Satire und Religion

Podiumsgespräch vor rund 300 Zuhörern
Vier Menschen sitzen auf roten Sesseln: Es diskutierten Matthias Drobinski, Gerhard Mester, Akademiedirektor Dr. Florian Schuller und Bruno Jonas.
Es diskutierten Matthias Drobinski, Gerhard Mester, Akademiedirektor Dr. Florian Schuller und Bruno Jonas.

Mit dem Kabarettisten Bruno Jonas, dem SZ-Redakteur Matthias Drobinski und dem Karikaturisten Gerhard Mester waren am Dienstag, 17. März 2015, herausragende Vertreter ihres jeweiligen Metiers in der Katholischen Akademie Bayern zu Gast, um das Thema „Satire und Religion“ zu diskutieren. Durch die Attentate in Paris und zuletzt in Kopenhagen ist die Frage danach, was Satire darf, ja aktueller denn je.
Satire darf laut Kurt Tucholsky alles. Doch "alles"-Sätze stimmten selten, zitiert Barbara Just in ihrem Korrespondentenbericht für die Katholische Nachrichtenagentur kna Bruno Jonas. Er halte es mit Friedrich Schiller. Denn dieser plädiere für ein poetisches Spiel, eine Art "Mensch ärgere die nicht". Dabei gingen Satiriker davon aus, dass alle die Regeln beherrschen. Angegriffene sollten cool reagieren, denn als oberste Maxime gelte: "Nicht ernst nehmen!" Doch Gläubige, gleich welcher Religion, die den Kernbestand ihres Glaubens satirisch infrage gestellt sähen, gerieten in eine missliche Lage. Lachen sei Ihnen nicht möglich, weil ihr Identitätsverständnis aufgespießt werde. Glaubensinhalte entzögen sich deshalb der Debatte, ergänzt der Bericht von Barbara Just.

Dass der Kern des Glaubens nicht angegriffen werden sollte, da stimmt der Zeitungsredakteur Matthias Drobinski dem Kabarettisten zu, liest man im Artikel von Angela Wermter im Donaukurier. Drobinski betont aber zugleich, den Wert von Presse- und Meinungsfreiheit. Schmerzfrei gehe Satire ohnehin nicht ab. "Satire, Ironie hat immer auch eine abgründige Seite", zitierte Angela Wermter ihn weiter.

Auch die wichtigsten Diskussionsbeiträge des Karikaturisten Gerhard Mester gibt der Bericht im Donaukurier wieder. "Der Kirche täte es gut, wenn sie mehr Humor und Satire vertragen würde. Doch Humor ist im Christentum wenig verbreitet", lässt Angela Wermter ihn zu Wort kommen. Für Mester sei "Humor weniger das Lachen, als die Distanz."

Neben den Artikeln in kna und im Donaukurier, wo  über die Veranstaltung ausführlich und prominent auf der Meinungsseite berichtet wurde, entstand auch ein Radiobeitrag. Auf B 5 aktuell sendete der Bayerische Rundfunk im Rahmen der Magazinsendung "Religion und Kirche" am Sonntag, 22. März 2015, eine hörenswerte Zusammenfassung. Sehen Sie hier den Link dazu, unter dem Sie den Radiobeitrag nachhören können.

 

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