Dramen von Schuld und Verantwortung

Sa., 07.03.2009
Filmforum

Begegnung mit dem Regisseur Volker Schlöndorff

Programm
Samstag, 7. März 2009
10:00 Uhr Begrüßung
10:10 Uhr Hans Günther Pflaum,
Filmkritiker, München
Eine Frage der Haltung und der Moral.
Die Kunst des Volker Schlöndorff
10:25 Uhr Volker Schlöndorff,
Regisseur, Berlin
Wahrheit und/oder Fiktion.
Was darf man auf gar keinen Fall "verraten"?
Kann aus einem ethischen Gefühl Unterhaltung entstehen?
10:45 Uhr Vorführung des Spielfilms (87 Min.)
"Der junge Törless"
(Deutschland/Frankreich, 1965/1966)
von Volker Schlöndorff
12:15 Uhr Pause
12:30 Uhr Volker Schlöndorff im Gespräch mit
Hans Günther Pflaum und
Prof. Dr. Reinhold Zwick
13:00 Uhr Mittagessen
14:30 Uhr Prof. Dr. Reinhold Zwick,
Professor für Biblische Theologie und ihre Didaktik
an der Universität Münster
Zwischen Autobiographie und „memoria passionis“.
Einführende Gedanken zu Volker Schlöndorffs
"Der neunte Tag"
14:45 Uhr Vorführung des Spielfilms (97 Min.)
"Der neunte Tag"
(Deutschland/Luxemburg, 2003/2004)
von Volker Schlöndorff
16:30 Uhr Pause mit Gelegenheit zum Imbiss
17:00 Uhr Gespräch mit dem Regisseur
zu Fragen aus dem Publikum
Zum Thema

Er war unter den Filmemachern der erste, der die im Oberhausener Manifest (1962) erhobene Forderung nach einer profunden Erneuerung des deutschen Kinos praktisch einlöste: Volker Schlöndorffs "Der junge Törless" kam im April 1966 in unsere Kinos und erhielt im gleichen Jahr in Cannes den Preis der internationalen Filmkritik. Damals wäre wohl noch kein Kritiker auf die Idee gekommen, diese Arbeit, die auf einem Roman von Robert Musil basiert, als "Literaturverfilmung" abzuwerten. Nach weiteren literarischen Adaptionen hatte Schlöndorff fortan unter dem Etikett "Literaturverfilmer" zu leiden: Es scheint ihn kaum beeinflusst zu haben. Sein Werk umfasst Adaptionen von Proust und Kleist, Böll und Grass, Arthur Miller, James Hadley Chase und einigen anderen namhaften Autoren.

Als Filmemacher ist Schlöndorff (geb. 1939) ein Geschichtenerzähler, einer der bedeutendsten, die das Kino der Bundesrepublik hervorgebracht hat, nicht nur wegen des "Oscar" für "Die Blechtrommel". Doch seine Geschichten selbst sind von unterschiedlichster Herkunft. Verschwindet die Person hinter den Stoffen? Oder gibt es eine Gemeinsamkeit, die über das von Anfang an beherrschte Handwerk hinausreicht?

Mögen andere Regisseure an ihrem Stil oder an ihrer Handschrift oder auch an ihren Stoffen erkennbar bleiben, Schlöndorffs künstlerische Identität manifestiert sich vor allem durch die ethische Haltung und nicht zuletzt auch durch ein damit verbundenes politisches und historisches Bewusstsein. Obwohl oder vielmehr weil er den opportunen Verlockungen der "political correctness" nie nachgegeben hat, ist er einer der wenigen wahren Moralisten im deutschen und im internationalen Kino. Dabei ist die Moral auch eine Sache der künstlerischen Sorgfalt und Genauigkeit.

Hans Günther Pflaum

Sonstige Informationen

Anmeldung

BITTE BEACHTEN SIE:
Das Platzangebot ist wegen der Filmvorführungen begrenzt.

Anmeldung bitte bis spätestens Donnerstag, 5. März 2009.

Die Anmeldung mit den bestellten Leistungen ist verbindlich
Sie gilt als angenommen, wenn unsererseits keine Absage erteilt wird.
Sollten Sie kurzfristig an der Teilnahme verhindert sein,
bitten wir um entsprechende Nachricht.

 

Kinderbetreuung

Für Eltern bietet die Akademie während der Veranstaltung kostenlos eine
qualifizierte Betreuung ihrer Kinder (bis 12 Jahre) an. Wenn Sie dies
wahrnehmen wollen, bitte unbedingt bei der Anmeldung im Feld "Bemerkung"
Namen und Alter Ihrer Kinder angeben.

 

Veranstaltungsort

Kardinal Wendel Haus
Mandlstraße 23, 80802 München

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