Hans-Jürgen Drescher

Mittags im Schloss mit ...
Zwei Menschen stehen sich gegenüber und unterhalten sich lächelnd: Hans Jürgen Drescher (li.) erfreut Florian Schuller und auch die 60 Zuhörer im Schloss Suresnes.
Hans Jürgen Drescher (li.) erfreut Florian Schuller und auch die 60 Zuhörer im Schloss Suresnes.

Im Rahmen der Reihe „Mittags im Schloss“ war am 13. Juli 2018 Professor Hans-Jürgen Drescher, Präsident der Theaterakademie August Everding in München, zu Gast in der Katholischen Akademie Bayern. Er unterhielt sich vor rund 60 Gästen im Rondell des Schlosses Suresnes fast eine Stunde mit Akademiedirektor Dr. Florian Schuller. Seine Liebe zum und sein Engagement für das Theater kamen ebenso zum Ausdruck, wie seine Fürsorge für die Studierenden.

„Die meisten meiner Autoren“, so der ehemalige Leiter des Suhrkamp Theater- und Medienverlags, „waren katholisch und ehemalige Messdiener. Sie sind mit dem katholischen Ritus aufgewachsen, also mit viel Gesang, Weihrauch und vor allem viel Theater.“ Und gerade das Theater sei es, das die neuzeitliche Lücke zwischen Mensch und Sinn wieder schließen könne: „Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir mit unseren rationalistischen Parametern nicht erfassen können. Das würde nicht bloß das Theater sagen, sondern rückt auch mich immer wieder in die Richtung von Glaube und Kirche.“ Der Anspruch eines jeden Theaters müsse demnach – mit einem Wort Friedrich Schillers gesprochen – lauten: „Theater ist moralische Anstalt.“ Oder etwas genauer formuliert: „Theater muss sich einmischen und sich trauen, wieder mehr konkrete Utopien zu formulieren – entgegen unserem Denken, das zwar alles besser weiß, aber nichts umsetzt.“

Im Anschluss war Professor Drescher noch Gast der drei Beratungsgremien der Akademie, die sich zu einer gemeinsamen Sitzung versammelt hatten.

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