Vom Leben auf ...

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Zwei Männer sitzen auf roten Sesseln: Professor Johannes Wallacher (li.), Präsident der Hochschule für Philosophie, befragt den Referenten des Abends, Stephan Lessenich.
Professor Johannes Wallacher (li.), Präsident der Hochschule für Philosophie, befragt den Referenten des Abends, Stephan Lessenich.

Mehr als 150 Zuhörer waren am Abend des 29. November 2016 in die Katholische Akademie Bayern gekommen, um Stephan Lessenich zuzuhören und mit ihm zu diskutieren. „Wir leben nicht über unsere Verhältnisse – wir leben über die Verhältnisse anderer“, ist die These des Professors für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, die er auch in seinem neuen Buch "Neben uns die Sintflut. Die Externalisierungsgellschaft und ihr Preis" umfassend ausführt und erläutert. Der Wohlstand der Industrienationen gehe, so Lessenich, zum überwiegenden Teil auf Kosten derjenigen Länder, in denen Armut und Existenznot herrschen. So sei es ein Paradoxon, dass je größer der ökologische Fußabdruck eines Landes sei, desto intakter sich dort die Umwelt zeige. Während in Staaten, deren Bevölkerung kaum zur Umweltzerstörung beitrage, massive ökologische Zerstörungen zu beklagen seien. Die von den Industriestaaten verursachten Probleme würden einfach exportiert. Unter anderem dieses Missverhältnis hole den Westen jetzt aber ein, indem „die Verlierer dieses großen Nullsummenspiels“ zu uns fliehen.

Die Katholische Akademie Bayern hatte den Soziologen in Kooperation mit der Hochschule für Philosophie München eingeladen. Denn in der von den Jesuiten getragenen Hochschule ist die Sozialethik ein Forschungsschwerpunkt. Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher, der Präsident der Hochschule, wirkte nach dem Vortrag von Stephan Lessenich dann auch als sachkundiger Diskussionsleiter bei den Fragen und Debattenbeiträgen des Publikums. 

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