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| Montag, 11. Oktober 2010 | |
|---|---|
| 19.00 Uhr | Prof. Dr. Pedro Barceló, Professor für Geschichte des Altertums an der Universität Potsdam Heidnischer und christlicher Fundamentalismus im spätrömischen Kaiserreich |
| 20.00 Uhr | Pause mit Gelegenheit zum Imbiss |
| 20.30 Uhr | Diskussion |
| Organisation: | Stephan Höpfinger |
In der spannungsreichen Epoche des vierten Jahrhunderts n. Chr. lässt sich besonders auf reichspolitischem Parkett die Entwicklung fundamentalistischer religiöser Tendenzen nachvollziehen. Grund dafür war eine für antike Gesellschaften typische Verschmelzung von Religion und Politik. Die Kirche verfing sich ihrerseits in das politische Machtgetriebe, und der Staat beanspruchte seinerseits ein Monopol auf religiöse Haltungen. Hinzu trat eine zunehmende Fixierung religiöser Vorstellungen.
Schon die althergebrachte polytheistische Religion der Römer ließ fundamentalistische Ansätze erkennen. Ihre politisch motivierte Forderung nach korrekter Ausführung von Kulthandlungen, um durch die Besänftigung der Götter den Staat zu schützen, führte in Zeiten politischer Erosion zum Druck auf abweichende religiöse Gruppierungen.
Der Gedanke einer schützenden religiösen Geschlossenheit setzte sich im Christentum fort und verschärfte sich noch zusätzlich durch das Verlangen nach Rechtgläubigkeit. Der Anspruch auf die Verkündigung des einen richtigen Glaubens schien keinerlei Infragestellung theologischer Positionen mehr zu erlauben und bot daher einen fruchtbaren Boden für die repressive Umsetzung religiöser Dogmen, kurz: für religiösen Fundamentalismus.
Pedro Barceló
Kardinal Wendel Haus
Mandlstraße 23, 80802 München