Warum bewegt uns Musik?

Antworten von Eckart Altenmüller
ein Mann im Anzug steht im Park der Akademie und hält eine Flöte in der Hand. Im Hintergrund Schloss Suresnes. Eckart Altenmüller und seine Konzertflöte im Park der Akademie.
Eckart Altenmüller und seine Konzertflöte im Park der Akademie.

Auf eine Reise durch 40 000 Jahre Musikgeschichte nahm Eckart Altenmüller am Abend des 5. März 2015 die mehr als 250 Teilnehmer mit, die zu einem Gesprächskonzert in die Katholische Akademie gekommen waren. Sechs Stücke, angefangenen mit „Klängen aus der Steinzeit“ bis zum „Requiem für Flöte allein“, 1956 von Kazuo Fukushima komponiert, interpretierte der studierte Konzertflötist in rund 90 Minuten auf verschiedenen Instrumenten. Und das Besondere am Abend: Eckart Altenmüller erklärte anschaulich, ausgehend von den brillant vorgetragenen Stücken, was im Gehirn der Zuhörer vorgeht, wenn sie diese Musik hören. Denn Prof. Dr. Eckhart Altenmüller ist auch Professor für Neurologie, gilt als international anerkannter Fachmann für Musikphysiologie und Musiker-Medizin. Er versteht es, Klangkunst und Heilkunst auf unterhaltsame und lehrreiche Weise zusammen zu führen.

„Musik hören, sich zur Musik zu synchronisieren und Musik zu machen, gehören mit zu den kompliziertesten menschlichen Leistungen“, schreibt Eckart Altenmüller in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. „Vielleicht“, so fährt er fort, „sind es sogar die einzigen Aktivitäten, bei denen das gesamte Gehirn beteiligt werden kann – kann, weil Vernetzungen und anatomische Anpassungen bei jedem Menschen unterschiedlich sind. Unser musikalisches Gehirn wird durch unseren Umgang mit Musik geprägt, und der ist immer ein sehr persönlicher. Das musikalische Gehirn ist ein Abbild der musikalischen Biographie.“
In der anschließenden Diskussion in der Akademie führte Altenmüller auch aus, wie das frühe Erlernen eines Instruments die Entwicklung eines Kindes beeinflusst. Auch zu den Möglichkeiten, mit Musik Schlaganfall- oder Demenzpatienten zu helfen, äußerte er sich.

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