Der Gregorianische Choral der Heiligen Woche

Sa., 27.03.2010
Studientag
Eine liturgisch-spirituelle Hinführung

Programm
Samstag, 27. März 2010
08:30 Uhr Laudes
09:00 Uhr Begrüßung
Dr. Florian Schuller, Akademiedirektor
09:15 Uhr Worüber man nicht sprechen kann,
davon muss man singen:
Gregorianischer Choral als Ausdruck von
Glaubenserfahrung und Theologie
09:45 Uhr Nachfragen
10:15 Uhr Pause
10:45 Uhr AM GRÜNDONNERSTAG
Das Portal des Triduum sacrum
Introitus Nos autem gloriari oportet
Das Thema des Tages
Communio Dominus Iesus postquam cenavit
Am Ölberg
Responsorium Tristis est anima mea
Der Menschensohn
Responsorium Ecce vidimus eum
11:45 Uhr Pause
12:00 Uhr AM KARFREITAG
Der Gehorsam des Sohnes
Graduale Christus factus est
Der Tod am Kreuz
Responsorium Tenebrae factae sunt
Der Baum des Lebens
Antiphon Crucem tuam adoramus
Der erhöhte Herr an seine Gemeinde
Improperia Popule meus
13:00 Uhr Mittagessen
14:15 Uhr AM KARSAMSTAG
Hinabgestiegen in das Reich des Todes
Psalmen und Antiphonen In pace inidipsum (Ps 4),
Caro mea (Ps 16),Elevamini portae aeternales (Ps 24),
Credo videre, A porta inferiori, O mors, ero mors tua
Die Theologie des Karsamstags
Responsorium Recessit pastor noster
Trauer und Klage
Antiphonen O vos omnes, Plangent eum,
Oratio Jeremiae Prophetae,
Responsorium Ecce quomodo moritur iustus
15:15 Uhr Pause
15:45 Uhr AN OSTERN
Der Sieg über den Tod
Cantica Vigiliae Cantemus Domino
(Ex 15), Sicut cervus (Ps 42)
Der Osterjubel
Das Alleluia der Osternacht und der
Osterpsalm 118
Die Erfahrung des Auferstandenen
Introitus Resurrexi et adhuc tecum sum
Das österliche Mahl
Communio Pascha nostrum
17:00 Uhr 1. Vesper vom Palmsonntag
(mit Segnung der Palmzweige)
Referent Prof. Dr. Franz Karl Praßl, Graz
Grazer Choralschola
Organisation Roland Weeger
Zum Thema

Diese Renaissance kam doch unerwartet: bis in Discomusik hinein war plötzlich gregorianischer Choral, bzw. was als solcher verkauft wurde, zu hören. Aber neben aller Vereinnahmung nicht zuletzt durch esoterische Zirkel findet seine klassische Präsentation sowohl auf CDs wie in Konzerten eine wachsende Zuhörerschaft.

Noch das Zweite Vatikanische Konzil hatte den Choral als den „Cantus proprius“ der römischen Liturgie hervorgehoben. Dessen Hauptcharakteristikum besteht tatsächlich weniger in autonomer Melodik, sondern vielmehr in seiner Dienstfunktion zum Vortrag der liturgischen Texte. Dass heute dessen spirituelle Faszination wieder in breiteren Kreisen wahrgenommen wird, dass der gregorianische Gesang der Klöster verstärkte Anziehungskraft entfaltet, und dass er nicht zuletzt gerade auch von kirchenfernen Zeitgenossinnen und Zeitgenossen als Meditationshilfe angenommen wird – all das signalisiert, wie sinnvoll und bereichernd eine vertiefte Beschäftigung damit ist.

Natürlich war er nie jene zeitlose Form kirchlichen Gesangs, wie ihn manche seiner Bewunderer verstehen. Und wozu er überhaupt nicht dienen sollte: dass er in den innerkirchlichen Auseinandersetzungen um die richtige Form der Liturgie missbraucht wird. Dazu ist er einfach viel zu gut und geistlich stark. Nicht umsonst sehen nicht wenige in ihm einen Höhepunkt der abendländischen Musikgeschichte.

Der Studientag hat vier Ziele. Erstens einzuführen in das Wesen des gregorianischen Gesangs. Zweitens den Ausdruck des Glaubens in und hinter seiner musikalischen Gestalt zu erschließen. Damit drittens geistlich in das Triduum Paschale einzuführen. Schließlich viertens ihn als das erklingen zu lassen, wofür er geschaffen wurde – zum Lob Gottes.
Dr. Florian Schuller, Akademiedirektor

Prof. Dr. Franz Karl Praßl
führt musikalisch und theologisch durch den Studientag. Er ist ordentlicher Professor für Gregorianik und kirchenmusikalische Werkkunde an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz.

Die Grazer Choralschola
singt unter seiner Leitung und wird auch Laudes und Vesper mitgestalten. Sie interpretiert den gregorianischen Choral gemäß den Angaben der ältesten notierten Handschriften, die dessen musikalische, liturgische und theologische Intentionen am besten wiedergeben.

Sonstige Informationen

Anmeldung

bitte bis spätestens Donnerstag, 25. März 2010.

Die Anmeldung mit den bestellten Leistungen ist verbindlich.
Sie gilt als angenommen, wenn unsererseits keine Absage erteilt wird.

Sollten Sie kurzfristig an der Teilnahme verhindert sein, bitten wir um entsprechende Nachricht.

Für Eltern bietet die Akademie während der Veranstaltung kostenlos eine qualifizierte Betreuung ihrer Kinder (bis 12 Jahre) an. Wenn Sie dies wahrnehmen wollen, bitte unbedingt bei der Anmeldung im Feld "Bemerkung" Namen und Alter Ihrer Kinder angeben.

Tagungsort

Kardinal Wendel Haus
Mandlstraße 23, 80802 München

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