Gerechtigkeit im Steuerrecht - Gegenwartsauftrag oder intellektueller Traum?

Do., 20.10.2011
Forum mit Prof. Dr. Paul Kirchhof

Programm
Donnerstag, 20. Oktober 2011
19.00 Uhr Begrüßung
Dr. Florian Schuller, Akademiedirektor
19.10 Uhr

Gerechtigkeit im Steuerrecht –
Gegenwartsauftrag oder intellektueller Traum?

Prof. Dr. Paul Kirchhof,
Bundesverfassungsrichter a. D., Direktor des Instituts
für Finanz- und Steuerrecht an der Universität Heidelberg

20.10 Uhr Pause mit Gelegenheit zum Imbiss
20.30 Uhr

Gespräch mit Prof. Dr. Markus Vogt,
Professor für Christliche Sozialethik
an der Universität München

anschließend Fragen aus dem Publikum

Organisation: Stephan Höpfinger
Zum Thema

Das deutsche Steuerrecht ist in Not geraten. Zwar folgt die Besteuerung des Einkommens, des Umsatzes, der Erbschaft und des Verbrauchs einsichtigen Prinzipien. Doch sind diese durch Privilegien, Ausnahmetatbestände und Lenkungsanreize so überlagert, dass die Steuerpflichtigen das Steuerrecht nicht mehr verstehen, damit auch nicht als gerecht anerkennen können. Die Fülle der Steuernormen bedrängt die Freiheit des Bürgers. Der Steuerstaat traut den Menschen in den Lenkungstatbeständen nicht mehr zu, selbst entscheiden zu können, wie sie ihr Einkommen verwenden. Andererseits wird vom Erklärungspflichtigen – unter Strafandrohungen – erwartet, dass er sein Einkommen nach Gesetz und Recht richtig erklärt.

Deshalb ist eine grundlegende Vereinfachung des Steuerrechts geboten: Wir brauchen nicht sieben Einkunftsarten, sondern nur noch eine. Die unterschiedliche Besteuerung des Gewinns durch die Einkommens- und Körperschaftssteuer ist nicht notwendig. Wenn alle Ausnahmetatbestände abgeschafft sind, genügt – nach einem Grundfreibetrag von 10.000 Euro und einer progressiven Besteuerung der Anfangseinkommen – ein Spitzensteuersatz von 25%. Bei der Umsatzsteuer werden Leistungen zwischen Unternehmern nicht mehr besteuert. Dadurch erübrigen sich bei gleichem Steueraufkommen drei Viertel der Steuerfälle. Die Erbschaftssteuer belastet den Erbfall unter Ehegatten nicht mehr, bringt beim Unternehmenserwerb Entlastungen, ohne das Betriebsvermögen oder die Lohnsumme langfristig zu binden.

Die große Frage nach der Gerechtigkeit findet im Steuerrecht eine anspruchsvolle Bewährungsprobe.

Paul Kirchhof

Sonstige Informationen

Veranstaltungsort

Kardinal Wendel Haus
Mandlstraße 23, 80802 München

 

Anmeldung

Anmeldeschluss ist Dienstag, 18. Oktober 2011.

Die Anmeldung ist verbindlich und gilt als angenommen,
wenn unsererseits keine Absage erteilt wird.

Die Eintrittskarten sind an der Abendkasse erhältlich.

 

Anmeldung nach Anmeldeschluss

Die Anmeldung Ihrer Teilnahme nehmen wir
auch nach Anmeldeschluss gerne entgegen.

Bitte beachten Sie jedoch:

Ihr Name kann nach Anmeldeschluss nicht mehr in unsere
Teilnehmerliste aufgenommen werden.

Zurück