Die Türkei und ...

... die Krise
Auf dem Podium im Vortragssaal der Katholischen Akademie: Türkei-Fachmann Professor Ernst Struck (li.) im Gespräch mit Akademiedirektor Dr. Florian Schuller.
Türkei-Fachmann Professor Ernst Struck (li.) im Gespräch mit Akademiedirektor Dr. Florian Schuller.

Eine sehr nüchterne Analyse der politischen Krise in der Türkei, die weitgehend auf Anklagen verzichtete, lieferte am 22. November 2016 Prof. Dr. Ernst Struck vor rund 170 Zuhörern bei der Veranstaltung "Die Türkei und die europäische Türkeipolitik in der Krise" in der Katholischen Akademie Bayern. Der Passauer Wissenschaftler, der auch an der Türkisch-Deutschen Universität in Istanbul lehrt und dort den Masterstudiengang „Interkulturelles Management“ verantwortet, hat die jüngsten Ereignisse in der Türkei - den Militärputsch und die Reaktionen der Regierung Erdogan - vor Ort miterlebt. Struck, vom Fachgebiet her Anthropogeograph, schilderte auch die zunehmenden Schwierigkeiten in der Beziehung zwischen der Türkei und der EU bzw. Deutschland. Vor allem verwies Ernst Struck darauf, dass die Wahrnehmung in der Türkei ein völlig andere sei. Während in den EU-Staaten einseitig auf die politische Unterdrückung in der Türkei verwiesen wird, kritisiert man dort deutlich die Defizite in den europäischen Ländern: Ausländerfeindlichkeit, brennende Asylunterkünfte und besonders würden viele Türken die Unehrlichkeit der Europäer in den Beitrittsgesprächen mit der Türkei beklagen, so Ernst Struck.

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