Faulhaber-Tagebücher

Das Tagebuch 1938 geht online

Münchner Merkur

10./11. Oktober 2020 – Die nicht-getauften Juden, so Professor Andreas Wirsching, hingegen blendete Faulhaber aus. Sie sollten sich selbst helfen. Es gibt keine Anzeichen, dass Juden beim ihm Schutz suchten oder Faulhaber überhaupt eine Anstrengung dazu unternahm, wie er auch sorgsam jede öffentliche Anklage gegen die Judenverfolgung vermied.

 

KNA

9. Oktober 2020 - Widerständigere Münchner Katholiken wie der Jesuit Rupert Mayer haben da schon fünf Monate im Gefängnis hinter sich. Für ihn, Mayer, bedeutet diese Predigt eine Zäsur. Durch sie „war in meinem Herzen etwas gesprungen, was mich davon abhielt, mich dort noch einmal sehen zu lassen“, notiert der Ordensmann später. Seither habe er Faulhabers Vorgehen „in einer Reihe von Dingen einfach nicht mehr verstehen können“.

 

Website katholisch.de

10. Oktober 2020 – In den Tagebüchern haben die Forscher nicht viel zur Judenverfolgung gefunden, dagegen sehr viele Einträge zur Drangsalierung von Katholiken. Auch noch nach Kriegsende zieht der Kardinal häufig eine Parallelität zwischen beiden, was Wirsching angesichts des Holocausts zynisch vorkommt. Am Silvesterabend 1938 predigt der Kardinal im Münchner Liebfrauendom weder über verfolgte Katholiken noch Juden, obwohl er um derlei Erwartungen weiß. Stattdessen spricht er 40 Minuten lang über „das Lied der neuen Zeit, die Einfachheit“. Immer noch glaubt er an die Möglichkeit einer Verständigung mit dem NS-Regime.

 

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