Patientenverfügung: Ausdruck der Selbstbestimmung - Auftrag zur Fürsorge

Mi., 18.03.2009
Forum
Juristische, medizinische, ethische Aspekte

Programm
Mittwoch, 18. März 2009
17:00 Uhr Begrüßung
17:15 Uhr Klaus Kutzer,
Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof a.D.,
Karlsruhe
Patientenverfügungen – aktuelle Rechtslage und
Stand der gesetzgeberischen Diskussion
17:45 Uhr Prof. Dr. Gian Domenico Borasio,
Lehrstuhl für Palliativmedizin,
Interdisziplinäres Zentrum für Palliativmedizin,
Klinikum der Universität München
Patientenverfügungen und Entscheidungen
am Lebensende aus ärztlicher Sicht
18:15 Uhr Pause
18:30 Uhr Prof. Dr. Konrad Hilpert,
Professor für Moraltheologie an der
Universität München
Patientenverfügungen – ein Blick auf die
theologisch-ethische Diskussion
19:00 Uhr Gelegenheit zum Imbiss
19:30 Uhr Podiumsgespräch,
anschließend Diskussion
zu Fragen aus dem Publikum
Organisation Stephan Höpfinger
Zum Thema

In Würde sterben zu können – diesen Wunsch hat jeder. Viele treibt aber die Sorge um, gegen ihren Willen künstlich am Leben erhalten zu werden. Andere sehen sich angesichts todkranker Angehöriger mit der Frage konfrontiert, ab wann der Kampf für das Leben zur puren Qual werde. Sensibilisiert für diese ethisch brisanten Konfliktsituationen, messen immer mehr Menschen zentrale Bedeutung einer Patientenverfügung zu, in der sie vorab festlegen, wie sie in der letzten Phase einer Krankheit behandelt werden wollen.

Darüber allerdings gehen die Meinungen weit auseinander. Welche Verbindlichkeit hat eine Patientenverfügung, und ist eine gesetzliche Regelung überhaupt notwendig? Deren Verfechter weisen auf die bestehende Rechtsunsicherheit hin, die Patienten, Ärzten und Betreuern häufig Probleme bereite, oder argumentieren, sie sei Ausdruck der individuellen Selbstbestimmung eines Menschen in eine Zeit hinein, in der diese nicht mehr ausgeübt werden könne.

Skeptiker warnen hingegen vor einer unangebrachten Verrechtlichung und Überregulierung des Arzt-Patienten-Verhältnisses. Für sie stellt eine Patientenverfügung gerade noch einen Notbehelf dar und keinen Ausweis der Autonomie am Lebensende, weil zu einer solchen gehören würde, sich noch einmal anders entscheiden zu können.

Wie komplex und zugleich ethisch herausfordernd die Frage ist, zeigt sich auch daran, dass im Deutschen Bundestag augenblicklich drei sehr unterschiedliche Gesetzesentwürfe vorliegen.

Ethische Reflexionen, theologische Grundoptionen, medizinische Möglichkeiten und juristische Absicherungen müssen miteinander bedacht werden, möchte man allen Betroffenen gerecht werden: zunächst vor allem den Patienten, aber auch den betreuenden Angehörigen wie den medizinischen Behandlungsteams. Wahrlich der Ernstfall des Lebens schlechthin.

Dr. Florian Schuller, Akademiedirektor

Sonstige Informationen

Anmeldung

Anmeldung bitte bis spätestens Montag, 16. März 2009.

Die Anmeldung ist verbindlich und gilt als angenommen,
wenn unsererseits keine Absage erteilt wird.

 

Kinderbetreuung

Für Eltern bietet die Akademie während der Veranstaltung kostenlos eine qualifizierte Betreuung ihrer Kinder (bis 12 Jahre) an. Wenn Sie dies wahrnehmen wollen, bitte unbedingt bei der Anmeldung im Feld "Bemerkung" Namen und Alter Ihrer Kinder angeben.

 

Veranstaltungsort

Kardinal Wendel Haus
Mandlstraße 23, 80802 München

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