Biblische Tage

Sonderheft

Biblische Tage: Das Johannesevangelium

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Die Biblischen Tage in der Karwoche 2015 hatten das vierte Evangelium, das Evangelium nach Johannes, zum Thema. An den drei Tagen kamen rund 140 Interessierte in die Akademie, um zum einen natürlich zentrale Textstellen dieses Evangelium vorgestellt und erläutert zu bekommen. Darüber hinaus ging es auch um die Erörterung des geistesgeschichtlichen Umfelds, und es kamen Menschen zu Wort, die sich heute spirituell, künstlerisch oder wissenschaftlich mit dem Text und seiner Rezeption in der Geschichte befassten. Lesen Sie im Folgenden die zehn überarbeiteten Referate und Statements.

Illustriert werden die Seiten dieses Sonderheftes durch wunderschöne Buchmalereien, wie sie im Mainzer Evangeliar zu finden sind. Dieses rund 35 Zentimeter hohe und 27 Zentimeter breite Kleinod aus dem späten 13. Jahrhundert besteht aus genau 100 Blättern – wobei die letzten Blätter frei geblieben sind – und entstand als Auftragsarbeit eines der Mainzer Erzbischöfe dieser Zeit; welcher genau es war, ist von der Forschung bis jetzt nicht geklärt.

Sicher ist, dass das Evangeliar 1326 in einem Inventar des Mainzer Domschatzes – an herausragender Stelle – erwähnt wird. Seinen Platz hatte das wunderschöne Buch, dessen Texte fast durchgängig in Goldschrift ausgeführt sind, bei den Gottesdiensten auf dem Hauptaltar des Mainzer Doms, wo neben dem Erzbischof die Stiftsherren zur Messe zusammenkamen. Gestaltet wurde es von wohl drei Schreibern, die an der Handschrift deutlich zu unterscheiden sind. Auffällig ist, dass ihnen bei der Abschrift eine Reihe von inhaltlichen Fehlern unterliefen.

Das Mainzer Evangeliar ist bis zum Ende des 18. Jahrhunderts im Dom nachgewiesen, kam in den Revolutionswirren zur Jahrhundertwende erst in das damals kurmainzische Aschenburg und dann nach Regensburg. Erzbischof Karl Theodor von Dalberg verkaufte es, um Folgekosten der Säkularisation zu begleichen. Über Umwege gelangt das Werk schließlich in die Bayerische Staatsbibliothek, wo es heute aufbewahrt und sogar online zugänglich ist.

Der Text des Johannesevangeliums erstreckt sich im Evangeliar von Blatt 79 bis 97 und ist mit zwei ganzseitigen Schmuckbildern (am Anfang und am Ende) und zehn kleineren Buchmalereien auf weiteren Seiten illustriert, die teilweise eine, teilweise auch zwei Erzählungen des Evangeliums abbilden. Kurze Bildunterschriften werden die jeweilige Abbildung erklären.

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