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| Montag, 11. Mai 2009 | |
|---|---|
| 19:00 Uhr | Prof. Dr. Carla Schulz-Hoffmann, stellvertretende Generaldirektorin der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, verantwortliche Referentin für die Pinakothek der Moderne und des Museums Brandhorst Cy Twombly – Lepanto Ein Beitrag zur Eröffnung des Museums Brandhorst in München |
| 20:00 Uhr | Pause mit Gelegenheit zum Imbiss |
| 20:30 Uhr | Aussprache |
| Referent | Prof. Dr. Carla Schulz-Hoffmann, München |
| Moderation | Dr. Florian Schuller |
| Organisation | Michael Zachmeier |
Am 7. Oktober 1571 besiegte die "Heilige Liga", eine Allianz aus spanischen, venezianischen und päpstlichen Truppen, die überlegene Flotte der Osmanen bei Lepanto und leitete damit den Niedergang der osmanischen Vorherrschaft im Mittelmeer ein. Aber was vermag einen abstrakten Künstler wie Cy Twombly an einem historischen Ereignis zu interessieren, das uns allenfalls noch als gut memorierte Geschichtszahl präsent ist?
Spätestens seitdem Twombly 1957 nach Italien übersiedelte, beschäftigte er sich intensiv mit den vielfältigen kulturellen Strömungen und mythologischen Traditionen der Mittelmeerländer, die einen intuitiven Reflex in seinen Werken finden. So ist auch "Lepanto" weit entfernt von Realitätsgewissheit und Geschichtskult. "Lepanto" vermittelt vielmehr auf der Basis des historischen Ablaufs die Atmosphäre einer von extremen Emotionen geprägten überzeitlichen, existentiellen Situation.
Aus den Berichten der Zeitzeugen weiß man, dass die Seeschlacht an einem strahlend hellen Tag stattfand, dass die plumpen Schiffe der Liga wider Erwarten die elegante, goldglitzernde und prächtige Flotte der Türken in einem den Himmel verdunkelnden Kampf besiegten und dass Tausende wie in einem Blutrausch niedergemetzelt wurden. All dies findet in "Lepanto" einen Niederschlag, allerdings nicht im Sinne einer faktischen, sondern vielmehr einer atmosphärischen Nähe: Man glaubt, das Meer, einen sonnendurchfluteten, prachtvoll leuchtenden und zugleich blutgetränkten Tag mit allen Sinnen spüren zu können.
Damit stellt Twombly eine ganz andere, radikalere Form der Historienmalerei zur Diskussion, die zugleich deren Unmöglichkeit voraussetzt: Nicht um objektivierbare Fakten kann es gehen, sondern um einen Gesamtkontext, der die Ungereimtheiten und Widersprüche von Erinnerung und Wahrnehmung enthält.
Carla Schulz-Hoffmann
Am 18. Mai 2009 wird in München das Museum Brandhorst mit einem Staatsakt feierlich eröffnet. Eines der Glanzlichter dieses neuen Zentrums für moderne und zeitgenössische Kunst im Verbund der Pinakotheken bildet die einzigartige Sammlung von insgesamt ca. 50 Werken des amerikanischen lyrisch-abstrakten Künstlers Cy Twombly (geboren 1928).
Darunter nimmt der zwölfteilige Gemäldezyklus "Lepanto" (2001), der eine der symbolträchtigsten Schlachten der Weltgeschichte thematisiert, einen Sonderstatus in einem eigens dafür konzipierten Raum ein, der in einem Panoramablick die großformatigen Bilder erschließt.
Anmeldung bitte bis spätestens Freitag, 8. Mai 2009.
Die Anmeldung ist verbindlich und gilt als angenommen,
wenn unsererseits keine Absage erteilt wird.
Für Eltern bietet die Akademie während der Veranstaltung kostenlos eine qualifizierte Betreuung ihrer Kinder (bis 12 Jahre) an. Wenn Sie dies wahrnehmen wollen, bitte unbedingt bei der Anmeldung im Feld "Bemerkung" Namen und Alter Ihrer Kinder angeben.
Kardinal Wendel Haus
Mandlstraße 23, 80802 München