Joseph - Zweifler und Vorbild

Mo., 06.12.2010
Vortrag
Im Spiegel der Künste

Programm
Montag, 6. Dezember 2010
19.00 Uhr Prof. Dr. Wolfgang Augustyn,
Stellvertrender Direktor des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München
Joseph - Zweifler und Vorbild.
Im Spiegel der Künste
20.00 Uhr Ausklang bei Glühwein und Plätzchen
Organisation: Michael Zachmeier
Zum Thema

Obwohl im Neuen Testament nicht viel über Joseph, den Ziehvater Jesu, berichtet wird, hat sein Leben und Wirken doch immer wieder die Vorstellung von Theologen und Künstlern angeregt: In den apokryphen Texten zum Neuen Testament und in Legenden sucht man zu ergänzen, was die kanonische Überlieferung offen ließ.

Die Bildkünste seit der Spätantike spiegeln in vielfältiger Weise, wie man die Rolle Josephs im Leben Jesu und Mariens verstand. Darstellungen in allen Gattungen der Künste bezeugen die verschiedenen Aspekte der Auseinandersetzung mit diesem biblischen Heiligen: Man verehrte ihn als fürsorglichen Nährvater Jesu und sah in ihm ein Beispiel für die Überwindung des Zweifels im Glauben.

Die von der spätmittelalterlichen und barocken Frömmigkeit geprägten Bilder zeigen ihn als exemplarische Verkörperung des um die Familie besorgten Hausvaters; in der Volkskatechese der katholischen Reform und Gegenreformation erhielt Joseph eine neue Bedeutung als das irdische Haupt der heiligen Familie, Modell der christlichen Familie schlechthin, was vor allem in den zahlreichen, seit dem späteren 17. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum gegründeten Josephsbruderschaften Ausdruck fand.

Im 19. und 20. Jahrhundert wurde in der kirchlichen Verkündigung ein anderer Gesichtspunkt hervorgehoben und schließlich Joseph, der Zimmermann, zum Patron der Arbeiter erhoben. Die Bildüberlieferung zu Joseph belegt den Wandel der theologischen und geistlichen Deutungen, die man mit Person und Leben verband.

Prof. Dr. Wolfgang Augustyn

Sonstige Informationen

Veranstaltungsort

Kardinal Wendel Haus
Mandlstraße 23, 80802 München

 

Anmeldung

Bitte bis spätestens Freitag, 3. Dezember 2010.

Die Anmeldung ist verbindlich und gilt als angenommen,
wenn unsererseits keine Absage erteilt wird.

Die Eintrittskarten sind an der Abendkasse erhältlich.

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