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Caravaggio
Die Tagespost
21. Januar 2010 – Mit Blut ist sie geschrieben, die Signatur unter dem Haupt des Täufers in San Giovanni in Valletta auf Malta: „F Michelang“. Ein eindeutiges Bekenntnis zur Märtyrertheologie des Malteserordens, in den „Fra Michelangelo“ 1608 ehrenvoll aufgenommen worden war. Bei der Enthüllung des Bildes freilich saß Michelangelo Merisi, genannt Caravaggio, im Ordensgefängnis: Er hatte dem Organisten geholfen, nachts eine Türe einzutreten; beim anschließenden Waffengang war ein Ritter getötet worden. Mit Hilfe von Verbündeten konnte Caravaggio fliehen – wie schon 1606 aus Rom, wo er ebenfalls in eine Schlägerei mit tödlichem Ausgang verwickelt war.
Es sind solche Geschichten, die vor allem die Romantik dazu verführt haben, Caravaggio als idealtypischen „peintre maudit“ zu verstehen, als Mörder und „verruchten Maler“, der in Heiligen soziale Außenseiter porträtiert habe. Renzo Spielmann