Wiedergeburt oder Fegefeuer

Buddhismus und Christentum
Zwei Frauen und ein Mann am Podium im Vortragssaal der Akademie. Sie wenden sich einander zu und unterhalten sich. Professor Jan-Heiner Tück, Prof. Dr. Katharina Ceminng und Sylvia Wetzel (v.l.n.r.).
Diskutieren nach den beiden Referaten: Jan-Heiner Tück und Sylvia Wetzel (re.). Die Moderation hatte Katharina Ceminng.

Beim dritten Abend der Reihe „Buddhismus und Christentum – Grundpositionen im Diskurs“ am 30. September 2014 ging es um die Gegenüberstellung von Wiedergeburt und Fegefeuer. Sylvia Wetzel, buddhistische Lehrerin aus Berlin, legte die Aussagen der buddhistischen Tradition zur Wiedergeburt dar und ging dabei auf die Bedeutung des Begriffs der Reinigung ein. Entgegen einer westlich orientierten Auslegung der Wiedergeburt, die diese zu einer Art Projekt der Selbstoptimierung in mehreren Versuchen mache, stellte Sylvia Wetzel außerdem klar, dass die östliche Tradition die Wiedergeburt eher als Belastung ansehe, im Sinne eines „Jetzt muss ich schon wieder sterben und alles geht von vorne los“. Aus christlicher Perspektive erläuterte Prof. Dr. Jan-Heiner Tück, Professor für Dogmatik an der Universität Wien, – ausgehend vom Glauben an die Auferstehung – die Lehre vom Fegefeuer. Er betonte hierbei, dass das Fegefeuer keineswegs einen bedrohenden und angstmachenden Charakter haben solle, sondern dass es sich um einen therapeutischen (und sicherlich auch schmerzhaften) Reinigungsprozess im Angesicht Gottes handle, der das immer unperfekte Leben des Menschen zu seiner Vollendung führe.
Die Diskussionsleitung hatte Prof. Dr. Dr. Katharina Ceming inne, die auch die gesamte Reihe verantwortet. Katharina Ceming ist katholische Theologin und Religionswissenschaftlerin sowie außerplanmäßige Professorin an der Universität Augsburg.

 

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