Wachsen an Verwundungen

Fachleute diskutieren ...
Drei Männer sitzen in roten Sesseln auf dem Podium in der Katholischen Akademie: Moderiert von Akademiedirektor Dr. Florian Schuller diskutierten Professor Oliver Tüscher (li.) und Dr. Martin Schneider.
Moderiert von Akademiedirektor Dr. Florian Schuller diskutierten Professor Oliver Tüscher (li.) und Dr. Martin Schneider.

Am 2. Dezember 2017 waren 110 Interessierte der Einladung der Katholischen Akademie Bayern zur Veranstaltung „Wachsen an Verwundungen“ gefolgt. Der Studienvormittag befasste sich mit einem Konzept, das in den letzten Jahren vermehrt in den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen genutzt wird: Resilienz, die Widerstandsfähigkeit angesichts von Veränderungen und Krisen. Mit den beiden Referenten Prof. Dr. Oliver Tüscher (Deutsches Resilienz-Zentrum sowie Universitätsmedizin Mainz) und Dr. Martin Schneider (Bayerischer Forschungsverbund ForChange, Lehrstuhl für christliche Sozialethik an der LMU) hatte die Akademie nicht nur zwei ausgesprochene Experten gewonnen, sondern das überaus breite Themenfeld für die Veranstaltung am ersten Adventswochenende auf eine psychologisch-theologische Annäherung abgesteckt.
Professor Oliver Tüscher stellte Resilienz als Zukunftskonzept für Gesundheitsförderung und Prävention vor. Er berichtete nicht nur über die Anfänge der Resilienzforschung, sondern benannte auch Ressourcen und Faktoren, die zur Resilienz einer Person beitragen können. Des Weiteren erlaubte er spannende Einblicke in seine diesbezüglichen Forschungstätigkeiten.
Dr. Martin Schneider wiederum nahm neben der Resilienz besonders Verwundbarkeit und Sicherheit in den Blick: Er stellte dar, was Theologie und Ethik zum Resilienzdiskurs beitragen können und betonte, dass Resilienz eben nicht Unverwundbarkeit, sondern Widerstandsfähigkeit bedeutet. In diesem Zusammenhang unterschied er unterschiedliche Stadien von Resilienz, die von Persistenz über Adaption bis zur Transformation reichen. In einem von Akademiedirektor Dr. Florian Schuller moderierten Abschlussgespräch beleuchteten die Referenten abschließend die Interdisziplinarität und die damit einhergehenden Stärken und Schwächen des Konzepts, außerdem wandten sie sich der Frage zu, was Glaube und Resilienz miteinander zu tun haben.

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