Vatikan und "Machtergreifung"

Vortrag zum Nachhören
Drei Männer sitzen in der ersten Reihe im Vortragssaal der Akademie: der Referent Prof. Dr. Hubert Wolf, Brigadegeneral Johann Berger und General a. D. Bruno von Mengden (v.l.n.r.).
Der Referent, Prof. Dr. Hubert Wolf, Brigadegeneral Johann Berger und General a. D. Bruno von Mengden (v.l.n.r.) im Gespräch.

Zum Akademiegespräch mit Offizieren aus Bundeswehrstandorten in Süddeutschland hatte die Katholische Akademie Bayern und die katholische Militärseelsorge am 12. März 2013 eingeladen. Reinhold Bartmann, der Katholische Leitende Militärdekan München, und Akademiedirektor Dr. Florian Schuller begrüßten an diesem Nachmittag 410 Offiziere und Offiziersanwärter. Prof. Dr. Hubert Wolf, Professor für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte an der Universität Münster und ein exzellenter Kenner der vatikanischen Geschichte beleuchtete in seinem Referat Der Vatikan und Hitlers "Machtergreifung" kritisch die Rolle der katholischen Kirche. Ein Schwerpunkt von Wolfs Analyse bildete auch das Verhalten des deutschen Episkopats Anfang der 30er Jahre. So sprach Wolf einigen deutschen Bischöfen eine Mitverantwortung an der Etablierung von Hitlers macht zu. Sowohl die Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz, wie auch die Rücknahme des vorher geltenden Grundsatzes, dass katholisch und nationalsozialistisch unvereinbar seien, hätten dem Diktator in den Anfangsjahren in die Hände gespielt. Wolf belegte seine Wertung durch Quellen, in denen der damalige Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli (1939 bis 1958 Papst Pius XII.) mit der Aussage zitiert ist, dass durch diese beiden Entscheidungen seine Position bei den Verhandlungen um das Reichskonkordat geschwächt worden sei.

In der Mediathek finden Sie den Vortrag von Prof. Wolf zum Nachhören.

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