Kurdenkriege

Konflikte um ein Volk ohne Land
Zwei Männer sitzen auf roten Sessel und unterhalten sich: General Klaus Naumann (li.) und FAZ-Redakteur Rainer Hermann im Gespräch.
General Klaus Naumann (li.) und FAZ-Redakteur Rainer Hermann im Gespräch.

Am Abend des 10. April 2018 stand ein Volk des Nahen Osten im Mittelpunkt, dessen Situation zu den schwierigsten in dieser ohnehin brutal gebeutelten Region gehört: die Kurden. Dr. Rainer Hermann, Politikredakteur der FAZ und einer der besten Kenner der Situation, führte bei der Veranstaltung "Kurdenkriege. Konflikte um ein Volk ohne Land" vor rund 140 Zuhörern in einem kurzen Vortrag in die für viele sehr unübersichtliche Situation der sich überlappenden Konflikte ein. Beim anschließenden Gespräch mit dem ehemaligen Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses, General Klaus Naumann, vertieften die beiden Experten dann eine Reihe von Punkten.
Zum einen warnten sie eindringlich vor Spannungen zwischen dem Ländern Saudi Arabien und Iran, weil diese nicht nur auf die gesamte Nahost-Region gefährlich ausstrahlen würden, sondern eben auch die Dimension eines größeren bewaffneten Konflikts annehmen könnten. Darüber hinaus wurde auf die labile Situation in Ägypten aufmerksam gemacht, dessen Bevölkerung seit Jahren unter einem autoritären System leide und von wirtschaftlicher Not und allgemeiner Perspektivlosigkeit bedroht werde.
Ebenfalls thematisiert wurden die bedenklichen Bestrebungen Russlands, die Türkei aus der NATO herauszulösen und damit das westliche Bündnis und damit Europa insgesamt zu spalten und zu schwächen. Diese Tendenz würde von der Türkei allerdings selbst noch verschärft, weil diese – so die Meinung der Experten – die Ausbreitung des kurdischen Machtbereichs in Nordsyrien mit allen Mitteln zu verhindern suche und dadurch in Opposition zu den außenpolitischen Interessen der USA gerate. Aus diesem Grund betonten die Referenten die unbedingte Aufgabe der deutschen Politik, im Verbund mit der EU eine Strategie zu entwerfen, um künftig mit dem Gefahrenherd „Naher Osten“ und den beteiligten Akteuren möglichst kompetent umgehen zu können.
Das Referat und das Gespräch werden wir in einer der kommenden Ausgaben unserer Zeitschrift "zur debatte" abdrucken.

 

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