SZ Adventskalender

Oberbürgermeister ...
Drei Frauen und ein Mann auf dem Podium: Professorin Sabine Walper (li.), Münchens OB Dieter Reiter, SZ-Redakteurin Nina Bovensiepen und Professorin Irene Götz (re.) diskutieren über die Armut in einer reichen Stadt.
Professorin Sabine Walper (li.), Münchens OB Dieter Reiter, SZ-Redakteurin Nina Bovensiepen und Professorin Irene Götz (re.) diskutierten über die Armut in einer reichen Stadt.

Knappe Thesen und eine lebhafte Diskussion standen im Mittelpunkt der Veranstaltung "Helfen Spenden, die Armut zu bekämpfen?" am Abend des 13. September. Gemeinsam mit der Süddeutschen Zeitung behandelte die Katholische Akademie Bayern ein ernstes Thema: Armut von Kindern und alten Menschen in der reichen Stadt München. Anlass war, dass in diesem Jahr der Adventskalender der Süddeutschen Zeitung zum 70. Mal um Spenden für gute Werke bittet. Die Hilfsaktion hat in den sieben Jahrzehnten ihres Bestehens rund 150 Millionen Euro eingenommen und an Bedürftige verteilt.

Prof. Dr. Sabine Walper, Forschungsdirektorin des Deutschen Jugendinstituts aus München, legte in ihren fünf Thesen zu Beginn unter anderen dar, dass Armut bei jungen Menschen vor allem die Chancengerechtigkeit zerstört. Prof. Dr. Irene Götz, Professorin am Institut für Empirische Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie der LMU MÜnchen, die sich mit der Armut alter Menschen wissenschaftlich befasst, beklagte vor allem die Perspektivlosigkeit, in die Ältere geraten, wenn sie nach dem Arbeitsleben so wenig Geld haben, dass sie kaum mehr am sozialen und kulturellen Leben teilnehmen können.

In der von Nina Bovensiepen, Ressortleiterin München, Region und Bayern der SZ, moderierten Diskussion zeigte sich Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter erschrocken darüber, dass selbst in einer so reichen Stadt wie München, in der allein der städtische Haushalt mehr als sieben Milliarden Euro umfasst, Armut tagtäglich sichtbar ist. Ein Erlebnis auf dem Flohmarkt sei ihm besonders nahe gegangen: als er selbst mitbekam, wie eine Frau ein liebgewonnenes Stück verkaufen musste, um sich überhaupt noch im kommenden Monat die Miete leisten zu können.

SZ-Geschäftsführer Dr. Karl Ulrich und die beiden ebenfalls anwesenden Chefredakteure Wolfgang Krach und Kurt Kister betonten die Wichtigkeit des SZ-Adventskalenders, der in Fällen von Not und Armut oft helfen konnte.

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