Nur eine finstere Krisenzeit?

Mi., 10.02.2016 bis Sa., 13.02.2016
Historische Tage

„Das dramatische 14. Jahrhundert“ – Ereignisse und Trends


Programm

Mittwoch, 10. Februar 2016

15.00 Uhr Begrüßung
15.15 Uhr

Die Krise, die Europa formte: England, Frankreich
und der Beginn des Hundertjährigen Krieges
Prof. Dr. Martin Clauss,
Professor für Europa im Mittelalter und der Frühen Neuzeit
an der Technischen Universität Chemnitz

16.00 Uhr Imbisspause
16.30 Uhr

Der Aufstieg Litauens zur europäischen Großmacht unter
Großfürst Gediminas (1316-1341) und seinen Nachfolgern
Prof. Dr. Mathias Niendorf,
Professor für Osteuropäische Geschichte
an der Universität Greifswald

17.15 Uhr Diskussion
18.00 Uhr Abendessen
19.00 Uhr

Eucharistiefeier zum Aschermittwoch
mit Aschenausteilung

 

Donnerstag, 11. Februar 2016

8.45 Uhr Laudes
9.15 Uhr

Herzog Gian Galeazzo Visconti (1378-1402).
Die Machtentfaltung Mailands gegen die
italienischen Signorien
Prof. Dr. Ellen Widder,
Professorin für Mittelalterliche Geschichte
an der Universität Tübingen

10.00 Uhr Imbisspause
10.30 Uhr

Welche Krise?
Karl IV. (1346-1378) – Ein Kaiser der Entscheidungen
Prof. Dr. Martin Kintzinger,
Professor für Hoch- und Spätmittelalter / Westeuropäische
Geschichte an der Universität Münster

11.15 Uhr Pause
11.30 Uhr

Der Rheinisch-Schwäbische Städtebund (1376/81-89)
und der erste Städtekrieg.
Reichsstädtische Interessenswahrung zwischen König und Fürsten
PD Dr. Christian Jörg,
Privatdozent für Geschichtliche Landeskunde
und Historische Hilfswissenschaften
an der Universität Tübingen

12.30 Uhr Mittagessen
14.30 Uhr

Das 14. Jahrhundert als Blütezeit der Hanse –
Die Commercial Revolution in Nordeuropa
PD Dr. Ulf Christian Ewert,
Vertretung des Lehrstuhls für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte
und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Exzellenzcluster Religion & Politik, Universität Münster

15.15 Uhr Imbisspause

15.45 bis 17.30 Uhr

Arbeitskreise zu den Beiträgen von

Prof. Dr. Ellen Widder
(Arbeitskreis 1: Mailand)

Prof. Dr. Martin Kintzinger
(Arbeitskreis 2: Karl IV.)

PD Dr. Christian Jörg
(Arbeitskreis 3: Städtebund)

PD Dr. Ulf Christian Ewert
(Arbeitskreis 4: Hanse)

17.45 Uhr Abendessen
19.00 Uhr

Giotto di Bondone (1267-1337)
als Wegbereiter der neuzeitlichen Malerei
Prof. Dr. Wolfgang Augustyn,
Stellvertretender Direktor des Zentralinstituts für
Kunstgeschichte München

20.00 Uhr

Möglichkeit zu Nachfragen

 

Freitag, 12. Februar 2016

8.45 Uhr Gesungene Laudes
9.15 Uhr

Vorboten der Kleinen Eiszeit.
Naturkatastrophen und das Leben
der Menschen im 14. Jahrhundert
Prof. em. Dr. Josef H. Reichholf,
Evolutionsbiologe, leitete bis 2010 die Hauptabteilung
Wirbeltiere der Zoologischen Staatssammlung München

10.00 Uhr Imbisspause
10.30 Uhr

„1348“.
Pest und Gesellschaft im Zeichen der Pest
Prof. Dr. Dr. Klaus Bergdolt,
Professor für Geschichte und Ethik der Medizin
an der Universität zu Köln

11.15 Uhr Pause
11.30 Uhr

„Wartet nicht auf die Zeit –
die Zeit wartet nicht auf Euch!“
Caterina von Siena (1347-1380):
Mystikerin und Kirchenreformerin
Prof. Dr. Marianne Schlosser, Professorin für
Theologie der Spiritualität an der Universität Wien

12.30 Uhr Mittagessen
14.30 Uhr

Zerrissene Christenheit oder: das Monster mit drei Köpfen.
Auslöser, Verlauf und Folgen des
Großen Abendländischen Schismas von 1378
Dr. Ralf Lützelschwab,
Habilitand und Dozent für Mittelalterliche
Geschichte an der Freien Universität Berlin

15.15 Uhr Imbisspause
15.45 bis 17.30 Uhr

Arbeitskreise zu den Beiträgen von

Prof. Dr. Josef H. Reichholf
(Arbeitskreis 5: Naturkatastrophen)

Prof. Dr. Klaus Bergdolt
(Arbeitskreis 6: Pest)

Prof. Dr. Marianne Schlosser
(Arbeitskreis 7: Caterina von Siena)

Dr. Ralf Lützelschwab
(Arbeitskreis 8: Abendländisches Schisma)

17.45 Uhr Abendessen
19.00 Uhr

Giovanni Boccaccio (1313-1375)
und die Erfindung der Liebe
Prof. Dr. Christof Breitsameter,
Professor für Moraltheologie an der LMU München

20.00 Uhr

Möglichkeit zu Nachfragen

 

Samstag, 13. Februar 2016

Exkursion nach Straubing

Die Teilnahme ist auf maximal 65 Personen begrenzt und
nur in Verbindung mit der gesamten Veranstaltung möglich.

8.30 Uhr Abfahrt des Busses von der Akademie
10.30 Uhr

Ankunft in Straubing,
Stadtarchiv-Salzstadel, Rentamtsberg 1

10.45 Uhr

„hauptstat unsers Landes ze Beyrn“ – Straubing
unter den Herzögen von Bayern-Straubing-Holland
Dr. Dorit-Maria Krenn,
Leiterin des Stadtarchivs Straubing

Möglichkeit zu Nachfragen
und Präsentation wichtiger Urkunden aus der
Stadtgeschichte Straubings

12.15 Uhr

Gemeinsames Mittagessen
im Gasthaus „Das Röhrl“, Theresienplatz 36

14.00 Uhr Stadtführung in zwei Gruppen
16.00 Uhr Individuelle Möglichkeit zum Kaffeetrinken
17.30 Uhr Rückfahrt des Busses nach München
19.30 Uhr

Abendessen in der Akademie

 

Leitung der Historischen Tage:

Prof. Dr. Hans-Michael Körner,
Professor em. am Historischen Seminar
der LMU München

Organisation:

Stephan Höpfinger,
Katholische Akademie in Bayern

Zum Thema

Das 14. Jahrhundert gilt als Krisenzeit des Mittelalters. „Dramatisches Jahrhundert“ nannte es die amerikanische Historikerin Barbara Tuchman in ihrem Klassiker „Der ferne Spiegel“. Der Hundertjährige Krieg zwischen Frankreich und England, in der Kirche die „Avignonesische Gefangenschaft“ und das große abendländische Schisma, Pestepidemien und Naturkatastrophen – war das alles aber nur eine dunkle Epoche?

Denn weitreichende Entwicklungen zeichneten sich bereits ab. So erlebte etwa die Hanse ihre Blütezeit. Litauen stieg zu einem neuen europäischen Machtfaktor auf. In Italien bildeten sich dominante Stadtrepubliken heraus und die Reichsstädte stärkten ihr Selbstbewusstsein gegenüber König und Fürsten. Kaiser Karl IV. konsolidierte durch geschickte Politik seine Herrschaft und Bayern schließlich erlebte eine Zeit der Teilungen mit der Besonderheit, dass das Herzogtum Straubing-Holland seinen Regierungssitz in Den Haag hatte.

Humanismus und Renaissance nahmen ihren Anfang, Giotto di Bondone ragt als Wegbereiter der neuzeitlichen Malerei hervor, in der Literatur Giovanni Boccaccio, dessen „Decamerone“ nachhaltig die abendländische Literatur beeinflusste. Und Caterina von Siena, die darauf hinwirkte, dass der Papstsitz nach Jahrzehnten von Avignon wieder nach Rom zurückverlegt wurde, gilt als eine der bedeutendsten Frauengestalten der Kirchengeschichte.

Ein bewegtes, doch in unserem Bewusstsein immer auch etwas vernachlässigtes Jahrhundert – Grund genug, sich eingehender mit ihm zu befassen.


Dr. Florian Schuller, Akademiedirektor

Sonstige Informationen

Veranstaltungsort

Katholische Akademie
Kardinal Wendel Haus
Mandlstraße 23, 80802 München

U3/U6 Münchner Freiheit

 

Anmeldung

Anmeldeschluss ist Montag, 1. Februar 2016.

Die Anmeldung mit den bestellten Leistungen wird verbindlich,
sobald die entsprechende Gesamtsumme der Kosten auf unserem
Konto eingegangen ist:

LIGA Bank
IBAN: DE49 7509 0300 0102 3550 00
SWIFT/BIC: GENODEF1M05

Bei Rücktritt von der Teilnahme nach Anmeldeschluss
müssen wir alle bestellten Leistungen in Rechnung stellen.

 

Exkursion nach Straubing am Samstag, 13. Februar 2016

Die Teilnahme ist auf maximal 65 Personen begrenzt und
nur in Verbindung mit der gesamten Veranstaltung möglich.

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