Gene im Dialog mit der Umwelt: Zur Entstehung von Depression und deren Heilung

Di., 13.12.2011
Abendvortrag Professor Florian Holsboer, München

Programm
Dienstag, 13. Dezember 2011
19.00 Uhr

Begrüßung
Dr. Florian Schuller, Akademiedirektor

19.15 Uhr

Gene im Dialog mit der Umwelt:
Zur Entstehung von Depression und deren Heilung

Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Florian Holsboer,
Direktor des Max-Planck-Instituts für
Psychiatrie, München

20.00 Uhr Pause und Gelegenheit zum Imbiss
20.30 Uhr Diskussion
Moderation: Dr. Florian Schuller
Organisation: Michael Zachmeier
Zum Thema

Depression kann jeden treffen. Sie ist ein schwerwiegender Risikofaktor für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz, vor allem aber eine der leidvollsten Erfahrungen, die ein Mensch machen kann; und oftmals endet sie tödlich. In der Antike war die Depression eine akzeptierte Krankheit; heute ist sie oft noch mit einem Stigma behaftet – man spricht lieber von „Burnout“.

Die Entdeckung von Medikamenten gegen Depression hat der Grundlagenforschung Impulse gegeben, die Krankheitsursachen besser zu verstehen. Heute werden die aus der Pharmakologie und der Physiologie des Menschen abgeleiteten Erkenntnisse durch die Genomforschung erheblich erweitert. Die Veranlagung zur Depression wird wesentlich durch kleine Varianten unserer Erbsubstanz bestimmt. Diese Veränderungen können ererbt oder erworben sein; Depression ist damit der Prototyp einer durch Gen-Umwelt-Wechselwirkung entstehenden Erkrankung.

Aufbauend auf neuen Erkenntnissen stehen wir kurz davor, dem einzelnen Patienten Therapie nach Maß anbieten zu können. Die Balance der Stresshormone spielt hierbei eine ebenso wichtige Rolle wie die Optimierung des Schlafs und der geistigen Leistungsfähigkeit. Durch Gentests und Biomarker werden wir in Zukunft die krankheitsverursachenden Mechanismen entdecken können, noch bevor es zu klinischen Symptomen gekommen ist. Auf diesem Wege rückt die Krankheitsvorbeugung in den Mittelpunkt des ärztlichen Handelns.

Florian Holsboer


Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Florian Holsboer
ist weltweit bekannt geworden für seine Entdeckungen in der Depressionsforschung. Sein wissenschaftliches Interesse gilt der Frage, wie Depressionen, Angsterkrankungen und Schlafstörungen entstehen und behandelt werden.
Seit 1989 Direktor des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie, ist er ein Vorreiter der personalisierten Medizin, deren Ziel eine auf die individuellen Eigenschaften des Patienten abgestellte „maßgeschneiderte“ Therapie ist. Die klinische Forschung am Institut wird durch ein breites Spektrum biochemischer, genetischer und systembiologischer Methoden unterstützt.

Sonstige Informationen

Veranstaltungsort

Kardinal Wendel Haus
Mandlstraße 23, 80802 München

 

Anmeldung

Anmeldeschluss ist Freitag, 9. Dezember 2011.

Die Anmeldung ist verbindlich und gilt als angenommen,
wenn unsererseits keine Absage erteilt wird.

Die Eintrittskarten sind an der Abendkasse erhältlich.

 

Anmeldung nach Anmeldeschluss

Die Anmeldung Ihrer Teilnahme nehmen wir
auch nach Anmeldeschluss gerne entgegen.

Bitte beachten Sie jedoch:

Ihr Name kann nach Anmeldeschluss nicht mehr in unsere
Teilnehmerliste aufgenommen werden.

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