssel“ als Synonym für anscheinend überbordende Bürokratie mit undurchschaubaren Institutionen.
Wie kann und soll es deshalb weitergehen in der EU? In Richtung Vertiefung und immer engeren Zusammenwachsens oder in Richtung einer Rückverlagerung von Zuständigkeiten in die Nationalstaaten, vielleicht sogar in die Regionen (ein altes Thema, das jetzt wieder neu auf der Tagesordnung steht)?
Mit anderen Worten: Was ist unabdingbar, um die Einheit der EU zu sichern? Aber auch: Wie ernst nehmen wir, dass die politische Struktur „EU“ natürlich nicht identisch ist mit dem, was wir alles „Europa“ nennen?
Letztlich also: Welches europäische Narrativ, welche kulturell-geschichtliche Erzählung prägt unser Denken, Reden, aber auch Fühlen, wenn „Europa“ ins Spiel kommt?
Dazu referierte am 1. September 2016 in der Katholischen Akademie Bayern der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, Manfred Weber.

Die "Gen-Schere" CRISPR-Cas9
Michael Sendtner

Der Begriff ist für den medizinischen Laien unverständlich, die Methode, vor vier Jahren entwickelt, eine Revolution: CRISPR-Cas9 nennt sich das Verfahren, einzelne Gene – oder genauer: DNA-Bausteine – mit Hilfe einer sogenannten Gen-Schere gezielt zu verändern.
Befürworter sehen ungeahnte Chancen für Menschen, Tiere, Pflanzen: Gendefekte ließen sich reparieren, um schwere Erbkrankheiten wie Mukoviszidose, Sichelzellanämie oder Muskeldystrophie zu verhindern, die Anophelesmücke könnte manipuliert werden, damit sie keine Malaria-Erreger mehr überträgt, und bereits heute werden resistente Reis- und Weizensorten mit dieser Methode hergestellt.
Andererseits birgt das Verfahren hohe, unabsehbare Risiken vor allem für künftige Generationen; einmal angewendet ist es nicht mehr rückgängig zu machen. Es wirft deshalb rechtliche, soziale und ethische Fragen auf, insbesondere in Bezug auf die Therapie erblicher Krankheiten. In Deutschland ist der Eingriff in die menschliche Keimbahn, bzw. die Verwendung veränderter Keimzellen zur Befruchtung, nach § 5 des Embryonenschutzgesetzes verboten. Doch die Forschung geht weiter, in England und insbesondere in China.
Die „Gen-Schere“ verändert Leben fundamental. In der breiteren Öffentlichkeit wird aber bisher kaum qualifiziert über „CRISPR-Cas9“ (Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats) diskutiert. Die Veranstaltung am 12. Oktober 2016 in der Katholischen Akademie soll dies ändern.
Es referiert Prof. Dr. Michael Sendtner, Institut für Klinische Neurobiologie der Universität Würzburg.

Christliche Eschatologie
Thomas Schärtl-Trendel

Rund 150 Menschen nahmen an den Philosophischen Tagen 2016 der Katholischen Akademie Bayern statt. Das Thema der drei Tage vom 6. bis zum 8. Oktober war nichts weniger als die "Zukunft". Versehen mit dem Untertitel "Welchen Fragen stellt sich die Philosophie?" ging die Veranstaltung unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Winfried Löffler, Professor am Institut für Christliche Philosophie der Universität Innsbruck, das weitgespannte Thema an. Das geschah zu Beginn unter anderem mit Hilfe von Experten verschiedener Wissenschaftsgebiete, die der Philosophie helfend zur Seite standen. Am Freitagvormittag sprachen der Astrophysiker Josef M.Gaßner über die wohl sehr zerstörerische Zukunft des Kosmos und der Klimaforscher Ottmar Edenhofer über die Zukunft der Menschen auf Erde, die immerhin noch möglich ist. Nachmittags referierte der Soziologe Armin Nassehi über die Gesellschaft, deren Zukunft sehr unterschiedlich sein kann. Am Abend sahen die Teilnehmer dann die Zukunft leibhaftig: Die Technische Universität München hatte in ihr "Robotor-Laboratorium" in der Barer Straße eingeladen und die Ingenieure dort zeigten die Prototypen zukünftiger Roboter-Generationen. Am Samstag dann berichtete die Historikerin Elke Seefried über die Vergangenheit, die Geschichte der Zukunftsforschung seit 1945. Und den Abschluss bildete schließlich der Blick auf die Zukunft schlechthin: die Ewigkeit. Thomas Schärtl-Trendel, Philosoph und Theologe, stellte die Frage, ob Gott denn auf uns zukomme?
Hören Sie hier den Vortrag von Prof. Dr. Dr. Thomas Schärtl-Trendel, Professor für Philosophische Grundfragen der Theologie an der Universität Regensburg.

Wenn der Tod ins Leben einbricht - Auswirkungen auf Hinterbliebene
Andreas Müller-Cyran

„Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen.“ So heißt es in einem alten Kirchenlied aus dem Mittelalter. Damals hatten die Menschen den plötzlichen, den unvorhergesehenen Tod viel deutlicher vor Augen als wir heute; der riesengroß an die Außenwand von Kirchen gemalte Christophorus wurde angerufen, weniger um allgemein vom Tod verschont zu werden, sondern vor allem von dessen jähem Eintritt, der den Menschen unvorbereitet treffen würde. Und heute? Wir wissen zwar von möglichen Naturkatastrophen und Terroranschlägen, gehen aber angesichts der Verdienste der Palliativmedizin und Hospizversorgung, wenn wir an unseren eigenen Tod denken, wohl meistens von einem langsamen Sterbeprozess aus. Jedoch tritt das Sterben oft ganz überraschend ins Leben – sei es durch einen Infarkt, einen (Verkehrs-)Unfall, einen Suizid, um nur die häufigsten Ursachen zu nennen. Aber das Phänomen des „Plötzlichen Todes“ wird selten zusammenhängend betrachtet. Darum widmen sich die Katholische Akademie Bayern und das Gesundheitsforum der „Süddeutschen Zeitung“ dieser Frage.
Erfahrungen beisteuern können die Rechtsmedizin, die verschiedene Ursachen überblickt, die Notfallmedizin, die in solchen Extremsituationen zu helfen versucht, oder die Notfallseelsorge, die den Hinterbliebenen beistehen will. Über das Thema "Wenn der Tod ins Leben einbricht. Auswirkungen auf Hinterbliebene" referiert Dr. Andreas Müller-Cyran, Leiter der Notfallseelsorge in der Erzdiözese München und Freising.

Lässt sich die Welt restlos vernünftig erklären?
Michael-Thomas Liske

Unsere Welt ist die beste aller möglichen – die These des großen Barockphilosophen Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) erschien schon zu dessen Lebzeiten befremdlich, ja lächerlich, erst recht nach dem Erdbeben von Lissabon 1755. Denn um sich ihr denkerisch nähern zu können, muss man zunächst das philosophische Prinzip des „zureichenden Grundes“ akzeptieren, dass nämlich jedes kontingente Ereignis bis ins letzte Detail durch Vernunftgründe bestimmt sei, und daher grundsätzlich rational erklärbar. Darauf basiert dann auch der Gottesbeweis von Leibniz: Wenn ich ein innerweltliches Ereignis durch ein anderes innerweltliches begründen will, so ist damit sein eigentlicher und letzter Ursprung nicht erreicht; denn eine Letztbegründung kann nur in einem außerweltlichen Wesen liegen, das absolut notwendig seinen Grund in sich selbst hat. Dies aber ist Gott.
Konträr zur Annahme eines allmächtigen, allwissenden, unbedingt guten Gottes steht natürlich die konkrete Erfahrung des Übels als des Widervernünftigen, zumal des sittlich Bösen. Deshalb versucht die Leibniz‘sche Theodizee, das Böse insofern zu rechtfertigen, dass sie es im Sinne eines Kontrasts als integrierenden Bestandteil des insgesamt Bestmöglichen versteht – zu dem allerdings sei Gott moralisch verpflichtet. Hierdurch gelingt Leibniz eine Modifikation der Pflichtethik, die Kants Rigorismus überlegen ist. Verschlungene Denkwege, die aber gerade deshalb zu neuem Mitdenken anregen. Unter dem Titel "Lässt sich die Welt restlos vernünftig erklären? - Zum 300. Todestag von Gottfried Wilhelm Leibniz" referiert Prof. Dr. Michael-Thomas Liske, Professor für Philosophie an der Universität Passau.

Vom Leben auf Kosten Dritter
Stephan Lessenich

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Hochschule für Philosophie SJ statt. Sie bildete den öffentlichen Schlusspunkt nach einer äußerst erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen der KEB Bayern und der Hochschule für Philosophie im Rahmen des Zertifikatskurses "Ethik in globaler Perspektive".
Prof. Dr. Stephan Lessenich vertrat in seinem Vortrag folgende These:
„Wir leben nicht über unsere Verhältnisse – wir leben über die Verhältnisse anderer. Den eigenen Wohlstand zu wahren, indem man ihn anderen vorenthält – das ist das heimliche Lebensmotto der entwickelten Gesellschaften. Und im Grunde wissen wir es alle: Uns im Westen geht es gut, weil es den meisten Menschen anderswo schlecht geht. Wir lagern Armut und Ungerechtigkeit aus, im kleinen wie im großen Maßstab. Wir schieben die negativen Effekte unserer Lebensweise systematisch Ländern und Menschen in anderen Weltregionen zu. Und wir alle verdrängen unseren Anteil an dieser Praxis. Die Wahrheit ist: Wo die einen gewinnen, verlieren die anderen. Und die Verlierer dieses großen Nullsummenspiels klopfen jetzt an unsere Türen. Deshalb wird sich unser Leben ändern – ob wir wollen oder nicht.“
Der Referent, Prof. Dr. Stephan Lessenich, ist Professor für Soziologie mit dem Schwerpunkt Soziale Entwicklungen und Strukturen an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Migration und Integration
Marita Krauss

Migration gab es durch alle Geschichtsepochen hindurch. Vielfach war sie ein Phänomen der großen Zahl. Allerdings hat sie heute Ausmaße angenommen, die jede Vorstellungskraft sprengen: 2014 waren weltweit rund 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Und immer wieder stehen Menschen in den Aufnahmeländern vor der Frage, wie nun umzugehen sei mit den Ankommenden. Bereits 1908 hatte der Soziologe Georg Simmel geschrieben, der Migrant sei ein „Gast, der heute kommt und morgen bleibt“.
Die Herausforderung ist nicht neu. Zu Beginn eines solchen Prozesses standen sich oft Ansässige und Ankommende fremd, irritiert, oft sogar feindlich gegenüber. Streng wurde in „Wir“ und „Ihr“ getrennt. „Wir“, das waren die Einheimischen, „Ihr“ die „Anderen“, die oft nichts besaßen. Das galt für Glaubensflüchtlinge nach dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 oder im Dreißigjährigen Krieg, für Auswanderer aus Deutschland im 18. und 19. Jahrhundert, für jüdische Emigranten während der NS-Zeit, für Flüchtlinge und Vertriebene oder Arbeitsmigranten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Es gilt für Bürgerkriegsflüchtlinge und Asylsuchende in unserer Zeit.
Prof. Dr. Marita Krauss von der Universität Augsburg fragte am 21. September 2016 in der Katholischen Akademie danach, wie es in der Geschichte gelang, diese Konfrontationen aufzuheben und die Ankömmlinge in die Gesellschaft aufzunehmen.

Die Zukunft der Gesellschaft
Armin Nassehi

Rund 150 Menschen nahmen an den Philosophischen Tagen 2016 der Katholischen Akademie Bayern statt. Das Thema der drei Tage vom 6. bis zum 8. Oktober war nichts weniger als die "Zukunft". Versehen mit dem Untertitel "Welchen Fragen stellt sich die Philosophie?" ging die Veranstaltung unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Winfried Löffler, Professor am Institut für Christliche Philosophie der Universität Innsbruck, das weitgespannte Thema an. Das geschah zu Beginn unter anderem mit Hilfe von Experten verschiedener Wissenschaftsgebiete, die der Philosophie helfend zur Seite standen. Am Freitagvormittag sprachen der Astrophysiker Josef M.Gaßner über die wohl sehr zerstörerische Zukunft des Kosmos und der Klimaforscher Ottmar Edenhofer über die Zukunft der Menschen auf der Erde, die immerhin noch möglich ist. Nachmittags referierte der Soziologe Armin Nassehi über die Gesellschaft, deren Zukunft sehr unterschiedlich sein kann. Am Abend sahen die Teilnehmer dann die Zukunft leibhaftig: Die Technische Universität München hatte in ihr "Robotor-Laboratorium" in der Barer Straße eingeladen und die Ingenieure dort zeigten die Prototypen zukünftiger Roboter-Generationen. Am Samstag dann berichtete die Historikerin Elke Seefried über die Vergangenheit, die Geschichte der Zukunftsforschung seit 1945. Und den Abschluss bildete schließlich der Blick auf die Zukunft schlechthin: die Ewigkeit. Thomas Schärtl-Trendel, Philosoph und Theologe, stellte die Frage, ob Gott denn auf uns zukomme?
Hören Sie hier den Vortrag von Prof. Dr. Armin Nassehi, Professor für Soziologie an der LMU München.

Die Zukunft der Erde
Ottmar Edenhofer

„Die Zukunft ist keine sauber von der jeweiligen Gegenwart abgelöste Utopie: Die Zukunft hat schon begonnen“, schrieb Robert Jungk, Exponent der Zukunftsforschung aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Keine Utopie, keine Science-Fiction, keine literarische Fiktion! Ottmar Edenhofer greift auf die großen Narrative der Gegenwart zurück, um als Philosoph und Ökonom über die Zukunft des Planeten Nummer Drei der Sonne nachzudenken: Insbesondere die Großerzählungen, die unser wirtschaftliches Handeln bestimmen, haben Einfluss auf unsere Erwartungen und unsere spezielle Interpretation der Beschreibungen künftiger Entwicklungen. Besonders interessieren ihn zwei - ganz gegensätzliche - Narrative: Kapitalismus zum einen als Befreiungsgeschichte, zum anderen als Geschichte der Ausbeutung von Mensch und Natur. Welche Erzählung wird sich künftig als wirkmächtiger erweisen? Oder gibt es eine Meta-Erzählung, die beide überschreitet? Dem Zukunftsoptimismus der Aufklärung versetzte bereits 1973 der Bericht des „Club of Rome“ einen schweren Dämpfer. Und heute? Da stehen der Angst vor Katastrophen, Klimawandel oder Kriegen die Glücksversprechen von Digitalisierung, molekularer Medizin oder Agrotechnologie gegenüber. Zu gern wüsste der Mensch etwas über seine Zukunft, doch sie verbirgt sich. Ungeachtet dessen gilt, was Sören Kierkegaard so formulierte: „Das Leben muss rückwärts verstanden, aber … vorwärts gelebt werden.“ 
Unter dem Titel "Die Zukunft der Erde" referierte in der Katholischen Akademie Bayern Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Professor für die Ökonomie des Klimawandels an der TU Berlin und stellvertretender Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung,

Das Handeln Gottes in der Bibel - Strukturen und Kategorien
Thomas Söding

Mit der Veranstaltung „(Wie) handelt Gott?“ am 3. Dezember 2016 versuchte die Katholische Akademie Bayern den beiden im Titel verwobenen Fragen näherzukommen und Nachdenklichkeit zu erzielen. Denn zum christlichen Glauben gehört ja die feste Überzeugung, dass Gott nicht nur am Anfang der Welt als Schöpfer tätig war, sondern auch in der Welt handelt. Jedes Gebet, jeder Gottesdienst ist durchdrungen von der Annahme, dass sich Gott den Menschen zuwendet. Wer biblisch-christlich glaubt, ist überzeugt: Gott handelt in und an der Welt. Deckt sich diese gläubige Grundannahme mit der alltäglichen Erfahrung unseres Lebens? Denn unsere Erfahrung scheint allzu oft eine gegensätzliche zu sein - wir erleiden die Abwesenheit, das Schweigen Gottes. Wie kann man also ernsthaft von einem Handeln Gottes sprechen? Theologisch formuliert: Was hat „Offenbarung“ mit unserer Lebenswirklichkeit zu tun?
Hierzu referierte Prof. Dr. Thomas Söding, Professor für neutestamentliche Exegese und Theologie an der Ruhr-Universität Bochum.

Was heißt heute „Gott handelt“?
Jürgen Bründl

Mit der Veranstaltung „(Wie) handelt Gott?“ am 3. Dezember 2016 versuchte die Katholische Akademie Bayern den beiden im Titel verwobenen Fragen näherzukommen und Nachdenklichkeit zu erzielen. Denn zum christlichen Glauben gehört ja die feste Überzeugung, dass Gott nicht nur am Anfang der Welt als Schöpfer tätig war, sondern auch in der Welt handelt. Jedes Gebet, jeder Gottesdienst ist durchdrungen von der Annahme, dass sich Gott den Menschen zuwendet. Wer biblisch-christlich glaubt, ist überzeugt: Gott handelt in und an der Welt. Deckt sich diese gläubige Grundannahme mit der alltäglichen Erfahrung unseres Lebens? Denn unsere Erfahrung scheint allzu oft eine gegensätzliche zu sein - wir erleiden die Abwesenheit, das Schweigen Gottes. Wie kann man also ernsthaft von einem Handeln Gottes sprechen? Theologisch formuliert: Was hat „Offenbarung“ mit unserer Lebenswirklichkeit zu tun?
Hierzu referierte Prof. Dr. Jürgen Bründl, Professor für Fundamentaltheologie und Dogmatik an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.

Christen in der Politik - Möglichkeiten und Grenzen
Klaus Tanner

Wenn man die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland unter dem Gesichtspunkt ihrer führenden politischen Persönlichkeiten betrachtet, erkennt man, dass vom ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss bis zum amtierenden Präsidenten Joachim Gauck das Amt des Bundespräsidenten christlich, ja sogar deutlich protestantisch geprägt ist. Ähnlich verhält es sich bei den Bundeskanzlern – beginnend bei dem römisch-katholischen „Gründungs“-Kanzler Konrad Adenauer, bis hin zur evangelischen Bundeskanzlerin, der Pastorentochter Angela Merkel.
Was veranlasst Christinnen und Christen, sich in allen Parteien zu engagieren? Was motiviert sie, sich in öffentliche Belange mit deutlicher Stimme einzubringen? Erinnert sei daran, dass es Christen waren, die vor einem Vierteljahrhundert eine führende Rolle bei der friedlichen Revolution in der DDR spielten. Sie hatten durch ihre Mitarbeit an den Runden Tischen, aber auch durch ihren Beitrag als Mitgründer und Mitgestalter in den politischen Parteien der ersten frei gewählten DDR-Volkskammer einen gewaltfreien und geordneten Übergang in die Berliner Republik erst möglich gemacht.
Die Kirchen bekennen sich klar zu der Verantwortung, die sie für das demokratische Gemeinwesen tragen. Religion ist keine Privatsache – Christen müssen sich einmischen, wenn es um Nächstenliebe, das Gemeinwohl, Gerechtigkeit und Frieden geht. Und damit haben Christen einen politischen Auftrag.
Vor diesem Hintergrund geht die Evangelische Akademie Tutzing in Kooperation mit der Katholischen Akademie in Bayern und der Hanns-Seidel-Stiftung e.V. im Rahmen der Tagung "Christen in der Politik - Zwischen Kompromiss und Kompromittierung" der Frage nach, wo das „C“ in der aktuellen politischen Lage an seine Grenzen stößt, welche Erfahrungen es in der Praxis gibt und welche Perspektiven sich für die Zukunft abzeichnen.
Prof. Dr. Klaus Tanner, Ordinarius für Systematische Theologie und Ethik an der Universität Heidelberg, ist Vorsitzender der Zentralen Ethikkommission der Bundesregierung für Stammzellforschung und fungiert als Wissenschaftlicher Leiter der interdisziplinären Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg (FEST).

Christen in der Politik - Zum Selbstverständnis des Ethikers
Andreas Lob-Hüdepohl

Wenn man die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland unter dem Gesichtspunkt ihrer führenden politischen Persönlichkeiten betrachtet, erkennt man, dass vom ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss bis zum amtierenden Präsidenten Joachim Gauck das Amt des Bundespräsidenten christlich, ja sogar deutlich protestantisch geprägt ist. Ähnlich verhält es sich bei den Bundeskanzlern – beginnend bei dem römisch-katholischen „Gründungs“-Kanzler Konrad Adenauer, bis hin zur evangelischen Bundeskanzlerin, der Pastorentochter Angela Merkel.
Was veranlasst Christinnen und Christen, sich in allen Parteien zu engagieren? Was motiviert sie, sich in öffentliche Belange mit deutlicher Stimme einzubringen? Erinnert sei daran, dass es Christen waren, die vor einem Vierteljahrhundert eine führende Rolle bei der friedlichen Revolution in der DDR spielten. Sie hatten durch ihre Mitarbeit an den Runden Tischen, aber auch durch ihren Beitrag als Mitgründer und Mitgestalter in den politischen Parteien der ersten frei gewählten DDR-Volkskammer einen gewaltfreien und geordneten Übergang in die Berliner Republik erst möglich gemacht.
Die Kirchen bekennen sich klar zu der Verantwortung, die sie für das demokratische Gemeinwesen tragen. Religion ist keine Privatsache – Christen müssen sich einmischen, wenn es um Nächstenliebe, das Gemeinwohl, Gerechtigkeit und Frieden geht. Und damit haben Christen einen politischen Auftrag.
Vor diesem Hintergrund geht die Evangelische Akademie Tutzing in Kooperation mit der Katholischen Akademie in Bayern und der Hanns-Seidel-Stiftung e.V. im Rahmen der Tagung "Christen in der Politik - Zwischen Kompromiss und Kompromittierung" der Frage nach, wo das „C“ in der aktuellen politischen Lage an seine Grenzen stößt, welche Erfahrungen es in der Praxis gibt und welche Perspektiven sich für die Zukunft abzeichnen.
Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl ist Professor für Theologische Ethik an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin und Mitglied des Deutschen Ethikrates, Berlin.

Christen in der Politik - Ein Streifzug
Hans Maier

Wenn man die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland unter dem Gesichtspunkt ihrer führenden politischen Persönlichkeiten betrachtet, erkennt man, dass vom ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss bis zum amtierenden Präsidenten Joachim Gauck das Amt des Bundespräsidenten christlich, ja sogar deutlich protestantisch geprägt ist. Ähnlich verhält es sich bei den Bundeskanzlern – beginnend bei dem römisch-katholischen „Gründungs“-Kanzler Konrad Adenauer, bis hin zur evangelischen Bundeskanzlerin, der Pastorentochter Angela Merkel.
Was veranlasst Christinnen und Christen, sich in allen Parteien zu engagieren? Was motiviert sie, sich in öffentliche Belange mit deutlicher Stimme einzubringen? Erinnert sei daran, dass es Christen waren, die vor einem Vierteljahrhundert eine führende Rolle bei der friedlichen Revolution in der DDR spielten. Sie hatten durch ihre Mitarbeit an den Runden Tischen, aber auch durch ihren Beitrag als Mitgründer und Mitgestalter in den politischen Parteien der ersten frei gewählten DDR-Volkskammer einen gewaltfreien und geordneten Übergang in die Berliner Republik erst möglich gemacht.
Die Kirchen bekennen sich klar zu der Verantwortung, die sie für das demokratische Gemeinwesen tragen. Religion ist keine Privatsache – Christen müssen sich einmischen, wenn es um Nächstenliebe, das Gemeinwohl, Gerechtigkeit und Frieden geht. Und damit haben Christen einen politischen Auftrag.
Vor diesem Hintergrund geht die Evangelische Akademie Tutzing in Kooperation mit der Katholischen Akademie in Bayern und der Hanns-Seidel-Stiftung e.V. im Rahmen der Tagung "Christen in der Politik - Zwischen Kompromiss und Kompromittierung" der Frage nach, wo das „C“ in der aktuellen politischen Lage an seine Grenzen stößt, welche Erfahrungen es in der Praxis gibt und welche Perspektiven sich für die Zukunft abzeichnen.
Einen Überblick von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart vermittelte Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Maier, Politikwissenschaftler und Publizist, Kultusminister a. D. des Freistaates Bayern, ehem. Leiter des Guardini-Lehrstuhls für Christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie an der LMU München.

Christen in der Politik - Persönliche Erfahrungen
Günther Beckstein

Wenn man die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland unter dem Gesichtspunkt ihrer führenden politischen Persönlichkeiten betrachtet, erkennt man, dass vom ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss bis zum amtierenden Präsidenten Joachim Gauck das Amt des Bundespräsidenten christlich, ja sogar deutlich protestantisch geprägt ist. Ähnlich verhält es sich bei den Bundeskanzlern – beginnend bei dem römisch-katholischen „Gründungs“-Kanzler Konrad Adenauer, bis hin zur evangelischen Bundeskanzlerin, der Pastorentochter Angela Merkel.
Was veranlasst Christinnen und Christen, sich in allen Parteien zu engagieren? Was motiviert sie, sich in öffentliche Belange mit deutlicher Stimme einzubringen? Erinnert sei daran, dass es Christen waren, die vor einem Vierteljahrhundert eine führende Rolle bei der friedlichen Revolution in der DDR spielten. Sie hatten durch ihre Mitarbeit an den Runden Tischen, aber auch durch ihren Beitrag als Mitgründer und Mitgestalter in den politischen Parteien der ersten frei gewählten DDR-Volkskammer einen gewaltfreien und geordneten Übergang in die Berliner Republik erst möglich gemacht.
Die Kirchen bekennen sich klar zu der Verantwortung, die sie für das demokratische Gemeinwesen tragen. Religion ist keine Privatsache – Christen müssen sich einmischen, wenn es um Nächstenliebe, das Gemeinwohl, Gerechtigkeit und Frieden geht. Und damit haben Christen einen politischen Auftrag.
Vor diesem Hintergrund geht die Evangelische Akademie Tutzing in Kooperation mit der Katholischen Akademie in Bayern und der Hanns-Seidel-Stiftung e.V. im Rahmen der Tagung "Christen in der Politik - Zwischen Kompromiss und Kompromittierung" der Frage nach, wo das „C“ in der aktuellen politischen Lage an seine Grenzen stößt, welche Erfahrungen es in der Praxis gibt und welche Perspektiven sich für die Zukunft abzeichnen.
Einen von persönlichen Erinnerungen geprägten Überblick, beginnend in den Jahren zwischen den Weltkriegen, gab Dr. Günther Beckstein, Innenminister a. D. und Ministerpräsident a.D. des Freistaates Bayern.

Luthers theologische Sicht des Menschen zwischen Mittelalter und Neuzeit
Volker Leppin

Coburg und seine Veste laden ein zur Landesausstellung 2017 „Ritter, Bauern, Lutheraner“. Wir organisieren einen gemeinsamen Ausstellungsrundgang, vor allem aber eine Samstagsveranstaltung hochqualifizierter Referenten. Diese ist zusätzlich zur Ausstellung als Angebot gedacht, jenes Geschehen besser zu verstehen, das wir mit dem Jahr 1517 verbinden, das aber weit über Deutschland hinaus von geistes- und kulturgeschichtlichen Strömungen zeugt.
Denn erstens haben damals Bilder bei den Auseinandersetzungen und der Darstellung der unterschiedlichen theologischen Positionen eine entscheidende Rolle gespielt. Ein weites Feld mit der Gelegenheit vielfacher, überraschender Entdeckungen. Hat man damals „katholisch“ gemalt, oder eben „evangelisch“?
Ausgehend von solchen Eindrücken wollen wir einer zweiten Fragestellung nachgehen: Welcher Zusammenhang besteht zwischen den strittig diskutierten, grundlegenden theologischen Themen einerseits und dem jeweiligen Verständnis vom Menschen andererseits?
Zum Thema "Sündig und frei. Luthers theologische Sicht des Menschen zwischen Mittelalter und Neuzeit" referierte Prof. Dr. Volker Leppin, Professor für Kirchengeschichte an der Universität Tübingen.

Luther - katholisch?!
Augustinus Sander OSB

„Luther hat bekanntlich keine neue Kirche gewollt. Er hat die Kirche reformieren wollen. Ja – er war ein Reformkatholik“. So urteilt der emeritierte Bischof von Erfurt, Dr. Joachim Wanke, über den Wittenberger Reformator. Reformkatholisch meint hier: Katholizität und Reform bilden keine Antithese, sondern eine durchaus „spannende“ Synthese. Vom Ansatz einer bewusst innerkatholischen Verortung der Wittenberger Reformanliegen begibt sich der Abendvortrag darum anhand ausgewählter Beispiele auf eine reformkatholische Spurensuche in Leben und Werk Martin Luthers. Von Interesse ist dabei nicht nur die Frage: „Was sagt Luther?“ Vielmehr geht es um ein tieferes Anliegen, nämlich: „Woher hat Luther das, was er sagt?“ Damit liegt der Akzent sehr klar auf der katholischen Ursprungsgeschichte der Wittenberger Reformanliegen. Die ebenso wichtige Frage „Was wurde aus dem, was Luther gesagt hat?“ kann lediglich angedeutet werden, weil „die“ Wirkungsgeschichte der Wittenberger Reformen nur in durchaus unterschiedlichen konfessionellen Rezeptionsgeschichten erkennbar ist. Ob die Positionen Luthers in jedem Fall systemsprengend waren, also unweigerlich zum Bruch mit der katholischen Kirche führen mussten – darin liegt nach wie vor die bleibende ökumenische Herausforderung. Es referiert P. Dr. Augustinus Sander OSB, Novizenmeister in der Benediktinerabtei Maria Laach.

Luther und Eck - Heil und Kirche bei Eck
Klaus Unterburger

Martin Luther und Johannes Eck – diese beiden deutschen Zentralfiguren zu Beginn des makrohistorischen Prozesses „Reformation“ werden konfessionsübergreifend in den Blick genommen im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposions in der Katholischen Akademie Bayern. Das Symposion ist eine Kooperation von: Kath.-Theol. Fakultät der LMU München, Evang.-Theol. Fakultät der LMU München, Bayerische Staatsbibliothek, Katholische Akademie Bayern, Evangelische Akademie Tutzing.
Die scharfen Gegensätze in den theologischen Entwürfen beider Theologen und deren jeweilige Entstehungskontexte sollen ebenso sorgfältig untersucht werden wie die gemeinsamen Themen und die häufig überraschend übereinstimmende Weise, ihre Tätigkeit zu organisieren und zu präsentieren. Eine solche vergleichende Perspektive ermöglicht die differenzierte Erschließung des Reformationsgeschehens in seinen zeitgeschichtlich bedingten Ambivalenzen und Gegensätzen, aber auch strukturellen und inhaltlichen Parallelen. Ermöglicht wird eine erinnerungskulturelle Annäherung der „Reformation“ jenseits der Gefahr konfessioneller oder historiographischer Einseitigkeiten durch einen historischen Neuzugang zu unterschiedlichen Modellen von Kirche, Glauben und Gesellschaft.
Zum Thema Heil und Kirche bei Eck referierte Prof. Dr. Klaus Unterburger, Regensburg.

Luther und Eck - Schüler auf eigenen Wegen (Eck und Balthasar Hubmaier)
Andrea Strübind

Martin Luther und Johannes Eck – diese beiden deutschen Zentralfiguren zu Beginn des makrohistorischen Prozesses „Reformation“ werden konfessionsübergreifend in den Blick genommen im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposions in der Katholischen Akademie Bayern. Das Symposion ist eine Kooperation von: Kath.-Theol. Fakultät der LMU München, Evang.-Theol. Fakultät der LMU München, Bayerische Staatsbibliothek, Katholische Akademie Bayern, Evangelische Akademie Tutzing.
Die scharfen Gegensätze in den theologischen Entwürfen beider Theologen und deren jeweilige Entstehungskontexte sollen ebenso sorgfältig untersucht werden wie die gemeinsamen Themen und die häufig überraschend übereinstimmende Weise, ihre Tätigkeit zu organisieren und zu präsentieren. Eine solche vergleichende Perspektive ermöglicht die differenzierte Erschließung des Reformationsgeschehens in seinen zeitgeschichtlich bedingten Ambivalenzen und Gegensätzen, aber auch strukturellen und inhaltlichen Parallelen. Ermöglicht wird eine erinnerungskulturelle Annäherung der „Reformation“ jenseits der Gefahr konfessioneller oder historiographischer Einseitigkeiten durch einen historischen Neuzugang zu unterschiedlichen Modellen von Kirche, Glauben und Gesellschaft.
Zum Thema Schüler auf eigenen Wegen - Eck und Balthasar Hubmaier referierte Prof. Dr. Andrea Strübind, Oldenburg.

Luther und Eck - Polemik als Instrument des konfessionellen Zeitalters
Anselm Schubert

Martin Luther und Johannes Eck – diese beiden deutschen Zentralfiguren zu Beginn des makrohistorischen Prozesses „Reformation“ werden konfessionsübergreifend in den Blick genommen im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposions in der Katholischen Akademie Bayern. Das Symposion ist eine Kooperation von: Kath.-Theol. Fakultät der LMU München, Evang.-Theol. Fakultät der LMU München, Bayerische Staatsbibliothek, Katholische Akademie Bayern, Evangelische Akademie Tutzing.
Die scharfen Gegensätze in den theologischen Entwürfen beider Theologen und deren jeweilige Entstehungskontexte sollen ebenso sorgfältig untersucht werden wie die gemeinsamen Themen und die häufig überraschend übereinstimmende Weise, ihre Tätigkeit zu organisieren und zu präsentieren. Eine solche vergleichende Perspektive ermöglicht die differenzierte Erschließung des Reformationsgeschehens in seinen zeitgeschichtlich bedingten Ambivalenzen und Gegensätzen, aber auch strukturellen und inhaltlichen Parallelen. Ermöglicht wird eine erinnerungskulturelle Annäherung der „Reformation“ jenseits der Gefahr konfessioneller oder historiographischer Einseitigkeiten durch einen historischen Neuzugang zu unterschiedlichen Modellen von Kirche, Glauben und Gesellschaft.
Zum Thema Polemik als Instrument des konfessionellen Zeitalters - Das Wort als Waffe bei Luther referierte Prof. Dr. Anselm Schubert, Erlangen.

Luther und Eck -Schüler auf eigenen Wegen (Luther und Thomas Müntzer)
Tim Lorentzen

Martin Luther und Johannes Eck – diese beiden deutschen Zentralfiguren zu Beginn des makrohistorischen Prozesses „Reformation“ werden konfessionsübergreifend in den Blick genommen im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposions in der Katholischen Akademie Bayern. Das Symposion ist eine Kooperation von: Kath.-Theol. Fakultät der LMU München, Evang.-Theol. Fakultät der LMU München, Bayerische Staatsbibliothek, Katholische Akademie Bayern, Evangelische Akademie Tutzing.
Die scharfen Gegensätze in den theologischen Entwürfen beider Theologen und deren jeweilige Entstehungskontexte sollen ebenso sorgfältig untersucht werden wie die gemeinsamen Themen und die häufig überraschend übereinstimmende Weise, ihre Tätigkeit zu organisieren und zu präsentieren. Eine solche vergleichende Perspektive ermöglicht die differenzierte Erschließung des Reformationsgeschehens in seinen zeitgeschichtlich bedingten Ambivalenzen und Gegensätzen, aber auch strukturellen und inhaltlichen Parallelen. Ermöglicht wird eine erinnerungskulturelle Annäherung der „Reformation“ jenseits der Gefahr konfessioneller oder historiographischer Einseitigkeiten durch einen historischen Neuzugang zu unterschiedlichen Modellen von Kirche, Glauben und Gesellschaft.
Zum Thema Schüler auf eigenen Wegen - Luther und Thomas Müntzer referierte PD Dr. Tim Lorentzen, München.

Luther und Eck - Heil und Kirche bei Luther
Volker Leppin

Martin Luther und Johannes Eck – diese beiden deutschen Zentralfiguren zu Beginn des makrohistorischen Prozesses „Reformation“ werden konfessionsübergreifend in den Blick genommen im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposions in der Katholischen Akademie Bayern. Das Symposion ist eine Kooperation von: Kath.-Theol. Fakultät der LMU München, Evang.-Theol. Fakultät der LMU München, Bayerische Staatsbibliothek, Katholische Akademie Bayern, Evangelische Akademie Tutzing.
Die scharfen Gegensätze in den theologischen Entwürfen beider Theologen und deren jeweilige Entstehungskontexte sollen ebenso sorgfältig untersucht werden wie die gemeinsamen Themen und die häufig überraschend übereinstimmende Weise, ihre Tätigkeit zu organisieren und zu präsentieren. Eine solche vergleichende Perspektive ermöglicht die differenzierte Erschließung des Reformationsgeschehens in seinen zeitgeschichtlich bedingten Ambivalenzen und Gegensätzen, aber auch strukturellen und inhaltlichen Parallelen. Ermöglicht wird eine erinnerungskulturelle Annäherung der „Reformation“ jenseits der Gefahr konfessioneller oder historiographischer Einseitigkeiten durch einen historischen Neuzugang zu unterschiedlichen Modellen von Kirche, Glauben und Gesellschaft.
Zum Thema Heil und Kirche bei Luther referierte Prof. Dr. Volker Leppin, Tübingen.

Luther und Eck - Die Religionspolitik Karls V.
Birgit Emich

Martin Luther und Johannes Eck – diese beiden deutschen Zentralfiguren zu Beginn des makrohistorischen Prozesses „Reformation“ werden konfessionsübergreifend in den Blick genommen im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposions in der Katholischen Akademie Bayern. Das Symposion ist eine Kooperation von: Kath.-Theol. Fakultät der LMU München, Evang.-Theol. Fakultät der LMU München, Bayerische Staatsbibliothek, Katholische Akademie Bayern, Evangelische Akademie Tutzing.
Die scharfen Gegensätze in den theologischen Entwürfen beider Theologen und deren jeweilige Entstehungskontexte sollen ebenso sorgfältig untersucht werden wie die gemeinsamen Themen und die häufig überraschend übereinstimmende Weise, ihre Tätigkeit zu organisieren und zu präsentieren. Eine solche vergleichende Perspektive ermöglicht die differenzierte Erschließung des Reformationsgeschehens in seinen zeitgeschichtlich bedingten Ambivalenzen und Gegensätzen, aber auch strukturellen und inhaltlichen Parallelen. Ermöglicht wird eine erinnerungskulturelle Annäherung der „Reformation“ jenseits der Gefahr konfessioneller oder historiographischer Einseitigkeiten durch einen historischen Neuzugang zu unterschiedlichen Modellen von Kirche, Glauben und Gesellschaft.
Zum Thema Die Religionspolitik Karls V. referierte Prof. Dr. Birgit Emich, Frankfurt.

Die Ostausrichtung des Bistums Regensburg in Geschichte und Gegenwart
60-Jahr-Jubiläum: Diözese Regensburg Bischof Rudolf Voderholzer, Bischof Tomáš Holub, Prof. Klaus Unterburger

Bischof Rudolf Voderholzer von Regensburg und Bischof Tomáš Holub aus Pilsen tauschten sich über die Ostausrichtung des Bistums Regensburg in Geschichte und Gegenwart aus. Das Gespräch am Samstag, 20. Mai 2017, im "Centrum Bavaria Bohemia" im oberpfälzischen Schönsee war die dritte Veranstaltung in unserer Reihe zum 60-jährigen Jubiläum der Katholischen Akademie Bayern. Der von Akademiedirektor Dr. Florian Schuller moderierten Podiumsdiskussion ging ein Referat des Regensburger Kirchenhistorikers Prof. Dr. Klaus Unterburger voran, der die 1200-jährige Geschichte Ostbayerns und Böhmens in einem Parforceritt durchmaß. Die rund 100 Teilnehmer der Jubiläumsveranstaltung, die die Akademie zusammen mit der Ackermann-Gemeinde organisiert hatte, reisten im Anschluss an das Podiumsgespräch nach Tschechien weiter, wo zuerst das Kloster Kladruby (Kladrau) auf dem Besuchsprogramm stand. Eine Führung zeigte die Pracht der Kirche im Stil der Barockgotik, Bischof Rudolf Voderholzer berichtete von persönlichen Beziehungen zu diesem Ort und hielt zum Abschluss eine Statio.
Noch am Abend ging es nach Pilsen weiter, wo die Gruppe aus Regensburg und die vielen Münchner Teilnehmer übernachteten. Eine rund einstündige Stadtführung durch die Altstadt war der Auftakt des Sonntagsprogramms, dem sich eine Eucharistiefeier - abwechselnd in tschechischer und deutscher Sprache - und schließlich eine Domführung anschloss. Hier hören Sie die gekürzte Aufzeichnung der Podiumsdiskussion in Schönsee.

Kirche in säkularisiertem Umfeld
60-Jahr-Jubiläum: Diözese Augsburg Bischof Konrad Zdarsa und Ministerpräsident Stanislaw Tillich

Vor knapp 200 Zuhörern im vollbesetzten Pfarrsaal von St. Salvator in Nördlingen sprachen Bischof Dr. Konrad Zdarsa von Augsburg und der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich über die Rolle der Kirche in Politik und Gesellschaft. Thema am Abend des 3. Mai 2017 war „Kirche im säkularisierten Umfeld“ – das Gespräch fand im Rahmen der Veranstaltungen zum 60. Gründungsjubiläum der Katholischen Akademie Bayern statt.
Dem Podiumsgespräch vorangegangen war auf Einladung von Nördlingens Oberbürgermeister Hermann Faul ein Festakt im historischen Rathaus der ehemaligen freien Reichsstadt, bei dem sich Bischof und Ministerpräsident in das Goldene Buch eingetragen haben. Der Oberbürgermeister hob dabei hervor, dass noch nie ein Bischof und ein Ministerpräsident zusammen die Stadt besucht hätten. 
Das Gespräch, das Akademiedirektor Dr. Florian Schuller nach der Begrüßung durch Dekan Paul Erber moderierte, drehte sich darum, wie die speziellen Erfahrungen der katholischen Diaspora nutzbar gemacht werden können für eine Kirche im zunehmend säkularisierten Umfeld. In großer Zahl waren örtliche Prominenz, fast der gesamte Stadtrat, der evangelische Dekan Gerhard Wolfermann von Nördlingen und zahlreiche katholischen Priester und Ordensleute zum Podiumsgespräch gekommen. Auch viele Medienvertreter waren anwesend, ebenso der Bundestagsabgeordnete Ulrich Lange.

Konrad Adenauer - Leitmotive seiner Politik. Zum 50. Todestag
Horst Möller

Prof. Dr. Horst Möller, Professor em. für Neuere und Neueste Geschichte an der LMU München, ehem. Direktor des Instituts für Zeitgeschichte referiert über Leitmotive der Politik Konrad Adenauers am 5. April 2017 in der Katholischen Akademie Bayern. Professor Horst Möller zeigte in seinem Referat zum einen auf, welche bedeutenden Weichenstellungen dem ersten Kanzler der Bundesrepublik Deutschland gelangen: ökonomische Stabilisierung, Demokratisierung, Aussöhnung mit vielen Kriegsgegnern, europäische Integration und Wiedereingliederung des Landes in die internationale Politik. Die Schwächen von Adenauers Politik und politische Fehler kamen aber ebenfalls zur Sprache. In der anschließenden, sehr qualifizierten Diskussion wurde zum Beispiel die gesellschaftliche Stagnation in den 14 Jahren von Adenauers Kanzlerschaft (1949 bis 1963) beklagt.
Ein Fernsehteam des Bayerischen Rundfunks zeichnete die Veranstaltung auf. In der kommenden Ausgabe unserer Zeitschrift „zur debatte“ wird das Referat von Horst Möller abgedruckt.

Die neue Bibelübersetzung

Wie übersetzt man literarische Werke? Am besten gar nicht. Man liest sie im Original. Da das aber bei biblischen Texten sehr aufwändig ist, nämlich mit mehrjährigen Sprachstudien verbunden, wird das Buch der Bücher immer wieder neu übersetzt.
In jeder lebendigen Sprache erfahren Begriffe im Lauf der Zeit feine Nuancierungen ihrer Bedeutung oder sogar einen direkten Bedeutungswandel. Das kann dazu führen, dass sie nicht mehr in ihrem ursprünglichen Sinn verstanden werden.
Aus diesem Grund gibt es jetzt für den deutschen Sprachraum eine neue Einheitsübersetzung der Bibel, die ab 2006 von einer Gruppe Theologen, Historikern und Sprachwissenschaftlern erarbeitet wurde. Parallel zu diesem katholischen Projekt erhielten die evangelischen Christen zum 500. Reformationsgedenken 2017 ebenfalls eine neu übersetzte Fassung der Lutherbibel. 
Auf dem Podium in der Katholischen Akademie diskutierten der evangelische Experte für das Alte Testament Christoph Levin (ganz links), der emeritierte katholische Erfurter Bischof Joachim Wanke, Akademiedirektor Florian Schuller und die katholische Neutestamentlerin und Altphilologin Marlis Gielen aus Salzburg. - Eine Bibelübersetzung ist nie ein Werk für die Ewigkeit. „Nach der Textrevision ist vor der Textrevision“, betonten Bischof Joachim Wanke und Christoph Levin übereinstimmend.

Afrika und unsere Verantwortung
60-Jahr-Jubiläum: Erzdiözese Bamberg Erzbischof Ludwig Schick und Günter Nooke

Ein Gespräch über „Afrika und unsere Verantwortung“

Die Katholische Akademie Bayern feiert im Jahr 2017 ihr 60. Gründungsjubiläum. Dem sind sieben besondere Veranstaltungen gewidmet: mit jedem der sieben bayerischen Trägerbischöfe in dessen Diözese zu einem zentralen Anliegen. Der Reigen der Festakte macht gleichzeitig die Spannweite unserer Aufgabenbereiche deutlich.

Bei der Veranstaltung in Bayreuth im Erzbistum Bamberg geht es um die religiöse und politische Lage in den Ländern Afrikas, und wie wir in Europa Verantwortung dafür mittragen können und müssen.

Wir freuen uns auf ein intensives Gespräch mit Erzischof Dr. Ludwig Schick und Günter Nooke, dem Afrikabeauftragten der Bundeskanzlerin.

Versöhnung mit dem Ungelebten
Thomas Fuchs

Eine Fachtagung mit 70 Teilnehmern und ein öffentlicher Abendvortrag mit rund 300 Gästen widmeten sich am 19. und 20. September 2017 dem Nachdenken über ein gelingendes Sterben. In Zusammenarbeit mit der Münchner Jesuiten-Hochschule für Philosophie München lud die Katholische Akademie Bayern Philosophen, Mediziner, Psychologen und andere Wissenschaftler ein, um dieses Thema, das jeden Menschen irgendwann einmal betrifft, mehrdimensional zu beleuchten.
Bei der Fachtagung bekamen die Teilnehmer an den beiden Tagen 14 Vorträge zu hören und hatten jeweils im Anschluss Gelegenheit, mit den Referenten und Referentinnen ins Gespräch zu kommen. Das Thema des Abendvortrags von Professor Thomas Fuchs, Inhaber der Karl-Jaspers-Professur für Philosophische Grundlagen der Psychiatrie und Psychotherapie in Heidelberg, am 19. September lautete: "Versöhnung mit dem Ungelebten. Zum Gelingen des Lebens im Sterben". Fuchs, sowohl in Psychiatrie wie auch in Philosophie promovierter und habilitierter Wissenschaftler, schaffte es hervorragend, den Blick von mehreren Seiten auf den Umgang mit dem Ende des Lebens zu werfen. Das anschließende Podiumsgespräch moderierte Dr. Olivia Mitscherlich-Schönherr von der Hochschule für Philosophie München, die die Tagung inhaltlich vorbereitet hatte.

Respekt?! Was die Schule zur Gesellschaft beitragen kann
Heinz Bude

Wenn man von Pöbeleien an U-Bahnhöfen hört oder Hasstiraden in den sozialen Netzwerken liest, kann sich schon das Gefühl einstellen, dass es um die alte Tugend des Respekts voreinander schlecht bestellt ist. Doch kann man Respekt lernen? Neben der Familie spielt sicher auch die Schule eine zentrale Rolle, darum hat die Schulpastoral des Münchner Erzbistums den Respekt heuer zu ihrem Schwerpunkt erklärt. Zu diesem spannenden Thema, das nicht nur Schüler, Lehrer und Eltern bewegt oder bewegen sollte, haben wir den Soziologen Heinz Bude aus Kassel eingeladen, bekannt für scharfsinnige Analysen und rhetorische Brillanz. Sein Vortrag soll im Gespräch mit engagierten Praktikern vertieft werden.

Professor Bude hat einmal die von Werner Heisenberg und anderen tradierte Formel aufgegriffen, dass Bildung das sei, „was übrig bleibt, wenn in Vergessenheit geraten ist, was man gelernt hat“, und fragt deshalb nach der Person, die da lernt, um am Ende Bildung zu haben. Seine These: „Bildung ist Selbstbildung, die es einem ermöglicht, sich selbst in der Welt zu verstehen und einen Punkt für die eigene Wirkmächtigkeit zu finden. Die entscheidende Frage lautet dann, was die Schule angesichts der großen Heterogenität der Herkunftsvoraussetzungen unter den Heranwachsenden dazu beitragen kann.“ Und welche Rolle, weitergefragt, dabei die Grundhaltung des Respekts spielt.

Alte und neue Alter(n)s-Stereotype
Erich Garhammer

Eine der größten Herausforderungen westlicher Gesellschaften ist die massive Alterung. Ab 2030 werden ca. ein Drittel aller Bundesbürger 65 Jahre und älter sein.
Das Thema wird in vielerlei Hinsicht – gesellschaftlich, politisch, wirtschaftlich – brisant, vor allem auch deswegen, weil es jeden einzelnen von uns betrifft. Von daher ergeben sich zunächst Fragen grundlegender Art: Wie wollen wir als Ältere und Älteste leben? Wodurch soll dieses Leben vorrangig geprägt sein? Welche Rolle kann Spiritualität spielen? Der Beter von Psalm 90 sagt dazu: Unsere Tage zu zählen, lehr uns! Dann gewinnen wir ein weises Herz.

Die fünfte Jahrestagung der Internationalen Gesellschaft für Gesundheit und Spiritualität (IGGS) – zum zweiten Mal in Zusammenarbeit mit der Katholischen Akademie Bayern – beschäftigt sich mit dieser weitgespannten und existentiellen Thematik.
Das Referat mit dem Titel "Massaker oder Balkon? Alte und neue Alter(n)s-Stereotype" hielt Prof. Dr. Erich Garhammer, Professor für Pastoraltheologie an der Universität Würzburg. Er nimmt in seinem Vortrag verschiedene literarische Bilder vom Alter(n) in den Blick.

Kirche und Staat
60-Jahr-Jubiläum: Erzdiözese München und Freising Reinhard Kardinal Marx und Prof. Andreas Voßkuhle

Ein Highlight für die Katholische Akademie Bayern: Das Gespräch zwischen dem Münchner Kardinal Reinhard Marx und Professor Andreas Voßkuhle, dem Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, im Alten Schloss Herrenchiemsee war thematisch hochaktuell und fand in einem besonders schönen Ambiente statt. Am Spätnachmittag des 14. Juli 2017 sprachen der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz und Deutschlands höchster Richter fast anderthalb Stunden über das Verhältnis von Kirche und Staat. Das von Akademiedirektor Dr. Florian Schuller moderierte Gespräch – Bestandteil der Veranstaltungen zum 60-Jahr-Jubiläum der Katholischen Akademie - fand an einem besonderen historischen Ort statt. Denn im Sommer 1948 tagte dort der Verfassungskonvent, der die wichtigsten Vorarbeiten für das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland leistete. 
In einer Sonderausgabe unserer Zeitschrift „zur debatte“ Ende 2017 können Sie das Gespräch nachlesen.

Martin Walser
Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding

Mehr als 450 Literaturfreunde kamen am Abend des 12. Juni 2013 in die Akademie, um Martin Walser in unserer Reihe "Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding" zu sehen und ihm zuzuhören. Dem wie immer gekonnten Einführungsvortrag des Gastgebers - selbst ein bekannter Autor und Publizist - folgte eine Betrachtung des 86-jährigen Schriftstellers zum Verhältnis von Literatur und Religion. Dazu passend las Martin Walser aus dem vom Wiener Dogmatiker Jan-Heiner Tück jüngst herausgegebenen Sammelband "Was fehlt, wenn Gott fehlt? Martin Walser über Rechtfertigung - Theologische Erwiderungen". Anschließend unterhielten sich beide Literaten über Walsers Essay "Rechtfertigung, eine Versuchung" und weitere spannende Themen.

Heinrich Detering
Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding

Heinrich Detering ist einer der einflussreichsten Literaturwissenschaftler unserer Tage, mit Gastprofessuren in Dänemark, Norwegen, China und den USA. Er ist auch Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen und literarischen Akademien im In- und Ausland und vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und 2013 mit dem dänischen Dannebrog-Orden. In mehreren Monographien ist Heinrich Detering als einer der profiliertesten Thomas-Mann-Forscher hervorgetreten; er ist Mitherausgeber der derzeit erscheinenden „Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe der Werke von Thomas Mann“. Sein weitgespanntes Interesse zeigen auch Bücher über Nietzsche, Theodor Storm, Hans Christian Andersen, Bertolt Brecht und Bob Dylan. Wortmächtig, textnah und leserfreundlich, so sieht ihn die DFG in ihrer Preisbegründung. Längst aber hat er sich auch als Lyriker einen Namen gemacht. In „Schwebstoffe“ (2004), „Wrist“ (2009), „Old Glory“ (2012) sowie zuletzt in „Wundertiere" holen Heinrich Deterings Gedichte „in ruheloser Neugier Welt und Geschichte in den Vers und feiern den Augenblick in der Ewigkeit“, wie es sein Verlag in der Vorstellung des jüngsten Werks formuliert.

Tankred Dorst
Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding

Er hat nahezu alle bedeutenden deutschen Literaturpreise erhalten, den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (1983), den Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (1990) oder den Schiller-Gedächtnispreis 2010; nicht zuletzt 2008 zusammen mit seiner Gattin den Kulturpreis der deutschen Katholiken: Tankred Dorst - diesmal in unserer Themenreihe „zu Gast bei Albert von Schirnding“. Er zählt, wie es in der Stuttgarter Preisbegründung formuliert ist, „zu den wichtigsten deutschen Autoren unserer Zeit, deren Bedeutung über die Gegenwart hinausreicht.“ Und weit über die deutschen Grenzen. Noch im Januar dieses Jahres wurde Dorsts „Parzival“ in Vietnam in einer grandiosen Inszenierung aufgeführt. Bei seiner Arbeit ist ihm seine Frau Ursula Ehler-Dorst weit mehr als nur „eine Art Kontrollinstanz im tagtäglichen Kommunikationsprozess“ (Ehler-Dorst). Mit ihr bezeichnet er sich als die „kleinste Gruppe“, in der er tätig ist, und diese Gruppe gehört mit über 40 Dramen, Filmskripten, Fernsehspielen und Erzählungen zu den produktivsten Theaterautoren Deutschlands.

Peter Hamm
Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding

Er war, 1937 in München geboren, ein Kind der Nachkriegszeit mit typischem Schicksal: keine leichte Kindheit; früher Tod der Mutter; zunächst im Heim, dann bei den Großeltern in Weingarten bei Ravensburg; er verlässt die Schule, arbeitet in der Landwirtschaft, bricht seine Lehre als Buchhändler ab. Gedichte des Siebzehnjährigen erschienen in der Zeitschrift „Akzente“, aber erst 1981 und 1985 kamen die beiden größeren Lyrikbände „Der Balken“ und „Die verschwindende Welt“ heraus. Inzwischen hat sich Peter Hamm als Herausgeber mehrerer Anthologien mit schwedischer, tschechischer und deutschsprachiger Lyrik, als Kritiker, Essayist, langjähriger Kulturredakteur beim Bayerischen Rundfunk und Autor von Fernsehfilmen über Heinrich Böll, Ingeborg Bachmann, Hanns Eisler, Hans Werner Henze, Alfred Brendel, Robert Walser und Fernando Pessoa einen Namen gemacht. Seine Aufsätze zur Literatur, darunter „Lobreden und Liebeserklärungen“, erschienen in mehreren Bänden im Hanser Verlag, zuletzt die Sammlung „Pessoas Traum“ (2012). „Einer, der selbst daheim ist, wo die Literatur herkommt: im Unsicherheitsland, da, wo gar nichts gewiss ist, am wenigsten man selbst“, sagte Martin Walser über Peter Hamm. Als engagierter Vermittler widmete er sich auch Autoren, die nicht im Literaturbetrieb aufgehen: Robert Walser, Fernando Pessoa, Reinhold Schneider, Georg von der Vring, Hermann Lenz. Peter Hamm ist Vizepräsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Mitglied des PEN und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

Dagmar Nick
Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding

Dagmar Nick gehört mit Ingeborg Bachmann, Rose Ausländer und Hilde Domin zu den wichtigsten deutschsprachigen Lyrikerinnen nach 1945. Durch die musikalische Arbeit der Eltern – der Vater war Komponist und Musikinterpret, die Mutter Konzertsängerin – kam die 1926 in Breslau geborene Dagmar Nick schon früh mit der deutschen Lyrik in Berührung. Bereits 1945 veröffentlichte die "Neue Zeitung" in München – in den letzten Kriegswochen war die Familie vor der russischen Front nach Bayern geflohen – ihr erstes Gedicht. Dem folgte 1947 mit "Märtyrer" ihr erster Lyrikband, dann schon ab den 1950er Jahren aber auch Hörspiele, Erzählungen und insbesondere Reiseberichte. Zuletzt ist 2008 ihr vielbeachteter Gedichtband "Schattengespräche" erschienen. In den zahlreichen Auszeichnungen – u.a. Joseph von Eichendorff-Preis (1966), Tukan-Preis (1981), Andreas Gryphius-Preis (1993), Jakob Wassermann-Literaturpreis (2002) und Horst-Bienek-Preis für Lyrik 2009 der Bayerischen Akademie der Schönen Künste – spiegelt sich die hohe Wertschätzung gegenüber einer bemerkenswert feinsinnigen und feinfühligen Autorin, "die bei aller Leidenschaft, die aus ihren Gedichten spricht, … nicht die zur Gestikulation entnervte Geste, nicht die literarische Verrenkung" nötig hat. (Karl Krolow)

Christian Lehnert
Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding

Der Gott, den es nicht gibt,
in mir ein dunkler Riss,
ist meiner Seele nah,
so oft ich ihn vermiss.

(Christian Lehnert)


Der Dichter und Essayist Christian Lehnert ist auch evangelischer Pfarrer und darüber hinaus seit fünf Jahren Geschäftsführer des Liturgiewissenschaftlichen Instituts der Universität Leipzig. So fließen poetische Elemente gleichermaßen wie Erfahrungen seelsorgerlicher Praxis und wissenschaftlicher Forschung in seine Werke mit ein, um, wie Lehnert es einmal formuliert, „die Fragilität einer religiösen Existenz, und zwar meiner religiösen Existenz, zu erkunden, in allen Widersprüchen, in allen Offenheiten, in zweifelnden Fragen ...“

In hochpoetischen Bildern zeigt sich ungeschönt das delikate Verhältnis von Religiosität und Dichtung, zuletzt in den vielbeachteten Bänden „Korinthische Brocken“ (2013), „Windzüge“ (2015) und „Der Gott in einer Nuß. Fliegende Blätter von Kult und Gebet“ (2017). Kritiker sehen in ihm einen „unzeitgemäßen“ Dichter, da er weder im Literaturbetrieb noch in der Kirche einen selbstverständlichen Platz findet.

Für die hohe Qualität seiner Lyrik ist Christian Lehnert vielfach ausgezeichnet worden, so noch als Student 1995 mit dem „Leonce und Lena“-Preis der Stadt Darmstadt und zuletzt mit dem Hölty-Preis für Lyrik der Stadt Hannover sowie dem Eichendorff-Literaturpreis.
Auf das einleitende Referat von Albert von Schirnding folgt direkt im Anschluss die Lesung von Christian Lehnert.

Jan Wagner
Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding

Schon lange war Jan Wagner für den sommerlichen Literaturabend der Katholischen Akademie Bayern eingeladen. Dann kam im Frühjahr die Auszeichnung mit dem renommierten Literaturpreis der Leipziger Buchmesse für seinen Gedichtband „Regentonnenvariationen“. Diese außergewöhnliche Ehrung – erstmals für einen Lyriker – war für uns eine kleine Überraschung und brachte große Freude. Bereits das Erstlingswerk dieses 1971 in Hamburg geborenen und in Berlin lebenden Lyrikers „Probebohrungen im Himmel“ (2001) ließ aufhorchen, und alle weiteren Gedichtbände – „Guerickes Sperling“ (2004), „Australien“ (2010), „Die Eulenhasser in den Hallenhäusern“ (2012) – sorgten beim Fachpublikum für Aufsehen. Eine Fülle von Stipendien belegen dies, beispielsweise das Stipendium der Deutschen Akademie Villa Massimo (2011) und zuletzt der Carl-Friedrich-von-Siemens-Stiftung (2014). Hinzu kommen hochkarätige Auszeichnungen wie der Kranichsteiner Literaturpreis (2011), der Eduard-Mörike-Preis (2014) und der Georg-Büchner-Preis (2017). Jan Wagner, der auch als Übersetzer englischsprachiger Lyrik und Verfasser zahlreicher Essays hervorgetreten ist, ist u.a. Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Bayerischen Akademie der Schönen Künste sowie der Akademie der Wissenschaften und Literatur in Mainz. Längst wird er auch international geschätzt. Gedichte von ihm sind mittlerweile in rund 30 Sprachen übersetzt. Der Erfolg ruft neuerdings sogar Kritiker auf den Plan. Wie populär dürfen Gedichte sein?

Thomas Hürlimann
Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding

Thomas Hürlimann zählt längst zu den bekanntesten und erfolgreichsten Schriftstellern der Schweiz. Seine Novellen, Gedichte, Romane und Theaterstücke, in mehr als 20 Sprachen übersetzt, wurden vielfach preisgekrönt. So wurde er zuletzt 2007 mit dem Schillerpreis und dem Stefan-Andres-Preis und 2008 mit dem Carolin-Schlegel-Preis ausgezeichnet. Kritiker und Freunde sind gleichermaßen fasziniert von der kreativen wie klaren Sprache des Autors. "Seine Worte wecken mein Bewusstsein, schärfen mein Gewissen, zünden meine Phantasie, mobilisieren meine Sinne", meinte schon früh August Everding. Hürlimann gilt als feinsinniger Beobachter, der mit traumhaft sicherem Formulierungsgeschick über Menschen in ihrer Niedrigkeit und Größe zu schreiben vermag, stets mit dem dafür nötigen Ernst, aber auch mit viel Witz, Komik und Satire. Hierfür kann er aus dem reichen Fundus seiner Familiengeschichte schöpfen, so in der Novelle "Fräulein Stark" (2001) aus dem barock-katholischen Milieu seiner Internatszeit in Einsiedeln, oder in seinen Romanen "Der große Kater" (1998) und "Vierzig Rosen" (2006). Es wäre allerdings ein "Hürlimann’sches Missverständnis" (Norbert Bischofsberger), würde man ihn auf Autobiographisches reduzieren. Nicht minder häufig kommen in seinen Arbeiten gesellschaftspolitische Fragen zum Vorschein. Für Furore hatte bereits 1981 das Theaterstück "Großvater und Halbbruder" gesorgt, mit dem erstmals die Verstrickungen der Schweiz während der NS-Zeit literarisch angegangen wurden.

Rüdiger Safranski
Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding

Er ist wohl einer der renommiertesten Biographen Deutschlands: seine ebenso fundierten wie lesbaren Präsentationen u.a. von E.T.A. Hoffmann, Martin Heidegger, Friedrich Nietzsche, Friedrich Schiller und zuletzt Johann Wolfgang von Goethe haben Rüdiger Safranski zum Bestsellerautor gemacht. Auch international feiern seine Werke in mittlerweile 28 Sprachen Erfolge, hat er doch die Gabe begnadeten Erzählens, und seine Eloquenz, sein Witz vermögen längst verstorbenen Dichtern sehr lebendige Präsenz zu verleihen. Anlässlich der Verleihung des Konrad-Adenauer-Literaturpreises 2014 in Weimar beschrieb Kulturstaatsministerin Monika Grütters den Biographen Safranski als „...Meister auch und besonders darin, das Neue, das Außergewöhnliche, das ‚Un-erhörte‘ dort zu entdecken, wo eigentlich schon alles gesagt und geschrieben scheint“. Wie den klassischen Schriftstellern und Denkern gilt Safranskis Leidenschaft auch dem Philosophieren. So wurde er einem breiten Publikum als Moderator der Sendung „Das philosophische Quartett“ bekannt, zusammen mit Peter Sloterdijk. Warum sind wir hier? Was können wir tun und was vom Leben erwarten? Solche zentralen Fragen menschlichen Daseins fanden ihren Niederschlag u.a. in Publikationen wie „Das Böse oder Das Drama der Freiheit“ und „Wieviel Wahrheit braucht der Mensch?“. Sein Werk über die Romantik verbindet Philosophie mit Literatur und hat Verstehenszugänge zu dieser geistigen Tradition eröffnet, die sie uns heute erneut faszinierend erscheinen lassen.

Inge Jens
Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding

Mit Inge Jens war am Donnerstag, 28. Oktober 2010, eine Autorin in der Katholischen Akademie Bayern, die sich als Literaturwissenschaftlerin und Publizistin einen großen Namen gemacht hat. Noch bekannter in der breiten Öffentlichkeit ist die in unserer Themenreihe "Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding" lesende und erzählende Inge Jens allerdings als Ehefrau von Walter Jens. Im Gespräch mit Albert von Schirnding, der die Reihe seit Jahren konzipiert und leitet, berichtete sie über prägende Kriegserlebnisse und ihr Zusammenleben mit Walter Jens, der in seinen letzten Lebensjahren an Demenz erkrankt war.

Hans Maier
Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding

"Für ein gutes, klares, womöglich sogar anmutiges Deutsch gehe ich auch heute meilenweit!" (Hans Maier) Der ehemalige bayerische Kultusminister Hans Maier, der zunächst als Professor für Politische Wissenschaften von 1988 bis 1999 als Inhaber des Guardini-Lehrstuhls für Christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie an der Münchner Universität wirkte, hat mit weit über 600 Titeln ein ungemein reiches publizistisches Werk vorgelegt. Er wurde in der Politikwissenschaft unter anderem durch seine Pubklikationen zum Thema 'Politische Religion' bekannt. Zudem war er Mitherausgeber der Wochenzeitung 'Rheinischer Merkur'.
Staat – Kirche – Verwaltung sind seine großen Lebensthemen. Sie lagen, wie er selbst einmal formulierte, „im 20. Jahrhundert, in einer Zeit der Umbrüche und Diskontinuitäten, einfach am Weg.“ Von 1985-88 war Hans Maier Präsident des Deutschen Bühnenvereins-Bundesverband deutscher Theater. Außerdem war der passionierte Organist von 1976 bis 1988 Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, dem er viele weitere Jahre angehörte. 1996 wurde er mit dem Ehrenring der Görres-Gesellschaft ausgezeichnet, 2004 zum ordentlichen Mitglied der Philosophisch-Historischen Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gewählt. Seit 1976 ist er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Hanns Zischler
Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding

Keiner ist verwaist,
der die Sprache
als Haus begreift,
in dem wir wohnen.
(Hanns Zischler)

Den Wunsch seiner Mutter, Pfarrer zu werden, hatte Hanns Zischler nicht erfüllen können. Statt dessen bewegte und bewegt sich sein Leben ungewöhnlich facettenreich um die beiden Pole Film und Literatur. Mit über 200 Film- und Fernsehrollen wurde er ein national und international renommierter Filmschauspieler. Darüber hinaus arbeitete der ewige Dilettant, wie er sich selbst einmal nannte, aber auch als Regisseur, als Dramaturg an der Berliner Schaubühne, als Hörspiel- und Hörbuchsprecher und als Fotograf.
Ebenso bemerkenswert vielschichtig ist sein literarisches Schaffen. Hanns Zischler übersetzte u.a. den Philosophen Jacques Derrida, schrieb Filmkritiken, Zeitschriftenartikel und literarische Essays. Er ist Mitbegründer der poetisch-philosophischen Berliner Kleinverlage Alphaeus und Merve. 1996 erschien mit 'Kafka geht ins Kino' – mittlerweile in neun Sprachen übersetzt – sein zum Klassiker gewordenes Werk. Es belegt akribisch, wie der Stummfilm Kafkas Opus beeinflusste.
Zu seinen jüngsten Publikationen zählen 'Berlin ist zu groß für Berlin' und das literarische Kleinod: die Erzählung 'Das Mädchen mit den Orangenpapieren'. Seiner fränkischen Heimat widmete der seit vielen Jahren in Berlin lebende Autor und Schauspieler mit 'Die Fränkische Alb. Die schönste Mondlandschaft, die man sich denken kann', einen wunderbar poetischen Essay.
Für sein literarisches Werk erhielt Hanns Zischler unter anderem den Friedrich-Baur-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, den Heinrich-Mann-Preis und den Preis der Literaturhäuser. Die Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur wählte ihn 2012 zu ihrem Mitglied.

Die Sorge für das gemeinsame Haus
Ottmar Edenhofer

Der Potsdamer Klimaforscher Ottmar Edenhofer (56) hat den Romano - Guardini - Preis der Katholischen Akademie Bayern erhalten. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde dem Wirtschaftswissenschaftler am 4. Juli 2018 bei einem Festakt mit mehr als 200 Gästen verliehen. Der Preis würdigt Professor Edenhofers Verdienste als Politikberater, öffentlicher Mahner und Mitarbeiter im Weltklimarat. Umweltschützer und Industrielle schätzten ihn gleichermaßen, begründete Akademiedirektor Dr. Florian Schuller die Auszeichnung. Der Preis ist nach dem Religionsphilosophen und Theologen Romano Guardini (1885 - 1968) benannt.
Die Generalsekretärin der UN-Klimarahmenkonvention, Patricia Espinosa Cantellano, sagte in ihrer Laudatio, Edenhofer habe das Fundament für eine internationale Klimapolitik geschaffen. Das Pariser Abkommen von 2015 und das darin verankerte Zwei-Grad-Ziel seien ihm zu verdanken. Von Edenhofer stamme die Idee, dass globale Gemeinschaftsgüter wie die Atmosphäre geschützt werden müssten. Dieser Einfluss sei auch in den Schlüsselsätzen der Enzyklika Laudato Sí von Papst Franziskus spürbar. Um das zu erreichen, sei ein Paradigmenwechsel von mehr Konkurrenz zu mehr globaler Zusammenarbeit erforderlich. Dafür bleibe aber nicht mehr viel Zeit, so die aus Mexiko stammende UN-Politikerin.
Bayerns Umweltminister Dr. Marcel Huber überbrachte die Grußworte der Staatsregierung und wies auch auf die Verdienste Bayerns in der Umweltpolitik und im Klimaschutz hin. In seinem Schlusswort lobte der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx ganz ausdrücklich den Vortrag von Professor Edenhofer; ihm sei eine Kombination von wissenschaftlichen Vortrag, politischer Rede und guter Predigt gelungen. Der Vortrag wird hier in leicht gekürzter Form wiedergegeben.

Hören Sie den ungekürzten Vortrag von Professor Edenhofer auf:
https://www.youtube.com/watch?v=Ow_LsUQutsM

Das dreigestufte geistliche Amt – Probleme und Perspektiven
Ludwig Mödl

„Rückkehr der Priester. Über Heiler, Heuchler, Hirten“, oder aber: „Wozu noch Priester?“. Unter ganz unterschiedlichen Titeln wird dieser Tage über Priester gestritten, die Bilder über sie, ihr eigenes Rollenverständnis und die Rollenerwartungen von Christinnen und Christen, aber natürlich besonders über die theologische Basis katholischer priesterlicher Existenz.
Interessant ist auf jeden Fall, wie diese Diskussion plötzlich, überraschend und gleichzeitig leidenschaftlich wieder aufgegriffen wird. Der Fragen sind ja wirklich viele: Priestermangel landauf landab, damit verbunden Forderungen, die Zugangsvoraussetzungen grundsätzlich oder zumindest teilweise zu verändern, die Konsequenzen der Strukturreformen in allen Diözesen, immer noch (Nach-)Wirkungen der Missbrauchsskandale.
Letztlich harrt jenseits großer, hehrer Worte, die zu festlichen Anlässen immer leicht zu finden sind, jene Frage auf eine klare Antwort: Was ist aus der Theologie des Zweiten Vatikanums heraus das unverwechselbare, einmalige Proprium (welt-)priesterlicher Berufung? Inzwischen gibt es ja ganz unterschiedlich geprägte Generationen von Priestern in unseren Diözesen. Wenn sie bei einer solchen Veranstaltung sogar miteinander ins Gespräch kämen über die Prägungen des eigenen Lebens, wären wir gemeinsam einen großen Schritt weiter. Und dann könnte man sich gelassen und interessiert Eindrücken stellen, die von außen kommen.
Zum Thema "Das dreigestufte geistliche Amt – Probleme und Perspektiven" referiert Prof. Dr. Ludwig Mödl, München.

Ist Sokrates schuldig?
Katja Maria Vogt

Sokrates spielt eine entscheidende Rolle in der Philosophiegeschichte. Vielleicht neigen wir deshalb zu dem Gedanken, dass er zu Unrecht verurteilt wurde. Allerdings war Sokrates vermutlich schuldig im Sinne der Anklage: Er hat das getan, dessen er beschuldigt wurde. Heißt das, dass er Unrecht getan hat?
Für Platon ist der Fall Sokrates Anlass, über Dissens nachzudenken: Auch nach der Gerichtsverhandlung – und bis heute – kann man sich darüber streiten, ob Sokrates schuldig war. Der Vortrag skizziert Platons Analyse. In seinem Dialog Euthyphron zeigt er, warum wir uns uneinig darüber sein können, ob Sokrates schuldig ist, selbst wenn wir uns einig darüber sind, was er getan hat. Damit liefert Platon einen Beitrag zum Verständnis von Dissens in Wertfragen, der bis heute in der Ethik diskutiert wird.
Ist Sokrates schuldig? Unter dieser Fragestellung referiert Prof. Dr. Katja Maria Vogt,
Columbia University, New York.
Der öffentliche Abendvortrag von Frau Professorin Vogt findet statt im Rahmen des Philosophischen Meisterkurses, der bereits zum fünften Mal in Zusammenarbeit zwischen der Katholischen Akademie in Bayern und der Jesuiten-Hochschule für Philosophie München angeboten wird.

Dialog über das Glück
Wilhelm Vossenkuhl und Johannes Wallacher

„Dass der Mensch glücklich sei, ist im Plan der Schöpfung nicht enthalten“, meinte einst Sigmund Freud – wohl ernüchtert vom Blick auf seine Patienten. Dagegen hält der gute alte Aristoteles die „Eudaimonia“ gar für das letzte Ziel und höchste Gut. In unseren Landen gab es früher zwar starke anti-eudämonistische Tendenzen, von Kant bis zur Inschrift an preußischen Gymnasien: „Du bist nicht auf Erden, um glücklich zu sein, sondern deine Pflicht zu tun!“ Doch heutzutage bricht sich auch hier die Suche nach Glück neu Bahn, was allein schon die Überfülle an Ratgeber-Literatur zeigt. Sogar für Ökonomen wird das Thema zum relevanten und gleichzeitig schwer zu fassenden Forschungsgegenstand.
Worin liegt aber nun das Glück? Der Antworten sind viele: in Reichtum oder Macht, in Genuss oder Askese, in Freundschaft oder Liebe, in Wissenschaft oder Kunst, in sittlichem Handeln oder im Aushalten des Absurden. Glück bleibt ein schillernder Begriff (mag man auch wie im Englischen zwischen „luck“ und „happiness“ unterscheiden), dazu „jene stets so empfindliche Pflanze“, wie Stendhal es nannte.
Mit Vorträgen, Gesprächen, dazu einer etwas ungewöhnlichen Exkursion sollen die Philosophischen Tage 2015 dem Glück auf die Spur kommen. Dabei helfen Anregungen aus den großen Denktraditionen der Antike, des Christentums, der Aufklärung und auch der empirischen Glücksforschung. Und ob, und wenn ja wie, Glück mit Glauben zusammenhängt, dem wäre schließlich und nicht zuletzt ebenfalls nachzugehen.
Einen „Dialog über das Glück“ führten Prof. Dr. Wilhelm Vossenkuhl, Professor für Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, und Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher, Präsident der Hochschule für Philosophie München.

Über Glück und Moral - John Stuart Mills Antwort auf Kant
Maximilian Forschner

„Dass der Mensch glücklich sei, ist im Plan der Schöpfung nicht enthalten“, meinte einst Sigmund Freud – wohl ernüchtert vom Blick auf seine Patienten. Dagegen hält der gute alte Aristoteles die „Eudaimonia“ gar für das letzte Ziel und höchste Gut. In unseren Landen gab es früher zwar starke anti-eudämonistische Tendenzen, von Kant bis zur Inschrift an preußischen Gymnasien: „Du bist nicht auf Erden, um glücklich zu sein, sondern deine Pflicht zu tun!“ Doch heutzutage bricht sich auch hier die Suche nach Glück neu Bahn, was allein schon die Überfülle an Ratgeber-Literatur zeigt. Sogar für Ökonomen wird das Thema zum relevanten und gleichzeitig schwer zu fassenden Forschungsgegenstand.
Worin liegt aber nun das Glück? Der Antworten sind viele: in Reichtum oder Macht, in Genuss oder Askese, in Freundschaft oder Liebe, in Wissenschaft oder Kunst, in sittlichem Handeln oder im Aushalten des Absurden. Glück bleibt ein schillernder Begriff (mag man auch wie im Englischen zwischen „luck“ und „happiness“ unterscheiden), dazu „jene stets so empfindliche Pflanze“, wie Stendhal es nannte.
Mit Vorträgen, Gesprächen, dazu einer etwas ungewöhnlichen Exkursion sollen die Philosophischen Tage 2015 dem Glück auf die Spur kommen. Dabei helfen Anregungen aus den großen Denktraditionen der Antike, des Christentums, der Aufklärung und auch der empirischen Glücksforschung. Und ob, und wenn ja wie, Glück mit Glauben zusammenhängt, dem wäre schließlich und nicht zuletzt ebenfalls nachzugehen.
Zum Thema “Über Glück und Moral. John Stuart Mills Antwort auf Kant“ referierte Prof. Dr. Maximilian Forschner, Professor für Philosophie an der Universität Erlangen.

Die Sehnsucht nach ewiger Seligkeit
Annemarie Pieper

„Dass der Mensch glücklich sei, ist im Plan der Schöpfung nicht enthalten“, meinte einst Sigmund Freud – wohl ernüchtert vom Blick auf seine Patienten. Dagegen hält der gute alte Aristoteles die „Eudaimonia“ gar für das letzte Ziel und höchste Gut. In unseren Landen gab es früher zwar starke anti-eudämonistische Tendenzen, von Kant bis zur Inschrift an preußischen Gymnasien: „Du bist nicht auf Erden, um glücklich zu sein, sondern deine Pflicht zu tun!“ Doch heutzutage bricht sich auch hier die Suche nach Glück neu Bahn, was allein schon die Überfülle an Ratgeber-Literatur zeigt. Sogar für Ökonomen wird das Thema zum relevanten und gleichzeitig schwer zu fassenden Forschungsgegenstand.
Worin liegt aber nun das Glück? Der Antworten sind viele: in Reichtum oder Macht, in Genuss oder Askese, in Freundschaft oder Liebe, in Wissenschaft oder Kunst, in sittlichem Handeln oder im Aushalten des Absurden. Glück bleibt ein schillernder Begriff (mag man auch wie im Englischen zwischen „luck“ und „happiness“ unterscheiden), dazu „jene stets so empfindliche Pflanze“, wie Stendhal es nannte.
Mit Vorträgen, Gesprächen, dazu einer etwas ungewöhnlichen Exkursion sollen die Philosophischen Tage 2015 dem Glück auf die Spur kommen. Dabei helfen Anregungen aus den großen Denktraditionen der Antike, des Christentums, der Aufklärung und auch der empirischen Glücksforschung. Und ob, und wenn ja wie, Glück mit Glauben zusammenhängt, dem wäre schließlich und nicht zuletzt ebenfalls nachzugehen.
Zum Thema “Wunschlos glücklich. Die Sehnsucht nach ewiger Seligkeit“ referierte Prof. Dr. Annemarie Pieper, Professorin für Philosophie an der Universität Basel.

Es liegt nur an uns selbst - Das Glück in der Stoa und bei Epikur
Karlheinz Töchterle

„Dass der Mensch glücklich sei, ist im Plan der Schöpfung nicht enthalten“, meinte einst Sigmund Freud – wohl ernüchtert vom Blick auf seine Patienten. Dagegen hält der gute alte Aristoteles die „Eudaimonia“ gar für das letzte Ziel und höchste Gut. In unseren Landen gab es früher zwar starke anti-eudämonistische Tendenzen, von Kant bis zur Inschrift an preußischen Gymnasien: „Du bist nicht auf Erden, um glücklich zu sein, sondern deine Pflicht zu tun!“ Doch heutzutage bricht sich auch hier die Suche nach Glück neu Bahn, was allein schon die Überfülle an Ratgeber-Literatur zeigt. Sogar für Ökonomen wird das Thema zum relevanten und gleichzeitig schwer zu fassenden Forschungsgegenstand.
Worin liegt aber nun das Glück? Der Antworten sind viele: in Reichtum oder Macht, in Genuss oder Askese, in Freundschaft oder Liebe, in Wissenschaft oder Kunst, in sittlichem Handeln oder im Aushalten des Absurden. Glück bleibt ein schillernder Begriff (mag man auch wie im Englischen zwischen „luck“ und „happiness“ unterscheiden), dazu „jene stets so empfindliche Pflanze“, wie Stendhal es nannte.
Mit Vorträgen, Gesprächen, dazu einer etwas ungewöhnlichen Exkursion sollen die Philosophischen Tage 2015 dem Glück auf die Spur kommen. Dabei helfen Anregungen aus den großen Denktraditionen der Antike, des Christentums, der Aufklärung und auch der empirischen Glücksforschung. Und ob, und wenn ja wie, Glück mit Glauben zusammenhängt, dem wäre schließlich und nicht zuletzt ebenfalls nachzugehen.
Zum Thema “Es liegt nur an uns selbst. Das Glück in der Stoa und bei Epikur“ referierte Prof. Dr. Karlheinz Töchterle, Professor für Klassische Philologie an der Universität Innsbruck.

Vermessung des Glücks - Die ökonomische Glücksforschung auf dem Prüfstand
Ronnie Schöb

„Dass der Mensch glücklich sei, ist im Plan der Schöpfung nicht enthalten“, meinte einst Sigmund Freud – wohl ernüchtert vom Blick auf seine Patienten. Dagegen hält der gute alte Aristoteles die „Eudaimonia“ gar für das letzte Ziel und höchste Gut. In unseren Landen gab es früher zwar starke anti-eudämonistische Tendenzen, von Kant bis zur Inschrift an preußischen Gymnasien: „Du bist nicht auf Erden, um glücklich zu sein, sondern deine Pflicht zu tun!“ Doch heutzutage bricht sich auch hier die Suche nach Glück neu Bahn, was allein schon die Überfülle an Ratgeber-Literatur zeigt. Sogar für Ökonomen wird das Thema zum relevanten und gleichzeitig schwer zu fassenden Forschungsgegenstand.
Worin liegt aber nun das Glück? Der Antworten sind viele: in Reichtum oder Macht, in Genuss oder Askese, in Freundschaft oder Liebe, in Wissenschaft oder Kunst, in sittlichem Handeln oder im Aushalten des Absurden. Glück bleibt ein schillernder Begriff (mag man auch wie im Englischen zwischen „luck“ und „happiness“ unterscheiden), dazu „jene stets so empfindliche Pflanze“, wie Stendhal es nannte.
Mit Vorträgen, Gesprächen, dazu einer etwas ungewöhnlichen Exkursion sollen die Philosophischen Tage 2015 dem Glück auf die Spur kommen. Dabei helfen Anregungen aus den großen Denktraditionen der Antike, des Christentums, der Aufklärung und auch der empirischen Glücksforschung. Und ob, und wenn ja wie, Glück mit Glauben zusammenhängt, dem wäre schließlich und nicht zuletzt ebenfalls nachzugehen.
Zum Thema “Die Vermessung des Glücks. Die ökonomische Glücksforschung auf dem Prüfstand“ referierte Prof. Dr. Ronnie Schöb, Professor für Volkswirtschaftslehre an der FU Berlin.

Das Glück bei Aristoteles und Thomas von Aquin
Bruno Niederbacher SJ

„Dass der Mensch glücklich sei, ist im Plan der Schöpfung nicht enthalten“, meinte einst Sigmund Freud – wohl ernüchtert vom Blick auf seine Patienten. Dagegen hält der gute alte Aristoteles die „Eudaimonia“ gar für das letzte Ziel und höchste Gut. In unseren Landen gab es früher zwar starke anti-eudämonistische Tendenzen, von Kant bis zur Inschrift an preußischen Gymnasien: „Du bist nicht auf Erden, um glücklich zu sein, sondern deine Pflicht zu tun!“ Doch heutzutage bricht sich auch hier die Suche nach Glück neu Bahn, was allein schon die Überfülle an Ratgeber-Literatur zeigt. Sogar für Ökonomen wird das Thema zum relevanten und gleichzeitig schwer zu fassenden Forschungsgegenstand.
Worin liegt aber nun das Glück? Der Antworten sind viele: in Reichtum oder Macht, in Genuss oder Askese, in Freundschaft oder Liebe, in Wissenschaft oder Kunst, in sittlichem Handeln oder im Aushalten des Absurden. Glück bleibt ein schillernder Begriff (mag man auch wie im Englischen zwischen „luck“ und „happiness“ unterscheiden), dazu „jene stets so empfindliche Pflanze“, wie Stendhal es nannte.
Mit Vorträgen, Gesprächen, dazu einer etwas ungewöhnlichen Exkursion sollen die Philosophischen Tage 2015 dem Glück auf die Spur kommen. Dabei helfen Anregungen aus den großen Denktraditionen der Antike, des Christentums, der Aufklärung und auch der empirischen Glücksforschung. Und ob, und wenn ja wie, Glück mit Glauben zusammenhängt, dem wäre schließlich und nicht zuletzt ebenfalls nachzugehen.
Zum Thema “Was wir letztlich wollen. Das Glück bei Aristoteles und Thomas von Aquin“ referierte Prof. Dr. Bruno Niederbacher SJ, Professor am Institut für Christliche Philosophie der Universität Innsbruck.

Direkte Demokratie im internationalen Vergleich
Uwe Wagschal

Partizipation und Demokratie gehören untrennbar zusammen; denn Demokratie ist zweifellos jene Regierungsform, in der eine möglichst große Beteiligung verwirklicht wird. Aber viele Menschen scheinen aktuell den Eindruck zu haben, dass die gewählten Volksvertreter nicht selten Entscheidungen treffen, die an den Interessen und Bedürfnissen der Wähler vorbei gehen, diese aber kaum Möglichkeiten der Einwirkung haben. Es droht die Gefahr, dass aus dem sich in Wahlen artikulierenden Staatsbürger der Wutbürger wird. Die Konsequenzen einer solchen Entwicklung sind jedenfalls kaum absehbar oder gar steuerbar, was sich auch am hilflosen Umgang mit dem sogenannten „Pegida“-Protest zeigt.
Nicht zuletzt der stetig wachsende Einfluss auf unser konkretes Leben, den „Brüssel“, sprich: die europäische Ebene, ausübt, verschärft das Problem noch. Andere, die regelmäßigen Wahlen ergänzende Formen kontinuierlicher Beteiligung der Menschen an politischen Prozessen scheinen deshalb für viele ein Gebot der Stunde.
Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Uwe Wagschal referierte zu den Fragen: Worin besteht das Wesen von Partizipation in der Demokratie? Wie wird Partizipation im internationalen Vergleich organisiert? Welche ergänzenden Konzepte der Bürgerbeteiligung bieten sich an?

Politische Beteiligung – die Quintessenz der Demokratie?
Peter Graf Kielmansegg

Partizipation und Demokratie gehören untrennbar zusammen; denn Demokratie ist zweifellos jene Regierungsform, in der eine möglichst große Beteiligung verwirklicht wird. Aber viele Menschen scheinen aktuell den Eindruck zu haben, dass die gewählten Volksvertreter nicht selten Entscheidungen treffen, die an den Interessen und Bedürfnissen der Wähler vorbei gehen, diese aber kaum Möglichkeiten der Einwirkung haben. Es droht die Gefahr, dass aus dem sich in Wahlen artikulierenden Staatsbürger der Wutbürger wird. Die Konsequenzen einer solchen Entwicklung sind jedenfalls kaum absehbar oder gar steuerbar, was sich auch am hilflosen Umgang mit dem sogenannten „Pegida“-Protest zeigt.
Nicht zuletzt der stetig wachsende Einfluss auf unser konkretes Leben, den „Brüssel“, sprich: die europäische Ebene, ausübt, verschärft das Problem noch. Andere, die regelmäßigen Wahlen ergänzende Formen kontinuierlicher Beteiligung der Menschen an politischen Prozessen scheinen deshalb für viele ein Gebot der Stunde.
Sie hören hier das Referat des Politikwissenschaftlers Prof. Dr. Peter Graf Kielmansegg zu den Fragen: Worin besteht das Wesen von Partizipation in der Demokratie? Welche ergänzenden Konzepte braucht es möglicherweise, damit die Menschen sicher sein können, ihre Stimme werde in der Politik nicht nur unmittelbar vor einer Wahl gehört?

Zur Partizipation in der katholischen Kirche
Hubert Wolf

Zum dritten Abend der Reihe "Partizipation in der katholischen Kirche" hatte die Katholische Akademie Bayern am 30. April 2015 den Kirchenhistoriker Prof. Dr. Hubert Wolf aus Münster eingeladen. "Reformideen aus der Kirchengeschichte" lautete der Titel des Abendvortrags von Professor Wolf, der in der Tradition zahlreiche Modelle für mehr Partizipation gefunden hat. So wurden Bischöfe ursprünglich vom Volk oder vom Klerus gewählt, bei der Leitung des Bistums sprach das Domkapitel ein gewichtiges Wort mit. Der Papst war kollegial in das Konsistorium und in Kongregationen eingebunden. Mönche und Nonnen hatten oft mehr Autorität als Priester, Laien entschieden über Kleriker, Frauen konnten fast wie Bischöfe agieren. - Diese Modelle waren Antworten auf Herausforderungen ihrer jeweiligen Zeit. Sie haben sich damals bewährt, wurden dann aber vergessen, wichen neuen Formen oder wurden manchmal auch bewusst unterdrückt. Doch sie gehören zur katholischen Kirchengeschichte und genau betrachtet können sie wichtige Impulse für Reformen enthalten, die mehr Partizipation ermöglichen.

Ökumene – ein Gespräch zu dritt
Kardinal Kurt Koch

Zu einem öffentlichen Ökumene-Gespräch auf höchster Ebene trafen sich hochrangige Vertreter der evangelischen, orthodoxen und katholischen Kirche in der Katholischen Akademie Bayern. Bei der Veranstaltung mit dem Titel „Ökumene – ein Gespräch zu dritt“ sprachen und diskutierten vor mehr als 200 Teilnehmern Metropolit Ioannis Zizioulas, Leiter des Büros des Ökumenischen Patriarchats in Athen, Propst Johann Schneider, Regionalbischof von Halle-Wittenberg, und Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen. Hören Sie hier das Referat von Kardinal Kurt Koch.

Ökumene – ein Gespräch zu dritt
Propst Johann Schneider

Zu einem öffentlichen Ökumene-Gespräch auf höchster Ebene trafen sich hochrangige Vertreter der evangelischen, orthodoxen und katholischen Kirche in der Katholischen Akademie Bayern. Bei der Veranstaltung mit dem Titel „Ökumene – ein Gespräch zu dritt“ sprachen und diskutierten vor mehr als 200 Teilnehmern Metropolit Ioannis Zizioulas, Leiter des Büros des Ökumenischen Patriarchats in Athen, Propst Johann Schneider, Regionalbischof von Halle-Wittenberg, und Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen. Hören Sie hier das Referat von Propst Johann Schneider.

Ökumene – ein Gespräch zu dritt
Metropolit Ioannis Zizioulas

Zu einem öffentlichen Ökumene-Gespräch auf höchster Ebene trafen sich hochrangige Vertreter der evangelischen, orthodoxen und katholischen Kirche in der Katholischen Akademie Bayern. Bei der Veranstaltung mit dem Titel „Ökumene – ein Gespräch zu dritt“ sprachen und diskutierten vor mehr als 200 Teilnehmern Metropolit Ioannis Zizioulas, Leiter des Büros des Ökumenischen Patriarchats in Athen, Propst Johann Schneider, Regionalbischof von Halle-Wittenberg, und Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen. Hören Sie hier das Referat von Metropolit Ioannis Zizioulas.

Konfliktlinien während Karl Albrechts Aufenthalt in Rom 1716
Jörg Zedler

Die Reise nach Italien war in der Frühen Neuzeit wichtiger Bestandteil der Erziehung deutscher Adeliger. Sie sollte erworbenes Wissen demonstrieren, adelige Manieren verfeinern und politische Beziehungen stärken oder neu knüpfen. Und natürlich gehörte auch die Besichtigung bedeutender Stätten der Kunst und Kultur dazu.
So brach auch Karl Albrecht, Sohn des bayerischen Kurfürsten Max II. Emanuel und nachmaliger Kaiser Karl VII., am 3. Dezember 1715 zu einer Reise auf, die ihn von München über Salzburg und Innsbruck, über Venedig und Loreto nach Rom und Neapel führen sollte. Dabei waren Papstaudienzen, Besuche bei Kardinälen und dem jeweiligen Stadtadel Höhepunkte dieses Unternehmens.
Das sechste Karl Graf Spreti Symposium wird Aspekte dieser Reise näher beleuchten und in einen größeren historischen Kontext stellen.
Zum Thema "Zeremoniell und politisches Kalkül: Konfliktlinien während Karl Albrechts Aufenthalt in Rom 1716" referiert Dr. Jörg Zedler, Wiss. Assistent am Lehrstuhl für bayerische
Landesgeschichte, Universität Regensburg.
 

Musik und Politik während Karl Albrechts Aufenthalt in Venedig
Andrea Zedler

Die Reise nach Italien war in der Frühen Neuzeit wichtiger Bestandteil der Erziehung deutscher Adeliger. Sie sollte erworbenes Wissen demonstrieren, adelige Manieren verfeinern und politische Beziehungen stärken oder neu knüpfen. Und natürlich gehörte auch die Besichtigung bedeutender Stätten der Kunst und Kultur dazu.
So brach auch Karl Albrecht, Sohn des bayerischen Kurfürsten Max II. Emanuel und nachmaliger Kaiser Karl VII., am 3. Dezember 1715 zu einer Reise auf, die ihn von München über Salzburg und Innsbruck, über Venedig und Loreto nach Rom und Neapel führen sollte. Dabei waren Papstaudienzen, Besuche bei Kardinälen und dem jeweiligen Stadtadel Höhepunkte dieses Unternehmens.
Das sechste Karl Graf Spreti Symposium wird Aspekte dieser Reise näher beleuchten und in einen größeren historischen Kontext stellen.
Zum Thema: "Nach dem Krieg ist vor dem Krieg: Musik und Politik während Karl Albrechts Aufenthalt in Venedig" referiert Mag. Andrea Zedler M.A., Wiss. Mitarbeiterin am Lehrstuhl für bayerische Landesgeschichte, Universität Regensburg.

Wege durch Italien im 18. Jahrhundert
Reinhard Stauber

Die Reise nach Italien war in der Frühen Neuzeit wichtiger Bestandteil der Erziehung deutscher Adeliger. Sie sollte erworbenes Wissen demonstrieren, adelige Manieren verfeinern und politische Beziehungen stärken oder neu knüpfen. Und natürlich gehörte auch die Besichtigung bedeutender Stätten der Kunst und Kultur dazu.
So brach auch Karl Albrecht, Sohn des bayerischen Kurfürsten Max II. Emanuel und nachmaliger Kaiser Karl VII., am 3. Dezember 1715 zu einer Reise auf, die ihn von München über Salzburg und Innsbruck, über Venedig und Loreto nach Rom und Neapel führen sollte. Dabei waren Papstaudienzen, Besuche bei Kardinälen und dem jeweiligen Stadtadel Höhepunkte dieses Unternehmens.
Das sechste Karl Graf Spreti Symposium wird Aspekte dieser Reise näher beleuchten und in einen größeren historischen Kontext stellen.
Zum Thema "Amphitheater oder Papstmesse? Wege durch Italien im 18. Jahrhundert" referiert Prof. Dr. Reinhard Stauber, Professor für Neuere und Österreichische Geschichte, Universität Klagenfurt.

Barocke Tanzkultur im Kontext von Karl Albrechts Italienreise
Carola Finkel

Die Reise nach Italien war in der Frühen Neuzeit wichtiger Bestandteil der Erziehung deutscher Adeliger. Sie sollte erworbenes Wissen demonstrieren, adelige Manieren verfeinern und politische Beziehungen stärken oder neu knüpfen. Und natürlich gehörte auch die Besichtigung bedeutender Stätten der Kunst und Kultur dazu.
So brach auch Karl Albrecht, Sohn des bayerischen Kurfürsten Max II. Emanuel und nachmaliger Kaiser Karl VII., am 3. Dezember 1715 zu einer Reise auf, die ihn von München über Salzburg und Innsbruck, über Venedig und Loreto nach Rom und Neapel führen sollte. Dabei waren Papstaudienzen, Besuche bei Kardinälen und dem jeweiligen Stadtadel Höhepunkte dieses Unternehmens.
Das sechste Karl Graf Spreti Symposium wird Aspekte dieser Reise näher beleuchten und in einen größeren historischen Kontext stellen.
Unter dem Titel: "'gegen abend aber vor Seiner Durchlaucht in dem palast ein adel voller bal gehalten worden - Barocke Tanzkultur im Kontext von Karl Albrechts Italienreise" referiert Dr. Carola Finkel, Dozentin für Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Frankfurt am Main.

Karl Albrecht und seine Brüder auf dem Weg ins Exil 1706
Stephan Deutinger

Die Reise nach Italien war in der Frühen Neuzeit wichtiger Bestandteil der Erziehung deutscher Adeliger. Sie sollte erworbenes Wissen demonstrieren, adelige Manieren verfeinern und politische Beziehungen stärken oder neu knüpfen. Und natürlich gehörte auch die Besichtigung bedeutender Stätten der Kunst und Kultur dazu.
So brach auch Karl Albrecht, Sohn des bayerischen Kurfürsten Max II. Emanuel und nachmaliger Kaiser Karl VII., am 3. Dezember 1715 zu einer Reise auf, die ihn von München über Salzburg und Innsbruck, über Venedig und Loreto nach Rom und Neapel führen sollte. Dabei waren Papstaudienzen, Besuche bei Kardinälen und dem jeweiligen Stadtadel Höhepunkte dieses Unternehmens.
Das sechste Karl Graf Spreti Symposium wird Aspekte dieser Reise näher beleuchten und in einen größeren historischen Kontext stellen.
Zum Thema: "Prinzen-“Reise“ ohne Wiederkehr. Karl Albrecht und seine Brüder auf dem Weg ins Exil 1706" referiert Dr. Stephan Deutinger, Akademischer Oberrat an der Kommission für bayerische Landesgeschichte, München.

Die Kreuzestheologie des Paulus
Udo Schnelle

Paulus ist ein sperriger Autor (und auch eine sperrige Person...). Seine Briefe sind zumeist Gelegenheitsschreiben, anlassbezogen und somit tief verwurzelt in der Geschichte des frühen Christentums. Unsere Welt ist zwar anders geworden, aber die Probleme und Fragestellungen der frühchristlichen Gemeinden klingen häufig doch recht aktuell. Auf der anderen Seite erreicht die zweite Ebene seiner Briefe, nämlich die kreative und existentiell tief gehende Theologie, ein Abstraktionsniveau, das höchsten intellektuellen Ansprüchen genügt. Dadurch wird er allerdings nicht leichter verständlich.
In der Karwoche 2016 widmete die Katholische Akademie Bayern die Veranstaltung Biblische Tage, 21. - 23. März 2016, dem Ersten Korintherbrief. In diesem Schreiben an eine christliche Gemeinde in Aufbruch und Umbruch werden wichtige Themen christlicher Existenz auch für heute gültig formuliert, und zwar immer unter der Perspektive radikaler Christusbezogenheit – eine zentrale Herausforderung für Christen aller Epochen.
Prof. Dr. Udo Schnelle, Professor für Neues Testament an der Universität Halle-Wittenberg, referierte zur Kreuzestheologie des Paulus und bezog sich dabei auf die Stelle 1 Kor 1,23: "Wir verkünden Christus als den Gekreuzigten".

Stadt und Gemeinde von Korinth
Hans-Georg Gradl

Paulus ist ein sperriger Autor (und auch eine sperrige Person...). Seine Briefe sind zumeist Gelegenheitsschreiben, anlassbezogen und somit tief verwurzelt in der Geschichte des frühen Christentums. Unsere Welt ist zwar anders geworden, aber die Probleme und Fragestellungen der frühchristlichen Gemeinden klingen häufig doch recht aktuell. Auf der anderen Seite erreicht die zweite Ebene seiner Briefe, nämlich die kreative und existentiell tief gehende Theologie, ein Abstraktionsniveau, das höchsten intellektuellen Ansprüchen genügt. Dadurch wird er allerdings nicht leichter verständlich.
In der Karwoche 2016 widmete die Katholische Akademie Bayern die Veranstaltung Biblische Tage, 21. - 23. März 2016, dem Ersten Korintherbrief. In diesem Schreiben an eine christliche Gemeinde in Aufbruch und Umbruch werden wichtige Themen christlicher Existenz auch für heute gültig formuliert, und zwar immer unter der Perspektive radikaler Christusbezogenheit – eine zentrale Herausforderung für Christen aller Epochen.
Prof. Dr. Hans-Georg Gradl, Professor für Exegese des Neuen Testaments an der Theologischen Fakultät Trier, referierte zum Thema: Zu Besuch in Korinth - Stadt und Gemeinde.

Paulus – vier Spotlights auf eine vielschichtige Persönlichkeit
Marlis Gielen

Paulus ist ein sperriger Autor (und auch eine sperrige Person...). Seine Briefe sind zumeist Gelegenheitsschreiben, anlassbezogen und somit tief verwurzelt in der Geschichte des frühen Christentums. Unsere Welt ist zwar anders geworden, aber die Probleme und Fragestellungen der frühchristlichen Gemeinden klingen häufig doch recht aktuell. Auf der anderen Seite erreicht die zweite Ebene seiner Briefe, nämlich die kreative und existentiell tief gehende Theologie, ein Abstraktionsniveau, das höchsten intellektuellen Ansprüchen genügt. Dadurch wird er allerdings nicht leichter verständlich.
In der Karwoche 2016 widmete die Katholische Akademie Bayern die Veranstaltung Biblische Tage, 21. - 23. März 2016, dem Ersten Korintherbrief. In diesem Schreiben an eine christliche Gemeinde in Aufbruch und Umbruch werden wichtige Themen christlicher Existenz auch für heute gültig formuliert, und zwar immer unter der Perspektive radikaler Christusbezogenheit – eine zentrale Herausforderung für Christen aller Epochen.
Prof. Dr. Marlis Gielen, Professorin für Neutestamentliche Bibelwissenschaft an der Universität Salzburg, referierte zu dem Thema: Paulus – vier Spotlights auf eine vielschichtige Persönlichkeit.

Kurt von Schleicher, Gregor Strasser und Kronprinz Wilhelm gegen Hitler
Wolfram Pyta

Die im November 1918 ausgerufene deutsche Republik war von Beginn an gravierenden Gefährdungen ausgesetzt. Schon bei ihrem Entstehen musste sie sich Putschversuchen und Aufständen von Antidemokraten erwehren. Massenarbeitslosigkeit, Kriegsschäden und die harten Forderungen des Versailler Vertrags lasteten schwer auf der jungen Demokratie. Zudem behinderten einflussreiche Eliten des Kaiserreichs einen grundlegenden Neuanfang.
Nach ersten Krisenjahren zeichnete sich mit Erfolgen in der Außen- und Innenpolitik eine Phase der Stabilisierung ab. Trotz brüchigen Friedens erlebte die Republik in den „goldenen 20er Jahren“ nicht nur eine Spanne relativer wirtschaftlicher Konsolidierung, sondern auch eine Blütezeit des kulturellen Lebens und der Wissenschaft. Die Auswirkungen des „Schwarzen Freitags“ im Oktober 1929 trafen Deutschland besonders schwer und machten viele hoffnungsvolle Entwicklungen zunichte. Im Schatten der Weltwirtschaftskrise, die in weiten Teilen der Bevölkerung zu sozialem Abstieg und Armut führte, nahm die politische Radikalisierung zu, schwächten Regierungskrisen die Republik zusehends, zerfaserte das Parteiensystem und erstarkte die nationalsozialistische Bewegung.
Am Beispiel von Akteuren unterschiedlicher Bereiche des damaligen öffentlichen Lebens sollen Aufstieg und Leistungen, Belastungen und Scheitern der Weimarer Republik veranschaulicht werden. Zum Thema "Wie Kurt von Schleicher, Gregor Strasser und Kronprinz Wilhelm die Reichskanzlerschaft Hitlers zu verhindern suchten" referiert Prof. Dr. Wolfram Pyta, Professor für Neuere Geschichte an der Universität Stuttgart.

Ellen Ammann - Frauenrechtlerin und Wegbereiterin der sozialen Arbeit
Elfriede Schießleder

Die im November 1918 ausgerufene deutsche Republik war von Beginn an gravierenden Gefährdungen ausgesetzt. Schon bei ihrem Entstehen musste sie sich Putschversuchen und Aufständen von Antidemokraten erwehren. Massenarbeitslosigkeit, Kriegsschäden und die harten Forderungen des Versailler Vertrags lasteten schwer auf der jungen Demokratie. Zudem behinderten einflussreiche Eliten des Kaiserreichs einen grundlegenden Neuanfang.
Nach ersten Krisenjahren zeichnete sich mit Erfolgen in der Außen- und Innenpolitik eine Phase der Stabilisierung ab. Trotz brüchigen Friedens erlebte die Republik in den „goldenen 20er Jahren“ nicht nur eine Spanne relativer wirtschaftlicher Konsolidierung, sondern auch eine Blütezeit des kulturellen Lebens und der Wissenschaft. Die Auswirkungen des „Schwarzen Freitags“ im Oktober 1929 trafen Deutschland besonders schwer und machten viele hoffnungsvolle Entwicklungen zunichte. Im Schatten der Weltwirtschaftskrise, die in weiten Teilen der Bevölkerung zu sozialem Abstieg und Armut führte, nahm die politische Radikalisierung zu, schwächten Regierungskrisen die Republik zusehends, zerfaserte das Parteiensystem und erstarkte die nationalsozialistische Bewegung.
Am Beispiel von Akteuren unterschiedlicher Bereiche des damaligen öffentlichen Lebens sollen Aufstieg und Leistungen, Belastungen und Scheitern der Weimarer Republik veranschaulicht werden. Über Ellen Ammann (1870-1932), Frauenrechtlerin, Wegbereiterin der sozialen Arbeit, christliche Politikerin und frühe Gegnerin des Nationalsozialismus, referiert Dr. Elfriede Schießleder, Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes, Landesverband Bayern.

Der Einfluss völkischer Schriftsteller in der Weimarer Republik
Thomas Vordermayer

Die im November 1918 ausgerufene deutsche Republik war von Beginn an gravierenden Gefährdungen ausgesetzt. Schon bei ihrem Entstehen musste sie sich Putschversuchen und Aufständen von Antidemokraten erwehren. Massenarbeitslosigkeit, Kriegsschäden und die harten Forderungen des Versailler Vertrags lasteten schwer auf der jungen Demokratie. Zudem behinderten einflussreiche Eliten des Kaiserreichs einen grundlegenden Neuanfang.
Nach ersten Krisenjahren zeichnete sich mit Erfolgen in der Außen- und Innenpolitik eine Phase der Stabilisierung ab. Trotz brüchigen Friedens erlebte die Republik in den „goldenen 20er Jahren“ nicht nur eine Spanne relativer wirtschaftlicher Konsolidierung, sondern auch eine Blütezeit des kulturellen Lebens und der Wissenschaft. Die Auswirkungen des „Schwarzen Freitags“ im Oktober 1929 trafen Deutschland besonders schwer und machten viele hoffnungsvolle Entwicklungen zunichte. Im Schatten der Weltwirtschaftskrise, die in weiten Teilen der Bevölkerung zu sozialem Abstieg und Armut führte, nahm die politische Radikalisierung zu, schwächten Regierungskrisen die Republik zusehends, zerfaserte das Parteiensystem und erstarkte die nationalsozialistische Bewegung.
Am Beispiel von Akteuren unterschiedlicher Bereiche des damaligen öffentlichen Lebens sollen Aufstieg und Leistungen, Belastungen und Scheitern der Weimarer Republik veranschaulicht werden. Über dem Einfluss der völkischen Schriftsteller Hans Grimm, Erwin Guido Kolbenheyer und Wilhelm Stapel auf die Gesellschaft der Weimarer Republik referiert Dr. Thomas Vordermayer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte an der LMU München.

Zur Rolle von Ludwig Kaas im sogenannten politischen Katholizismus
Josef Pilvousek

Die im November 1918 ausgerufene deutsche Republik war von Beginn an gravierenden Gefährdungen ausgesetzt. Schon bei ihrem Entstehen musste sie sich Putschversuchen und Aufständen von Antidemokraten erwehren. Massenarbeitslosigkeit, Kriegsschäden und die harten Forderungen des Versailler Vertrags lasteten schwer auf der jungen Demokratie. Zudem behinderten einflussreiche Eliten des Kaiserreichs einen grundlegenden Neuanfang.
Nach ersten Krisenjahren zeichnete sich mit Erfolgen in der Außen- und Innenpolitik eine Phase der Stabilisierung ab. Trotz brüchigen Friedens erlebte die Republik in den „goldenen 20er Jahren“ nicht nur eine Spanne relativer wirtschaftlicher Konsolidierung, sondern auch eine Blütezeit des kulturellen Lebens und der Wissenschaft. Die Auswirkungen des „Schwarzen Freitags“ im Oktober 1929 trafen Deutschland besonders schwer und machten viele hoffnungsvolle Entwicklungen zunichte. Im Schatten der Weltwirtschaftskrise, die in weiten Teilen der Bevölkerung zu sozialem Abstieg und Armut führte, nahm die politische Radikalisierung zu, schwächten Regierungskrisen die Republik zusehends, zerfaserte das Parteiensystem und erstarkte die nationalsozialistische Bewegung.
Am Beispiel von Akteuren unterschiedlicher Bereiche des damaligen öffentlichen Lebens sollen Aufstieg und Leistungen, Belastungen und Scheitern der Weimarer Republik veranschaulicht werden. Zur Rolle von Ludwig Kaas im sogenannten politischen Katholizismus referiert Prof. Dr. Josef Pilvousek, Professor für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit an der Universität Erfurt.

Gustav von Kahr im Spiegel seiner Lebenserinnerungen
Ferdinand Kramer

Die im November 1918 ausgerufene deutsche Republik war von Beginn an gravierenden Gefährdungen ausgesetzt. Schon bei ihrem Entstehen musste sie sich Putschversuchen und Aufständen von Antidemokraten erwehren. Massenarbeitslosigkeit, Kriegsschäden und die harten Forderungen des Versailler Vertrags lasteten schwer auf der jungen Demokratie. Zudem behinderten einflussreiche Eliten des Kaiserreichs einen grundlegenden Neuanfang.
Nach ersten Krisenjahren zeichnete sich mit Erfolgen in der Außen- und Innenpolitik eine Phase der Stabilisierung ab. Trotz brüchigen Friedens erlebte die Republik in den „goldenen 20er Jahren“ nicht nur eine Spanne relativer wirtschaftlicher Konsolidierung, sondern auch eine Blütezeit des kulturellen Lebens und der Wissenschaft. Die Auswirkungen des „Schwarzen Freitags“ im Oktober 1929 trafen Deutschland besonders schwer und machten viele hoffnungsvolle Entwicklungen zunichte. Im Schatten der Weltwirtschaftskrise, die in weiten Teilen der Bevölkerung zu sozialem Abstieg und Armut führte, nahm die politische Radikalisierung zu, schwächten Regierungskrisen die Republik zusehends, zerfaserte das Parteiensystem und erstarkte die nationalsozialistische Bewegung.
Am Beispiel von Akteuren unterschiedlicher Bereiche des damaligen öffentlichen Lebens sollen Aufstieg und Leistungen, Belastungen und Scheitern der Weimarer Republik veranschaulicht werden. Über Gustav von Kahr im Spiegel seiner Lebenserinnerungen referiert Prof. Dr. Ferdinand Kramer, Professor für Bayerische Geschichte und Vergleichende Landesgeschichte an der LMU München.

Der Streit um Alfred Döblins Großstadtroman Berlin Alexanderplatz
Helmuth Kiesel

Die im November 1918 ausgerufene deutsche Republik war von Beginn an gravierenden Gefährdungen ausgesetzt. Schon bei ihrem Entstehen musste sie sich Putschversuchen und Aufständen von Antidemokraten erwehren. Massenarbeitslosigkeit, Kriegsschäden und die harten Forderungen des Versailler Vertrags lasteten schwer auf der jungen Demokratie. Zudem behinderten einflussreiche Eliten des Kaiserreichs einen grundlegenden Neuanfang.
Nach ersten Krisenjahren zeichnete sich mit Erfolgen in der Außen- und Innenpolitik eine Phase der Stabilisierung ab. Trotz brüchigen Friedens erlebte die Republik in den „goldenen 20er Jahren“ nicht nur eine Spanne relativer wirtschaftlicher Konsolidierung, sondern auch eine Blütezeit des kulturellen Lebens und der Wissenschaft. Die Auswirkungen des „Schwarzen Freitags“ im Oktober 1929 trafen Deutschland besonders schwer und machten viele hoffnungsvolle Entwicklungen zunichte. Im Schatten der Weltwirtschaftskrise, die in weiten Teilen der Bevölkerung zu sozialem Abstieg und Armut führte, nahm die politische Radikalisierung zu, schwächten Regierungskrisen die Republik zusehends, zerfaserte das Parteiensystem und erstarkte die nationalsozialistische Bewegung.
Am Beispiel von Akteuren unterschiedlicher Bereiche des damaligen öffentlichen Lebens sollen Aufstieg und Leistungen, Belastungen und Scheitern der Weimarer Republik veranschaulicht werden. Zum Thema "Provinz gegen Metropole - Der Streit um Alfred Döblins Großstadtroman Berlin Alexanderplatz" referiert Prof. Dr. Helmuth Kiesel, Professor für Neuere deutsche Literatur an der
Universität Heidelberg.

Max Planck und Albert Einstein - Zwei Revolutionäre der Physik
Dieter Hoffmann

Die im November 1918 ausgerufene deutsche Republik war von Beginn an gravierenden Gefährdungen ausgesetzt. Schon bei ihrem Entstehen musste sie sich Putschversuchen und Aufständen von Antidemokraten erwehren. Massenarbeitslosigkeit, Kriegsschäden und die harten Forderungen des Versailler Vertrags lasteten schwer auf der jungen Demokratie. Zudem behinderten einflussreiche Eliten des Kaiserreichs einen grundlegenden Neuanfang.
Nach ersten Krisenjahren zeichnete sich mit Erfolgen in der Außen- und Innenpolitik eine Phase der Stabilisierung ab. Trotz brüchigen Friedens erlebte die Republik in den „goldenen 20er Jahren“ nicht nur eine Spanne relativer wirtschaftlicher Konsolidierung, sondern auch eine Blütezeit des kulturellen Lebens und der Wissenschaft. Die Auswirkungen des „Schwarzen Freitags“ im Oktober 1929 trafen Deutschland besonders schwer und machten viele hoffnungsvolle Entwicklungen zunichte. Im Schatten der Weltwirtschaftskrise, die in weiten Teilen der Bevölkerung zu sozialem Abstieg und Armut führte, nahm die politische Radikalisierung zu, schwächten Regierungskrisen die Republik zusehends, zerfaserte das Parteiensystem und erstarkte die nationalsozialistische Bewegung.
Am Beispiel von Akteuren unterschiedlicher Bereiche des damaligen öffentlichen Lebens sollen Aufstieg und Leistungen, Belastungen und Scheitern der Weimarer Republik veranschaulicht werden. Über die beiden Revolutionäre der Physik Max Planck und Albert Einstein referiert - unter der Perspektive ihrer politischen Gegensätze und ihrer kollegialen Beziehung - Prof. Dr. Dieter Hoffmann, Wissenschaftshistoriker, ehem. wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin.

Otto Braun – "Der rote Zar von Preußen"
Manfred Görtemaker

Die im November 1918 ausgerufene deutsche Republik war von Beginn an gravierenden Gefährdungen ausgesetzt. Schon bei ihrem Entstehen musste sie sich Putschversuchen und Aufständen von Antidemokraten erwehren. Massenarbeitslosigkeit, Kriegsschäden und die harten Forderungen des Versailler Vertrags lasteten schwer auf der jungen Demokratie. Zudem behinderten einflussreiche Eliten des Kaiserreichs einen grundlegenden Neuanfang.
Nach ersten Krisenjahren zeichnete sich mit Erfolgen in der Außen- und Innenpolitik eine Phase der Stabilisierung ab. Trotz brüchigen Friedens erlebte die Republik in den „goldenen 20er Jahren“ nicht nur eine Spanne relativer wirtschaftlicher Konsolidierung, sondern auch eine Blütezeit des kulturellen Lebens und der Wissenschaft. Die Auswirkungen des „Schwarzen Freitags“ im Oktober 1929 trafen Deutschland besonders schwer und machten viele hoffnungsvolle Entwicklungen zunichte. Im Schatten der Weltwirtschaftskrise, die in weiten Teilen der Bevölkerung zu sozialem Abstieg und Armut führte, nahm die politische Radikalisierung zu, schwächten Regierungskrisen die Republik zusehends, zerfaserte das Parteiensystem und erstarkte die nationalsozialistische Bewegung.
Am Beispiel von Akteuren unterschiedlicher Bereiche des damaligen öffentlichen Lebens sollen Aufstieg und Leistungen, Belastungen und Scheitern der Weimarer Republik veranschaulicht werden. Über Otto Braun, den sogenannten „roten Zar von Preußen“ als Hoffnungsträger der SPD und Kämpfer für die Republik referiert Prof. Dr. Manfred Görtemaker, Professor für Neuere Geschichte an der Universität Potsdam.

Gustav Stresemann – Vernunftrepublikaner und Verständnispolitiker
Horst Möller

Die im November 1918 ausgerufene deutsche Republik war von Beginn an gravierenden Gefährdungen ausgesetzt. Schon bei ihrem Entstehen musste sie sich Putschversuchen und Aufständen von Antidemokraten erwehren. Massenarbeitslosigkeit, Kriegsschäden und die harten Forderungen des Versailler Vertrags lasteten schwer auf der jungen Demokratie. Zudem behinderten einflussreiche Eliten des Kaiserreichs einen grundlegenden Neuanfang.
Nach ersten Krisenjahren zeichnete sich mit Erfolgen in der Außen- und Innenpolitik eine Phase der Stabilisierung ab. Trotz brüchigen Friedens erlebte die Republik in den „goldenen 20er Jahren“ nicht nur eine Spanne relativer wirtschaftlicher Konsolidierung, sondern auch eine Blütezeit des kulturellen Lebens und der Wissenschaft. Die Auswirkungen des „Schwarzen Freitags“ im Oktober 1929 trafen Deutschland besonders schwer und machten viele hoffnungsvolle Entwicklungen zunichte. Im Schatten der Weltwirtschaftskrise, die in weiten Teilen der Bevölkerung zu sozialem Abstieg und Armut führte, nahm die politische Radikalisierung zu, schwächten Regierungskrisen die Republik zusehends, zerfaserte das Parteiensystem und erstarkte die nationalsozialistische Bewegung.
Am Beispiel von Akteuren unterschiedlicher Bereiche des damaligen öffentlichen Lebens sollen Aufstieg und Leistungen, Belastungen und Scheitern der Weimarer Republik veranschaulicht werden. Zum Thema "Gustav Stresemann – Vernunftrepublikaner und Verständnispolitiker" referiert Prof. Dr. Horst Möller, Professor em. für Neuere und Neueste Geschichte an der LMU München, ehem. Direktor des Instituts für Zeitgeschichte.

Thomas Mann - Vom Unpolitischen zum Verteidiger der deutschen Republik
Sebastian Hansen

Die im November 1918 ausgerufene deutsche Republik war von Beginn an gravierenden Gefährdungen ausgesetzt. Schon bei ihrem Entstehen musste sie sich Putschversuchen und Aufständen von Antidemokraten erwehren. Massenarbeitslosigkeit, Kriegsschäden und die harten Forderungen des Versailler Vertrags lasteten schwer auf der jungen Demokratie. Zudem behinderten einflussreiche Eliten des Kaiserreichs einen grundlegenden Neuanfang.
Nach ersten Krisenjahren zeichnete sich mit Erfolgen in der Außen- und Innenpolitik eine Phase der Stabilisierung ab. Trotz brüchigen Friedens erlebte die Republik in den „goldenen 20er Jahren“ nicht nur eine Spanne relativer wirtschaftlicher Konsolidierung, sondern auch eine Blütezeit des kulturellen Lebens und der Wissenschaft. Die Auswirkungen des „Schwarzen Freitags“ im Oktober 1929 trafen Deutschland besonders schwer und machten viele hoffnungsvolle Entwicklungen zunichte. Im Schatten der Weltwirtschaftskrise, die in weiten Teilen der Bevölkerung zu sozialem Abstieg und Armut führte, nahm die politische Radikalisierung zu, schwächten Regierungskrisen die Republik zusehends, zerfaserte das Parteiensystem und erstarkte die nationalsozialistische Bewegung.
Am Beispiel von Akteuren unterschiedlicher Bereiche des damaligen öffentlichen Lebens sollen Aufstieg und Leistungen, Belastungen und Scheitern der Weimarer Republik veranschaulicht werden. Zum Thema "Thomas Mann - Vom Unpolitischen zum Fürsprecher und Verteidiger der deutschen Republik" referiert Dr. Sebastian Hansen, Akademischer Mitarbeiter in der Abteilung für Neuere Geschichte am Historischen Institut der Universität Stuttgart.

Ein säkulares Zeitalter
Charles Taylor

Prof. Dr. Charles Taylor ist emeritierter Professor für Philosophie an der McGill University in Montréal. Er gilt als einer der angesehensten Vertreter der Sozialphilosophie wie der politischen Philosophie in der Gegenwart. 2008 wurde ihm für sein Lebenswerk der Kyoto-Preis verliehen, eine der weltweit höchsten Auszeichnungen für Verdienste um Wissenschaft und Kultur. 
Charles Taylor entwirft in seinem Buch „Ein säkulares Zeitalter“ das Panorama der Epoche der Säkularisierung. Das mehrfach ausgezeichnete Werk inspiriert durch seine tiefgreifende Analyse und zugleich von gläubiger Zuversicht getragene Perspektive, erregte große Aufmerksamkeit und sorgt weiterhin für intensive Diskussionen. Im Horizont der zentralen Fragestellung nach dem Verhältnis von Religion und Moderne setzt sich Taylor mit der geistesgeschichtlich-religiösen Entwicklung der abendländischen Zivilisation in der Neuzeit auseinander. Er reflektiert diese Entwicklung, die er durch einen tiefen Wandel hin zu Säkularität in unterschiedlichen Dimensionen geprägt sieht: von einer Gesellschaft, in der es praktisch unmöglich war, nicht an Gott zu glauben, zu einer Gesellschaft, in der dieser Glaube nur mehr eine von mehreren Möglichkeiten darstellt. 
Taylor spürt den Ursachen einer Situation nach, in der areligiöse Weltdeutungen für immer mehr Menschen die einzig einleuchtenden und die Dimension des Transzendenten vielfach keine in Frage kommende Option mehr zu sein scheinen. Und er fragt danach, wie unter diesen Bedingungen Glauben und spirituelle Erfahrung noch möglich sind.

Joseph Roths Hiob-Roman
Hans Otto Horch

Das alttestamentliche Buch Ijob zeigt das Urbild eines Weisen, Gerechten und Frommen. Unverschuldet, vom Satan inszeniert und von Gott zugelassen, verliert er nacheinander seinen Reichtum, seine Söhne und seine Gesundheit. Das Leiden des Gerechten, die uralte Menschheitsfrage, hat in dieser Schrift Gestalt gewonnen; sie gilt als ein Hauptwerk der Menschheitsliteratur. Wie kann der gerechte Gott es zulassen, dass guten Menschen fundamental Böses widerfährt?
Nach dem Prosaauftakt der beiden ersten Kapitel werden in den folgenden, literarisch wie theologisch faszinierend durchgearbeiteten Dialogen mögliche Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Leides durchgespielt, aber letztlich alle verworfen. Nach den großen Schlussreden Jahwes anerkennt Ijob die Unbegreiflichkeit seines Schöpfers und findet gerade dadurch zu Ergebung, Trost und sogar neu gelingendem Leben.
Zu Beginn der diesjährigen Karwoche soll bei den „Biblischen Tagen“ der Kern der theologischen Botschaft des Buches Ijob ebenso aufgezeigt werden wie die Vielfalt von deren Deutungen in Literatur, Musik oder bildender Kunst. Solche Besinnung kann wohl vertieft hinführen zum Gedächtnis des „Leidenden Gottesknechts“ und dessen Annahme durch den Vater in der Auferstehung. Die Feier der „Heiligen Drei Tage“ eröffnet den christlichen Horizont über dem Rufen des Ijob nach seinem Gott.
Prof. Dr. Hans Otto Horch, Professor für deutsch-jüdische Literaturgeschichte an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, referierte über das Thema „Joseph Roths ‚Hiob‘-Roman im Kontext deutschjüdischer Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts“.

Auseinandersetzungsliteratur des Alten Orients
Franz Sedlmeier

Das alttestamentliche Buch Ijob zeigt das Urbild eines Weisen, Gerechten und Frommen. Unverschuldet, vom Satan inszeniert und von Gott zugelassen, verliert er nacheinander seinen Reichtum, seine Söhne und seine Gesundheit. Das Leiden des Gerechten, die uralte Menschheitsfrage, hat in dieser Schrift Gestalt gewonnen; sie gilt als ein Hauptwerk der Menschheitsliteratur. Wie kann der gerechte Gott es zulassen, dass guten Menschen fundamental Böses widerfährt?
Nach dem Prosaauftakt der beiden ersten Kapitel werden in den folgenden, literarisch wie theologisch faszinierend durchgearbeiteten Dialogen mögliche Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Leides durchgespielt, aber letztlich alle verworfen. Nach den großen Schlussreden Jahwes anerkennt Ijob die Unbegreiflichkeit seines Schöpfers und findet gerade dadurch zu Ergebung, Trost und sogar neu gelingendem Leben.
Zu Beginn der diesjährigen Karwoche soll bei den „Biblischen Tagen“ der Kern der theologischen Botschaft des Buches Ijob ebenso aufgezeigt werden wie die Vielfalt von deren Deutungen in Literatur, Musik oder bildender Kunst. Solche Besinnung kann wohl vertieft hinführen zum Gedächtnis des „Leidenden Gottesknechts“ und dessen Annahme durch den Vater in der Auferstehung. Die Feier der „Heiligen Drei Tage“ eröffnet den christlichen Horizont über dem Rufen des Ijob nach seinem Gott.
Prof. Dr. Franz Sedlmeier, Professor für Alttestamentliche Wissenschaft an der Universität Augsburg referierte zum Thema „Ijob und seine Klage als Menschheitsthema - Auseinandersetzungsliteratur des Alten Orients“.

Ijob in der Literatur des 20. Jahrhunderts
Brita Steinwendtner

Das alttestamentliche Buch Ijob zeigt das Urbild eines Weisen, Gerechten und Frommen. Unverschuldet, vom Satan inszeniert und von Gott zugelassen, verliert er nacheinander seinen Reichtum, seine Söhne und seine Gesundheit. Das Leiden des Gerechten, die uralte Menschheitsfrage, hat in dieser Schrift Gestalt gewonnen; sie gilt als ein Hauptwerk der Menschheitsliteratur. Wie kann der gerechte Gott es zulassen, dass guten Menschen fundamental Böses widerfährt?
Nach dem Prosaauftakt der beiden ersten Kapitel werden in den folgenden, literarisch wie theologisch faszinierend durchgearbeiteten Dialogen mögliche Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Leides durchgespielt, aber letztlich alle verworfen. Nach den großen Schlussreden Jahwes anerkennt Ijob die Unbegreiflichkeit seines Schöpfers und findet gerade dadurch zu Ergebung, Trost und sogar neu gelingendem Leben.
Zu Beginn der diesjährigen Karwoche soll bei den „Biblischen Tagen“ der Kern der theologischen Botschaft des Buches Ijob ebenso aufgezeigt werden wie die Vielfalt von deren Deutungen in Literatur, Musik oder bildender Kunst. Solche Besinnung kann wohl vertieft hinführen zum Gedächtnis des „Leidenden Gottesknechts“ und dessen Annahme durch den Vater in der Auferstehung. Die Feier der „Heiligen Drei Tage“ eröffnet den christlichen Horizont über dem Rufen des Ijob nach seinem Gott.
Dr. Brita Steinwendtner, Publizistin und Regisseurin, Salzburg, referierte zum Thema „‘Verbrannt, erdrückt, geknickt, zerstückt ...‘ - Ijob in der Literatur des 20. Jahrhunderts“.

Reiner Kunze und Wolfgang Frühwald

Beim Kunstprojekt der Deutschen Bischofskonferenz zum 50jährigen Jubiläum des Konzilsendes war die bayerische Landeshauptstadt Veranstaltungsort des „LIT.fest münchen 2015“. In Freising, der Bischofsstadt des heiligen Korbinian, und in München, dem heutigen Sitz des Erzbischofs, lesen Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus ihren Werken, die Resonanzen auf die großen Gefühle der Menschen von heute artikulieren: Freude und Hoffnung, Trauer und Angst. Beendet wird diese Reihe mit dem Lyriker Reiner Kunze. Er war Assistent an der Fakultät für Journalistik Leipzig, gab aber kurz vor Abschluss der Promotion die Stelle auf. Als Hilfsschlosser hielt er sich über Wasser. „Bleibe auf deinem Posten und hilf durch deinen Zuruf; und wenn man dir die Kehle zudrückt, bleibe auf deinem Posten und hilf durch dein Schweigen.“ Dieses Seneca-Zitat hat Kunze als Motto seinem Gedicht „zimmerlautstärke“ vorangestellt. Er hat in seinem Leben nie die Wahrheit ermäßigt zu einem bequemen Sich-Anpassen. Am 20. November 1976 wurde er aus dem Schriftstellerverband der DDR ausgeschlossen und am 7. April 1977 stellte er den Antrag auf Entlassung aus der DDR-Staatsbürgerschaft, der am 10. April genehmigt wurde. In einem Gedicht hält er fest: „Heimat haben und welt, / und nie mehr der lüge / den ring küssen müssen.“ Wahrheit ist das Lebensthema Kunzes. Poesie ist für ihn Wahrheit und Schönheit zugleich. Mit ihren Worten und Klängen formuliert er Freude und Hoffnung, Trauer und Angst, stellvertretend für viele Menschen von heute. Die thematische Hinführung übernahm Prof. Dr. Wolfgang Frühwald, Augsburg.

Hanns-Josef Ortheil und Erich Garhammer

Die Eröffnungsveranstaltung des LIT.fest münchen 2015 fand am Abend des 13. April in der Katholischen Akademie Bayern statt. Rund 430 Literaturfreunde waren gekommen, um Hanns-Josef Ortheil zu sehen und zu hören. Die Lesung wurde live im Internet gestreamt; der Film ist in der Mediathek der Katholischen Akademie Bayern abrufbar. Das Literaturprojekt - kuratiert von Prof. Dr. Erich Garhammer - ist Teil des Kunstprojektes der Deutschen Bischofskonferenz "Freude und Hoffnung, Trauer und Angst" zum 50-jährigen Jubiläum des Endes des Zweiten Vatikanischen Konzils. An mehreren Orten in Deutschland wollen Bildende Künstler, Theatermacher, Schriftsteller, Filmemacher und Musiker wesentliche Impulse des Konzils für das 21. Jahrhundert zu den Themen Freude und Hoffnung, Trauer und Angst sicht- und hörbar machen.

Zum Weltfrieden - Ein politischer Entwurf
Michael Wolffsohn

Rund 330 Bundeswehroffiziere waren am 1. März 2016 in die Katholische Akademie gekommen, um Prof. Dr. Michael Wolffsohn zu hören, Professor em. für Politik an der Universität der Bundeswehr München.
In seinem Vortrag mit dem Titel „ Zum Weltfrieden. Ein politischer Entwurf“ legte Wolffsohn dar, dass herkömmliche Konfliktlösungsstrategien zunehmend scheitern, weil sie auf dem Modell des Nationalstaats basieren. Er konstatierte, dass friedliches Zusammenleben vor allem dort möglich sei, wo die Bevölkerung einigermaßen homogen sei. Sobald aber innerhalb von Staaten oder in benachbarten Staaten über Grenzen hinweg sehr unterschiedliche Gemeinschaften zusammenleben müssten, seien Konflikte programmiert. Der bekannte Politikwissenschaftler führte als Beispiele die Türkei, Syrien, den Irak, Afghanistan und das westafrikanische Mali an – alles Länder, in deren Konflikte die Bundeswehr involviert sei. Wolffsohns Vorschlag, wie Spannungen und Konflikte minimiert werden könnten, ging dahin, föderative Strukturen innerhalb von Staaten oder über Staatsgrenzen hinweg zu schaffen, die es unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen erlauben würden, in Eigenständigkeit zu leben, ohne von einer Zentrale bevormundet zu werden. Die demografische Geografie, also die Bevölkerungsstruktur in und über Staatsgrenzen hinweg, müsse in Zukunft stärkeres Gewicht erhalten als die politische Geografie, also die Staatsgrenzen.
Professor Wolffsohn setzte in seinem Referat darauf, dass der Leidensdruck bei Konflikten so stark werde, dass Lösungen wie von ihm vorgeschlagen in den Blick genommen würden. Außerdem müsse der politische Druck auf Staaten, in denen Bundeswehrsoldaten im Rahmen von UN-Missionen zum Einsatz kommen, dahingehend erhöht werden, dass als Vorleistung oder sogar als Bedingung die Schaffung föderativer Strukturen in Angriff genommen werde.

Jüdisches Leben in Deutschland heute
Josef Schuster

Dr. Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, war am 28. Juni 2016 zu Gast in der Katholischen Akademie Bayern in München. Josef Schuster, Arzt aus Würzburg, ist seit November 2014 oberster Repräsentant der offiziell rund 100.000 jüdischen Bürger in Deutschland. Der Dialog mit den christlichen Kirchen liegt ihm sehr am Herzen. Die Veranstaltung mit dem Titel „Jüdisches Leben in Deutschland heute“ wurde live gestreamt, ist als audiovisuelle Aufzeichnung in der Mediathek der Akademie abrufbar und kann hier als Audio-Aufzeichnung nachgehört werden.

Joachim Kaiser und Michael Krüger

Joachim Kaiser kann nach über 50-jähriger Schaffenszeit auf ein Gesamtwerk blicken, das seinesgleichen sucht. Seine Altersgruppe, die von ihm so bezeichneten „Fünfundvierziger“, hat nach dem Zweiten Weltkrieg die Bundesrepublik geprägt wie keine folgende Generation. Kaiser spricht von ganz großem Glück, das sie gehabt hätten. „Denn alles Misslingen hat seine Gründe, aber alles Gelingen sein Geheimnis.“ Am 2. Dezember 2008 sprachen in der Katholischen Akademie der Verleger und Autor Michael Krüger und Joachim Kaiser miteinander, der dieser Tage seinen 80. Geburtstag feiern konnte.

Rainer Maria Rilkes meditativer Blick in die Welt
Otto Betz

Beim Studientag "Ungeborgen, hier auf den Bergen des Herzens" über Rainer Maria Rilkes meditativen Blick in die Welt referierte Otto Betz, Professor für Allgemeine Erziehungswissenschaft und Religionspädagogik an der Universität Hamburg. Das poetische Werk Rainer Maria Rilkes hat auch 85 Jahre nach seinem Tod nichts von seiner Faszination und seiner Wirkkraft eingebüßt. Was waren die Pole seines Denkens? Einerseits war er von einer nachdrücklichen Hinwendung zur Erde bestimmt, andererseits bekannte er: „Wir sind die Bienen des Unsichtbaren. Wir tragen leidenschaftlich den Honig des Sichtbaren ein, um ihn im großen goldenen Bienenstock des Unsichtbaren anzuhäufen.“ Rilke war darum bemüht, eine Schaufähigkeit zu entwickeln, die der Geheimnishaftigkeit der Wirklichkeit gerecht wird und ihren ‚epiphanischen Charakter‘ sichtbar macht. Den Menschen sah er in ein Spiel hineingenommen; und dieser solle auch darin mitspielen, um seiner Berufung gerecht zu werden. Die Bildsprache Rilkes legt uns nicht fest, sie schafft einen Raum und weckt unsere Imaginationsfähigkeit. Rilke hat kein Denksystem entwickelt und fordert nicht zur Nachfolge auf. Aber er lädt uns ein, ihm in den Garten seiner Bilderwelt zu folgen und seine Impulse in unser eigenes Leben hineinzunehmen. Als meditativer Dichter ist er noch zu entdecken.

Über die göttliche Verborgenheit
Armin Kreiner

Über die göttliche Verborgenheit
- Laudatio auf die Preisträgerin Veronika Weidner

Die Münchner Theologin Veronika Weidner wurde am 22. November 2017 mit dem Kardinal Wetter Preis der Katholischen Akademie Bayern ausgezeichnet. Die Fundamentaltheologin erhielt den Preis für ihre Dissertation mit dem Titel "The Riddle of Divine Hiddenness". Darin setzte sie sich mit dem in der theologischen Forschung bisher kaum behandelten Thema auseinander, ob eine Verborgenheit Gottes, die viele Menschen beklagen, schon ein Beweis gegen Gottes Existenz sei.
Vor rund 250 Gästen in der Großen Aula der Universität München - unter anderem anwesend der Namensgeber des Preises, Kardinal Friedrich Wetter, und Uni-Präsident Prof. Dr. Bernd Huber - hielt Prof. Dr. Armin Kreiner, Professor für Fundamentaltheologie an der Universität München, die Laudatio. 
Friedrich Kardinal Wetter war 1982 bis 2008 als Erzbischof von München und Freising zugleich Protektor der Katholischen Akademie in Bayern, die er über alle die 25 Jahre unterstützte und förderte. Bei seinem Ausscheiden aus dem Amt des Erzbischofs im Jahr 2008 dankte ihm deshalb die Akademie durch die Stiftung des nach ihm benannten Preises. Sie will damit neben der Fürsorge Kardinal Wetters für diese gesamtbayerische Institution vor allem auch seine Verdienste als Professor der Theologie und seinen erzbischöflichen Dienst an der Einheit in der Kirche in ehrender öffentlicher Erinnerung halten.

Ein Feiertag für die Eucharistie
Hans-Georg Gradl

Rund 300 Gäste kamen am Abend des 26. Mai 2016 in die Katholische Akademie, um traditionellerweise den Ausklang des Fronleichnamsfestes zu feiern. Das musikalische Programm bestritten die "Arcis-Vocalisten München" unter der Leitung von Thomas Gropper, Professor an der Münchner Musikhochschule für Gesang, Sprecherziehung und Gesangdidaktik. Die 30 Sängerinnen und Sänger sangen Stücke aus Werken von Joseph Gabriel Rheinberger (1839 bis 1901), Anton Bruckner (1824 bis 1896), Hans Leo Hassler (1564 bis 1612), Johannes Brahms (1833 bis 1897) und Carl Orff (1895 bis 1982).
In seinem Vortrag mit dem Titel "Ein Feiertag für die Eucharistie" machte sich Prof. Dr. Hans-Georg Gradl, Direktor des Emil-Frank-Instituts an der Theologischen Fakultät der Universität Trier, neutestamentliche Gedanken zum Fronleichnamsfest.

Das Fortleben der griechischen Götter
Albert von Schirnding

Antike Götter werden geboren, sind aber unsterblich. Sie erreichen ein ihrem Wesen gemäßes Alter und altern dann nicht weiter; sie zeugen selbst andere Götter, Halbgötter und Helden. Fundamental anders die biblische Rede von Gott, der der ganz Andere ist. Und dennoch gibt es Berührungspunkte. Antike Götter sind fast immer personale Wesen, weit mehr als nur Manifestationen von Naturerscheinungen, und sie besitzen eine Gewalt, die alles menschliche Maß übersteigt. So waren Fremdheit und Vertrautheit, schroffe Ablehnung und versuchte Integration die Pole beim Aufeinandertreffen des frühen Christentums mit den polytheistischen Religionen des griechisch-römischen Kulturkreises. Die Tagung untersucht die facettenreiche antike Götterwelt sowie die wechselseitige Sicht der heidnischen Religion und des christlichen Glaubens in der Spätantike. Darüber hinaus wurde dem Weiterleben der griechischen Götterwelt in Mittelalter und Neuzeit nachgespürt. Albert von Schirnding, Schriftsteller, Literaturkritiker und Essayist aus München, gab seinem Vortrag den Titel: "Postume Unsterblichkeit. Anmerkungen zum Fortleben der griechischen Götter in der deutschen Literatur von Schiller bis Thomas Mann."

Das Kloster im Leben - Monastische Spiritualität als Provokation
Thomas Quartier OSB

Klöster waren schon seit jeher geistliche Zentren, geistige Studienorte und Bildungsstätten, nicht zuletzt bedeutende Seelsorgeeinrichtungen. Doch welche Rolle spielen sie heute, oder könnten sie spielen – in einer Zeit, in der Struktur– und Personalfragen die Kirche umtreiben, in der es um neue pastorale Räume geht, vor allem aber zentral um die Zukunft des Glaubens unter uns?
So stellen sich viele Fragen. Können Klöster alternative Formen von Seelsorge entwickeln? Wirken klösterliche Lebens–, Sinn–, Stil–, Herzens– oder Leibsorge in Kirche und Gesellschaft hinein? Wo verbergen sich möglicherweise ungenutzte Chancen zur klassischen Territorialpastoral? Liegen jedoch nicht selten die Außen- und die Innensicht der Klöster weit auseinander?
Die Spannweite möglicher Schwerpunkte reicht weit: vom kontemplativen Mönchtum über Frauenseelsorge oder ökologisches Engagement bis hin zur Frage, inwieweit sogenannte Klosterprodukte zu klösterlicher Ausstrahlung beitragen.
Prof. Dr. Thomas Quartier OSB, Professor für Liturgische und Monastische Spiritualität an der Radboud Universität Nijmegen und an der Katholischen Universität Löwen, referierte zum Thema "Das Kloster im Leben - Monastische Spiritualität als Provokation".

Das Kloster im Leben - Monastische Spiritualität als Provokation
Thomas Quartier OSB

Klöster waren schon seit jeher geistliche Zentren, geistige Studienorte und Bildungsstätten, nicht zuletzt bedeutende Seelsorgeeinrichtungen. Doch welche Rolle spielen sie heute, oder könnten sie spielen – in einer Zeit, in der Struktur– und Personalfragen die Kirche umtreiben, in der es um neue pastorale Räume geht, vor allem aber zentral um die Zukunft des Glaubens unter uns?
So stellen sich viele Fragen. Können Klöster alternative Formen von Seelsorge entwickeln? Wirken klösterliche Lebens–, Sinn–, Stil–, Herzens– oder Leibsorge in Kirche und Gesellschaft hinein? Wo verbergen sich möglicherweise ungenutzte Chancen zur klassischen Territorialpastoral? Liegen jedoch nicht selten die Außen- und die Innensicht der Klöster weit auseinander?
Die Spannweite möglicher Schwerpunkte reicht weit: vom kontemplativen Mönchtum über Frauenseelsorge oder ökologisches Engagement bis hin zur Frage, inwieweit sogenannte Klosterprodukte zu klösterlicher Ausstrahlung beitragen.
Prof. Dr. Thomas Quartier OSB, Professor für Liturgische und Monastische Spiritualität an der Radboud Universität Nijmegen und an der Katholischen Universität Löwen, referierte zum Thema "Das Kloster im Leben - Monastische Spiritualität als Provokation".

Walter Klingenbeck (1924-1943), ein katholischer Widerstandskämpfer
Jürgen Zarusky

Wie sich die katholische Kirche als Institution während des Nationalsozialismus verhalten hat, darüber wird wohl noch lange kontrovers diskutiert werden. Unbestreitbar aber ist die beachtliche Zahl der Katholiken, die es als ihre christliche Gewissenspflicht ansahen, aktiven Widerstand gegen den NS-Staat zu leisten.
Viele erkannten schon früh die Gefahr der nationalsozialistischen Bewegung und stellten sich ihr mutig entgegen. Sie widersprachen damit dem Anspruch der totalitären Ideologie auf die Verfügungsgewalt über Menschen, prangerten die Terrorisierung und Ermordung zahlloser Unschuldiger an, riefen zum Sturz des Unrechtsregimes auf. Dabei waren sie allerdings häufig auf sich allein gestellt, wurden nicht selten im Stich gelassen und mussten ihren mutigen Einsatz oftmals mit ihrem Leben bezahlen.
Nach dem Krieg gerieten dann viele Christen, die in exemplarischer Weise Widerstand geleistet hatten oder gar zu Blutzeugen geworden waren, in der Öffentlichkeit mehr oder weniger in Vergessenheit.
Unsere Veranstaltung erinnert an vier katholische Persönlichkeiten aus Bayern, die Machtmissbrauch und Unrecht widerstanden und dafür ihr Leben lassen mussten. Das Andenken an diese Märtyrer des Widerstands muss lebendig bleiben!
An Walter Klingenbeck (1924-1943), einen Münchner Jugendwiderständler aus dem katholischen Milieu, erinnert Dr. Jürgen Zarusky, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin.

Reagieren auf politischen Populismus - Was tun?!
Markus Blume und Armin Nassehi

In zahlreichen Ländern Europas und darüber hinaus scheint die Kritik an der Problemlösungsfähigkeit der politischen Akteure massiv zu wachsen, hätten diese sich doch von der Lebensrealität vieler Menschen zu weit entfernt.
Die Konsequenzen sind verbreitetes Desinteresse, nicht selten sogar Zynismus gegenüber der traditionellen Politik, aber auch das Erstarken gesellschaftlicher Strömungen oder Parteien, die bewusst auf Ablehnung von etablierter Politik, von Institutionen und Eliten setzen, sich selbst jedoch als Vertreter der „einfachen“, „normalen“ Leute, die keine Stimme mehr hätten, gar eines wahren Patriotismus verstehen.
Dabei schwingt stets auch Skepsis gegenüber den Verfahrensweisen der repräsentativen Demokratie mit. Der Begriff eines „politischen Populismus“ fasst diese Phänomene zusammen.
Wie aber kann solchem politischem Populismus (mit all seinen verschiedenen Erscheinungsformen) argumentativ und in der politischen Praxis begegnet werden? Vor allem – diese große Herausforderung wird in der öffentlichen Debatte viel zu wenig beachtet – wie kann es gelingen, die repräsentative Demokratie wieder attraktiver zu machen? Wie können nämlich die Bürger am demokratischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozess angemessen beteiligt werden, jenseits vermeintlich einfacher Lösungen komplizierter Sachverhalte?
Diese Aufzeichnung gibt die beiden einleitenden Kurzreferate und die Diskussion in leicht gekürzter Form wieder. 
Auf dem Podium:
Markus Blume, MdL, stellv. CSU-Generalsekretär und Vorsitzender der CSU-Grundsatzkommission, Prof. Dr. Armin Nassehi, Professor für Soziologie an der LMU München. Moderation: Dr. Florian Schuller, Katholische Akademie Bayern.

Meinungsfreiheit in Zeiten von Hassrede und „Fake News“
Alexander Filipović

Weltweit ist 2016 die Zahl der Todesurteile erschreckend von 1998 auf 3117 gestiegen, so Amnesty International. Dazu kommen die unzähligen Folteropfer, drangsalierten Flüchtlinge, missbrauchten Frauen und Kinder. Die „Würde des Menschen“ wird Tag für Tag vieltausendfach nicht nur angetastet, sondern verletzt oder zerstört. Was die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ 1948 als Antwort auf die schrecklichen Gräuel jener Jahre gefordert hatte, harrt immer noch der Einlösung. Dazu scheint sogar in Europa, auch in Deutschland, der entsprechende gesellschaftliche Konsens zu schwinden, wie unter anderem der Erlanger Menschenrechtsexperte Heiner Bielefeldt diagnostiziert.
Gründe genug, dass sich die Philosophischen Tage heuer mit dieser ethischen Zentralforderung beschäftigen. Auf dem Programm stehen die philosophische Begründung der Menschenwürde, die (nicht nur) in unserer Verfassung die kodifizierten Grundrechte fundiert, außerdem ein Überblick über einzelne Menschenrechte und deren Geltungsansprüche, nicht zuletzt, was die konkrete Verwirklichung angeht, sowie Überlegungen zur spannungsreichen Beziehung von Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit. Vielleicht verstehen wir am Ende ein wenig mehr von unserer Welt, warum sie so ist, wie sie ist, und wie sie sein könnte und sollte.
Prof. Dr. Alexander Filipović ist seit 2013 Inhaber der Stiftungsprofessur für Medienethik an der Hochschule für Philosophie München.

Eine kleine Systematik der Menschenrechte
Peter Koller

Weltweit ist 2016 die Zahl der Todesurteile erschreckend von 1998 auf 3117 gestiegen, so Amnesty International. Dazu kommen die unzähligen Folteropfer, drangsalierten Flüchtlinge, missbrauchten Frauen und Kinder. Die „Würde des Menschen“ wird Tag für Tag vieltausendfach nicht nur angetastet, sondern verletzt oder zerstört. Was die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ 1948 als Antwort auf die schrecklichen Gräuel jener Jahre gefordert hatte, harrt immer noch der Einlösung. Dazu scheint sogar in Europa, auch in Deutschland, der entsprechende gesellschaftliche Konsens zu schwinden, wie unter anderem der Erlanger Menschenrechtsexperte Heiner Bielefeldt diagnostiziert.
Gründe genug, dass sich die Philosophischen Tage heuer mit dieser ethischen Zentralforderung beschäftigen. Auf dem Programm stehen die philosophische Begründung der Menschenwürde, die (nicht nur) in unserer Verfassung die kodifizierten Grundrechte fundiert, außerdem ein Überblick über einzelne Menschenrechte und deren Geltungsansprüche, nicht zuletzt, was die konkrete Verwirklichung angeht, sowie Überlegungen zur spannungsreichen Beziehung von Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit. Vielleicht verstehen wir am Ende ein wenig mehr von unserer Welt, warum sie so ist, wie sie ist, und wie sie sein könnte und sollte.
Seit 1991 ist Prof. Dr. Peter Koller Universitätsprofessor für Rechtsphilosophie, Rechtstheorie und Rechtssoziologie an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz.

Religionsfreiheit – ein Menschenrecht unter Druck
Marianne Heimbach-Steins

Weltweit ist 2016 die Zahl der Todesurteile erschreckend von 1998 auf 3117 gestiegen, so Amnesty International. Dazu kommen die unzähligen Folteropfer, drangsalierten Flüchtlinge, missbrauchten Frauen und Kinder. Die „Würde des Menschen“ wird Tag für Tag vieltausendfach nicht nur angetastet, sondern verletzt oder zerstört. Was die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ 1948 als Antwort auf die schrecklichen Gräuel jener Jahre gefordert hatte, harrt immer noch der Einlösung. Dazu scheint sogar in Europa, auch in Deutschland, der entsprechende gesellschaftliche Konsens zu schwinden, wie unter anderem der Erlanger Menschenrechtsexperte Heiner Bielefeldt diagnostiziert.
Gründe genug, dass sich die Philosophischen Tage heuer mit dieser ethischen Zentralforderung beschäftigen. Auf dem Programm stehen die philosophische Begründung der Menschenwürde, die (nicht nur) in unserer Verfassung die kodifizierten Grundrechte fundiert, außerdem ein Überblick über einzelne Menschenrechte und deren Geltungsansprüche, nicht zuletzt, was die konkrete Verwirklichung angeht, sowie Überlegungen zur spannungsreichen Beziehung von Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit. Vielleicht verstehen wir am Ende ein wenig mehr von unserer Welt, warum sie so ist, wie sie ist, und wie sie sein könnte und sollte.
Seit Oktober 2009 ist Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins Professorin in Münster. Sie leitet das Institut für Christliche Sozialwissenschaften der Westfälischen Wilhelms-Universität.

Armut, Menschenwürde und die Frage nach den sozialen Menschenrechten
Arnd Pollmann

Weltweit ist 2016 die Zahl der Todesurteile erschreckend von 1998 auf 3117 gestiegen, so Amnesty International. Dazu kommen die unzähligen Folteropfer, drangsalierten Flüchtlinge, missbrauchten Frauen und Kinder. Die „Würde des Menschen“ wird Tag für Tag vieltausendfach nicht nur angetastet, sondern verletzt oder zerstört. Was die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ 1948 als Antwort auf die schrecklichen Gräuel jener Jahre gefordert hatte, harrt immer noch der Einlösung. Dazu scheint sogar in Europa, auch in Deutschland, der entsprechende gesellschaftliche Konsens zu schwinden, wie unter anderem der Erlanger Menschenrechtsexperte Heiner Bielefeldt diagnostiziert.
Gründe genug, dass sich die Philosophischen Tage heuer mit dieser ethischen Zentralforderung beschäftigen. Auf dem Programm stehen die philosophische Begründung der Menschenwürde, die (nicht nur) in unserer Verfassung die kodifizierten Grundrechte fundiert, außerdem ein Überblick über einzelne Menschenrechte und deren Geltungsansprüche, nicht zuletzt, was die konkrete Verwirklichung angeht, sowie Überlegungen zur spannungsreichen Beziehung von Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit. Vielleicht verstehen wir am Ende ein wenig mehr von unserer Welt, warum sie so ist, wie sie ist, und wie sie sein könnte und sollte.
Seit April 2018 ist Prof. Dr. Arnd Pollmann Inhaber der Professur für Ethik und Sozialphilosophie an der Alice Salomon Hochschule Berlin.

Konfrontation mit der Moderne
Claus Arnold

Das „lange Jahrhundert“ von der Französischen Revolution bis zum Ersten Weltkrieg markiert den Weg in die moderne Welt und erscheint als ein Zeitalter der Bewegung und des Wandels schlechthin. Denn damals bahnten sich in Deutschland wie in ganz Europa auf nahezu allen Gebieten des Zusammenlebens tiefgreifende Veränderungen an, deren Auswirkungen bis in unsere Gegenwart spürbar sind. Säkularisierung, Nationenbildung, Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft und unerschütterliches Fortschrittsdenken kennzeichnen diese Epoche ebenso wie das Ringen um liberale Verfassungen oder auch neue Wege in der Kunst. Die Beschleunigung von Mobilität und Kommunikation war richtungsweisend; Technik und Naturwissenschaften mit all ihrer Vielfalt nahmen beispielhaften Aufschwung; Umbrüche in den Produktions- und Arbeitsformen führten ins industrielle Zeitalter, brachten aber gleichzeitig starke soziale Verwerfungen mit sich. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts mehrten sich dann koloniale und imperiale Bestrebungen, die erhebliche internationale Spannungen hervorriefen.
Auch für die katholische Kirche markiert diese Zeitspanne eine tiefgreifende Zäsur. Es erfolgten entscheidende Weichenstellungen, die bis heute Theologie und Spiritualität sowie das Verhältnis von Kirche und Staat prägen. Von den mannigfachen Entwicklungen können unsere „Historischen Tage“ natürlich nur einige Aspekte in den Blick nehmen, aber durchaus zentrale.
Zum Thema „Konfrontation mit der Moderne. Richtungskämpfe in katholischer Kirche und Theologie“ referierteProf. Dr. Claus Arnold, Professor Mittlere und Neuere Kirchengeschichte/Religiöse Volkskunde an der Universität Mainz.

Die Entfaltung der bürgerlichen Gesellschaft
Gunilla Budde

Das „lange Jahrhundert“ von der Französischen Revolution bis zum Ersten Weltkrieg markiert den Weg in die moderne Welt und erscheint als ein Zeitalter der Bewegung und des Wandels schlechthin. Denn damals bahnten sich in Deutschland wie in ganz Europa auf nahezu allen Gebieten des Zusammenlebens tiefgreifende Veränderungen an, deren Auswirkungen bis in unsere Gegenwart spürbar sind. Säkularisierung, Nationenbildung, Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft und unerschütterliches Fortschrittsdenken kennzeichnen diese Epoche ebenso wie das Ringen um liberale Verfassungen oder auch neue Wege in der Kunst. Die Beschleunigung von Mobilität und Kommunikation war richtungsweisend; Technik und Naturwissenschaften mit all ihrer Vielfalt nahmen beispielhaften Aufschwung; Umbrüche in den Produktions- und Arbeitsformen führten ins industrielle Zeitalter, brachten aber gleichzeitig starke soziale Verwerfungen mit sich. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts mehrten sich dann koloniale und imperiale Bestrebungen, die erhebliche internationale Spannungen hervorriefen.
Auch für die katholische Kirche markiert diese Zeitspanne eine tiefgreifende Zäsur. Es erfolgten entscheidende Weichenstellungen, die bis heute Theologie und Spiritualität sowie das Verhältnis von Kirche und Staat prägen. Von den mannigfachen Entwicklungen können unsere „Historischen Tage“ natürlich nur einige Aspekte in den Blick nehmen, aber durchaus zentrale.
Zum Thema „Die Entfaltung der bürgerlichen Gesellschaft. Das Bürgertum als Träger eines neuen Weltbilds und als neuer Machtfaktor im öffentlichen Leben des 19. Jahrhunderts“ referierte Prof. Dr. Gunilla Budde, Professorin für Deutsche und Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Universität Oldenburg.

Geschichte als Ersatzreligion?
Hans-Michael Körner

Das „lange Jahrhundert“ von der Französischen Revolution bis zum Ersten Weltkrieg markiert den Weg in die moderne Welt und erscheint als ein Zeitalter der Bewegung und des Wandels schlechthin. Denn damals bahnten sich in Deutschland wie in ganz Europa auf nahezu allen Gebieten des Zusammenlebens tiefgreifende Veränderungen an, deren Auswirkungen bis in unsere Gegenwart spürbar sind. Säkularisierung, Nationenbildung, Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft und unerschütterliches Fortschrittsdenken kennzeichnen diese Epoche ebenso wie das Ringen um liberale Verfassungen oder auch neue Wege in der Kunst. Die Beschleunigung von Mobilität und Kommunikation war richtungsweisend; Technik und Naturwissenschaften mit all ihrer Vielfalt nahmen beispielhaften Aufschwung; Umbrüche in den Produktions- und Arbeitsformen führten ins industrielle Zeitalter, brachten aber gleichzeitig starke soziale Verwerfungen mit sich. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts mehrten sich dann koloniale und imperiale Bestrebungen, die erhebliche internationale Spannungen hervorriefen.
Auch für die katholische Kirche markiert diese Zeitspanne eine tiefgreifende Zäsur. Es erfolgten entscheidende Weichenstellungen, die bis heute Theologie und Spiritualität sowie das Verhältnis von Kirche und Staat prägen. Von den mannigfachen Entwicklungen können unsere „Historischen Tage“ natürlich nur einige Aspekte in den Blick nehmen, aber durchaus zentrale.
Zum Thema „Geschichte als Ersatzreligion? Geschichtsschreibung und Geschichtsdenken im 19. Jahrhundert“ referierteProf. Dr. Hans-Michael Körner, Professor em. am Historischen Seminar der LMU München.

Die Soziale Frage als Kernproblem des 19. Jahrhunderts
Friedrich Lenger

Das „lange Jahrhundert“ von der Französischen Revolution bis zum Ersten Weltkrieg markiert den Weg in die moderne Welt und erscheint als ein Zeitalter der Bewegung und des Wandels schlechthin. Denn damals bahnten sich in Deutschland wie in ganz Europa auf nahezu allen Gebieten des Zusammenlebens tiefgreifende Veränderungen an, deren Auswirkungen bis in unsere Gegenwart spürbar sind.Säkularisierung, Nationenbildung, Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft und unerschütterliches Fortschrittsdenken kennzeichnen diese Epoche ebenso wie das Ringen um liberale Verfassungen oder auch neue Wege in der Kunst. Die Beschleunigung von Mobilität und Kommunikation war richtungsweisend; Technik und Naturwissenschaften mit all ihrer Vielfalt nahmen beispielhaften Aufschwung; Umbrüche in den Produktions- und Arbeitsformen führten ins industrielle Zeitalter, brachten aber gleichzeitig starke soziale Verwerfungen mit sich. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts mehrten sich dann koloniale und imperiale Bestrebungen, die erhebliche internationale Spannungen hervorriefen.
Auch für die katholische Kirche markiert diese Zeitspanne eine tiefgreifende Zäsur. Es erfolgten entscheidende Weichenstellungen, die bis heute Theologie und Spiritualität sowie das Verhältnis von Kirche und Staat prägen. Von den mannigfachen Entwicklungen können unsere „Historischen Tage“ natürlich nur einige Aspekte in den Blick nehmen, aber durchaus zentrale.
Zum Thema „Die Soziale Frage als Kernproblem des 19. Jahrhunderts. Ursachen, Probleme, Lösungsansätze“ referierteProf. Dr. Friedrich Lenger, Professor für Mittlere und Neuere Geschichte an der Universität Gießen.

Das lange 19. Jahrhundert und der Erste Weltkrieg
Jörn Leonhard

Das „lange Jahrhundert“ von der Französischen Revolution bis zum Ersten Weltkrieg markiert den Weg in die moderne Welt und erscheint als ein Zeitalter der Bewegung und des Wandels schlechthin. Denn damals bahnten sich in Deutschland wie in ganz Europa auf nahezu allen Gebieten des Zusammenlebens tiefgreifende Veränderungen an, deren Auswirkungen bis in unsere Gegenwart spürbar sind. Säkularisierung, Nationenbildung, Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft und unerschütterliches Fortschrittsdenken kennzeichnen diese Epoche ebenso wie das Ringen um liberale Verfassungen oder auch neue Wege in der Kunst. Die Beschleunigung von Mobilität und Kommunikation war richtungsweisend; Technik und Naturwissenschaften mit all ihrer Vielfalt nahmen beispielhaften Aufschwung; Umbrüche in den Produktions- und Arbeitsformen führten ins industrielle Zeitalter, brachten aber gleichzeitig starke soziale Verwerfungen mit sich. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts mehrten sich dann koloniale und imperiale Bestrebungen, die erhebliche internationale Spannungen hervorriefen.
Auch für die katholische Kirche markiert diese Zeitspanne eine tiefgreifende Zäsur. Es erfolgten entscheidende Weichenstellungen, die bis heute Theologie und Spiritualität sowie das Verhältnis von Kirche und Staat prägen. Von den mannigfachen Entwicklungen können unsere „Historischen Tage“ natürlich nur einige Aspekte in den Blick nehmen, aber durchaus zentrale.
Zum Thema „Verheißung und Gewalt: Das lange 19. Jahrhundert und der Erste Weltkrieg“ referierteProf. Dr. Jörn Leonhard, Professor für Geschichte des Romanischen Westeuropa an der Universität Freiburg.

Von der Französischen Revolution zum Wiener Kongress
Wolfram Siemann

Das „lange Jahrhundert“ von der Französischen Revolution bis zum Ersten Weltkrieg markiert den Weg in die moderne Welt und erscheint als ein Zeitalter der Bewegung und des Wandels schlechthin. Denn damals bahnten sich in Deutschland wie in ganz Europa auf nahezu allen Gebieten des Zusammenlebens tiefgreifende Veränderungen an, deren Auswirkungen bis in unsere Gegenwart spürbar sind. Säkularisierung, Nationenbildung, Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft und unerschütterliches Fortschrittsdenken kennzeichnen diese Epoche ebenso wie das Ringen um liberale Verfassungen oder auch neue Wege in der Kunst. Die Beschleunigung von Mobilität und Kommunikation war richtungsweisend; Technik und Naturwissenschaften mit all ihrer Vielfalt nahmen beispielhaften Aufschwung; Umbrüche in den Produktions- und Arbeitsformen führten ins industrielle Zeitalter, brachten aber gleichzeitig starke soziale Verwerfungen mit sich. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts mehrten sich dann koloniale und imperiale Bestrebungen, die erhebliche internationale Spannungen hervorriefen.
Auch für die katholische Kirche markiert diese Zeitspanne eine tiefgreifende Zäsur. Es erfolgten entscheidende Weichenstellungen, die bis heute Theologie und Spiritualität sowie das Verhältnis von Kirche und Staat prägen. Von den mannigfachen Entwicklungen können unsere „Historischen Tage“ natürlich nur einige Aspekte in den Blick nehmen, aber durchaus zentrale.
Zum Thema „Von der Französischen Revolution zum Wiener Kongress: Die Umwälzung und Neuordnung Europas und die Entstehung der ‚Nation‘ als politischer Leitbegriff“ referierteProf. Dr. Wolfram Siemann, Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der LMU München.

Peter Hamm
Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding

Er war, 1937 in München geboren, ein Kind der Nachkriegszeit mit typischem Schicksal: keine leichte Kindheit; früher Tod der Mutter; zunächst im Heim, dann bei den Großeltern in Weingarten bei Ravensburg; er verlässt die Schule, arbeitet in der Landwirtschaft, bricht seine Lehre als Buchhändler ab. Gedichte des Siebzehnjährigen erschienen in der Zeitschrift „Akzente“, aber erst 1981 und 1985 kamen die beiden größeren Lyrikbände „Der Balken“ und „Die verschwindende Welt“ heraus. Inzwischen hat sich Peter Hamm als Herausgeber mehrerer Anthologien mit schwedischer, tschechischer und deutschsprachiger Lyrik, als Kritiker, Essayist, langjähriger Kulturredakteur beim Bayerischen Rundfunk und Autor von Fernsehfilmen über Heinrich Böll, Ingeborg Bachmann, Hanns Eisler, Hans Werner Henze, Alfred Brendel, Robert Walser und Fernando Pessoa einen Namen gemacht. Seine Aufsätze zur Literatur, darunter „Lobreden und Liebeserklärungen“, erschienen in mehreren Bänden im Hanser Verlag, zuletzt die Sammlung „Pessoas Traum“ (2012). „Einer, der selbst daheim ist, wo die Literatur herkommt: im Unsicherheitsland, da, wo gar nichts gewiss ist, am wenigsten man selbst“, sagte Martin Walser über Peter Hamm. Als engagierter Vermittler widmete er sich auch Autoren, die nicht im Literaturbetrieb aufgehen: Robert Walser, Fernando Pessoa, Reinhold Schneider, Georg von der Vring, Hermann Lenz. Peter Hamm ist Vizepräsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Mitglied des PEN und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

Christlich-armenische Kultur und ihre Vernichtung im Osmanischen Reich in den Jahren 1895 bis 1923
Hacik Rafi Gazer

In der Nacht vom 24. zum 25. April 1915 verhafteten Einheiten der Geheimpolizei des Osmanischen Reiches führende Intellektuelle der armenischen Gemeinde in Konstantinopel. Sie wurden nach Anatolien deportiert, die meisten von ihnen ermordet. Dies war der Auftakt zur systematischen Vernichtung der Armenier, der größten christlichen Minderheit im Osmanischen Reich. Bis 1918 fielen ihr über eine Million Menschen zum Opfer.
Hintergrund des Massenmordes, den die offizielle Türkei bis heute leugnet, waren Bestrebungen, ein einheitliches Reich zu schaffen, die türkische Sprache als Einheitssprache und den Islam als alleinige Religion durchzusetzen. Das Deutsche Reich, Alliierter des Osmanischen Reiches, ließ seinen Verbündeten, abgesehen von halbherzigen Protestnoten, gewähren. Wie nur wenige setzte sich der Theologe und Orientalist Johannes Lepsius mit dem von ihm gegründeten Armenischen Hilfswerk für die Armenier ein und prangerte vehement deren Ausrottung an, die auch im literarischen Schaffen von Armin T. Wegner, einem Augenzeugen des Geschehens, und Franz Werfel eine zentrale Rolle spielt.
Unsere Veranstaltung wenige Tage vor dem 24. April, der weltweit von den Armeniern als Gedenktag an den Genozid begangen wird, will an das Verbrechen an den Armeniern vor 100 Jahren erinnern. Sie reiht sich ein in eine Vielzahl an Gedenkfeiern; so wird etwa auch Papst Franziskus am 12. April im Petersdom einen Gottesdienst mit den armenisch-katholischen Bischöfen im armenischen Ritus feiern.
Zum Thema „Christlich-armenische Kultur und ihre Vernichtung im Osmanischen Reich in den Jahren 1895 bis 1923“ referierte Prof. Dr. Hacik Rafi Gazer, Professor für Geschichte und Theologie des Christlichen Ostens an der Universität Erlangen-Nürnberg.

Der evangelische Theologe und Orientalist Johannes Lepsius (1858-1926) und die deutsche Armenierhilfe
Axel Meißner

In der Nacht vom 24. zum 25. April 1915 verhafteten Einheiten der Geheimpolizei des Osmanischen Reiches führende Intellektuelle der armenischen Gemeinde in Konstantinopel. Sie wurden nach Anatolien deportiert, die meisten von ihnen ermordet. Dies war der Auftakt zur systematischen Vernichtung der Armenier, der größten christlichen Minderheit im Osmanischen Reich. Bis 1918 fielen ihr über eine Million Menschen zum Opfer.
Hintergrund des Massenmordes, den die offizielle Türkei bis heute leugnet, waren Bestrebungen, ein einheitliches Reich zu schaffen, die türkische Sprache als Einheitssprache und den Islam als alleinige Religion durchzusetzen. Das Deutsche Reich, Alliierter des Osmanischen Reiches, ließ seinen Verbündeten, abgesehen von halbherzigen Protestnoten, gewähren. Wie nur wenige setzte sich der Theologe und Orientalist Johannes Lepsius mit dem von ihm gegründeten Armenischen Hilfswerk für die Armenier ein und prangerte vehement deren Ausrottung an, die auch im literarischen Schaffen von Armin T. Wegner, einem Augenzeugen des Geschehens, und Franz Werfel eine zentrale Rolle spielt.
Unsere Veranstaltung wenige Tage vor dem 24. April, der weltweit von den Armeniern als Gedenktag an den Genozid begangen wird, will an das Verbrechen an den Armeniern vor 100 Jahren erinnern. Sie reiht sich ein in eine Vielzahl an Gedenkfeiern; so wird etwa auch Papst Franziskus am 12. April im Petersdom einen Gottesdienst mit den armenisch-katholischen Bischöfen im armenischen Ritus feiern.
Zum Thema „Der evangelische Theologe und Orientalist Johannes Lepsius (1858-1926) und die deutsche Armenierhilfe“ referierteDr. Axel Meißner, Pfarrer in Schkeuditz.

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Afrika - unsere Verantwortung
Erzbischof Ludwig Schick und Günter Nooke Reihe: Veranstaltungen zum 60-Jahre-Jubiläum der Akademie

Im Iwalewa-Haus in Bayreuth, welches aufgrund des Afrika-Schwerpunktes der Universität Bayreuth deren Ausstellungs- und Studienhaus zu Afrika ist, kamen am 13. Oktober 2017 der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick, und Günter Nooke, der Afrikabeauftragte der Bundeskanzlerin zusammen. Um 18 Uhr begrüßte als Hausherr im Iwalewa-Haus zunächst der Universitätspräsident von Bayreuth, Prof. Dr. Stefan Leible. Nach einer kurzen Einführung in den Abend durch Dr. Florian Schuller stellte Michael Kleiner von der Stabsstelle Weltkirche des Erzbistums Bamberg einige Stücke der Ausstellung „Farben des Senegal – Kunst aus der Bamberger Partnerdiözese Thiès“ vor. Nun folgte ein intensives Gespräch zwischen Erzbischof Schick und Günter Nooke über „Afrika und unsere Verantwortung“, moderiert von Akademiedirektor Dr. Florian Schuller, das in voller Länge hier gehört werden kann: https://www.youtube.com/watch?v=8PxBD... Zunächst wurde daran erinnert, dass Afrika ein Kontinent mit 54 Ländern ist und nicht ein großes Land, wo überall dieselben Bedingungen und Situationen gegeben sind. Rasch führte die Diskussion auch dahin, welche nun geeignete Maßnahmen sind, um Afrika wirklich voranzubringen – Bildung und berufliche Perspektiven für die jüngere Bevölkerung des Kontinents, dann aber weniger Spendengelder, die oft in korrupten Kanälen versickern, als vielmehr Hilfe zur Selbsthilfe. Einen interreligiösen Dialog zwischen Christen und Muslimen gibt es in den meisten afrikanischen Ländern, wenn auch in unterschiedlicher Stärke. Sowohl der Erzbischof als auch der Afrikabeauftragte, die beide oft auf den Schwarzen Kontinent reisen, vermittelten den ca. 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmern letztendlich den Eindruck, dass ihnen die Thematik nicht nur aus beruflichen Gründen sehr am Herzen liegt, sondern dass es ihnen ein echtes persönliches Anliegen ist.

Bayreuth Bundeskanzler/in Erzdiözese Bamberg Afrika Außenpolitik Entwicklungsländer KEB Menschenrechte
Kirche und Staat
Reinhard Kardinal Marx und Andreas Voßkuhle

Ein Highlight für die Katholische Akademie Bayern: Das Gespräch zwischen dem Münchner Kardinal Reinhard Marx und Professor Andreas Voßkuhle, dem Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, im Alten Schloss Herrenchiemsee war thematisch hochaktuell und fand in einem besonders schönen Ambiente statt. Am Spätnachmittag des 14. Juli 2017 sprachen der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz und Deutschlands höchster Richter fast anderthalb Stunden über das Verhältnis von Kirche und Staat. Das von Akademiedirektor Dr. Florian Schuller moderierte Gespräch – Bestandteil der Veranstaltungen zum 60-Jahr-Jubiläum der Katholischen Akademie - fand an einem besonderen historischen Ort statt. Denn im Sommer 1948 tagte dort der Verfassungskonvent, der die wichtigsten Vorarbeiten für das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland leistete. Josef Austermayer, Vorstand der Schlösser- und Gartenverwaltung Herrenchiemsee und Hausherr, hatte die Gäste aus München und Karlsruhe dann auch vorher durch das Museum samt dem Verfassungszimmer geführt, in dem diese wichtige Station für die Entstehung der deutschen Nachkriegsdemokratie gewürdigt wird.a

Deutschland Erzdiözese München und Freising Europa Grundgesetz Herrenchiemsee Verfassung Menschenwürde Staatskirchenrecht
2017 - Ein besonderes Jahr für die Katholische Akademie in Bayern
Zum 60. Geburtstag der Katholischen Akademie in Bayern

Am Abend des 1. Februar 1957 hielt der Religionsphilosoph Romano Guardini in der Großen Aula der Universität München seinen berühmten Vortrag "Die Kultur als Werk und Gefährdung". Das war die Gründungsveranstaltung und der Beginn der Arbeit der Akademie, die fünf Jahre später mit ihrem Tagungshaus an der Mandlstraße in München-Schwabing ihren dauerhaften Sitz beziehen konnte.

Soli Deo Gloria - Musik und Spiritualität
Julius Berger

Eine ganz besondere Veranstaltung konnten wir am 26. November 2015 in der Katholischen Akademie Bayern erleben. Der große deutsche Cellist Professor Julius Berger spielte in der Veranstaltung „Soli Deo Gloria“ Musikstücke aus verschiedenen Epochen und erklärte in seinem Vortragskonzert deren geistig-spirituelle Hintergründe.

Romano-Guardini-Preis 2018 für Ottmar Edenhofer
Der Potsdamer Klimaforscher Ottmar Edenhofer hat den Romano-Guardini-Preis der Katholischen Akademie Bayern erhalten.

Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde dem Wirtschaftswissenschaftler am 4. Juli 2018 bei einem Festakt mit mehr als 200 Gästen verliehen. Der Preis würdigt Professor Edenhofers Verdienste als Politikberater, öffentlicher Mahner und Mitarbeiter im Weltklimarat. Umweltschützer und Industrielle schätzten ihn gleichermaßen, begründete Akademiedirektor Dr. Florian Schuller die Auszeichnung. Der Preis ist nach dem Religionsphilosophen und Theologen Romano Guardini (1885 - 1968) benannt.
Die Generalsekretärin der UN-Klimarahmenkonvention, Patricia Espinosa Cantellano, sagte in ihrer Laudatio, Edenhofer habe das Fundament für eine internationale Klimapolitik geschaffen. Das Pariser Abkommen von 2015 und das darin verankerte Zwei-Grad-Ziel seien ihm zu verdanken. Von Edenhofer stamme die Idee, dass globale Gemeinschaftsgüter wie die Atmosphäre geschützt werden müssten. Dieser Einfluss sei auch in den Schlüsselsätzen der Enzyklika Laudato Sí von Papst Franziskus spürbar. Um das zu erreichen, sei ein Paradigmenwechsel von mehr Konkurrenz zu mehr globaler Zusammenarbeit erforderlich. Dafür bleibe aber nicht mehr viel Zeit, so die aus Mexiko stammende UN-Politikerin.
Bayerns Umweltminister Dr. Marcel Huber überbrachte die Grußworte der Staatsregierung und wies auch auf die Verdienste Bayerns in der Umweltpolitik und im Klimaschutz hin. In seinem Schlusswort lobte der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx ganz ausdrücklich den Vortrag von Professor Edenhofer; ihm sei eine Kombination von wissenschaftlichen Vortrag, politischer Rede und guter Predigt gelungen.
Hören Sie den leicht gekürzten Festvortrag von Professor Edenhofer auf:
https://www.youtube.com/watch?v=NwxStPlEJNs

Heilige
Stars der Kirche oder verrückte Idealisten?

Die Heiligenverehrung gehört zur Glaubenspraxis der katholischen Kirche. Zahlreiche Gedenktage im Laufe eines Kirchenjahres machen dies immer wieder deutlich. Wie und warum aber wird jemand als „heilig“ erklärt? Und welche Bedeutung könnten Heilige heutzutage im Leben der Christen haben? Einige Beispiele aus unserer jüngeren Vergangenheit wie Edith Stein, Oscar Romero – er wird am 14. Oktober 2018 von Papst Franziskus heilig gesprochen – und Romano Guardini sollen davon Zeugnis geben.
Denn Heilige gehören nicht der Vergangenheit an, sie sind Boten der Aktualität des Glaubens.
Unmittelbaren Anlass, sich diesen Fragen zu stellen, bietet allerdings die Neueröffnung des Seligsprechungsverfahrens für P. Jakob Rem SJ, dessen 400. Todestag am 12. Oktober 2018 sein wird, also nur wenige Tage vor unserer Veranstaltung. Im Nekrolog seines Ordens steht über ihn: "Wir haben in diesem Jahr einen Mann verloren, der nach dem allgemeinen Ruf und Urteil als ein Heiliger bekannt war, ... ein Mann von höchster Tugend, der aber durch seine Bescheidenheit dieselbe so verhüllte, dass es den Anschein haben wird, wir führten zu wenig an, um den Ruf seiner Heiligkeit zu beweisen."

Der Dreißigjährige Krieg
Wieso wir mit der Wiederkehr von Kriegen dieser Art rechnen müssen.

Die Verschachtelung mehrerer Kriegsmotive, verbunden mit einer regelrechten Kriegsökonomie sorgte dafür, dass im 17. Jahrhundert ein Krieg 30 Jahre in Mitteleuropa - meistens auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands - tobte. Dieser "Dreißigjährige Krieg", so der Berliner Politikwissenschaftler Prof. Dr. Herfried Münkler in seinem Referat am 9. Oktober 2018 in der Katholischen Akademie, führte zur Verheerung des gesamten Landes mit Millionen von Toten und diente am Ende fast nur noch dazu, die Bevölkerung auszuplündern.
1648 nach langjährigen Verhandlungen beendet, schufen die europäischen Mächte im Westfälischen Frieden eine politische Ordnung, die solch einen Krieg in Europa unmöglich machen sollte. Doch heute, so die These von Herfried Münkler, sieht es so aus, also würden Kriege vom Typ "Dreißigjähriger Krieg" wieder möglich sein - zwar noch nicht in Europa, aber sehr wohl in unmittelbarer Nachbarschaft. In einer der kommenden Ausgaben unserer Zeitschrift "zur debatte" lesen Sie die Thesen Münklers und erfahren mögliche Gegenstrategien.

Herfried Münkler
Der Dreißigjährige Krieg

Der Dreißigjährige Krieg - Warum er so lange dauerte, und wieso wir im 21. Jahrhundert mit der Wiederkehr von Kriegen dieser Art rechnen müssen.
Die Verschachtelung mehrerer Kriegsmotive, verbunden mit einer regelrechten Kriegsökonomie sorgte dafür, dass im 17. Jahrhundert ein Krieg 30 Jahre in Mitteleuropa - meistens auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands - tobte. Dieser "Dreißigjährige Krieg", so der Berliner Politikwissenschaftler Prof. Dr. Herfried Münkler in seinem Referat am 9. Oktober 2018 in der Katholischen Akademie, führte zur Verheerung des gesamten Landes mit Millionen von Toten und diente am Ende fast nur noch dazu, die Bevölkerung auszuplündern.
1648 nach langjährigen Verhandlungen beendet, schufen die europäischen Mächte im Westfälischen Frieden eine politische Ordnung, die solch einen Krieg in Europa unmöglich machen sollte. Doch heute, so die These von Herfried Münkler, sieht es so aus, also würden Kriege vom Typ "Dreißigjähriger Krieg" wieder möglich sein - zwar noch nicht in Europa, aber sehr wohl in unmittelbarer Nachbarschaft. In einer der kommenden Ausgaben unserer Zeitschrift "zur debatte" lesen Sie die Thesen Münklers und erfahren mögliche Gegenstrategien.

Norbert Lammert
Flagge zeigen Zum Selbstverständnis unseres Staates und zum Selbstbewusstsein unserer Gesellschaft.

In der Veranstaltungsreihe "Schwabinger Vorträge" in der Katholischen Akademie Bayern, die in Kooperation mit dem Rotary-Club Schwabing stattfindet, treten seit 2009 namhafte Redner auf, die mit ihren Vorträgen das Demokratieverständnis in Deutschland fördern wollen.
Sehen Sie hier Prof. Dr. Norbert Lammert, Bundestagspräsident a. D., und dem ehemaligen Generalinspekteur der Bundeswehr Klaus Naumann.

Rotary Schwabinger Vorträge
Ottmar Edenhofer
Die Sorge für das gemeinsame Haus

Der Potsdamer Klimaforscher Ottmar Edenhofer (56) hat den Romano - Guardini - Preis der Katholischen Akademie Bayern erhalten. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde dem Wirtschaftswissenschaftler am 4. Juli 2018 bei einem Festakt mit mehr als 200 Gästen verliehen. Der Preis würdigt Professor Edenhofers Verdienste als Politikberater, öffentlicher Mahner und Mitarbeiter im Weltklimarat. Umweltschützer und Industrielle schätzten ihn gleichermaßen, begründete Akademiedirektor Dr. Florian Schuller die Auszeichnung. Der Preis ist nach dem Religionsphilosophen und Theologen Romano Guardini (1885 - 1968) benannt.
Die Generalsekretärin der UN-Klimarahmenkonvention, Patricia Espinosa Cantellano, sagte in ihrer Laudatio, Edenhofer habe das Fundament für eine internationale Klimapolitik geschaffen. Das Pariser Abkommen von 2015 und das darin verankerte Zwei-Grad-Ziel seien ihm zu verdanken. Von Edenhofer stamme die Idee, dass globale Gemeinschaftsgüter wie die Atmosphäre geschützt werden müssten. Dieser Einfluss sei auch in den Schlüsselsätzen der Enzyklika Laudato Sí von Papst Franziskus spürbar. Um das zu erreichen, sei ein Paradigmenwechsel von mehr Konkurrenz zu mehr globaler Zusammenarbeit erforderlich. Dafür bleibe aber nicht mehr viel Zeit, so die aus Mexiko stammende UN-Politikerin. Bayerns Umweltminister Dr. Marcel Huber überbrachte die Grußworte der Staatsregierung und wies auch auf die Verdienste Bayerns in der Umweltpolitik und im Klimaschutz hin. In seinem Schlusswort lobte der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx ganz ausdrücklich den Vortrag von Professor Edenhofer; ihm sei eine Kombination von wissenschaftlichen Vortrag, politischer Rede und guter Predigt gelungen.
Hören Sie hier den ungekürzten Vortrag von Professor Edenhofer.

Rückkehr der Priester
Wozu noch Priester?

„Rückkehr der Priester. Über Heiler, Heuchler, Hirten“, oder aber: „Wozu noch Priester?“. Unter ganz unterschiedlichen Titeln wird dieser Tage über Priester gestritten, die Bilder über sie, ihr eigenes Rollenverständnis und die Rollenerwartungen von Christinnen und Christen, aber natürlich besonders über die theologische Basis katholischer priesterlicher Existenz. Interessant ist auf jeden Fall, wie diese Diskussion plötzlich, überraschend und gleichzeitig leidenschaftlich wieder aufgegriffen wird. Der Fragen sind ja wirklich viele: Priestermangel landauf landab, damit verbunden Forderungen, die Zugangsvoraussetzungen grundsätzlich oder zumindest teilweise zu verändern, die Konsequenzen der Strukturreformen in allen Diözesen, immer noch (Nach-)Wirkungen der Missbrauchsskandale. Letztlich harrt jenseits großer, hehrer Worte, die zu festlichen Anlässen immer leicht zu finden sind, jene Frage auf eine klare Antwort: Was ist aus der Theologie des Zweiten Vatikanums heraus das unverwechselbare, einmalige Proprium (welt-)priesterlicher Berufung? Inzwischen gibt es ja ganz unterschiedlich geprägte Generationen von Priestern in unseren Diözesen. Wenn sie bei einer solchen Veranstaltung sogar miteinander ins Gespräch kämen über die Prägungen des eigenen Lebens, wären wir gemeinsam einen großen Schritt weiter. Und dann könnte man sich gelassen und interessiert Eindrücken stellen, die von außen kommen.

100. Akademiegespräch
mit Offizieren aus Bundeswehrstandorten in Süddeutschland

Das Verhältnis von Militär und Geschichte ist ein altes Thema mit großer Aktualität - insbesondere für die Bundeswehr als demokratisch legitimierter Parlamentsarmee. Dabei geht es um Erinnerungskultur und Geschichtspolitik, um Traditionspflege und Identitätsstiftung.
Zum 100. Mal seit 1967 kamen Offiziere der Bundeswehr in die Katholische Akademie Bayern zu einem Akademiegespräch; diesmal zum Thema "Tradition suchen oder Tradition schaffen? Bundeswehr und militärische Erinnerungskultur im 21. Jahrhundert". Zu dieser Fragestellung referierte Prof. Dr. Hermann Rumschöttel, Generaldirektor der Staatlichen Archive Bayerns a.D., Honorarprofessor an der Universität der Bundeswehr München, Oberstleutnant d. Res. a.D.

Florian Schuller
verabschiedet Freiherr Albert von Schirnding auf Latein

Seit Herbst 2004 beglückte Albert von Schirnding mit seiner Literatur-Reihe "Autoren zu Gast bei Albert von Schirnding", bei der er 26 Mal als Gastgeber gewirkt hat, das Publikum in der Katholischen Akademie Bayern. Akademiedirektor Dr. Florian Schuller verabschiedete Albert von Schirnding mit einer in lateinischer Sprache gehaltenen Laudatio.
Hier der erste Teil der deutschen Fassung:
Nachdem dieser Dichterabend nun glücklich zu Ende ging, und wenn es gestattet sei, sehr verehrter Herr Pleschinski, die Aufmerksamkeit der Anwesenden nun zu einem anderen, wichtigen Punkt hinzulenken, wenn es auch gestattet sei, verehrte Zuhörer und Zuhörerinnen, Ihre so wertvolle und kurz bemessene Zeit in Anspruch zu nehmen, wenn es schließlich gestattet sei, jene Sprache zu verwenden, die zum Kern unserer westlich-abendländischen Kultur gehört, wenn dies so ist, bitte ich, unser aller Aufmerksamkeit auf jenen Herrn zu richten, der hier vorne sitzt. Er war ein äußerst beliebter Gymnasiallehrer der Alten Sprachen; nur deswegen versuche ich, auch Latein zu sprechen. Geboren zu Regensburg, ist er Herr auf Schloss Harmating, und wirkt sehr erfolgreich sowohl als Autor wie als Rezensent: Freiherr Albert von Schirnding. Soweit ich zurückblicken kann auf die vergangenen Jahre und wenn ich zurückdenke, sehe ich ihn, wie er – mit der Unterstützung von Michael Zachmeier – insgesamt 26 mal als Gastgeber gewirkt hat, für sehr viele Interessenten, besonders aber natürlich für die Schriftsteller und Dichter selbst, die immer hoch anerkannt und mit ihm befreundet waren. Was also ist das Besondere, Einzigartige, Herausragende unseres verehrten Gastgebers? Es scheinen mir fünf Punkte zu sein. Erstens, Albert von Schirnding ist ein Mann des großen Gedächtnisses. Er kennt sich perfekt aus im Erbe der Antike, das über die Jahrhunderte bis zu uns gekommen ist: in deren Sprachen und der Literatur, in Philosophie und Geschichte, im Argumentieren und Denken, im Fühlen und dem, was die Alten unter Frömmigkeit verstanden. Platon, der unbestrittene Philosophenstar, hatte dargelegt, dass die Menschen deshalb erkennen können, weil sie imstande sind, sich zu erinnern. Und Marcus Tullius Cicero zählt dann die Orte des Gedächtnisses auf: „Man muss viele davon gebrauchen: die klaren, die offenen, die voneinander getrennten. Zusätzlich wirken da klare Bilder mit, die dem Denken entgegenkommen können und es im Herzen treffen.“ Albert von Schirnding kennt alle diese Orte und Bilder der Antike, sie sind in ihm gespeichert. Damit hilft er uns, Menschen zu werden, die dieses Namens würdig sind. Zweitens, Albert von Schirnding ist ein Mann geistiger Netzwerke. Er stammte aus einer ehrwürdigen Familie, war mit großen Talenten begabt, die er auf vielen Feldern ausüben konnte, zumal er in Regensburg im Schloss jener Familie aufwuchs, die als erste über viele Länder hin ein weites Netz von Nachrichten und Kontakten aufgebaut hatte und deshalb einer bestimmten Form des öffentlichen Verkehrs auch den Namen gab, natürlich das Geschlecht der Thurn und Taxis. So kennt er bis heute nicht nur tote Dichter vergangener Zeiten, sondern spannt das Netz seiner Beziehungen weit, pflegt echte Freundschaft mit vielen zeitgenössischen Schriftstellern und Dichtern und führt sie zusammen. Drittens, Baron Schirnding ist ein Mann des Maßes. Denken wir nur an jene Verse aus einer Satire des Horaz: „Es gibt ein Maß in allen Dingen, auch klare Grenzen, ohne die nichts Richtiges existieren kann.“ Wenn Albert von Schirnding unsere Akademie betritt, zeigt er immer ein heiteres Gesicht, immer erleben wir, wie er lächelnd die Wahrheit sagt, nie kommt er uns grantig. Der kennt nicht nur, sondern lebt die klassische Mahnung des Horaz: „Ein Herz voll Gleichmut in der Geschicke Drang, / in guter Zeit gleich frei vom Übermaß / unbändiger Lust such dir zu wahren; / wir alle, Albert, müssen sterben.“ Viertens, Albert von Schirnding hat einen klaren, nüchternen Geist.

Nachhaltigkeit und Mobilität
Bischof Gregor Maria Hanke und Rupert Stadler

Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke OSB hat im Gespräch mit Audi-Chef Rupert Stadler ein Bewusstsein für Grenzen des Wachstums angemahnt. Die Diskussion, die Akademiedirektor Dr. Florian Schuller moderierte, fand in der Reihe der Veranstaltungen zum 60-jährigen Bestehen der Katholischen Akademie im Orbansaal des Ingolstädter Canisius-Stiftes statt. Thema des Abends: Mobilität und Nachhaltigkeit. "Mobilität bringt uns an Grenzen, denn es gibt kein unbegrenztes Wachstum", sagte Bischof Hanke. Die Gesellschaft müsse Fürsorge gegenüber der Schöpfung entwickeln. Rupert Stadler erwiderte, auch für ein Unternehmen sei Nachhaltigkeit Grundvoraussetzung für zukünftigen Erfolg. Was den Dieselskandal angeht, machte er klar, dass das nicht mehr passieren dürfe. Es wäre jedoch ein "Granatenfehler", den Dieselantrieb abzuschreiben. Diese Technik habe nämlich einen hocheffizienten Wirkungsgrad und trage daher zu einer positiven CO2-Bilanz bei.

Symposion
Die Ostausrichtung des Bistums Regensburg in Geschichte und Gegenwart

Bischof Rudolf Voderholzer, Regensburg, und Bischof Tomáš Holub, Pilsen, tauschten sich über die Ostausrichtung des Bistums Regensburg in Geschichte und Gegenwart aus. Das Gespräch am Samstag, 20. Mai 2017, im "Centrum Bavaria Bohemia" im oberpfälzischen Schönsee war die dritte Veranstaltung in unserer Reihe zum 60-jährigen Jubiläum der Katholischen Akademie Bayern. Der von Akademiedirektor Dr. Florian Schuller moderierten Podiumsdiskussion ging ein Referat des Regensburger Kirchenhistorikers Prof. Dr. Klaus Unterburger voran, der die 1200-jährige Geschichte Ostbayerns und Böhmens in einem Parforceritt durchmaß. Die rund 100 Teilnehmer der Jubiläumsveranstaltung, die die Akademie zusammen mit der Ackermann-Gemeinde organisiert hatte, reisten im Anschluss an das Podiumsgespräch nach Tschechien weiter, wo zuerst das Kloster Kladruby (Kladrau) auf dem Besuchsprogramm stand. Eine Führung zeigte die Pracht der Kirche im Stil der Barockgotik, Bischof Rudolf Voderholzer berichtete von persönlichen Beziehungen zu diesem Ort und hielt zum Abschluss eine Statio. Noch am Abend ging es nach Pilsen weiter, wo die Gruppe aus Regensburg und die vielen Münchner Teilnehmer übernachteten. Eine rund einstündige Stadtführung durch die Altstadt war der Auftakt des Sonntagsprogramms, dem sich eine Eucharistiefeier - abwechselnd in tschechischer und deutscher Sprache - und schließlich eine Domführung anschloss.

Sommernacht der Künste
Warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts? - Nachdenken über Schöpfung

Philosophen, Theologen, Künstler, Musiker, ja alle denkenden Menschen treibt die Frage um: Warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts? Der Glaube antwortet mit der Rede von der Schöpfung. Das Nachdenken über Schöpfung, über Kreation also, regt wiederum Wissenschaft und vor allem Kunst an, inspiriert sie zu wahrhaft kreativem Wirken. Auch in der Katholischen Akademie Bayern befassen sich gleich mehrere Kunstwerke mehr oder weniger direkt mit dem Thema Schöpfung. Deshalb luden wir in unserem Jubiläumsjahr ein zu einer außergewöhnlichen „Sommernacht der Künste“. Stellvertretend für die vielen Kunstwerke, die bei uns zu sehen sind, traten vier davon mit musikalischen Werken in Beziehung. Dabei waren sogar zwei Uraufführungen zu hören. „Spiritus rector“ des Abends war der große bayerische Komponist Wilfried Hiller, der eine exquisite Gruppe von Musikern zusammengebracht hatte, darunter „Die Singphoniker“. Unser Video zeigt Impressionen des Abends.

Kirche in säkularisiertem Umfeld
Bischof Konrad Zdarsa und Stanislaw Tillich

Vor knapp 200 Zuhörern im vollbesetzten Pfarrsaal von St. Salvator in Nördlingen sprachen Bischof Dr. Konrad Zdarsa von Augsburg und der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich über die Rolle der Kirche in Politik und Gesellschaft. Thema am Abend des 3. Mai 2017 war „Kirche im säkularisierten Umfeld“ – das Gespräch fand im Rahmen der Veranstaltungen zum 60. Gründungsjubiläum der Katholischen Akademie Bayern statt.
Dem Podiumsgespräch vorangegangen war auf Einladung von Nördlingens Oberbürgermeister Hermann Faul ein Festakt im historischen Rathaus der ehemaligen freien Reichsstadt, bei dem sich Bischof und Ministerpräsident in das Goldene Buch eingetragen haben. Der Oberbürgermeister hob dabei hervor, dass noch nie ein Bischof und ein Ministerpräsident zusammen die Stadt besucht hätten. 
Das Gespräch, das Akademiedirektor Dr. Florian Schuller nach der Begrüßung durch Dekan Paul Erber moderierte, drehte sich darum, wie die speziellen Erfahrungen der katholischen Diaspora nutzbar gemacht werden können für eine Kirche im zunehmend säkularisierten Umfeld. In großer Zahl waren örtliche Prominenz, fast der gesamte Stadtrat, der evangelische Dekan Gerhard Wolfermann von Nördlingen und zahlreiche katholischen Priester und Ordensleute zum Podiumsgespräch gekommen. Auch viele Medienvertreter waren anwesend, ebenso der Bundestagsabgeordnete Ulrich Lange.

Kirche und Kunst
Bischof Friedhelm Hofmann und Markus Lüpertz

Rund 160 kunstaffine Menschen kamen am Abend des 3. Aprils 2017 ins Museum Georg Schäfer in Schweinfurt zum Gespräch zwischen dem Künstler Markus Lüpertz und Friedhelm Hofmann, dem Bischof von Würzburg. Die Diskussion unter dem Titel "Kirche und Kunst" war die erste von sieben Veranstaltungen, mit denen die Katholische Akademie Bayern ihr 60-jähriges Bestehen feiert. In allen sieben bayerischen Bistümern findet ein Festakt mit dem jeweiligen Bischof zu einem seiner zentralen Anliegen statt. Markus Lüpertz reflektierte bei der Auftaktveranstaltung als bildender Künstler die Rolle der Kunst und die Aufgabe des Künstlers gerade für die Kirche und fand in Bischof Friedhelm Hofmann einen kunstverständigen Gesprächspartner. Der Bischof verstand es in dem vom Akademiedirektor Dr. Florian Schuller moderierten kurzweiligen und pointierten Gespräch auch, die entsprechenden theologischen Aspekte zu beleuchten. Auch zahlreiche Medienvertreter waren anwesend.

Nun freut Euch, Ihr Christen
Adventlicher Abend der Freunde und Gönner

Zusammen mit den Mitgliedern des BR-Chores und unter der musikalischen Leitung von Howard Arman singen die Freunde und Gönner der Katholischen Akademie Bayern beim Adventlichen Abend am 15.12.2017 "Nun freut Euch, Ihr Christen".

Glaube und Atheismus
Anselm Grün, Tomáš Halík, Joachim Kahl und Florian Schuller im Gespräch

Gibt es Gott oder gibt es ihn nicht? Der Atheist ist von seiner Nicht-Existenz überzeugt, der glaubende Mensch dagegen richtet mitunter sein ganzes Leben nach Gott aus. Beide Überzeugungen sind indessen kaum vor Zweifeln gefeit und somit auch einer kritischen Reflexion zugänglich. 450 Zuhörer waren in der Katholischen Akademie Bayern, als der Bestsellerautor und Benediktinerpater Dr. Anselm Grün OSB, der tschechische Wissenschaftler und Priester Prof. Dr. Tomáš Halík, während der kommunistischen Zeit im Untergrund zum Priester geweiht, und der bekennende Atheist Dr. Dr. Joachim Kahl bei der Veranstaltung „Glaube und Atheismus“ am 24. Oktober 2016 zu einem intensiven Gedankenaustausch zusammenkamen. Ohne Schärfe, aber klar in Ihren Positionen diskutierten die drei Denker über Ihren Zweifel und Ihre Überzeugungen.

Wallfahrt von Heiligenstatt nach Altötting
mit Bischof Stefan Oster

Rund achtzig Gläubige pilgerten am Samstag, 23. September 2017, anlässlich des 60-Jahr-Jubiläums der Katholischen Akademie Bayern zusammen mit dem Passauer Bischof Stefan Oster von der Wallfahrtskirche Heiligenstatt nach Altötting. Abschluss der Wallfahrt bildete eine Eucharistiefeier mit dem Bischof in der Gnadenkapelle, bei der der Passauer Oberhirte auch predigte. Zuvor war die Pilgergruppe von Herbert Hofauer, dem 1. Bürgermeister der Stadt Altötting, zu einem Empfang ins Rathaus eingeladen worden.
Bischof Stefan Oster gestaltete auf dem Pilgerweg drei Stationen, auf denen er den Gedanken der Begegnung – jeweils basierend auf Texten des Evangeliums – sehr unterschiedlich und sehr persönlich interpretierte. In seiner Predigt legte Bischof Stefan Oster dann unter anderem dar, dass eine Wallfahrt Symbol des christlichen Lebens sei, nämlich des Weges zu Gott. Und der Kern der christlichen Frohbotschaft, das Ziel des christlichen Lebens, sei die Versöhnung des Menschen mit Gott. Alles Weitere im Leben, soziales und politisches Engagement, selbst Nächstenliebe seien Folgen dieser inneren Einstellung.
Akademiedirektor Dr. Florian Schuller bezeichnete die Wallfahrt zum einen als einen Dank an Gott für dessen Schutz in der 60-jährigen Geschichte der Akademie. „Aber es ist auch eine Bittwallfahrt, Ausdruck der Hoffnung, dass er uns auch in Zukunft beschirme“, so der Akademiedirektor. Die Wallfahrt im Bistum Passau war eine von sieben Veranstaltungen, mit denen die Katholische Akademie Bayern ihr 60. Gründungsjubiläum begeht. Zu zentralen Anliegen von Kirche und Gesellschaft fanden und finden sie mit dem jeweiligen Bischof in allen sieben bayerischen Diözesen statt. Der Reigen der Veranstaltungen mit ganz unterschiedlichen Themen zeige das Spektrum der Aufgaben, denen sich die Katholische Akademie widme, so Florian Schuller.

Zum Abschied
von Akademiedirektor Dr. Florian Schuller

Demütiges Selbstbewusstsein, 02.10.2018
Die Referenten:
Patrik Schwarz, Geschäftsführender Redakteur der ZEIT:
Konkret und beherzt - die Freude am demütigen Selbstbewusstsein entdecken! Ein freundschaftlicher Zuruf von außen

Prof. Dr. Arnold Nesselrath, Professor für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin:
Zwischen Kontinuitäten und Brüchen. Gedanken zu römischen Arbeiten von Christoph Brech

Reinhard Kardinal Marx, Protektor der Katholischen Akademie Bayern:
Grußwort

Msgr. Dr. Florian Schuller, Akademiedirektor:
Rückblick und Dank

Zum Thema der Veranstaltung:
Die Trends gehen in ganz unterschiedliche Richtungen. Einerseits nimmt Individualisierung zu, jeder will authentisch sein, eindeutig, unverwechselbar. Andererseits scheint Vielseitigkeit zu schwinden, auch kulturelle, religiöse, gesellschaftliche; alles werde immer gleicher. „Die Vereindeutigung der Welt“, hat es jemand genannt. Und die Bereitschaft, Vielfalt zu akzeptieren, gerade auch außerhalb der eigenen Gruppe, vielleicht sogar selber bewusst anders zu sein, erfordert starke geistige Kraft.
Christen, wie könnte es anders sein, erfahren die gleichen Spannungen, nämlich Identität zu wahren, nach außen offen zu vertreten, nach innen zu begründen, kurz: diskursfähig zu bleiben, aber dabei gleichzeitig auch eigene Schwierigkeiten und Brüche nicht zu verdrängen. Einer katholischen Akademie kommt diese Herausforderung in besonderem Maße zu. So bietet sich an, dieses Thema an einem Schnittpunkt ihrer Jahre einmal direkt anzugehen.

Markus Blume und Armin Nassehi
Was tun gegen politischen Populismus?

In zahlreichen Ländern Europas und darüber hinaus scheint die Kritik an der Problemlösungsfähigkeit der politischen Akteure massiv zu wachsen, hätten diese sich doch von der Lebensrealität vieler Menschen zu weit entfernt. Die Konsequenzen sind verbreitetes Desinteresse, nicht selten sogar Zynismus gegenüber der traditionellen Politik, aber auch das Erstarken gesellschaftlicher Strömungen oder Parteien, die bewusst auf Ablehnung von etablierter Politik, von Institutionen und Eliten setzen, sich selbst jedoch als Vertreter der „einfachen“, „normalen“ Leute, die keine Stimme mehr hätten, gar eines wahren Patriotismus verstehen.
Dabei schwingt stets auch Skepsis gegenüber den Verfahrensweisen der repräsentativen Demokratie mit. Der Begriff eines „politischen Populismus“ fasst diese Phänomene zusammen.
Wie aber kann solchem politischem Populismus (mit all seinen verschiedenen Erscheinungsformen) argumentativ und in der politischen Praxis begegnet werden? Vor allem – diese große Herausforderung wird in der öffentlichen Debatte viel zu wenig beachtet – wie kann es gelingen, die repräsentative Demokratie wieder attraktiver zu machen? Wie können nämlich die Bürger am demokratischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozess angemessen beteiligt werden, jenseits vermeintlich einfacher Lösungen komplizierter Sachverhalte?
Auf dem Podium:
Markus Blume, MdL, stellv. CSU-Generalsekretär und Vorsitzender der CSU-Grundsatzkommission, Prof. Dr. Armin Nassehi, Professor für Soziologie an der LMU München, Moderator Dr. Florian Schuller, Katholische Akademie Bayern.

Populismus - Was tun dagegen?!
Markus Blume und Armin Nassehi diskutieren mit Florian Schuller

In zahlreichen Ländern Europas und darüber hinaus scheint die Kritik an der Problemlösungsfähigkeit der politischen Akteure massiv zu wachsen, hätten diese sich doch von der Lebensrealität vieler Menschen zu weit entfernt. Die Konsequenzen sind verbreitetes Desinteresse, nicht selten sogar Zynismus gegenüber der traditionellen Politik, aber auch das Erstarken gesellschaftlicher Strömungen oder Parteien, die bewusst auf Ablehnung von etablierter Politik, von Institutionen und Eliten setzen, sich selbst jedoch als Vertreter der „einfachen“, „normalen“ Leute, die keine Stimme mehr hätten, gar eines wahren Patriotismus verstehen.
Dabei schwingt stets auch Skepsis gegenüber den Verfahrensweisen der repräsentativen Demokratie mit. Der Begriff eines „politischen Populismus“ fasst diese Phänomene zusammen.
Wie aber kann solchem politischem Populismus (mit all seinen verschiedenen Erscheinungsformen) argumentativ und in der politischen Praxis begegnet werden? Vor allem – diese große Herausforderung wird in der öffentlichen Debatte viel zu wenig beachtet – wie kann es gelingen, die repräsentative Demokratie wieder attraktiver zu machen? Wie können nämlich die Bürger am demokratischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozess angemessen beteiligt werden, jenseits vermeintlich einfacher Lösungen komplizierter Sachverhalte?
Das Video gibt die beiden einleitenden Kurzreferate und die Diskussion in leicht gekürzter Form wieder. Auf dem Podium:
Markus Blume, MdL, stellv. CSU-Generalsekretär und Vorsitzender der CSU-Grundsatzkommission, Prof. Dr. Armin Nassehi, Professor für Soziologie an der LMU München. Moderation: Dr. Florian Schuller, Katholische Akademie Bayern.

Historische Woche
Herbst des Mittelalters - Frühling der Neuzeit?

Die Historische Woche 2011 der Katholischen Akademie in Bayern hatte das Europa des 15. Jahrhunderts im Blick. Auf der Tagung mit dem Titel "Herbst des Mittelalters - Frühling der Neuzeit?" vom 9. bis zum 12. März 2011 beschäftigten sich 15 Historiker und rund 150 Teilnehmer mit der politischen, kulturellen, sozialen und religiösen Wirklichkeit dieses Zeitraums, in dem entscheidende Weichen gestellt wurden, die das Leben unseres Kontinents über viele Jahrhunderte und teilweise noch bis heute bestimmen.
Das sechsminütige Video vermittelt einen Eindruck von der Veranstaltung.

Welche Werte schaffen Wert?
Florian Schuller und Peter Löscher

Peter Löscher, der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, war am 9. Februar 2011 zu Gast beim "Fachforum Sozialethik" in der Katholischen Akademie in Bayern und sprach vor rund 150 Gästen zum Thema "Welche Werte schaffen Wert?" Unser fünfminütiges Video will einen kleinen Eindruck vom Abend vermitteln, gibt einige der zentralen Aussagen des Siemens-Chefs wieder und bringt Statements ausgewählter Teilnehmer.

Romano Guardini Preis
Ehrung für den Soziologen und Religionsphilosophen Tomáš Halik

Anläßlich eines Festakts mit 350 Ehrengästen aus Kirche, Politik, Wissenschaft, Justiz und Verwaltung hat die Katholische Akademie in Bayern am Montag, den 27. September 2010, den Romano Guardini Preis 2010 an den tschechischen Soziologen und Religionsphilosophen Prof. Dr. Dr. Tomáš Halik verlliehen.
Sehen Sie in dem rund fünfminütigen Video einige Stimmen und Eindrücke des Festaktes in den Räumlichkeiten der Katholischen Akademie in Bayern. Die Vorträge, die auf der Veranstaltung gehalten wurden, sind in der Ausgabe 7-2010 unserer Dokumentationszeitschrift "zur debatte" nachzulesen.

"ausrichtung"
Ausstellung der Klasse Jetelová

"ausrichtung" heißt die Ausstellung, mit der Studierende der Klasse Magdalena Jetelová zu Gast in der Katholischen Akademie sind. Die extra für die Ausstellung gefertigten Arbeiten der internationalen Künstlerschar waren bis einschließlich 15. Juli 2011 zu sehen. Die Künstler geben im Video Auskunft über ihre Arbeiten und vor allem über ihre jeweilige Motivation, sich mit einem religiösen Thema zu befassen. Viele der Werke laden zum Mitmachen ein.
Einen ausführlichen Bericht über die Vernissage und den Einführungstext zur Ausstellung finden Sie in der kommenden Ausgabe unserer Dokumentationszeitschrift "zur debatte".

Länder-Revue
Iran

Die Tagung "Iran - Zur aktuellen Situation in einem Land im Wandel" in der Reihe Länder-Revue führte Experten und viele interessierte Teilnehmer am Samstag, 18. September 2010, in die katholische Akademie in Bayern.
Unser rund 15-minütiges Video zeigt neben Szenen aus dem iranischen Alltagsleben, die ein Gefühl für die Situation vor Ort vermitteln sollen, Interviews mit den vier Referenten und Impressionen der Tagung. In den Interviews formulieren die Experten ihre Kernthesen, die sie in den Referaten ausführlich dargestellt haben. Die ausführlichen Referate der Tagung finden Sie in der Ausgabe 6-2011 unserer Dokumentationszeitschrift "zur debatte", die Sie bei uns bestellen können.

Belgien und Holland
Zwei Kernländer Europas in der Krise

Die europäischen Krisenstaaten Griechenland, Irland und Portugal und deren finanzielle Sorgen beherrschen die Nachrichten. Doch das sind - leider - nicht die einzigen Länder der Europäischen Union, die in Schwierigkeiten stecken. Auch Mitbegründer der europäischen Einigung, wie Belgien und die Niederlande, sehen sich großen Problemen gegenüber - weniger finanztechnischer Art, aber sehr wohl grundlegenden gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen.
Seit deutlich mehr als einem Jahr ist Belgien ohne Regierung und die politische, wirtschaftliche und soziale Spaltung zwischen Wallonen und Flamen scheint unüberbrückbar. Und die Niederlande, früher Exempel eines liberalen und toleranten Landes, sehen sich dem anscheinend unaufhaltsamen Aufstieg fremden- und europafeindlicher Bewegungen ausgesetzt.
 Mit ihrer Tagung „Belgien und Niederlande. Zwei Kernländer Europas in der Krise" am Samstag, 2. Juli 2011, lenkte die Katholische Akademie in Bayern den Blick auf diesen Teil Europas und vermittelt Hintergrundinformationen über die neuesten Entwicklungen in beiden Ländern.

Gianfranco Kardinal Ravasi
zu Besuch in der Katholischen Akademie in Bayern

Gianfranco Kardinal Ravasi, der Präsident des Päpstlichen Kulturrates, zu Besuch in der Katholischen Akademie in Bayern. Beim "Mittagstreff" am Donnerstag, 7. Juli 2011, sprach der Kardinal vor rund 200 Gästen, diskutierte mit Akademiedirektor Dr. Florian Schuller und beantwortete Fragen aus dem Zuhörerkreis. Dem Besucher aus Rom, der als "Kulturminister" des Vatikans bezeichnet werden kann, liegt besonders der Dialog zwischen Glaubenden und Nicht-Glaubenden sowie der Austausch zwischen Kunst und Kirche am Herzen.
Unser Video zeigt Szenen der Veranstaltung und ein kurzes Gespräch zwischen dem Kardinal und Dr. Schuller.

Paul Kirchhof und Markus Vogt
Steuern und Gerechtigkeit

Prof. Dr Paul Kirchhof, ehemaliger Richter am Bundesverfassungsgericht und bekannter Kritiker des geltenden Steuerrechts, plädierte in der Katholischen Akademie leidenschaftlich für ein einfacheres und schon dadurch gerechteres Steuerrecht. Kirchhof legte vor rund 300 Zuhörern am 20. Oktober die Grundzüge eines maßgeblich von ihm entworfenen Steuerrechts dar. Nach seinen Worten sei das gegenwärtige System nicht nur völlig ungerecht und undurchschaubar, es gefährde durch den Wust von Regelungen sogar die Freiheit der Bürger. Der katholische Sozialethiker Prof. Dr. Markus Vogt wies in seiner Replik auf die vielen Stärken, aber auch die wenigen Schwächen des Steuerkonzepts hin.
Unser Video bringt die zentralen Aussagen der beiden Wissenschaftler.

Der weltweite Kampf um die Religionsfreiheit
Verletzungen, Hindernisse, Perspektiven

Die Religionsfreiheit ist als Menschenrecht international klar etabliert. Sie findet sich sowohl in der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ von 1948 als auch im völkerrechtlich verbindlichen „Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte“ von 1966. Gleichwohl sieht die Lage religiöser Minderheiten in vielen Teilen der Welt dramatisch aus. Neben praktischen Verletzungen gibt es Tendenzen, die Religionsfreiheit ideologisch umzudeuten, sie z.B. in Richtung eines „Ehrschutzes“ für bestimmte Religionen zu verschieben oder die öffentliche Präsenz religiöser Symbole generell zu beschränken. Mit anderen Worten: Um die Religionsfreiheit finden aktuell sowohl auf praktischer wie auf konzeptioneller Ebene heftige Auseinandersetzungen statt.
Das Video bietet einen Einblick in die Veranstaltung mit Heiner Bielefeldt, Inhaber des Lehrstuhls für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik am Institut für Politische Wissenschaft der Universität Erlangen-Nürnberg; neben seiner universitären Tätigkeit fungiert er seit August 2010 zugleich ehrenamtlich als UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit.

Die Lechfeldschlacht des Jahres 955
Historische Woche zum Thema "Kaiser Otto der Große"

Im Rahmen der Historischen Woche 2012 der Katholischen Akademie Bayern zum Thema "Kaiser Otto der Große" erläuterte der Münchner Historiker Professor Rudolf Schieffer die besondere Bedeutung der Lechfeldschlacht am 10. August 955 für die deutsche und auch die ungarische Geschichte. In seinem Abendvortag zeichnete der Fachmann die Geschehnisse auf dem Schlachtfeld nach, befasste sich mit der Vorgeschichte, dem mitentscheidenden Wirken des Augsburger Bischofs Ulrich und den politischen Folgen der Auseinandersetzung für ganz Mitteleuropa.
Die Teilnehmer der Historischen Woche vertieften ihre Kenntnisse über das Geschehen am 10. August 955 bei einer Exkursion nach Augsburg zur Kirche Sankt Ulrich und Afra und nach Königsbrunn, wo eine neu errichtete Nachbildung der Lechfeldschlacht zu besichtigen war.
Das Video zeigt zentrale Aussagen des Referats, gibt Eindrücke der Exkursion wieder und lässt Teilnehmer der Historischen Woche zu Wort kommen.
Vorträge der Historischen Woche zu Otto dem Großen werden in einer der kommenden Ausgaben unserer Dokumentationszeitschrift "zur debatte" abgedruckt.

Über das Unbehagen
Ausstellung der Klasse Wähner der Akademie der Bildenden Künste München

Mehr als 200 Kunstinteressierte waren am Abend des 26. Aprils 2012 in die Katholische Akademie Bayern gekommen, um bei der Vernissage der Ausstellung „Über das Unbehagen" dabei zu sein. Zehn Schülerinnen und Schüler von Matthias Wähner, Professor an der Akademie der Bildenden Künste in München, stellten dort ihre Werke in den Räumen des Kardinal Wendel Hauses an der Mandlstraße 23 in München-Schwabing aus. Genua Scharmberg, Assistentin von Professor Wähner, stellte bei der Vernissage die Idee hinter dem Ausstellungsprojekt vor, das die Studierenden in mehr als sechs Monaten erarbeitet haben, und sie fand auch erklärende Worte zu den einzelnen Werken. Bei anregenden Gesprächen, Wein und Brot blieben die Gäste noch lange in den Ausstellungsräumen und genossen auch den frühsommerlichen Abend im Park der Akademie. Mehr Informationen und Bilder zur Ausstellung finden Sie in der Zeitschrift "zur debatte" der Katholischen Akademie.

Erlösung
zwischen Glaube, Erkenntnis und Stellvertretung

In der Veranstaltungsreihe mit dem Titel "Buddhismus und Christentum - Grundpositionen im Diskurs" will die Katholische Akademie Bayern den interreligiösen Dialog voranbringen. Nach der großen Resonanz, die bereits der "Grundkurs Buddhismus" erzielte, bei dem buddhistische Positionen veranschaulicht wurden, geht es in dieser Reihe um die Klärung der unterschiedlichen Positionen. Mit dezidierten Stellungnahmen aus buddhistischer wie christlicher Perspektive sollen Kernbegriffe der jeweiligen Religion gegenübergestellt werden.
An diesem letzten, abschließenden Abend, den Ihnen unser kurzer Videoclip näher bringen will, ging es um die Begriffe Erlösung, Glaube, Erkenntnis und Stellvertretung. Fortgesetzt wird die Veranstaltungsreihe "Buddhismus und Christentum" 2016 mit interreligiösen Abenden, die sich konkreter Textarbeit widmen.

Flucht in und aus Afrika
Ein Forum mit Rupert Neudeck und Endashaw Debrework SJ

Mehr als 300 Gäste sind zur Diskussionsveranstaltung „Flucht in, durch und aus Afrika“ in die Katholische Akademie Bayern gekommen. Gesprächspartner der Kooperationsveranstaltung mit Missio München am Abend des 3. Dezember 2015, waren der Menschenrechtsaktivist Rupert Neudeck und der äthiopische Jesuit Endashaw Debrework, Leiter des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes in Ostafrika. Die Gesprächsführung hatten Barbara Brustlein, die Chefredakteurin des Missio-Magazins und Akademiedirektor Dr. Florian Schuller. Der Abend in der Akademie fragte nach den Ursachen von Flucht und warf den Blick auf die riesigen Flüchtlingslager in Ostafrika. Zudem wurde thematisiert, wie afrikanische Länder ihre Jugend halten könnten und wie man dort die Flüchtlingspolitik in Europa wahrnimmt.
Sehen Sie hier die Aufzeichnung des Abends in der Katholischen Akademie.

Jochen Sautermeister
Xenotransplantation

Die Knappheit an Spender-Organen ist ein brisantes Thema und eine Patentlösung für dieses Problem noch nicht in Sicht. Eine mögliche Alternative könnte es sein, Zellen und/oder ganze Organe vom Tier dem Menschen zu implantieren. Neuere medizinische Entwicklungen weisen darauf hin, dass dieses Xenotransplantation genannte Verfahren für unterschiedliche Zelltypen (Inselzellen) und Organe (Niere, Leber, Herz) von transgenen Schweinen vielleicht schon bald in die klinische Versuchsphase gehen wird. Mit den ethischen, theologischen und anthropologischen Fragen, die diese Entwicklung mit sich bringt, beschäftigte sich die Tagung "Xenotransplantation als theologisch-ethische Herausforderung" im Rahmen eines DFG-Sonderforschungsbereichs.

Große Gestalten der Kirchengeschichte
Teresa von Ávila

Teresa von Ávila gehört unbestritten zu den ganz großen Frauengestalten der Kirchengeschichte. Aber auch in der Literaturwissenschaft, der Psychologie und vor allem in der spanischen Geschichte findet sie bis heute enormen Widerhall. In einer gänzlich von Männern dominierten Kirche und Gesellschaft ihrer Zeit war es für sie nicht leicht, sich zu behaupten. Nicht zuletzt ihre jüdische Herkunft väterlicherseits erschwerte ihr das Leben. Gerade diese Umstände ließen sie aber, wie viele meinen, die eigenen Gedanken meisterhaft formulieren.
Als „Genie der Freundschaft mit Gott und den Menschen“ wird Teresa von Ávila bezeichnet, ganz auf den Gott Jesu Christi hin ausgerichtet und in gleicher Weise den Menschen zugewandt. Ihre vielen Briefe – Fachleute sprechen von bis zu 15.000 – sind dafür bemerkenswertes Zeugnis. Hohes Ansehen errang Teresa gerade auch als Neubegründerin des Karmelitenordens. Sie folgte dabei nicht einfach einem Trend der Zeit, vielmehr fand sie ihre Orientierung am Jesus der Evangelien; die Heilige Schrift war ihr zeitlebens und trotz des Bibelverbots sehr wichtig.
Zu diesem Jesus fühlte sie sich bereits vor ihrem Klostereintritt hingezogen, als sie begann „inneres Beten zu halten ohne zu wissen, was das war“. Daraus erwuchs ihr die Kraft, Gründungsreisen auf sich zu nehmen, Verleumdungen auszuhalten und dennoch immer wieder guten Mutes zu sein: „Wenn ein so guter Freund dabei ist, kann man alles ertragen“.

Werner Weidenfeld und Hubert Wolf
Partizipation in der Kirche

Entscheidungsstrukturen, Chancen zum Dialog, Kontrolle der Verantwortungsträger, Zentralismus – alles Themen, die mit Partizipation zu tun haben. Nicht zuletzt mit Partizipation in der Kirche. Und darüber wird ja intensiv diskutiert, auch gestritten.
Der Münsteraner Kirchenhistoriker Hubert Wolf hat in der Tradition zahlreiche Modelle für mehr Partizipation gefunden. So wurden Bischöfe ursprünglich vom Volk oder vom Klerus gewählt, bei der Leitung des Bistums sprach das Domkapitel ein gewichtiges Wort mit. Der Papst war kollegial in das Konsistorium und in Kongregationen eingebunden. Mönche und Nonnen hatten oft mehr Autorität als Priester, Laien entschieden über Kleriker, und Frauen konnten fast wie Bischöfe agieren.
Diese Modelle waren Antworten auf Herausforderungen ihrer jeweiligen Zeit. Sie haben sich damals bewährt, wurden dann aber vergessen, wichen neuen Formen oder wurden manchmal auch bewusst unterdrückt. Doch sie gehören zur katholischen Kirchengeschichte und genau betrachtet können sie wichtige Impulse für Reformen enthalten, die mehr Partizipation ermöglichen. In der Kirche heute.

Aufbruch in der Kirche - ohne/mit Orden?
Welche Rollen spielen die Ordensgemeinschaften?

Bei der Tagung in Augsburg im Jahr 2012 ging es um das Thema "Aufbruch ohne/mit Orden?".
Neue pastorale Räume, Pfarreifusionen, Betonung des sogenannten „Kerngeschäfts“, geistliche Zentren: Strukturfragen treiben die Kirche in Deutschland um und werden deren Gesicht auf Zukunft hin deutlich verändern.
Aber bei all dem sollte doch auch eine Frage bedacht werden, die bisher zu wenig Aufmerksamkeit findet: Welche Rollen spielen denn die Ordensgemeinschaften? Welche sollten sie spielen? Wie werden die Charismen der unterschiedlichen Ordenstraditionen so für eine Kirche im Umbruch/Aufbruch fruchtbar, dass sie weder als Lückenbüßer vereinnahmt werden, noch außerhalb des allgemeinen binnenkirchlichen Blickfelds bleiben?
Der historische Konsens dürfte lauten: Alte wie neu entstandene Orden waren bei Wendepunkten der Kirchengeschichte und besonderen Herausforderungen stets in vorderster Linie mit dabei. Auch diesmal wird es nicht anders sein. Die Tagung bedenkt dazu Chancen, Verpflichtungen, Grenzen.

Buddhismus und Christentum - Grundpositionen im Diskurs
Erlösung, Glaube, Erkenntnis, Stellvertretung

In der Veranstaltungsreihe mit dem Titel "Buddhismus und Christentum - Grundpositionen im Diskurs" will die Katholische Akademie Bayern den interreligiösen Dialog voranbringen. Nach der großen Resonanz, die bereits der "Grundkurs Buddhismus" erzielte, bei dem buddhistische Positionen veranschaulicht wurden, geht es in dieser Reihe um die Klärung der unterschiedlichen Positionen. Mit dezidierten Stellungnahmen aus buddhistischer wie christlicher Perspektive sollen Kernbegriffe der jeweiligen Religion gegenübergestellt werden.

An diesem letzten, abschließenden Abend, den Ihnen unser kurzer Videoclip näher bringen will, ging es um die Begriffe "Erlösung", "Glaube", "Erkenntnis" und "Stellvertretung". Fortgesetzt wird die Veranstaltungsreihe "Buddhismus und Christentum" 2016 mit interreligiösen Abenden, die sich konkreter Textarbeit widmen.

Bischof Erwin Kräutler
Mein Leben für Amazonien

Bischof Erwin Kräutler, von Freunden und Unterstützern „Dom Erwin“ genannt, kämpft seit 50 Jahren unermüdlich für den Schutz des brasilianischen Regenwaldes und für die Kultur und das schiere Überleben der Ureinwohner am Fluss Xingu. Auch er selbst kann nicht mehr ohne Personenschutz sein Haus verlassen, hat er sich doch durch seine Geradlinigkeit mächtige Feinde gemacht. Der aus Österreich stammende katholische Bischof von Altamira war zu Gast in der Katholischen Akademie Bayern und zog vor mehr als 300 Zuhörern eine Bilanz seiner Zeit als Bischof. Kräutler fand klare Worte zur Situation der Weltkirche und der Kirche in Brasilien. Ebenfalls sehr deutlich machte er in seinem Vortrag und nachher beim Gespräch mit den Gästen, dass er auch nach seiner Zeit als Bischof sein Engagement für die Menschen in Amazonien nicht aufgeben werde.

Ein Barock für heute?
Anregungen aus dem 18. Jahrhundert

Die Frage, ob wir heute vom Barock lernen können, ob wir für die Jetzt-Zeit Anregungen aus dem 18. Jahrhundert aufgreifen können, führte unter dem Thema „Ein Barock für heute?“ Interessierte in der Akademie zusammen. Der Schweizer Historiker Professor Peter Hersche, Autor des Buches „Gelassenheit und Lebensfreude. Was wir vom Barock lernen können“, führte in seinem Vortrag unter anderem die grundlegende Bedeutung der Landwirtschaft an, die die katholischen Regionen Europas von den sich industrialisierenden protestantischen Staaten unterschied. Professor Peter Claus Hartmann zeigte in seinem Vortrag die große Spannbreite barocker Kunst und Kultur, wie sie gerade in den katholischen Gegenden des Alten Reiches anzutreffen war und im Süden Deutschlands und in Österreich heute noch ist.

Erwin Dirscherl und Theresia Heimerl
Theologie des Leibes/des Körpers

Zur Vorbereitung der außerordentlichen Bischofssynode in Rom zum Thema „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung“ wurde eine weltweite Befragung der Gläubigen durchgeführt.
Das Gelände ist allerdings ziemlich vermint: Wenn das Thema Familie im Zentrum einer kirchlichen Debatte steht, werden von der Öffentlichkeit Aussagen zu „heißen Themen“ erwartet: zum vorehelichen Geschlechtsverkehr, zur Verhütung, zur Homosexualität, zu den wiederverheiratet Geschiedenen. Die entsprechenden Erwartungshaltungen decken eine riesige Spannweite ab: von der Bestätigung des Klischees einer leibfeindlichen Kirche bis zur Hoffnung, Jahrhunderte alte Traditionen mit einem Wisch beseitigen zu können.
Die Debatte bleibt also aufgeheizt, doch ihr Kern ist höchst spannend. Wir wollen ihn in der angezeigten Tagung offenlegen: Welche theologischen Zugänge zu Leiblichkeit und Körperlichkeit des Menschen gibt es? Welche Rollen spielen darin die (schon biblischen) Kategorien von Reinheit und Unreinheit? In welche Richtung müsste sich eine Theologie des Leibes/des Körpers weiterentwickeln?

Armin Nassehi und Thomas M. Schmidt
Kirche in pluraler Gesellschaft

Religiosität ist längst nicht mehr gleichbedeutend mit Kirchenzugehörigkeit. Die Position der Kirchen in einer pluralen Gesellschaft ist unsicherer und schwieriger, aber nicht zwangsläufig schwächer geworden. Ihr Verhältnis zu Staat und Gesellschaft muss - auch aufgrund der wachsenden Präsenz islamischer Gemeinden - künftig neu begriffen werden. Erleichtern Glaubensgemeinschaften die Integration von Zuwanderern oder leisten sie eher dem Entstehen von Parallelgesellschaften Vorschub? Einen Fingerzeig hierfür kann auch der Umgang mit kirchlichen Bauwerken geben. Schließlich gelten Sakralbauten von jeher als Ausdruck des Selbstverständnisses von Kirche in der Gesellschaft.

Katholizismusforschung
50 Jahre Kommission für Zeitgeschichte

Vor ziemlich genau 50 Jahren wurde die Kommission für Zeitgeschichte bei der Katholischen Akademie Bayern gegründet. Die jungen Wissenschaftler wollten damals eine historisch orientierte Katholizismusforschung betreiben und wurden dabei tatkräftig unterstützt von Dr. Karl Forster, dem Gründungsdirektor der Akademie. Für rund zehn Jahre blieb die Akademie die Heimat der Kommission, bevor sie nach Bonn umzog, wo sie noch heute ihren Sitz hat.
Die rund zwei Dutzend Hochschullehrer, die die Kommission bilden, ehrenamtlich arbeiten und in der Blauen Reihe schon eine große Zahl von wissenschaftlichen Arbeiten veröffentlicht haben, luden für den 26. und 27. Oktober 2012 zu einer großen Tagung an ihrem Gründungsort: der Katholischen Akademie. Mehr als 200 Wissenschaftler und an der Geschichte des katholischen Lebens in Deutschland Interessierte kamen zu den Vorträgen, Diskussionen und einem Empfang.
Als Gast hatte sich der Bischof von Aachen, Heinrich Mussinghoff, angesagt, der ein Grußwort für die Deutsche Bischofskonferenz sprach und mit den Tagungsteilnehmern auch eine Heilige Messe feierte. Bischof Mussinghoff ist Vorsitzender der Kommission VIII der Deutschen Bischofskonferenz für Wissenschaft und Kultur.

Kritische Zeitgenossenschaft
Liebhaber der Weisheit und des Denkens in der Katholischen Akademie

Der Staatsrechtler Ernst-Wolfgang Böckenförde und der Philosoph Robert Spaemann sind leidenschaftliche Denker und zugleich überzeugte katholische Christen; sie beziehen fundierte Positionen in philosophischen Diskursen und zu zentralen Streitfragen in Staat, Gesellschaft und Kirche. Durch ihr geistiges Profil finden sie weithin Aufmerksamkeit und Gehör.
Vor kurzem nun haben beide Gelehrte, die auf ein breit gefächertes, umfangreiches Œuvre verweisen können, autobiographische Gespräche veröffentlicht. Diese stellen bemerkenswerte existenzielle Selbstzeugnisse dar. Werden dabei doch Grunderfahrungen deutlich, die prägend waren für die Ausrichtung ihres Denkens, für die Einstellung zum Leben, den Blick auf Religion, Glauben und Kirche sowie auf das Verständnis von Staat und Politik. 

Der Philosoph Robert Spaemann und der Schriftsteller Martin Walser zählen beide zum Geburtsjahrgang 1927. Sie prägen das geistige Leben der Bundesrepublik seit Jahrzehnten. Beide haben mit markanten Äußerungen zu gesellschaftlichen und politischen Themen immer wieder Aufsehen erregt, vom Streit über die atomare Bewaffnung der Bundeswehr über den Vietnamkrieg bis zur Schwangerenkonfliktberatung. Spaemann und Walser gehören beide der katholischen Kirche an. Wie gehen der Philosoph und der Schriftsteller mit dem Thema Religion um; wie verliefen ihre Biografien, die zugleich ein Stück kulturelle und intellektuelle Zeitgeschichte widerspiegeln?

Hamideh Mohagheghi und Herfried Münkler
Der Islamische Staat - Struktur, Strategie, Ziele

Die augenblicklich weltweit größte Bedrohung des Friedens und der Sicherheit geht wohl von der Terrororganisation "Islamischer Staat" aus, die inzwischen viel mehr ist als eine Terrororganisation und deutlich weitreichendere Ziele verficht. Welche das sind und welche Struktur hinter der Terrororganisation steckt, analysierte der Berliner Politikwissenschaftler Herfried Münkler in der Veranstaltung 'IS - "Der Islamische Staat" - Struktur, Strategie und Ziele' am Dienstag, 12. April 2016. Anschließend erläuterte die Islamwissenschaftlerin Hamideh Mohagheghi aus Paderborn, wieso sich auch viele Frauen von der dezidiert frauenfeindlichen Ideologie des IS angezogen fühlen. Über 400 Teilnehmer, darunter der frühere bayerische Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein, weitere Politiker, sowie führende Vertreter der Polizei, der Bundeswehr und auch der Kirche, verfolgten die gut dreistündige Veranstaltung.

Hamideh Mohagheghi und Klaus von Stosch
Das Verhältnis von Religion und Staat im Islam

Ob es um die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS), um „Boko Haram“ in Nigeria oder den Salafismus geht: gemeinsam ist, dass sie ihr gewalttätiges Durchsetzen der eigenen Welt und Glaubensvorstellung mit der Berufung auf den Koran begründen.
Da ist die Frage nicht abzuweisen: Hat der Islam, der von den meisten Muslimen als friedliebend bezeichnet und gelebt wird, eine unleugbare gewalttätige Seite? Anders gefragt: Ist das, was wir augenblicklich mit großem Schrecken wahrnehmen, der Ausfluss einer allen Weltanschauungen gleich welcher Richtung prinzipiell inhärenten Gefahr der Intoleranz, oder doch konstitutiv mit dieser jüngsten der drei monotheistischen Religionen verbunden? Natürlich muss dabei das historische Umfeld wie der heutige gesellschaftliche Kontext in den Blick genommen werden. Letztlich geht es auch um das Verhältnis von Religion und Staat im Islam.

Katharina Ceming und Manfred Negele
Buddha und Jesus - Die Bedeutung der Stifterfigur

Die Katholische Akademie setzt mit der Reihe „Buddhismus und Christentum – Grundpositionen im Diskurs“ einen wissenschaftlichen Schwerpunkt ihrer Arbeit und will so einen Beitrag zur Förderung des interreligiösen Dialogs leisten. Zu dieser Reihe zählt auch die Tagung „Buddha und Jesus: Die Bedeutung der Stifterfigur“, bei der am 11. Februar 2015 ein buddhistischer Priester und ein Philosoph und Theologe miteinander ins Gespräch kamen. Beide gaben Auskunft über ihre persönliche religiöse Entwicklung, beantworteten Fragen aus dem Auditorium und referierten über den religionsgeschichtlichen Hintergrund von Christentum und Buddhismus. Auf diese Weise rückten Sie die Eigenheiten, aber auch die Ähnlichkeiten der Stifterfiguren der beiden Weltreligionen in den Vordergrund. Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Dr. Katharina Ceming von der Universität Augsburg, die sich schon seit Jahren wissenschaftlich mit dem Buddhismus befasst. Sie konzipierte auch die Reihe für die Akademie.

50 Jahre deutsch-französischer Freundschaftsvertrag
Intellektuelle, Kultur und Religion links und rechts des Rheins

Anlässlich des 50. Jahrestages des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages, mit dem 1963 die politische Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland auf den Weg gebracht wurde, fragte die Katholische Akademie Bayern nach dem Stand der Beziehungen der beiden Nachbarländer. Die Tagung „Intellektuelle, Kultur und Religion links und rechts des Rheins“ nahm speziell die kulturell-geistesgeschichtliche Situation in den Blick.

Bischof Gregor Maria Hanke und Thomas Huber
...am Kletterseil

Die Brüder Thomas und Alexander Huber sind als Extremkletterer unter dem Namen „Huberbuam“ berühmt geworden. Über die beiden existiert sogar ein Film mit dem Titel „Am Limit“ (2007) – besser lässt sich das Leben der zwei Brüder kaum beschreiben.

Am 10. Mai 2017 diskutiert Thomas Huber bei der Abendveranstaltung „Der Bischof am Kletterseil“ mit dem Eichstätter Bischof Dr. Gregor Maria Hanke OSB. Es geht um sein Leben als Extremkletterer, um existenzielle Themen und um 1000 Schutzengel.

Elmar Güthoff
Herausforderungen für das Kirchenrecht

In vielen Ländern sieht sich die Kirche neuen Herausforderungen gegenübergestellt, die im Interesse der künftigen Präsenz des christlichen Glaubens aufgegriffen und bewältigt werden müssen. Ein wichtiger Sachbereich, dessen Bearbeitung anzugehen oder zu vertiefen ist, stellt das Verhältnis der Kirche zu anderen Religionen und zu Staat und Gesellschaft dar.
Die Tagung will sich in einem breiten Horizont verschiedenen Fragen stellen, die angesichts erheblicher Veränderungsprozesse in den westlichen Gesellschaften und insbesondere im deutschsprachigen Raum das Staat-Kirche-Verhältnis betreffen, aber auch die innere Rechtsordnung der katholischen Kirche.
Papst Franziskus ruft zu einem erneuerten Stil kirchlicher Verkündigung auf. Vor dem Hintergrund der Diskussion über neue Impulse für die Kirche in verschiedenen Bereichen (Kurienreform, Ehe und Familie, Arbeitsrecht, Caritas etc.) scheint es besonders lohnend, sich diesem Fragenkreis mit kompetenten Fachleuten eingehend zuzuwenden.

Antirömische Mythen?
Die Petrusnachfolger und die Deutschen

In seinem viel beachteten Vortrag am 21. November 2011 vor mehr als 400 Teilnehmern in der Katholischen Akademie wirft Kardinal Walter Kasper einen Blick in die Zukunft der Kirche. In der Abendveranstaltung mit dem Titel „Katholische Kirche heute, gestern und morgen“ geht der Kardinal von seinem persönlichen Kirchenverständnis aus und sieht die Kirche in einem epochalen Umbruch von der Volkskirche hin zu einer Glaubensgemeinschaft in der Position einer kreativen Minderheit. Die Kirche solle dabei ihre Position in der Welt annehmen und mit Hilfe vor allem einer geistlichen Erneuerung, aber auch äußeren Reformen ihren Weg im 21. Jahrhundert gehen. Bei allen Sorgen ist der Blick des Kardinals von Zuversicht bestimmt.
 

Kardinal Reinhard Marx und Udo Di Fabio
Wege zur europäischen Integration

Wie wird Europa den Weg finden, der ihm Zukunft gibt? Offensichtlich genügen heute bescheidene Kurskorrekturen nicht mehr. Es braucht eindringende Analysen und eine neue Selbstvergewisserung besonders im Blick auf den Beitrag des Christentums.
Wie kein anderer Kardinal und Papst vor ihm ist Papst Benedikt XVI. Europa in seiner Geschichte und seinen Herausforderungen nachgegangen. Diese Bemühungen aus Anlass seines 90. Geburtstages neu aufzunehmen, bedeutet Anerkennung und Dank für seine Verdienste um Europa und um das Gespräch von Glaube und säkularer Welt.
Wir freuen uns sehr, dass diese hochkarätig besetzte Tagung anlässlich des 90. Geburtstags von Papst em. Benedikt XVI. in Zusammenarbeit mit der Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI.-Stiftung und dem Institut Papst Benedikt im Kardinal Wendel Haus der Katholischen Akademie Bayern stattfinden kann, in jener Institution, deren Protektor Papst em. Benedikt XVI. in seiner Zeit als Erzbischof von München und Freising gewesen war.

Der Glaube an den Schöpfergott
Zum Verhältnis von Religion und Moderne

Prof. Dr. Charles Taylor ist emeritierter Professor für Philosophie an der McGill University in Montréal. Er gilt als einer der angesehensten Vertreter der Sozialphilosophie wie der politischen Philosophie in der Gegenwart. 
2008 wurde ihm für sein Lebenswerk der Kyoto-Preis verliehen, eine der weltweit höchsten Auszeichnungen für Verdienste um Wissenschaft und Kultur. 
Charles Taylor entwirft in seinem Buch „Ein säkulares Zeitalter“ das Panorama der Epoche der Säkularisierung. Das mehrfach ausgezeichnete Werk inspiriert durch seine tiefgreifende Analyse und zugleich von gläubiger Zuversicht getragene Perspektive, erregte große Aufmerksamkeit und sorgt weiterhin für intensive Diskussionen. Im Horizont der zentralen Fragestellung nach dem Verhältnis von Religion und Moderne setzt sich Taylor mit der geistesgeschichtlich-religiösen Entwicklung der abendländischen Zivilisation in der Neuzeit auseinander. Er reflektiert diese Entwicklung, die er durch einen tiefen Wandel hin zu Säkularität in unterschiedlichen Dimensionen geprägt sieht: von einer Gesellschaft, in der es praktisch unmöglich war, nicht an Gott zu glauben, zu einer Gesellschaft, in der dieser Glaube nur mehr eine von mehreren Möglichkeiten darstellt. 
Taylor spürt den Ursachen einer Situation nach, in der areligiöse Weltdeutungen für immer mehr Menschen die einzig einleuchtenden und die Dimension des Transzendenten vielfach keine in Frage kommende Option mehr zu sein scheinen. Und er fragt danach, wie unter diesen Bedingungen Glauben und spirituelle Erfahrung noch möglich sind. 
Zuvor aber begeben sich Prof. Dr. Gerhard Schurz und Prof. Dr. Daniel von Wachter in eine Diskussion über den Glauben an den Schöpfergott.

Bildergalerien

Presseschau

10.11.2017
60 Jahre Akademie: Ludwig Schick und Günter Nooke
Diskussion an der Uni Bayreuth: Afrika unsere Verantwortung

Heinrichsblatt

29. Oktober 2017 – Gerade als Christ müsse man sich für die Afrikaner einsetzen, schließlich seien vor Gott alle Menschen gleich, mahnte Erzbischof Ludwig Schick im Gespräch mit Günter Nooke. Deshalb müsse man die universalen und individuellen Menschenrechte für alle einfordern und dafür sorgen, dass alle Menschen gleiche Entwicklungsmöglichkeiten bekämen.

Ausstellung mit Werken von Alf Lechner
Körper Kraft Form
Testbert

Süddeutsche Zeitung
19./20./21. Mai 2018 – Im Außenareal der Akademie stehen drei Arbeiten aus der letzten Werkgruppe Lechners. Bis zum Schluss beschäftigte er sich mit doppelten Würfelschnitten, 150 Stahlmodelle hat er hinterlassen, nur wenige setzte er noch um. In den Innenräumen hängen Collagen und die „Klavierdeckelbezeichnungen“, die, 1994 in der Villa Massimo entstanden, von seiner Auseinandersetzung mit geometrischen Körpern zeugen. Den Klavierdeckel nutzte er übrigens nur als Lineal für die großformatigen Blätter. Sabine Reithmaier

Münchner Feuilleton
Juni 2018 – Die Katholische Akademie zeigt neben drei Skulpturen eine große Papier-Collage und elf ebenso geometrisch-elementare, Dynamik erzeugende Zeichnungen mit Graphitstift. Dass die erste externe Ausstellung nach Lechners Tod im Februar 2017 hier im Kardinal Wendel Haus stattfindet, ist auch dem Genius Loci geschuldet. Denn in der Mandlstraße 24 ist Lechner aufgewachsen und von 1956 bis 1965 lebte er mit seiner Familie in Nummer 28. tb

Münchner Merkur

29. Juni 2018 - Klarheit und Stringenz strahlt der hochaufragende, verzahnte Kubus vor der Akademie aus. Im Akademiegarten, in dieser grünen Oase, umgeben von Vogelgezwitscher und Lindenduft, fügt sich Lechners zweite Stahlarbeit der letzten großen Werkgruppe von 2014 erstaunlicherweise auch harmonisch ein. Der horizontal ausgerichtete Block vermittelt Ruhe, fast wie eine Bank, die verschiedene Ebenen auslotet. Freia Oliv

Gott - Mensch - Teufel
Eine Wette zu dritt?
Hijob und Faust im Vergleich

Domradio

18. April 2018 -In der Regel ist bei Wetten eine pragmatische Abwägung gefragt, ob das, was der Mensch vermutet, auch tatsächlich in der Zukunft eintreten wird. Im „Faust“ kommt es noch zu einer zweiten Wette, die der Gelehrte dem Mephisto bietet. Mit „Topp!“ willigt dieser ein und „Schlag auf Schlag“ ist man sich einig, dass Faust zugrunde gehen wolle, wenn er zum Augenblicke sage „Verweile doch! du bist so schön!“ Barbara Just

Katholische Nachrichten Agentur

18. April 2018 - Die Gesellschaft um 1500 war von sozialen und politischen Umbrüchen geprägt. Kurz vor der Reformation stellte sich bereits die Frage nach einem gnädigen Gott. Unwetter und Seuchen sorgten bei den Menschen für eine Endzeitstimmung. Sie suchten Halt in Erbauungsliteratur und Gebet. Rosenkränze und überhaupt Andachtsobjekte wurden immer beliebter. Durch fromme Stiftungen und Grabmäler sollten die Nachgeborenen zum Gebet für die Armen Seelen angehalten werden. Barbara Just

Die Tagespost

25. April 2018 - Wie katholisch ist also Goethes Faust? Nimmt man die in Goethes Werk verstreuten Bemerkungen über Kirche und Katholizismus in Augenschein, bedenkt man den ihn umgebenden Geist der Aufklärung, aber auch die im Drama verhandelten Themen der geistigen Übersättigung, der seit Augustinus verurteilten curiositas, der Magie und der rasenden Sinnenlust, so mag man vermuten: Natürlich kein bisschen Katholisch. Ganz anders dann in Goethes Text von 1808: In Bezug auf Gretchen lässt Goethe Gnade vor Gerechtigkeit walten und auch der Teufel muss darin seine Begrenztheit anerkennen. Marie-Thérese Knöbl

Faust
Bilder.Rollen.Theologie
Priester
Über kaum einen Beruf existieren so unterschiedliche Meinungen wie über den des katholischen Priesters. Die Katholische Akademie Bayern versuchte ihre Rolle zu klären.

Münchner Kirchenzeitung

24. Juni 2018 – Für ein zweites großes Thema, das viel diskutierte Verhältnis zwischen dem „besonderen Priestertum“ der Kleriker und dem „gemeinsamen Priestertum“ aller Gläubigen, brachte ein Nicht-Priester den entscheidenden Impuls. Patrick Schwarz, geschäftsführender Redakteur bei der „Zeit“, erinnerte an die „Ökumene der Märtyrer“. So bezeichnet der Jesuit Klaus Mertes die ökumenische Einheit von evangelischen und katholischen Widerstandskämpfern während des Nationalsozialismus. Theresia Lipp

Glaube Kirche
Ottmar Edenhofer
Romano Guardini Preis 2018
Über die Preisverleihung an den angesehenen Klimaforscher berichteten viele Medien.

KNA/16.5.2018: Der designierte Präsident des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Ottmar Edenhofer (56), erhält den Romano-Guardini-Preis der Katholischen Akademie in Bayern. Akademiedirektor Florian Schuller betonte, Edenhofer treibe wie seinerseits schon Guardini die Sorge um den Menschen um, die für beide tief in christlicher Philosophie und katholischer Frömmigkeit wurzle.

Münchner Merkur/3. Juli 2018: Als Professor an der Technischen Universität Berlin, als Politik-Berater und als öffentlicher Mahner weise Edenhofer immer wieder auf den Klimawandel als eines der drängendsten Probleme der Erde hin und schlage Lösungen vor.

Münchner Merkur/5. Juli 2018: Im ersten Halbjahr 2018 seien 50 000 Flüchtlinge nach Europa gekommen – angesichts von 65 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht seien, eine geringe Zahl.

Passauer Neue Presse/5. Juli 2018: Das Pariser Abkommen von 2015 und das darin verankerte Zwei-Grad-Ziel sind dem Bayern Edenhofer zu verdanken.

Allgäuer Zeitung/5. Juli 2018: Der Potsdamer Klimaforscher Ottmar Edenhofer, 57, hat gestern in München den Romano-Guardini-Preis in der Katholischen Akademie Bayern erhalten.

KNA/2. Juli 2018: Akademiedirektor Florian Schuller betonte, wie Guardini sei Edenhofer in christlicher Philosophie und katholischer Frömmigkeit verankert.

KNA/4. Juli 2018: In seiner Dankrede ging Edenhofer auf seine Vergangenheit im Jesuitenorden ein, dem er sieben Jahre angehörte.

KNA/4. Juli 2018: Der Forscher wurde von der Katholischen Akademie Bayern mit dem Romano-Guardini-Preis für seine herausragenden Leistungen als Politikberater und öffentlicher Mahner ausgezeichnet.

KNA/5. Juli 2018: Berliner Erzbischof würdigt Potsdamer Klimaforscher Edenhofer.

Domradio/4. Juli 2018: Die Generalsekretärin der UN-Klimarahmenkonvention, Patricia Espinosa Cantellano, sagte, Edenhofer habe das Fundament für eine internationale Klimapolitik geschaffen.

Potsdamer Neueste Nachrichten/5. Juli 2018: Europa könne die Kriege im Nahen Osten ebenso wenig ignorieren wie die ethnischen Konflikte und die Folgen des Klimawandels in Afrika.

Die Tagespost/4. Juli 2018: Der Potsdamer Klimaforscher Ottmar Edenhofer, Chefökonom am Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung, steht neben einem Globus im Institutsgebäude in Potsdam.

Kathpress-Tagesdienst/4. Juli 2018: Mitten in Europa hätten „nationalistischer und ethnischer Wahnsinn“ zivilisatorische Standards zusammenbrechen lassen.

OVB-online/5. Juli 2018: Der Niederbayer ist einer der führenden Klimaökonomen. Er beriet Papst Franziskus im Vorfeld der Umwelt-Enzyklika „Laudato si“ und war ein wichtiger Impulsgeber für das Pariser Weltklimaabkommen von 2015.

Passauer Neue Presse 11. Juli 2018 - Für „hervorragende Verdienste um die Interpretation von Zeit und Welt auf allen Gebieten des geistigen Lebens“ ist der aus Gangkofen stammende Klimaforscher Ottmar Edenhofer in der vergangenen Woche in München mit dem Romano Guardini Preis der Katholischen Akademie Bayern ausgezeichnet worden.

Energiewirtschaftliche Tagesfragen/(2018) Heft 7/8:

Die Generalsekretärin der UN-Klimarahmenkonvention, Patricia Espinosa Cantellano, sagte in ihrer Laudatio, Edenhofer habe das Fundament für eine internationale Klimapolitik geschaffen. Das Pariser Abkommen von 2015 und das darin verankerte Zwei-Grad-Ziel seien ihm zu verdanken. Von Edenhofer stamme die Idee, dass globale Gemeinschaftsgüter wie die Atmosphäre geschützt werden müssten. „et“-Redaktion/FL

Entwicklungsländer Laudato Si Migration Nachhaltigkeit Ökologie Schöpfung Umweltschutz Vereinte Nationen
Faust!-Festival 2018
Mephisto Theologisch
Man ging der Frage nach, ob es den Teufel wirklich gibt!

Katholische Nachrichten-Agentur

27. Februar 2018: „Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte“, triumphiert Mephisto im ‚Faust‘. Da passt, dass dieser Tage die internationale Vereinigung katholischer Exorzisten über Nachwuchsmangel klagte. Es fehlen ausgebildete Priester für solche Aufgaben, hieß es. Reines Wissenschaftliches Verstehen reiche nämlich oft nicht aus. Es brauche Übersetzer. Selbst Goethe habe sich im ‚Faust‘ über einen nur der Aufklärung verhafteten Zeitgenossen lustig gemacht. Denn dieser glaubte, ihn quälende Geistererscheinungen mit dem Ansetzen von Blutegeln bekämpfen zu können. Barbara Just

Münchner Kirchenzeitung Online

 27. Februar 2018: „Nun sag, wie hast du´s mit der Religion?“ Aus der berühmten Frage der Margarete an Faust in Goethes gleichnamigem Drama spricht der Zweifel, ob der Gelehrte an Gott glaubt. Wer die Gottesfrage stellt und damit etwas umfassend Gutes zu denken versucht, muss aber auch an die Kehrseite denken, das schlechthin Böse, das nicht einfach in den „guten Gott“ hineinverlegt werden kann. Theresa Lipp

Die Tagespost

28. Februar 2018: In dem verkürzt als „Wer in den Abgrund blickt, stürzt selbst hinein“ bekannten Spruch klingt der alte Aberglaube nach, dass, wer sich mit dem Teufel befasse, sich bereits in dessen Hände begibt. Die Utopie, dass moderne Menschen „keinen Teufel mehr benötigen, wenn erst Gott und Kontigenz zusammengedacht werden können“, wie Thomas Ruster es ausrückte, scheint vor diesem Hintergrund wenig attraktiv. Marie-Thérèse Knöbl

Faust
5. Deutsch-Französische Medizindebatte
Immuntherapie von Tumoren
In Kooperation mit dem SZ-Gesundheitsforum tauschten sich führende Fachleute auf dem Gebiet über Landesgrenzen hinaus aus

Süddeutsche Zeitung

14./15. Juni 2017 -All diese Entwicklungen, das stellte Alexander Eggermont, Generaldirektor des Cancer Campus Gustave Roussy in Paris heraus, machen Hoffnung, dass Krebserkrankungen in Zukunft besser beherrschbar sein könnten als derzeit. Europaweit seien in den vergangenen Jahren bereits Millionen Todesfälle vermieden worden, weil die Medizin voranschreite, sagte die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml. Kim Björn Becker

Expertinnen diskutieren über Armut
Helfen Spenden, die Armut zu bekämpfen
In Kooperation mit der Süddeutschen Zeitung: zu Gast war Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter

Süddeutsche Zeitung

15. September 2018 - Das Risiko in Armut zu geraten, so bilanziert Pädagogikprofessorin Sabine Walper, sein in den vergangenen zehn Jahren trotz des Aufschwungs auf dem Arbeitsmarkt weder insgesamt noch speziell für Familien mit minderjährigen Kindern gesunken. Rund 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche, also knapp 20 Prozent aller Minderjährigen, seien in Deutschland von Armut bedroht. Wolfgang Görl

Achim Budde folgt auf Florian Schuller
Direktorenwechsel
Der Abschied von Florian Schuller nach 18 Jahren und der Wechsel im Januar hin zu Achim Budde hat viele Medienreaktionen ausgelöst.

Süddeutsche Zeitung

27. September 2018 - Nach 18 Jahren als Direktor der Katholischen Akademie Bayern wird Florian Schuller von Kardinal Reinhard Marx im Rahmen eines Symposiums mit dem Thema „Demütiges Selbstbewusstsein“ verabschiedet. Der gebürtige Augsburger war 1973 von Kardinal Döpfner zum Priester geweiht worden. Er hatte in Rom Theologie studiert und wurde dort auch promoviert.

Heinrichsblatt

30. September 2018 - Die Katholische Akademie Bayern mit Sitz in Schwabing unweit des Englischen Gartens zählt zu den wichtigsten Begegnungsstätten der katholischen Kirche in Deutschland. 2004 fand in der Akademie die inzwischen legendäre Diskussion zwischen dem Philosophen Jürgen Habermas und Kardinal Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., „über Vernunft und Religion“ und die „vorpolitischen Grundlagen eines freiheitlichen Rechtsstaates“ statt. KNA

Münchner Kirchenzeitung

30. September 2018 - Mit Florian Schuller konnte man immer auf hohem Niveau über Fragen des Glaubens und der Kirche diskutieren, ohne dass es dabei Vorwürfe oder Verletzungen gab. Es war die Zeit der Neuorientierung nach dem Konzil. Er konnte klar Position beziehen, war aber stets bereit, Gegenargumente zu akzeptieren und dem Gesprächspartner Wertschätzung zu signalisieren. Josef Zerndl

Münchner Merkur

2./3. Oktober 2018 - Um seine Zukunft ist Florian Schuller nicht bang. "Ich bin und bleibe Dorfseelsorger mit Leid und Seele." Was die Akademie betrifft, hat er ein Gelübde abgelegt. Er will sie zwei Jahre lang nicht mehr betreten. "Nicht weil es mir dort nicht mehr gefällt, sondern weil es sinnvoll ist, einen klaren Schnitt zu machen."

Münchner Merkur

4. Oktober 2018 - Schuller habe viel für die Akademie getan, so Kardinal Marx mit Hinweis auf das beeindruckende Netzwerk, dass der Direktor durch seine Fähigkeit zur Kooperation geknüpfrt habe.

Süddeutsche Zeitung

2./3. Oktober 2018 - Sich der Grundlagen und Wurzelns des Lebens, der Kirche, der Politik immer wieder bewusst zu werden, das ist auch Schullers Maxime gewesen - egal, ob er den Kabarettisten Bruno Jonas zu Gast hatte oder den Extremkletterer Thomas Huber.

Katholische Nachrichtenagentur

1. Oktober 2018 - Gefragt nach den Sternstunden seiner Amtszeit, denkt der scheidende Akademiedirektor weniger an aufsehenerregende Debatten wie diejenige 2004 zwischen dem Philosophen Jürgen Habermas und Kardinal Joseph Ratzinger über "Vernunft und Religion". Schuller spricht leiber von der "Begegnung mit faszinierenden Menschen", etwa der hochbetagten Freya von Moltke, Witwe eines der Verschwörer vom 20. Juli 1944.

katholisch.de

4. Oktober 2018 - Achim Budde wird zum 1. Januar 2019 neuer Direktor der Katholischen Akademie Bayern. Der 49-jährige Liturgiewissenschaftler löst Forian Schuller ab, der die Leitung der Akademie Ende Oktober nach 18 Jahren aus Altersgründen abgeben wird.

Katholische Nachrichtenagentur

4. Oktober 2018 - Achim Budde, Privatdozent für Alte Kirchengeschichte und Liturgiewissenschaft an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn, ist seit Gründung der Akademie 1957 nach drei Priestern der erste Laie, der die Einrichtung leiten wird. Der Theologe Budde ist verheiratet mit Elisabeth von Lochner und Vater von zwei Töchtern.

Katholische Nachrichtenagentur

5. Oktober 2018 - Der geschäftsführende Redakteur der Wochenzeitung "Die Zeit" würdigte bei der Abschiedsveranstaltung den scheidenden Akademiedirektor als einen Menschen mit leisen Tönen. Schuller sei "keine Rampensau", sondern baue stets anderen eine Rampe.

Oberbayerisches Volksblatt

4. Oktober 2018 - Sieben Päpste gab es seit der Gründung der Katholischen Akademie Bayern im Jahr 1957 und fünf Kardinäle in München - aber nur drei Direktoren der Akademie.

Kirchenzeitung Eichstätt

14. Oktober 2018 - Neuer Direktor der Katholischen Akademie wird Achim Budde. Die bayerischen Bischöfe hätten die Wahl Buddes durch die Akademieleitung offiziell bestätigt, teilte die Akademie jetzt mit.

Münchner Kirchenzeitung

14. Oktober 2018 - In seinen Schlussworten dankte der Akademiedirektor allen Mitarbeiterinnen, den Gremien und den Bischöfen, die ihn über die Jahre begleitet hätten. Das Haus haber nicht nur mit seinen Tagungen auf sich aufmerksam gemacht, sondern sei auch ein Vorzeigeinstrument der Kirche in Sachen ökologische Nachhaltigkeit geworden.

Eine Kooperation mit der Evangelischen Akademie Tutzing
Konfessioneller Religionsunterricht
Ökumenische Tagung zu der Frage: Wie lässt sich Glaube in der Schule lehren?

Domradio

23. Juni 2018 - Man muss die Bibel und Religion kennen, weil man die Welt sonst nicht versteht. Zunächst würde das Verständnis für verschiedene Weltreligionen leiden, auch wenn es in anderen Fächern gelehrt würde. Der Mensch braucht Religion, weil er Bindungen braucht, weil er sich die Sinnfrage stellt. Die Frage nach Transzendenz, nach Leben, Tod, Dasein, Entstehung und Ende der Welt ist am Besten in einem Fach Religion aufgehoben. Jan-Jakob Loos

Die Tagespost

27. Juni 2018 - Wenn der konfessionelle Religionsunterricht einmal keine Selbstverständlichkeit mehr und durch ökumenisches Bemühen zu einem überkonfessionellen Fach mit Schwerpunkt auf Vermittlung globalethischer Werte beziehungsweise dem ethischen Minimalkonsens verschmolzen ist, werden christliche und muslimische Eltern in Deutschland das tun, was Eltern im laizistischen Frankreich und seit Abschaffung des konfessionellen Religionsunterrichts in nie gekannter Qualität auch in Großbritannien tun: ihre Kinder vermehrt auf konfessionell gebundene Privatschulen schicken. Marie-Thérese Knöbl

Young Professionals
Konsumkritischer Stadtrundgang

Bayerische Staatszeitung

22. Juni 2018 - Wie unser Konsum die Natur und auch die Menschen beeinflusst, steht auf Infoblättern, die Braun an die Zuhörer verteilt. Dabei erfährt man zum Beispiel, unter welchen gefährlichen Bedingungen in Peru nach dem Gold geschürft wird, das in Smartphones steckt. Auch bei dem Recycling der Mobilfunkgeräte hapert es, erfahren die Teilnehmer. In München liefere jeder Bürger im Schnitt sieben Kilogramm Elektroschrott ab. Der Rest-Schrott und damit auch die Giftstoffe gelangen oft nach Afrika oder Asien. Rudolf Stumberger

Rom Fotografien von Christoph Brech
Rom im Auge des Pantheon
Die Austellung ist noch bis kurz vor Weihnachten zu sehen.

Katholische Nachrichtenagentur

8. Oktober 2018 - Seit sich der Künstler 2006/07 aufgrund eines Villa Massimo-Stipendiums in Rom aufhielt, beschäftigt er sich mit dieser Stadt. In vielen Fotografien und acht Videofilmen gelingt es dem 1964 in München geborenen Brech, Rom aus seiner ganz eigenen Perspektive zu zeigen.

Von Schnittmengen und Abgrenzungen
Kunst - Religion - Spiritualität
Was ist "christliche Kunst" heute?". Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst und der Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising.

Christ in der Gegenwart

Nr. 43/2018 - Die in der Abendveranstaltung gestellte Frage, was "christliche Kunst" überhaupt sei, beantwortete Ulrike Lorenz so: "Kunst in der Kirche ist immer ein Eingriff in den öffentlichen Raum der Kirche. Als solche muss sie ernstgenommen werden." Jürgen Springer

Münchner Kirchenzeitung

18. November 2018 - Dem Festakt in der Katholischen Akademie ging ein ökumenischer Gottesdienst in der Schwabinger evangelischen Erlöserkirche, ein Jugendstil-Gesamtkunstwerk, voraus. Es folgte eine öffentliche Fachtagung mit dem Titel "Kunst -Religion -Spiritualität" in den Akademieräumen. Hermann Glettler, der 2017 zum Bischof von Innsbruck ernannt wurde, stellte in seinem Referat gleich zu Beginn klar: Kunst entfaltet überall ihr Störungs- und Irritationspotenzial - auch in der Kirche, wenn sie zugelassen wird." Karl Honorat Prestele

Bildende Kunst Moderne Kunst
Anlässlich des 50. Todestages
Gedenkgottesdienst Romano Guardini

Katholische Nachrichtenagentur

5. Oktober 2018 - Reinhard Marx verwies auf die Predigt von Kardinal Julius Döpfner beim Requiem für Guardini, in der er dessen Theologie unter den Schlagworten "existentieller Glaube, brüderlicher Glaube und redender Glaube" zusammengefasst habe. In diesen drei Aspekten sei Guardini auch "ein Theologe der jetzigen Zeitstunde", so der Münchner Kardinal.

Abt Johannes Eckert OSB
Gehorsam als Führungsinstrument
Veranstaltung mit Offizieren der Bundeswehr in Kooperation mit der Katholischen Militärseelsorge. Der Abt gibt Impulse aus der Regel des heiligen Benedikt.

Kompass - Katholische Militärseelsorge

Ausgabe 11/18 - In einer Klostergemeinschaft, so der Abt, sei das Hören im Dialog, also das ehrliche Gespräch mit Mitbrüdern, aber auch Personenen außerhalb der Gemeinschaft, von besonderem Wert. Friedrike Frücht

Achtsamkeit Bundeswehr
Stars der Kirche oder verrückte Idealisten?
Heilige
Veranstaltung in Ingolstadt in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Eichstät/Diözesanbildungswerk

Katholische Nachrichtenagentur

19. Oktober 2018 - Der emeritierte Regensburger Dogmatikprofessor Wolfgang Beinert erklärte, für eine Heiligsprechung brauche es zwei Dinge: "ein gewaltiges Interesse und Geld". Daher würden auch viele "heiligmäßige Christen" nicht heiliggesprochen, die sich etwa aufopferungsvoll um die langjährige Pflege eines Angehörigen kümmerten.

Kirchenzeitung Eichstätt

28. Oktober 2018 - Nicht nur außergewöhnliche Menschenkenntnis und pädagogisches Gespür, auch Selbstdistanz und Bescheidenheit hätten Jakob Rem zu einem "begnadeten Erzieher" werden lassen, hob Bischof Gregor Maria Hanke hervor: "Er hat es offensichtlich vielfach geschafft, in den Schülern das Feuer des Glaubens zu entfachen." Bernd Buchner

Bayern 1918 - 2018
Der eigensinnige Freistaat
Hans Maier erhielt für seine klugen Analysen stehenden Applaus von den 300 Teilnehmern

Katholische Nachrichtenagentur

8. November 2018 - Hans Maier enttäuschte sein Publikum nicht. Von der Revolution  über die Republik zur NS-Zeit bis hin zum Wiederbeginn nach dem Zweiten Weltkrieg wartete er mit manchen Anekdoten und Selbsterlebtem am Kabinettstisch von Franz Josef Strauß auf. Mit Kritik an seiner Partein und deren zuletzt gepflegter Politik sparte der CSU-Mann nicht. Der Professor setzte die Worte so prägnant, dass man sich den Rest bestens denken konnte. Barbara Just

Adenauer, Konrad Bayern Revolution
Eine europäische Dimension
Johann Joachim Winckelmann und Bayern
Symposium mit 9 Vorträgen von ausgewiesenen Experten und einer Exkursion zur Walhalla

Mittelbayerische Zeitung

13. November 2018 - Im Eröffnungsvortrag gab Prof. Dr. Max Kunze, Präsident der Winckelmann-Gesellschaft, einen Überblick über Rezeption und Wirkung Winckelmanns in Europa,stellte die drei Porträts zu Lebzeiten von Angelik Kauffmann, Anton Raphael Mengs und Anton von Maron vor. Claudia Böckel

Regensburger Bistumsblatt

24./25. November 2018 - So tauchte man ein in eine grandiose Welt, die seit Jahrhunderten unser Denken und Handeln prägt: die Klassik in ihrer zeitlosen Dynamik Winckelmanns Verdienst war es nicht zuletzt, das Wahre, Gute und Schöne seiner Zeit als Ideal wieder zu vermitteln.

Bayern Bistum Regensburg Ludwig I. Walhalla
Isolation oder Integration?
Islam in Europa
Rund 150 Teilnehmer kamen zur Podiumsdiskussion, die wir am 15. November 2018 zusammen mit dem Hilfswerk Renovabis organisierten.

Katholische Nachrichtenagentur

16. November 2018 - Armina Omerika ergänzte, dass die Muslime zumeist ein sehr idealisiertes Bild ihrer eigenen Religionsgeschichte hätten. Doch die Denkkategorien der Vergangenheit seien heute nicht mehr gültig. Ihr Studenten erlebe sie als sehr zukunftsorientiert. Diese diskutierten, welchen Islam sie wollten, und das sei nicht unbedingt der ihrer Eltern und Großeltern. Barbara Just

Renovabis.de

19. November 2018 - Als eine Bilanz der Veranstaltung lässt sich festhalten: Die Muslime in Deutschland und vielen europäischen Staaten stehen an der Schwelle, sie gehören gleichzeitig zur Gesellschaft und gehören ihr auch nicht an. Nur im offenen Dialog mit ihren nichmuslimischen Nachbarn, der keinen Themen ausweicht, können Missverständnisse und Vorurteil ausgeräumt und Wege zu einem gemeinsamen Miteinander gefunden werden.

Europa Islam
Preisträgerin Dr. des. Zsofia Schnelbach
Kardinal Wetter Preis 2018 in Passau
Zum zweiten Mal wurde der Kardinal Wetter Preis an der Universität Passau verliehen.

Passauer Neue Presse

28. November 2018 - Prof. Dr. Dr. Peter Fonk,Lehrstuhl für Theologische Ethik, Studiengangsleiter Caritaswissenschaft und wertorientiertes Management, skizzierte in seiner Laudatio auf Dr. Zsofia Schnelbach die Schwerpunkte ihre wissenschaftlichen Arbeit. "Das Thema, die Geburt eines Kindes, liegt mitten im Leben", so Fonk. Bettina Weigand

Passauer Bistumsblatt

9. Dezember 2018 - Zsofia Schnelbach habe mit ihrer Ausarbeitung - so Professor Peter Fonk in seiner Laudatio auf die Preisträgerin - "einen wichtigen und innovativen Forschungsbeitrag" geleistet, indem sie nicht nur substantiell zur Weiterentwicklung des theologischen Denkens beigetragen habe, sondern weit mehr einem zentralen Anliegen der Pastoralkonstitution des 2. Vatikanischen Konzils gerecht geworden sei. Dominik Fröhlich

Bistum Passau Ethik Wetter, Friedrich Kardinal-Wetter-Preis
50 Jahre gewählte Pfarrgemeinderäte in Bayern
Gute Wahl
Kooperation mit dem Landeskomitee der Katholiken in Bayern

Gemeinde creativ

November/Dezember 2018 - Von einer ganz anderen Richtung her näherte sich Sabine Bieberstein dem Thema. Die Biblikerin ist Professorin an der Katholischen Universität Eichstätt/Ingolstadt und suchte in den Texten des Neuen Testaments nach Spuren von Laienarbeit zur Zeit der urchristlichen Gemeinden. Den "Pfarrgemeinderat", wie man ihn heute kennt, sucht man dort vergeblich, dafür findet man aber zahlreiche andere Hinweise auf das Engagement von Laien. Alexandra Hofstätter

Seelsorge Landeskomitee der Katholiken Laien
Kontroverse Deutungen zur Geschichte der Weißen Rose
Christlich motiviert?
Die Wahrnehmung des Widerstands der Weißen Rose gegen das NS-Regime war in den abgelaufenen 60 Jahren sehr unterschiedlich. Michael Kißener gab einen Überblick.

KNA
22. März 2018 – 75 Jahre nach ihrem Tod durch das Fallbeil sorgen Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ wieder für Schlagzeilen. (…) Die Publikationsflut sei unüberschaubar geworden, sagt der Mainzer Historiker Michael Kißener. Was aber trieb diese jungen Leute an? Über die Motive, mögen sie christlichen oder humanistischen Ursprungs sein, wird seit Jahrzehnten debattiert. (…) Doch die Schlüsselquelle für die Wahrheit über die „Weiße Rose“ gebe es nicht, weiß der Historiker. Barbara Just

Die Tagespost

28. März 2018 - Zu Beginn der 1980er Jahre stehen im Zuge einer Individualisierung von Opferschicksalen die Leben von Hans und Sophie Scholl im Fokus, das „kurze Leben der Sophie Scholl“ zudem unter dem Vorzeichen einer weiblichen Selbstfindungsgeschichte. Eine Diagnose, die den (Un-)Geist unserer Zeit atmet, in der man wieder verstärkt auf Konformität setzt und nahezu nur noch Menschen zu dulden bereit ist, die im Sinne dieser Konformität politisch unbedenklich und allein in diesem Sinne „normal“ sind.  Marie-Thérese Knöbl

Deutschland Nationalsozialismus Widerstand Zweiter Weltkrieg
Forschung für den Astronauten im All und den Patienten auf Erden
Mensch Raumfahrt Medizin
Veranstaltung am 28. Februar 2018 in Kooperation mit dem SZ-Gesundheitsforum und der Ludwig-Maximilians-Universität München

Süddeutsche Zeitung

20. März 2018 - Neben neuen Erkenntnissen und neuer Technik hat sich für die Weltraum-Medizinforschung aber auf der Erde auch eine ganze Infrastruktur gebildet, die auch für die irdische Forschung eingesetzt wird. Solche Rehabilitationsübungen, Erkenntnisse über Ernährung sowie Alters- und Schlafforschung, neue Medizintechnik – im und durch das Weltall ist schon einiger Fortschritt entstanden, der nun der gesamten Menschheit hilft.  Jan Schwenkenbecher

SZ-Gesundheitsforum Universum
Faust Festival München
Gibt es den Teufel
Die erste Akademie-Veranstaltung im Rahmen des Festivals brachte Theologen, Religionswissenschaftler und Kunsthistoriker zusammen

Münchner Kirchenzeitung

4. März 2018 – Florian Schuller, Direktor der Katholischen Akademie und Moderator der Diskussion, erzählte, dass ein potentieller Gast vorab die Referenten anrief und fragte, ob sie an den Teufel glaubten. Von ihrer Antwort wollte er seinen Besuch abhängig machen. Monsignore Schuller stellte klar, dass er an Gott glaube, nicht aber an den Teufel. Eine richtig gestellte Frage könne lauten: „Meinen Sie, dass es den Teufel gibt?“ Aber auch damit ist noch nicht alles geklärt. „Dass es das Böse gibt, da sind wir uns wohl alle einig. Ob es den Bösen gibt, darum geht es heute Abend“, fasste der Akademie-Direktor die Problematik zusammen. Theresia Lipp

Bibel Evangelium
Brücken schlagen zwischen Kirche und Sport
Vesper meets Vesper
Persönliches und Strukturelles, Gegensätzliches und Gemeinsames kamen im Gespräch der Brüder Michael und Stefan Vesper in der Katholischen Akademie Bayern vor.

KNA

19. Januar 2018 – Ungeachtet vieler Skandale bezeichnete Michael Vesper die olympische Idee als nach wie vor intakt. Werte wie Leistung, Respekt und Freundschaft „gibt es selbstverständlich noch“, meinte er. Olympische Spiele in Ländern mit Demokratie- oder Menschenrechtsproblemen rückten Miss-Stände in den Focus der Weltöffentlichkeit, die davor und danach „ein Schattendasein fristen“. Der Sport könne aber nicht „die Probleme lösen, vor denen die Politik kapituliert“. (…) Vesper äußerte sich bei einem Gesprächsabend mit seinem vier Jahre jüngeren Bruder Stefan, der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) ist. Thema waren Verbindungen zwischen Kirche und Sport. Stefan Vesper sagte, nur die katholische Kirche, der Sport und die Vereinten Nationen hätten einen globalen Anspruch und trügen weltweit Konflikte um Werte und Menschheitsfragen aus. Christoph Renzikowski

Sport ZdK
Estaciones del dolor

Münchner Kirchenzeitung
11. Februar 2018 - Immer geht es dieser Künstlerin, die sich ihrer kulturellen und religiösen Wurzeln wohl bewusst ist, darum, das so gerne verdrängte menschliche Leid in eine ästhetisch ansprechende Form zu bringen, ohne dieses zu verharmlosen. Denn Form und Natur des Menschen sind nun mal zerbrechlich, auch wenn er als Gottes Ebenbild geschaffen wurde. Diese Verletzbarkeit hat auch Christus in seiner Passion auf sich genommen – und deshalb endet dieser moderne Kreuzweg auch sinnfällig am großen Kreuz des Vortagssaales in der Katholischen Akademie. Karl Honorat Prestele

Bildende Kunst Moderne Kunst Passion Vernissage

alpha-lógos

Kraft aus dem Kloster
27. November 2017 Welche Rolle spielen Klöster heute?

Klöster waren schon seit jeher geistliche Zentren, geistige Studienorte und Bildungsstätten, nicht zuletzt bedeutende Seelsorgeeinrichtungen. Doch welche Rolle spielen sie heute, oder könnten sie spielen – in einer Zeit, in der Struktur– und Personalfragen die Kirche umtreiben, in der es um neue pastorale Räume geht, vor allem aber zentral um die Zukunft des Glaubens unter uns?

So stellen sich viele Fragen. Können Klöster alternative Formen von Seelsorge entwickeln? Wirken klösterliche Lebens–, Sinn–, Stil–, Herzens– oder Leibsorge in Kirche und Gesellschaft hinein? Wo verbergen sich möglicherweise ungenutzte Chancen zur klassischen Territorialpastoral? Liegen jedoch nicht selten die Außen- und die Innensicht der Klöster weit auseinander?

Die Spannweite möglicher Schwerpunkte reicht weit: vom kontemplativen Mönchtum über Frauenseelsorge oder ökologisches Engagement bis hin zur Frage, inwieweit sogenannte Klosterprodukte zu klösterlicher Ausstrahlung beitragen.

Kloster Seelsorge Orden Spiritualität
Wachsen an Verwundungen
14. Januar 2018 Was Glaube und Resilienz miteinander zu tun haben

Am 2. Dezember 2017 waren 110 Interessierte der Einladung der Katholischen Akademie Bayern zur Veranstaltung „Wachsen an Verwundungen“ gefolgt. Der Studienvormittag befasste sich mit einem Konzept, das in den letzten Jahren vermehrt in den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen genutzt wird: Resilienz, die Widerstandsfähigkeit angesichts von Veränderungen und Krisen. Mit den beiden Referenten Prof. Dr. Oliver Tüscher (Deutsches Resilienz-Zentrum sowie Universitätsmedizin Mainz) und Dr. Martin Schneider (Bayerischer Forschungsverbund ForChange, Lehrstuhl für christliche Sozialethik an der LMU) hatte die Akademie nicht nur zwei ausgesprochene Experten gewonnen, sondern das überaus breite Themenfeld für die Veranstaltung am ersten Adventswochenende auf eine psychologisch-theologische Annäherung abgesteckt.
Professor Oliver Tüscher stellte Resilienz als Zukunftskonzept für Gesundheitsförderung und Prävention vor. Er berichtete nicht nur über die Anfänge der Resilienzforschung, sondern benannte auch Ressourcen und Faktoren, die zur Resilienz einer Person beitragen können. Des Weiteren erlaubte er spannende Einblicke in seine diesbezüglichen Forschungstätigkeiten.
Dr. Martin Schneider wiederum nahm neben der Resilienz besonders Verwundbarkeit und Sicherheit in den Blick: Er stellte dar, was Theologie und Ethik zum Resilienzdiskurs beitragen können und betonte, dass Resilienz eben nicht Unverwundbarkeit, sondern Widerstandsfähigkeit bedeutet. In diesem Zusammenhang unterschied er unterschiedliche Stadien von Resilienz, die von Persistenz über Adaption bis zur Transformation reichen. In einem von Akademiedirektor Dr. Florian Schuller moderierten Abschlussgespräch beleuchteten die Referenten abschließend die Interdisziplinarität und die damit einhergehenden Stärken und Schwächen des Konzepts, außerdem wandten sie sich der Frage zu, was Glaube und Resilienz miteinander zu tun haben.

Verwundungen Resilienz Tüscher, Oliver Schneider, Martin Gesundheit Glaube Vulnerabilität
Was ist der Westen?
10. Dezember 2017 Was ist gemeint, wenn vom Westen, vom christlichen Abendland die Rede ist?

Die Begriffe „Westen“ oder auch „Abendland“ haben lange Tradition. Mit ihnen werden geistige Quellströme verbunden, die bestimmend wurden für das Denken und Handeln in Europa, wie in anderen europäisch geprägten Weltgegenden.

Aber was genau ist gemeint, wenn vom Westen, vom Abendland, vom christlichen Abendland gar, die Rede ist? Definieren sie ein philosophisches oder religiöses Selbstbewusstsein, das heißt: Stehen sie für geistige Dimensionen und kulturelle Horizonte, die verbindend sind und Grundhaltungen beschreiben? Grenzen sie aber auch ab und aus, markieren sie vielleicht sogar geographische Trennlinien?

Lange Zeit spielten diese Begriffe in den politischen Debatten bei uns kaum mehr eine Rolle. Nun aber scheinen sie eine Renaissance zu erleben; die Herausforderung des Islam oder die Krise(n) der EU sind nur zwei der Felder, auf denen sie diskutiert werden. Orientierung tut not. In welchem „Westen“, mit welcher „abendländischen“ Prägung?

Abendland der Westen Demokratie Europa Christentum
Der Papst und der Krieg
12. November 2017 100 Jahre Friedensinitiative zur Beendigung des Ersten Weltkriegs

Im Frühjahr 1917 entsandte Papst Benedikt XV. mit Eugenio Pacelli den wohl fähigsten Diplomaten der Römischen Kurie auf eine äußerst schwierige Mission. Als Nuntius in München sollte er eine groß angelegte päpstliche Friedensinitiative zur Beendigung des Ersten Weltkriegs vorbereiten.

Pacelli verhandelte mit Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg und Kaiser Wilhelm II. vor allem über die Zukunft Belgiens. Denn wenn es gelingen würde, die belgische Frage zu lösen, wäre der Weg zu Friedensverhandlungen zwischen der Entente und den Mittelmächten frei. Mit diesem Erfolg im Rücken könnte, so die Hoffnung des Papstes, auch die seit 1870 schwelende „Römische Frage“ um den Kirchenstaat endlich auf internationaler Ebene gelöst werden.

Mit seiner auf den 1. August 1917 datierten Friedensinitiative „Dès le début“ („Seit dem Beginn“) rief Benedikt XV. die Regierungen der kriegführenden Länder zu einem Ende des „sinnlosen Schlachtens“ auf. Während die Antwort der deutschen Regierung entgegen Pacellis allzu optimistischen Einschätzungen auf sich warten ließ, lehnte die Entente den Papst als Friedensvermittler schlichtweg ab.

Zwar war spätestens mit der für Pacelli und den Papst enttäuschenden deutschen Antwort die Friedensinitiative praktisch gescheitert. Aber sie entfaltete eine bedeutende Wirkungsgeschichte: Die Lehre vom gerechten Krieg wurde hinterfragt, katholische Friedensbewegungen entstanden, und Pius XII. stand im Zweiten Weltkrieg erneut vor der Friedensfrage – und diesmal schwieg der Papst.

Benedikt XV. Pacelli, Eugenio Papst Pius XII. Erster Weltkrieg Frieden Wolf, Hubert
Merkel, Macron und Trump
29. Oktober 2017 Die deutsche Außenpolitik sortiert sich neu

Die deutsche Außenpolitik sortiert sich neu im Herbst 2017. Nach den Bundestagswahlen ist die Union unter Bundeskanzlerin Merkel auf neue Koalitionspartner angewiesen. Und auch außerhalb der deutschen Grenzen hat sich die politische Landschaft verändert.

Die Zusammenarbeit mit der amerikanischen Administration erweist sich bislang als eher schwierig, Vorrang haben Eigeninteressen im Sinne des „America first“. Umgekehrt ist mit dem Regierungswechsel in Frankreich ein spürbarer Ruck weit über das Land hinausgegangen; nicht nur innenpolitisch wird ein tiefgreifender Wandel angekündigt. Die „Idee Europa“ scheint wieder an Zugkraft zu gewinnen.

Weltweite Unsicherheit, Krisen und Konflikte in vielen Teilen der Erde, Bedrohung durch den Terrorismus, aber auch Wirtschafts- und Handelsfragen sowie die Klimaproblematik prägen die internationale politische Bühne. Auf ihr sind die USA, aber auch Frankreich und Deutschland wichtige Player. Deshalb bleiben ihre gegenseitigen Beziehungen, ihre jeweilige innere Entwicklung und ihr Handeln auf der internationalen Ebene von besonderer Bedeutung.

Politik Macron, Emanuel Trump, Donald Bundeskanzler/in Bundestagswahl Deutschland Frankreich USA Außenpolitik
Meinungsmacher im Netz
15. Oktober 2017 Soziale Netzwerke und ihr Einfluss

Seit dem Ausgang der US-Wahlen und dem Brexit-Votum wird gefragt, wie groß der Einfluss sozialer Netzwerke auf die öffentliche Meinungsbildung wirklich ist.

- Ist es möglich, Big Data zu nutzen, um Wahlentscheidungen zu beeinflussen?

- Kann man mit Social Bots Meinungen verändern?

- Wie viele Menschen nehmen Fake News für bare Münze?

- Was kann ich als Privatperson tun, um mich vor derartiger Manipulation zu schützen?

Zum einen wird in der Sendung über den Einfluss der sogenannten Social Bots gesprochen, automatisierten Online-Profilen, die auf der Basis von Algorithmen eigenständig Beiträge in sozialen Medien verfassen; die Justizminister der Länder planen, deren Einsatz als „digitalen Hausfriedensbruch“ unter Strafe zu stellen. Zum anderen sollen bewusst gestreute Falschnachrichten (Fake News) die Wähler beeinflussen. Ein brisantes Thema.

acatech Digitaler Salon Fake News Internet Social Bots Soziale Medien/Social Media
Kirchenrecht - heute
1. Oktober 2017 100 Jahre Codex Iuris Canonici

Papst Benedikt XV. hat am 27. Mai 1917 das kirchliche Gesetzbuch „Codex Iuris Canonici“ promulgiert. Damit lag zum ersten Mal in der Kirchengeschichte eine Zusammenfassung des
Rechts der gesamten lateinischen Kirche in Form einer abstrakten Kodifikation vor.

Das Klaus-Mörsdorf-Studium für Kanonistik (KMSK) der LMU München nimmt zusammen mit der Katholischen Akademie Bayern das 100-Jahr-Jubiläum dieses epochalen Ereignisses zum Anlass, bei einer internationalen Tagung verschiedenen grundsätzlichen Rechtsfragen nachzugehen.

Welche Bedeutung hat die Kodifikation als Instrument der Rechtsbildung, nicht nur in der Kirche? Welche Rolle kommt dem Glauben in einer religiösen Rechtsordnung zu? Wie hat sich das kirchliche Recht seit der Kodifikation 1917 weiterentwickelt und wo liegen künftige Herausforderungen? Wie wird das Recht in den evangelischen Kirchen gesehen und gehandhabt? Welche Fragen und Probleme ergeben sich aus der Begegnung des europäisch geprägten kanonischen Rechts mit anderen Rechtskulturen, beispielsweise in Afrika?

Mit der Tagung erinnert das KMSK auch an seine Errichtung im Jahr 1947. Es ist die einzige akademische Einrichtung im deutschen Sprachgebiet, die das Promotionsrecht zum Lic. iur. can. und Dr. iur. can. besitzt.

Benedikt XV. Codex Iuris Canonici (CIC) Kirchenrecht Klaus-Mörsdorf-Studium Kirche
Europa und das christliche Erbe
17. September 2017 Papst Benedikt XVI. zum 90. Geburtstag

Wie wird Europa den Weg finden, der ihm Zukunft gibt? Offensichtlich genügen heute bescheidene Kurskorrekturen nicht mehr. Es braucht eindringende Analysen und eine neue Selbstvergewisserung besonders im Blick auf den Beitrag des Christentums.

Wie kein anderer Kardinal und Papst vor ihm ist Papst Benedikt XVI. Europa in seiner Geschichte und seinen Herausforderungen nachgegangen. Diese Bemühungen aus Anlass seines 90. Geburtstages neu aufzunehmen, bedeutet Anerkennung und Dank für seine Verdienste um Europa und um das Gespräch von Glaube und säkularer Welt.

Wir freuen uns sehr, dass diese hochkarätig besetzte Tagung anlässlich des 90. Geburtstags von Papst em. Benedikt XVI. in Zusammenarbeit mit der Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI.-Stiftung und dem Institut Papst Benedikt im Kardinal Wendel Haus der Katholischen Akademie Bayern stattfinden kann, in jener Institution, deren Protektor Papst em. Benedikt XVI. in seiner Zeit als Erzbischof von München und Freising gewesen war.

Abendland Benedikt XVI. Christentum
Menschen am Kletterseil
23. Juli 2017 Ein Leben am Limit

Die Brüder Thomas und Alexander Huber sind als Extremkletterer unter dem Namen „Huberbuam“ berühmt geworden. Über die beiden existiert sogar ein Film mit dem Titel „Am Limit“ (2007) – besser lässt sich das Leben der zwei Brüder kaum beschreiben.

Am 10. Mai 2017 diskutiert Thomas Huber bei der Abendveranstaltung „Der Bischof am Kletterseil“ mit dem Eichstätter Bischof Dr. Gregor Maria Hanke OSB. Es geht um sein Leben als Extremkletterer, um existenzielle Themen und um 1000 Schutzengel.

Bergsteigen Bischof Bistum Eichstätt Huber, Thomas Huberbuam Hanke, Gregor-Maria
Die Welt als Schöpfung
25. Juni 2017 Die Biblischen Tage blicken auf den Planeten Erde im Kosmos

Das Thema „Schöpfung“ steht wieder ganz oben beim christlichen Nachdenken über die Welt: „Die Schöpfung erhalten“ oder „Schöpfungsgerechtigkeit“ lauten die Leitmotive eines nachhaltigen Lebensstils, und der Untertitel der weltweit aufmerksam registrierten Enzyklika von Papst Franziskus Laudato si behandelte die „Sorge für das gemeinsame Haus“. Auf der anderen Seite kommen alte Fragen neu aufs Tablett, wie sich nämlich die immer rasanter entwickelnden Erkenntnisse der Naturwissenschaften von Astrophysik bis zu Biotechnologie mit den biblischen Texten zusammenführen lassen. Letztlich geht es dann um deren existentielle Tiefe und Aussagekraft, die von fundamentaler Bedeutung sind für das Selbstverständnis des Menschen und seinen Glauben in dieser Welt. Große Themen, mit denen die diesjährigen Biblischen Tage konfrontieren. Die Vielfalt der möglichen thematischen Bezüge ist schier unüberschaubar. Natürlich werden die alt- wie neutestamentlichen Schöpfungserzählungen und Schöpfungsmotive ebenso in den Blick genommen wie die Beziehung von Schöpfung und Evolution, umweltethische Fragestellungen und schließlich auch – besonders reizvoll – die Schaffenskraft des Menschen in der künstlerischen Praxis.

Gradl, Hans-Georg Hieke, Thomas Schwienhorst-Schönberger, Ludger Lüke, Ulrich Neumann-Gorsolke, Ute Baumgart, Norbert Clemens Fischer, Georg Heuberger, Stephan Vogt, Markus Kummer, Christian Lesch, Harald Paradies Messiaen, Olivier Garten Eden Schöpfung Laudato Si Biblische Tage Nachhaltigkeit
Die Adenauerzeit
11. Juni 2017 Weichenstellungen des ersten Kanzlers der Bundesrepublik Deutschland

Prof. Dr. Horst Möller, Professor em. für Neuere und Neueste Geschichte an der LMU München, ehem. Direktor des Instituts für Zeitgeschichte referiert über Leitmotive der Politik Konrad Adenauers am 5. April 2017 in der Katholischen Akademie Bayern. Professor Horst Möller zeigte in seinem Referat zum einen auf, welche bedeutenden Weichenstellungen dem ersten Kanzler der Bundesrepublik Deutschland gelangen: ökonomische Stabilisierung, Demokratisierung, Aussöhnung mit vielen Kriegsgegnern, europäische Integration und Wiedereingliederung des Landes in die internationale Politik. Die Schwächen von Adenauers Politik und politische Fehler kamen aber ebenfalls zur Sprache. In der anschließenden, sehr qualifizierten Diskussion wurde zum Beispiel die gesellschaftliche Stagnation in den 14 Jahren von Adenauers Kanzlerschaft (1949 bis 1963) beklagt.

Adenauer, Konrad Bundeskanzler/in Deutschland Nachkriegszeit
Irak - Der Exodus der Christen
28. Mai 2017 Zur Situation der Christen im Nahen Osten

Rund 150 Zuhörer und viele Medienvertreter waren am Abend des 16. März 2017 in die Katholische Akademie Bayern gekommen: zur Eröffnung der Fotoausstellung "Mossul. Christliches Erbe". Der irakische Dominikaner Najeeb Michaeel rettete die Fotos unter Einsatz seines Lebens vor der Zerstörungswut des IS. Pater Najeeb, der eigens nach München kam, berichtete am Abend von seiner Rettungsaktion und der schlimmen Situation der Christen - und auch vieler anderer Menschen - in seiner Heimat. Der Kirchenhistoriker Karl Pinggéra gab eine generelle und ebenfalls sehr pessimistische Einschätzung der Situation der Christen im gesamten Nahen Osten. Die Faszination der Bilder und orientalische Musik, die Asaad Sakoo von der chaldäisch-katholischen Gemeinde in Bayern, auf seiner Tanbura spielte, sorgten aber dafür, dass nicht nur Trauer den Abend bestimmte.

Irak Islamischer Staat (IS) Dominikaner Orientalische Kirchen Verfolgte Christen Fotos Ausstellung Mossul
Handelt Gott?
2. April 2017 Die Perspektive der Bibelwissenschaft

Wer biblisch-christlich glaubt, ist davon überzeugt, dass Gott in der Welt handelt. Christliche Theologen sagen sogar: "Gott handelt durch die Menschen." Angesichts der Grausamkeiten aber, die Menschen einander antun, ist das ein schwer zu verstehender Gedanke. Deshalb drängt sich die Frage auf, wie deckt sich die gläubige Grundannahme von Gottes Handeln mit der alltäglichen Erfahrung unseres Lebens? Wie kann man ernsthaft von einem Handeln Gottes sprechen, ohne sich der Lächerlichkeit preiszugeben? Erfahren wir nicht eher die Abwesenheit Gottes? Sein Schweigen? Seine Passivität? Theologisch formuliert: Was hat „Offenbarung“ mit unserer Lebenswirklichkeit zu tun?
Die ARD-alpha-Sendung Handelt Gott? in der Reihe „alpha-lógos“ gibt Ausschnitte aus den Referaten der Theologen Prof. Dr. Jürgen Bründl (Dogmatik, Universität Bamberg) und Prof. Dr. Thomas Söding (Bibelwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum) sowie der anschließenden Podiumsdiskussion wieder.

Bibel Glaube Gott Theodizee
Debatten im Netz
5. März 2017 Bilden digitale Diskussionen eine echte Gegenöffentlichkeit oder sind sie ein notwendiges Übel des digitalen Zeitalters?

Noch nie wurde so viel diskutiert wie heute. Im Internet kann jeder seine Meinung kundtun, eine Hemmschwelle für Diskursbeiträge existiert nicht mehr. Früher brauchte z.B. das Schreiben und Absenden eines Leserbriefs notwendigerweise einen Grundlevel an Argumentation und Stil, Abstand und Reflexion. Im Internetkommentar ist das anders, man kann seinen Gedanken ungehemmt freien Lauf lassen. Das kann allerdings zu Entgleisungen und Eskalationen führen; der „Hate-Talk“ ist schon zu einer festen Redewendung geworden.
Daher stellen sich momentan einige Fragen neu:
Bilden digitale Diskussionen eine echte Gegenöffentlichkeit oder sind sie ein notwendiges Übel des digitalen Zeitalters?
Tragen sie zur politischen Meinungsbildung bei oder sind sie nichts als eine babylonische Sprachverwirrung?
Ermöglicht das Internet einen demokratischen, allen zugänglichen gesellschaftlichen Diskurs oder verschärft es ihn, führt letztlich zur Radikalisierung der Positionen?
Was können und sollen Medien gegen Hass tun, der sich im Internet entlädt?
Schließlich, wie lässt sich die digitale Meinungsflut bändigen?

Digitalisierung Internet Meinungsfreiheit Soziale Medien/Social Media
Denkwege in die Zukunft
5. Februar 2017 Der erste Tag der Zukunft ist heute

Zu gern wüsste der Mensch etwas über seine Zukunft, doch sie verbirgt sich. Ungeachtet dessen gilt, was Sören Kierkegaard so formulierte: „Das Leben muss rückwärts verstanden, aber … vorwärts gelebt werden.“

Wir wollen uns dem Thema „Zukunft“ bei den diesjährigen „Philosophischen Tagen“ aus mehreren Perspektiven nähern. Die Astrophysik etwa kann nicht nur die Bahnen der Himmelskörper, sondern sogar die (ungemütliche) ferne Zukunft des Universums berechnen. Aber schon bei der Zukunft unserer Erde spielt menschliches Handeln eine Rolle. Dies gilt noch mehr für die Zukunft unserer Gesellschaften, die vom Widerstreit unterschiedlichster Entwürfe geprägt sind. Auch philosophisches Nachdenken über Zukunft war nie ganz frei von außerphilosophischen Leitmetaphern – von goldenen Zeiten bis zu apokalyptischem Horror.

„Die Zukunft ist keine sauber von der jeweiligen Gegenwart abgelöste Utopie: Die Zukunft hat schon begonnen“, schrieb Robert Jungk, Exponent der Zukunftsforschung aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dem Zukunftsoptimismus der Aufklärung versetzte bereits 1973 der Bericht des „Club of Rome“ einen schweren Dämpfer. Und heute? Da stehen der Angst vor Katastrophen, Klimawandel oder Kriegen die Glücksversprechen von Digitalisierung, molekularer Medizin oder Agrotechnologie gegenüber.

Überdies hat Zukunft immer auch eine religiöse Dimension. Schon im deutschen Wort „Zukunft“ steckt ja das Verb „kommen“, da ist man schon nah beim lateinischen „Advent“. Reflexionen auf christliche Zukunftshoffnungen werden deshalb unsere „Philosophischen Tage“ abrunden.

Die 45-minütige Sendung auf ARD-alpha dokumentiert, in welcher Weise ein Astronom, ein Soziologe und ein Klimaforscher über unsere Zukunft nachdenken.

Philosophie Philosophische Tage Zukunft Gesellschaft
Johannes ist anders
11. Dezember 2016 Der Evangelist "schwebt meterhoch über dem Boden"

Das Johannesevangelium beginnt mit einem Paukenschlag: Keine Kindheitsgeschichte, kein Stammbaum, sondern theologische Reflexion auf höchstem Niveau: beinahe hinter jedem Satz verbirgt sich eine theologische Idee. Bis heute fasziniert das vermutlich jüngste der vier Evangelien mit seiner Herangehensweise an das Christusgeheimnis. Dessen Auslegung gipfelt im Kreuz; die radikale Erniedrigung Jesu fällt zusammen mit der Verherrlichung und Erhöhung des Erlösers.
"Johannes" inspiriert Denker und Künstler, innerhalb der Schriften des Neuen Testaments nimmt das Evangelium eine Sonderstellung ein. Vor allem sein Prolog wurde berühmt: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott." Die Katholische Akademie Bayern stellte diesen Eröffnungstext des Evangeliums in den Mittelpunkt einer Tagung. Der Prolog wurde aus vier ganz unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und in seiner Tiefe ausgelotet: aus Sicht der Biblischen Theologie, der Literaturwissenschaft, der Bildenden Kunst und der Naturwissenschaft.

Bibel Bibelwissenschaft Erlösung Evangelist Johannes Theologie
Polen in Europa
27. November 2016 Nachbarschaft und Europäische Integration

Ein gutes Verhältnis in vielen Bereichen des gesellschaftlichen und politischen Lebens hatte sich seither entwickelt: Vor 25 Jahren, am 17. Juni 1991, unterzeichneten die damaligen Regierungschefs Helmut Kohl und Jan Krzysztof Bielecki den „Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit“. Am Anfang dieser so positiven Entwicklung stand bekanntlich der bahnbrechende Briefwechsel der polnischen und der deutschen Bischöfe vor 50 Jahren. Allerdings sorgt die nach den Parlamentswahlen vom 25. Oktober 2015 angetretene polnische Regierung durch eine Reihe von Maßnahmen für Beunruhigung in weiten Teilen Europas. Auch in Polen selbst wächst die Kritik an Gesetzen, die demokratische Standards zu verletzen scheinen, etwa im Bereich der Medien- und Kulturpolitik, insbesondere jene im Eilverfahren beschlossenen Gesetze zur Beschneidung des Verfassungsgerichts. Nicht zuletzt die von Polen mit den anderen Staaten der Visegrád-Gruppe vertretene eher restriktive Position in der Flüchtlingsfrage verstärkt den Eindruck einer wechselseitigen Entfremdung. Wie positioniert sich die katholische Kirche Polens in dieser angespannten Situation? Gerät die europäische Integration zwischen die Mühlen der Innenpolitik? Oder welchen Belastungen ist das deutsch-polnische Verhältnis ausgesetzt? Viele Fragen, denen sich eine Veranstaltung stellen will, die gemeinsam von RENOVABIS, der Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ und der Katholischen Akademie Bayern auf den Weg gebracht wurde.

Außenpolitik Deutschland Europa Polen
Revolution in der Gentechnik
13. November 2016 Die „Gen-Schere“ verändert Leben fundamental

Der Begriff ist für den medizinischen Laien unverständlich, die Methode, vor vier Jahren entwickelt, eine Revolution: CRISPR-Cas9 nennt sich das Verfahren, einzelne Gene – oder genauer: DNA-Bausteine – mit Hilfe einer sogenannten Gen-Schere gezielt zu verändern. Befürworter sehen ungeahnte Chancen für Menschen, Tiere, Pflanzen: Gendefekte ließen sich reparieren, um schwere Erbkrankheiten wie Mukoviszidose, Sichelzellanämie oder Muskeldystrophie zu verhindern, die Anophelesmücke könnte manipuliert werden, damit sie keine Malaria-Erreger mehr überträgt, und bereits heute werden resistente Reis- und Weizensorten mit dieser Methode hergestellt. Andererseits birgt das Verfahren hohe, unabsehbare Risiken vor allem für künftige Generationen; einmal angewendet ist es nicht mehr rückgängig zu machen. Es wirft deshalb rechtliche, soziale und ethische Fragen auf, insbesondere in Bezug auf die Therapie erblicher Krankheiten. In Deutschland ist der Eingriff in die menschliche Keimbahn, bzw. die Verwendung veränderter Keimzellen zur Befruchtung, nach § 5 des Embryonenschutzgesetzes verboten. Doch die Forschung geht weiter, in England und insbesondere in China. Die „Gen-Schere“ verändert Leben fundamental. In der breiteren Öffentlichkeit wird aber bisher kaum qualifiziert über „CRISPR-Cas9“ (Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats) diskutiert.

Biotechnologie Gentechnik
Die digitale Herausforderung
16. Oktober 2016 Wie bleibt man eine intakte und integre Persönlichkeit?

Inzwischen ist es eine Binsenweisheit: das Internet, die größte technologische Innovation des 20. Jahrhunderts, hat unsere Gesellschaft von Grund auf revolutioniert – die Art und Weise, wie wir arbeiten, kommunizieren, wie wir Politik machen und Krieg führen, ja selbst die Art, wie wir lieben: Jedes zehnte Paar lernt sich mittlerweile im Internet kennen.

Diese enorme Veränderung hat zwar dazu geführt, dass wir in allen Bereichen von einem besseren Leben träumen: von mehr menschlicher Nähe, mehr Umsatz, besserer Kommunikation, mehr Wissen und so weiter. Aber hat das Netz vielleicht doch zu viel versprochen? Weiter gefragt: Wie lässt sich das reale Leben retten gegen jenes virtuelle, digitale? Gibt es philosophische Strategien, um intakte und integre Persönlichkeiten zu bleiben in einer Welt der permanenten, unbegrenzten Möglichkeiten?

Digitalisierung Gesellschaft Internet Menschenrechte Menschenwürde Philosophie Soziale Medien/Social Media
Das Glück der Philosophen
2. Oktober 2016 Die Katholische Akademie Bayern stellt das Thema in den Mittelpunkt ihrer Philosophischen Tage

Worin liegt das Glück? Was ist das eigentlich und wie gelingt es? Der Antworten sind viele: Das Glück liege in Reichtum oder Macht, in Genuss oder Askese, in Freundschaft oder Liebe, in Wissenschaft oder Kunst, in sittlichem Handeln oder im Aushalten des Absurden. Glück bleibt ein schillernder Begriff. Die Katholische Akademie Bayern stellt das Thema "Glück und Glückseligkeit" in den Mittelpunkt ihrer "Philosophischen Tage". Was kann die Philosophie zu Überlegungen in diesem Bereich beitragen? Von der Antike über die Aufklärung bis zur Gegenwart erstrecken sich die gleichermaßen vielfältigen wie unterschiedlichen Anregungen großer Denker.

Der Beitrag in der Reihe "alpha-lógos" stützt sich auf unsere Tagung und ergänzt die Vorträge durch Bildmaterial und filmische Sequenzen und geht auf diese Weise den Glückskonzepten der Philosophie nach.

Philosophie Philosophische Tage Glück
Europa – die Macht und das Recht
24. Juli 2016 Braucht es ein neu definiertes Verhältnis zwischen der EU und ihren Mitgliedsstaaten?

Migration von bislang ungeahntem Ausmaß, Staaten am Rande des Bankrotts, drohender Austritt Großbritanniens – die EU steht vor Herausforderungen wie selten seit den Anfängen eines geeinten Europas mit den „Römischen Verträgen“ vor fast 60 Jahren. Dass das Zusammenwachsen Europas über Jahrzehnte Garant für Frieden und Wohlstand war und ist, wird dabei gerne als selbstverständlich abgebucht. Aber gleichzeitig ist die skeptische Frage durchaus berechtigt, inwieweit sich die EU mit ihrer aktuellen Verfasstheit tatsächlich demokratisch legitimiert.

Wie kann es sein, dass europäische Institutionen ohne direktes Mandat der Bürger Entscheidungen treffen, die immer stärker in die Rechte der Mitgliedsstaaten, ja sogar der Kommunen eingreifen? Braucht es nicht doch ein neues, nach dem Subsidiaritätsprinzip ausgewogeneres Verhältnis zwischen der EU und ihren Mitgliedsstaaten? Und welche politischen Schlussfolgerungen zur Gesamtstruktur der EU sind nötig, wo immer wieder von ihrem drohenden Auseinanderbrechen die Rede ist?

Wie die Machtbalance in der EU richtig austariert werden, aber auch ob eine „Europäische Republik“ ein tragfähiges Konstrukt für die Zukunft Europas sein könnte, darüber debattieren Prof. Dr. Dieter Grimm, Dr. Ulrike Guérot und Christian Ude, ausgewiesene Vertreter von Rechtswissenschaft, Politologie und politischer Praxis.

Europa Gesellschaft Politik
Herausforderung IS
26. Juni 2016 Eine Bedrohung für Frieden und Sicherheit

Die augenblicklich weltweit größte Bedrohung des Friedens und der Sicherheit geht wohl von der Terrororganisation "Islamischer Staat" aus, die inzwischen viel mehr ist als eine Terrororganisation und deutlich weitreichendere Ziele verficht. Welche das sind und welche Struktur hinter der Terrororganisation steckt, anylysierte der Berliner Politikwissenschaftler Herfried Münkler in der Veranstaltung IS. "Der Islamische Staat" - Struktur, Strategie und Ziele am Dienstag, 12. April 2016. Anschließend erläuterte die Islamwissenschaftlerin Hamideh Mohagheghi aus Paderborn, wieso sich auch viele Frauen von der dezidiert frauenfeindlichen Ideologie des IS angezogen fühlen. Über 400 Teilnehmer, darunter der frühere bayerische Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein, weitere Politiker, sowie führende Vertreter der Polizei, der Bundeswehr und auch der Kirche, verfolgten die gut dreistündige Veranstaltung.

Frieden Islam Islamischer Staat (IS) Politik Außenpolitik
Exodus – Rettung durch Gott
29. Mai 2016 Die einzigartige Liebesgeschichte zwischen Jahwe und seinem Volk

Exodus, das zweite Buch der Bibel, beschreibt dramatisch die Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei Ägyptens. Manchen gilt es gar als Lieblingsmotiv unserer gesamten Geistesgeschichte. In seinem neuen Werk „Exodus. Die Revolution der Alten Welt“ spürt nun auch der Heidelberger Ägyptologe und Religionswissenschaftler Jan Assmann der umwälzenden Kraft dieser uralten Erzählung nach. Die einzigartige Liebesgeschichte zwischen Jahwe als dem Liebes- und Bundespartner und seinem Volk Israel bedeutet für ihn die Abkehr von den Göttern, „der Religion des Gegebenen“, hin zu einem „Monotheismus der Treue“. Einen anderen Weg der Annäherung geht der Regensburger Alttestamentler Christoph Dohmen im soeben erschienenen Exodus-Kommentar; den biblischen Text sollen Menschen als Wort Gottes aufnehmen und daran wachsen. Der Auszug aus Ägypten wird dann als Gleichnis gläubigen Lebens verstanden, das immer wieder das Zurücklassen des Gewohnten braucht, Umkehr und Verwandlung – eben jene „österliche Dynamik“, von der Papst Franziskus am Palmsonntag 2015 sprach.
Dieser Beitrag in der Reihe alpha-lógos fasst die wichtigsten Aussagen des Abends auf eine Länge von 45 Minuten zusammen.

Bibel Bibelwissenschaft Exodus Monotheismus
Leben für Amazonien
17. April 2016 Bischof Erwin Kräutler und sein Einsatz für die Menschen und den Regenwald am Fluss Xingu.

Bischof Erwin Kräutler, von Freunden und Unterstützern „Dom Erwin“ genannt, kämpft seit 50 Jahren unermüdlich für den Schutz des brasilianischen Regenwaldes und für die Kultur und das schiere Überleben der Ureinwohner am Fluss Xingu. Auch er selbst kann nicht mehr ohne Personenschutz sein Haus verlassen, hat er sich doch durch seine Gradlinigkeit mächtige Feinde gemacht. Der aus Österreich stammende katholische Bischof von Altamira war zu Gast in der Katholischen Akademie Bayern und zog vor mehr als 300 Zuhörern eine Bilanz seiner Zeit als Bischof. Kräutler fand klare Worte zur Situation der Weltkirche und der Kirche in Brasilien. Ebenfalls sehr deutlich machte er in seinem Vortrag und nachher beim Gespräch mit den Gästen, dass er auch nach seiner Zeit als Bischof sein Engagement für die Menschen in Amazonien nicht aufgeben wird.
Dieser Beitrag in der Reihe alpha-lógos fasst die wichtigsten Aussagen des Abends auf eine Länge von 45 Minuten zusammen.

Amazonas Bischof Kräutler, Erwin
Papst Franziskus und die Botschaft des Konzils
20. März 2016 Der "Anfang des Anfangs"

Vier Tage nach dem feierlichen Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils, am 12. Dezember 1965, sprach Karl Rahner bei einem Festakt im Münchner Herkulessaal vom Konzil als „Anfang des Anfangs“. Unter anderem führte er aus: „Freilich wird es lange dauern, bis die Kirche, der ein II. Vatikanisches Konzil von Gott geschenkt wurde, die Kirche des II. Vatikanischen Konzils sein wird“. Wo befinden wir uns heute? Immer noch in der Anfangsphase der Konzilsrezeption? Ist die Kirche tatsächlich zur „Kirche des II. Vatikanischen Konzils“ geworden? Und welche Themen müssen Theologie und Kirche heute über die deutsche Situation hinaus aufgreifen angesichts weltweit veränderter gesellschaftlicher, politischer, ökonomischer etc. Rahmenbedingungen? Das Forum ist Teil des Internationalen Fachkongresses deutschsprachiger Theologen, der unter dem Titel „Das Konzil ‚eröffnen‘“ vom 6. bis 8. Dezember in der Katholischen Akademie Bayern stattfindet. Im Mittelpunkt steht die Überlegung, wie 50 Jahre nach dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils dessen Impulse für das 21. Jahrhundert fruchtbar gemacht und fortgeführt werden können.

Franziskus I. Kirche Zweites Vatikanisches Konzil Papst
Aufbrüche ins 20. Jahrhundert
10. Mai 2015 Von der Französischen Revolution bis zu den Schüssen von Sarajewo

Das lange 19. Jahrhundert zwischen der Französischen Revolution 1789 und den Schüssen von Sarajewo im Juni 1914 war eine Epoche großer Beschleunigung, Dynamik und Fortschrittsverheißung: politisch, wirtschaftlich, sozial und kulturell. Doch zugleich waren diese hochgesteckten Erwartungen der Zeitgenossen an die Zukunft immer auch mit Gewalt verbunden: in Revolutionen, in Kriegen zur Bildung neuer Nationalstaaten oder zur Durchsetzung kolonialer Herrschaft in der Welt. 

Das Bayerische Fernsehen zeichnete die Tagung "Aufbrüche und Abbrüche. Ein Gang durch das lange 19. Jahrhundert" auf und strahlte in der Reihe "alpha-lógos-Themen der Katholischen Akademie" im Bildungsfernsehen ARD-alpha eine zweiteilige Zusammenfassung aus: der erste Teil am 21. Februar 2016, der zweite am 6. März 2016.

19. Jahrhundert Aufklärung Industrialisierung
Das lange 19. Jahrhundert
21. Februar 2016 Aufbrüche und Abbrüche

Das lange 19. Jahrhundert zwischen der Französischen Revolution 1789 und den Schüssen von Sarajewo im Juni 1914 war eine Epoche großer Beschleunigung, Dynamik und Fortschrittsverheißung: politisch, wirtschaftlich, sozial und kulturell. Doch zugleich waren diese hochgesteckten Erwartungen der Zeitgenossen an die Zukunft immer auch mit Gewalt verbunden: in Revolutionen, in Kriegen zur Bildung neuer Nationalstaaten oder zur Durchsetzung kolonialer Herrschaft in der Welt. 

Das Bayerische Fernsehen zeichnete die Tagung "Aufbrüche und Abbrüche. Ein Gang durch das lange 19. Jahrhundert" auf und strahlte in der Reihe "alpha-lógos-Themen der Katholischen Akademie" im Bildungsfernsehen ARD-alpha eine zweiteilige Zusammenfassung aus: der erste Teil am 21. Februar 2016, der zweite am 6. März 2016.

19. Jahrhundert Aufklärung Industrialisierung
Blick auf Deutschland
6. Dezember 2015 Wie wird die Bundesrepublik von ihren Nachbarn gesehen?

Geliebt, gehasst, bewundert und gefürchtet - weit gehen die Meinungen über Deutschland auseinander. Als bevölkerungsreichster Staat und Zentralmacht der Europäischen Union mit der größten Wirtschaftskraft ist die Bundesrepublik ein Schlüsselakteur in allen Krisen. Bei einem Forumsgespräch der Katholischen Akademie Bayern beschrieben ausländische Deutschland-Kenner, wie Merkels Deutschland in ihren Ländern heute gesehen wird.

Deutschland Europa Politik
Auf ewig geteilt?
25. Oktober 2015 Ökumene ist multilateral

Im Jahr 2017 jährt sich die Veröffentlichung der 95 Thesen Martin Luthers, die als Beginn der Reformation gilt, zum 500sten Mal. Die Vorbereitungen auf dieses Datum werden seit ihrem Beginn durch kontroverse Diskussionen begleitet: Soll man ein Jubiläum feiern, weil mit der Reformation eine Erneuerung der Kirche eingeleitet wurde? Oder soll man der Reformation kritisch gedenken, weil es in ihrem Gefolge zur Spaltung der Kirche kam? Handelt es sich bei diesen Fragestellungen überhaupt um Alternativen, oder müssen beide zur Geltung gebracht werden?
Da die Reformation ein gesamtkirchliches Ereignis war und ihre Wirkung sich tief in die Kultur und Mentalität vieler Menschen erstreckte, kann die öffentlich geführte Diskussion nicht nur von den evangelischen Kirchen und der römisch-katholischen Kirche geführt werden. Ökumene in Deutschland ist heute multilateral. Es gehören zu ihr auch die evangelischen Freikirchen, die altkatholische Kirche sowie orthodoxe und altorientalische Kirchen.
ARD-alpha berichtet vom Symposion der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), die mit ihren 17 Mitgliedskirchen und 6 Gastmitgliedern ein Forum bildet, in dem die Bedeutung der Reformation vielseitig ökumenisch reflektiert werden kann. Die Veranstaltung wurde von der Evangelischen und der Katholischen Akademie gleichermaßen getragen, die gemeinsam mit dem Deutschen Ökumenischen Studienausschuss (DÖSTA) der ACK und den theologischen Fakultäten in München zum Gespräch luden.

1517 Luther, Martin Ökumene Reformation
Teresa: Freundschaft mit Gott
11. Oktober 2015 Auf den Gott Jesu Christi hin ausgerichtet und in gleicher Weise den Menschen zugewandt

Teresa von Ávila gehört unbestritten zu den ganz großen Frauengestalten der Kirchengeschichte. Aber auch in der Literaturwissenschaft, der Psychologie und vor allem in der spanischen Geschichte findet sie bis heute enormen Widerhall. In einer gänzlich von Männern dominierten Kirche und Gesellschaft ihrer Zeit war es für sie nicht leicht, sich zu behaupten. Nicht zuletzt ihre jüdische Herkunft väterlicherseits erschwerte ihr das Leben. Gerade diese Umstände ließen sie aber, wie viele meinen, die eigenen Gedanken meisterhaft formulieren. Als „Genie der Freundschaft mit Gott und den Menschen“ wird Teresa von Ávila bezeichnet, ganz auf den Gott Jesu Christi hin ausgerichtet und in gleicher Weise den Menschen zugewandt. Ihre vielen Briefe – Fachleute sprechen von bis zu 15.000 – sind dafür bemerkenswertes Zeugnis. Hohes Ansehen errang Teresa gerade auch als Neubegründerin des Karmelitenordens. Sie folgte dabei nicht einfach einem Trend der Zeit, vielmehr fand sie ihre Orientierung am Jesus der Evangelien; die Heilige Schrift war ihr zeitlebens und trotz des Bibelverbots sehr wichtig. Zu diesem Jesus fühlte sie sich bereits vor ihrem Klostereintritt hingezogen, als sie begann „inneres Beten zu halten ohne zu wissen, was das war“. Daraus erwuchs ihr die Kraft, Gründungsreisen auf sich zu nehmen, Verleumdungen auszuhalten und dennoch immer wieder guten Mutes zu sein: „Wenn ein so guter Freund dabei ist, kann man alles ertragen“.

ARD-alpha berichtet vom Symposion mit dem Teresianischen Karmel in der Katholischen Akademie Bayern und gibt die wichtigsten Redebeiträge wieder.

Orden Mystik Teresa von Avila
Reformideen für die Kirche
27. September 2015 Laien entscheiden über Kleriker?

Entscheidungsstrukturen, Chancen zum Dialog, Kontrolle der Verantwortungsträger, Zentralismus – alles Themen, die mit Partizipation zu tun haben. Nicht zuletzt mit Partizipation in der Kirche. Und darüber wird ja intensiv diskutiert, auch gestritten. Der Münsteraner Kirchenhistoriker Hubert Wolf hat in der Tradition zahlreiche Modelle für mehr Partizipation gefunden. So wurden Bischöfe ursprünglich vom Volk oder vom Klerus gewählt, bei der Leitung des Bistums sprach das Domkapitel ein gewichtiges Wort mit. Der Papst war kollegial in das Konsistorium und in Kongregationen eingebunden. Mönche und Nonnen hatten oft mehr Autorität als Priester, Laien entschieden über Kleriker, und Frauen konnten fast wie Bischöfe agieren. Diese Modelle waren Antworten auf Herausforderungen ihrer jeweiligen Zeit. Sie haben sich damals bewährt, wurden dann aber vergessen, wichen neuen Formen oder wurden manchmal auch bewusst unterdrückt. Doch sie gehören zur katholischen Kirchengeschichte und genau betrachtet können sie wichtige Impulse für Reformen enthalten, die mehr Partizipation ermöglichen. In der Kirche heute.

ARD-alpha greift den Vortrag von Hubert Wolf in der Reihe alpha-lógos auf und berichtet auch von der Diskussion mit Werner Weidenfeld, Direktor des Centrums für angewandtePolitikforschung an der LMU München.

Kirche Reform

Kirche in Bayern

Punkt, Punkt, Komma, Strich - wer sieht was in meinem Gesicht?
Vierter Digitaler Salon: Möglichkeiten und Risiken der digitalen Gesichtserkennung

Der neueste Beitrag der Katholischen Akademie Bayern im Ökumenischen Fernsehmagazin "Kirche in Bayern" am kommenden Wochenende befasst sich mit einem technologischen Thema, der digitalen Gesichtserkennung. In unserem von Alexander Pschera konzipierten Vierten Digitalen Salon - eine Kooperation mit acatech, der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften - mit dem Titel "Punkt, Punkt, Komma, Strich" ging es um Möglichkeiten und Risiken dieser Technologie.

Die Katholische Erwachsenenbildung Bayern wird 60 Jahre alt
Das Jubiläum der KEB wurde am 6. Juli 2018 mit einem Festakt in der Katholischen Akademie Bayern und einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Sylvester gefeiert.

Der bayerische Kultusminister Bernd Sibler (CSU) würdigte in einem Gespräch mit dem KEB-Vorsitzenden Dr. Florian Schuller als Engagement des Verbands. Mit einem breiten Spektrum an Angeboten eröffne die katholische Erwachsenenbildung den Menschen im Freistaat die Möglichkeit, sich zusätzliche Kenntnisse anzueignen und sich fundiert eine eigene zu verschiedensten gesellschaftlichen, politischen oder theologischen Themen zu bilden. 
Sibler dankte allen Beteiligten, die sich aktiv dafür einbringen und wertvolle Impulse geben und wünschte der KEB alles Gute für die Zukunft. Im Anschluss an das Gespräch bekam der Minister das Dankeszeichen der KEB Bayern überreicht. Ebenfalls ausgezeichnet wurden die Landtagsabgeordneten Dr. Ute Eiling-Hütig (CSU), Kathi Petersen (SPD), Thomas Gehring (Grüne) und Prof. Dr. Michael Piazolo (Freie Wähler). Alle fünf Landespolitiker hatten sich sehr für ein neues Erwachsenenbildungsförderungsgesetz in Bayern eingesetzt.
Die KEB ist einer von derzeit vier anerkannten freien Trägern der Erwachsenenbildung in Bayern. In der Katholischen Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Bayern sind 124 Bildungswerke zusammengeschlossen. Die Satzung benennt als Aufgaben unter anderem die Vertretung der Mitglieder auf Landesebene, deren Beratung und Förderung, zentrale Bildungsveranstaltungen und Fortbildungsmaßnahmen sowie die "Mitwirkung bei der Verteilung der staatlichen Förderungsmittel".

Christentum und Säkularität
Impulse aus der Theologie Eugen Bisers

Zeitdiagnose: Leidenschaftlich widmete sich Eugen Biser dieser Herausforderung. 2014 starb er; 1918, vor genau 100 Jahren, war er geboren worden.
Anlässlich des Jubiläums soll seiner zentralen Einsicht nachgegangen werden: Einerseits ermöglichen technischer Fortschritt und demokratische Rechtsstaatlichkeit ein noch nie da gewesenes Ausmaß an Wohlstand, Sicherheit und Freiheit, die andererseits fundamental gefährdet sind durch unsere Art zu leben, zu konsumieren, uns zu orientieren und zu informieren.
Eugen Biser war fest davon überzeugt, dass das Christentum gerade in solcher Situation neue Bedeutung gewinnen kann, nicht nur weil die treibenden Grundideen der Moderne aus der Säkularisation christlicher Impulse entstanden waren, sondern vor allem deshalb, weil mit der christlichen Botschaft von der Gotteskindschaft aller Menschen jene Freiheit aufleuchtet, die letztlich jedes Handeln anstrebt.
Wie helfen diese Gedanken in sehr unübersichtlichen, fast chaotisch anmutenden Zeiten?

Mensch - Raumfahrt - Medizin
Forschung für den Astronauten im All und den Patienten auf der Erde

Die medizinische Forschung über den Menschen im Weltraum verfolgt zwei Ziele: erstens die Gesundheit während eines Langzeitaufenthaltes – beispielsweise auf einer Reise zum Mars – und danach zu erhalten, zweitens die extremen, einzigartigen Lebensumstände auf den menschlichen Organismus zu erforschen und die gewonnenen Ergebnisse für Anwendungen auf der Erde zu übertragen.
Der Mensch ist im Weltraum einer bisher nicht erlebten Umwelt ausgesetzt. Vor allem das Fehlen der Schwerkraft und das Leben in andauernder Isolation führen neben anderen Faktoren zu erheblichem, auch gesundheitsgefährdendem Stress. Durch die intensive Nutzung der Internationalen Raumstation ISS sowie verschiedener weltraumähnlicher Versuchsanordnungen auf der Erde werden die einwirkenden Stressfaktoren und die durch sie bedingten Anpassungsmechanismen systematisch mit neuesten (bio-)technischen Verfahren untersucht. Die Kenntnis der Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System, die Blut- und Knochenbildung, das Nerven- und das Immunsystem tragen zu einem vertieften Verständnis und zu einer besseren Behandlung dieser auch auf der Erde häufigen Organstörungen und der damit einhergehenden Krankheitsbilder bei.
Das Forum erläutert einzigartige Erkenntnisse dieser Forschung, neue technische Messmethoden und die daraus resultierenden vorbeugenden und therapeutischen Maßnahmen, die zur Abwendung eines gesundheitlichen Risikos im All und zum Vorteil des Patienten auf der Erde genutzt werden.

Helfer, Henker, Heilige
Biblische Tage: Figuren der Passionsgeschichte

Ambivalent sind sie alle, die Figuren der Passionsgeschichte. Sie verhalten sich nur allzu menschlich in dieser absoluten Ausnahmesituation. Ob Petrus, Judas, Pilatus oder Kaiaphas: Alle ringen mit ihrer Rolle im Umgang mit Jesus von Nazareth. Geht es darum, Jesu Leben zu retten? Das eigene Leben? Die eigene Position und gesellschaftliche Stellung?
Wirkmächtig waren ihre Entscheidungen allemal. Bis heute diskutieren wir darüber, zeigen Verständnis oder schütteln den Kopf. Unsere Idee für die diesjährigen Biblischen Tage: Über die Figuren der Passionsgeschichte, auch über die, die uns wie etwa Veronica nur aus apokryphen Texten zugänglich sind, können wir uns dem Mysterium der Passion aus neuer Perspektive nähern. Die Hoffnung ist, dass wir gerade im Blick auf die anstehenden Kar- und Ostertage dadurch neue geistliche Zugänge zum Geschehen vor 2000 Jahren finden.

Faust vor Goethe
Sommernacht der Künste 2018 im Rahmen des Faust-Festivals München

Der Doktor Faustus hat Generationen von Künstlern weit vor und weit nach Goethe inspiriert. Sein Erkenntnisstreben und der urmenschliche Machttrieb, die Überhöhung des eigenen Ich und die Kraft eines überwältigenden Eros haben in unterschiedlicher Melange und Zuspitzung die ursprüngliche Sagengestalt immer neu gedeutet; dem fügt der Teufelspakt den Schauder des Unheimlichen und abgründig Bösen hinzu.
Wir zeigen zum einen „Das Spiel vom Dr. Faust“, ein Puppenspiel für Erwachsene frei nach Karl Simrock, dem Ulmer Puppenspiel und Goethes Urfaust. Zum anderen erleben die Besucher eine Uraufführung, bei der verschiedene Materialien zum Fauststoff unter dem Titel „Vorfaust. Aus dem Vorleben einer Ausnahmegestalt“ zu einer literarisch-musikalischen Collage verbunden werden. Diese besteht nicht nur aus der ältesten Quelle zum Thema, der Faust selbst zugeschriebenen Zauberbuchreihe „Höllenzwang“, sondern auch der später als „Volksbuch“ bezeichneten, von Johann Spies veröffentlichten „Historia von D. Johann Fausten“, archivalischen Zeugnissen, sowie Musik von Anton Webern und Tobias PM Schneid.

Vesper meets Vesper
Brücken schlagen zwischen Kirche und Sport

Kirche und Sport – nicht zuletzt beim Fußball sind die Parallelen augenfällig. So pilgert der echte Fan jede Woche zum Fußball-Tempel, der ihm heilig ist, stimmt sich mit Gesängen auf das Spiel ein und erfleht Wunder, um seinen Verein gegen übermächtige Gegner siegen zu sehen.
Bei unserer Veranstaltung treten zwei hohe Funktionäre auf, die eine lebendige Brücke zwischen Kirche und Sport schlagen können. Sind es doch Brüder. Beide entstammen einem klassisch-katholischen Milieu, haben beruflich aber ganz unterschiedliche Wege eingeschlagen. Michael Vesper ist Mitbegründer der „Grünen“ und stieg in der Landespolitik zum Minister auf, bevor er, bis Ende 2017, als Vorstandschef und Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes amtierte. Stefan Vesper war zunächst pädagogischer Mitarbeiter am katholisch-sozialen Institut der Erzdiözese Köln und ist nun seit fast 20 Jahren Generalsekretär des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, des höchsten Laiengremiums der katholischen Kirche in Deutschland.
Beim Gespräch wird es um strukturelle Gemeinsamkeiten von Kirche und Sport gehen, um ähnliche Rituale und Problemfelder. Besonders aufschlussreich und spannend aber dürfte es werden, wenn nicht zuletzt die Zukunft dieser beiden Großinstitutionen in den Blick genommen wird, aus Sicht der jeweils anderen Seite...

Der Dreißigjährige Krieg in Bayern
Nahperspektiven auf Alltag und Akteure

Für das Heilige Römische Reich war kein Konflikt so einschneidend und in seinen Folgen für die Bevölkerung so verheerend wie der Dreißigjährige Krieg. Sein Wüten übertraf nach zeitlicher Dauer und Ausmaß der Zerstörungen alles zuvor Bekannte. So hat sich dieser Krieg tief in das deutsche Geschichtsbewusstsein eingegraben. Vor allem ist der Krieg im historischen Gedächtnis jener Regionen und Städte geblieben, die besonders in Mitleidenschaft gezogen wurden. Dort wird bis heute in Literatur, Brauchtum und Aufführungen an die Kriegsgeschehnisse und an deren Protagonisten erinnert.
Auch die Frühneuzeitforschung beschäftigt sich gegenwärtig wieder verstärkt mit den Kriegserfahrungen der Jahre 1618 bis 1648. Das Interesse gilt dabei vor allem den immer noch zu wenig bekannten konkreten Auswirkungen des Krieges in den Städten und Landschaften. Es geht deshalb um Nahperspektiven auf den Alltag und die Akteure, auf die Seuchen- und Hungerkrisen, auf den Wettstreit um Ressourcen und ökonomische Vorteile. Über literarisch-historische Fallstudien soll so ein konkreteres Bild von der Lage Bayerns im Dreißigjährigen Krieg gezeichnet werden.