Mythos David

Biblische Tage 2019

Welche Rolle spielte er in der Bibel, in der Kunst, im Judentum und im Islam?

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David – der Hirt und Kriegsheld, Dichter und Liebhaber, König und Staatsgründer: Keiner anderen Gestalt widmet das Alte Testament ähnlich breiten Raum. David wurde geliebt und gehasst, verfolgt und verehrt. Und auch seine Wirkungsgeschichte ist enorm. David klingt nach in der Musik und der bildenden Kunst, in der religiösen Heilshoffnung und der Staatsräson. Doch was lässt sich eigentlich historisch über David sagen? Welche Rolle spielt er im Judentum und Islam heute? Und Welchen Stellenwert hat er in der zeitgenössischen Politik Israels?                 

Diesen und weiteren Fragen ging die Katholische Akademie in Bayern im Rahmen ihrer Biblischen Tage 2019 nach. Vom 15. bis 17. April 2019 waren zahlreiche Expertinnen und Experten zu Gast in München am Englischen Garten, um den Mythos David neu aufleben zu lassen. Neben sechs Vorträgen aus unterschiedlichen Fachbereichen und einer musikalischen Inszenierung wurden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der zehnten Biblischen Tage auch verschiedene Arbeitskreise zur individuellen Schwerpunktsetzung angeboten. Dabei stand nicht zuletzt die Einsicht im Vordergrund, dass sich auch der Glaube der Christen ohne David nicht vollends verstehen lässt. Ostern will nämlich auch seine Geschichte zu einem guten Ende führen.

Das Sonderheft zu „Mythos David“ dokumentiert die sechs Vorträge der Biblischen Tage 2019 und zeigt – neben weiteren ausgewählten Bildern – eine Serie illuminiert Psalter-Handschriften aus der Mitte des 9. Jahrhunderts: Der nach einem früheren Besitzer sogenannte Chludoff-Psalter (Moskau, Historisches Museum, cod. 129 D) ist eine durchgehend illustrierte byzantinische Psalter-Handschrift und entstand wohl in der ersten Amtszeit des Patriarchen Photios von Konstantinopel zwischen 858 und 867, möglicherweise im Studioskloster in Byzanz. Bei der Bebilderung wurden die Überschriften der Psalmen berücksichtigt, die sich oft auf David und sein Leben beziehen. Häufig folgte man jedoch auch den seit patristischer Zeit überlieferten Auslegungstraditionen der Texte und zeigte Szenen aus dem Alten und Neuen Testament sowie David als Propheten. Wie in vielen Psalterhandschriften fügte man hier den 150 Psalmen auch den apokryphen Ps 151 hinzu, in dem von David und seinem Sieg über Goliath die Rede ist.

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