Kooperation mit dem Residenztheater

Elias Canetti - Die Befristeten
Auf dem Podium im Cuvilliéstheater (v.l.n.r.): Dr. Klaus Vogelgsang, Akademiedirektor Dr. Florian Schuller, Sebastian Huber und Regisseurin Nicola Hümpel.
Auf dem Podium im Cuvilliéstheater (v.l.n.r.): Dr. Klaus Vogelgsang, Akademiedirektor Dr. Florian Schuller, Sebastian Huber und Regisseurin Nicola Hümpel.

Zum ersten Mal hat die Katholische Akademie Bayern mit dem Münchner Residenztheater und dem Verein der Freunde des Residenztheaters kooperiert. Eine Podiumsdiskussion beschäftigte sich am 26. Juli 2014 mit dem Stück "Die Befristeten" des Literaturnobelpreisträgers Elias Canetti.

In dem Anfang der 1950er Jahre entstandenen Drama spielt der Autor ein Gedankenexperiment durch: Jeder Mensch kennt von Anfang an den genauen Zeitpunkt seines Todes. Die Namen der Menschen lauten wie die Zahl ihrer Lebensjahre. Anders als seine Mitmenschen, die angesichts des Wissens um ihren Todeszeitpunkt die Angst vor dem Tod verloren haben und heiter sind, beginnt ein Mann namens Fünfzig am System zu zweifeln.

Das Stück behandelt die Frage, welche Konsequenzen ein solches Wissen sowohl für den Einzelnen wie für die Gesellschaft hat. Die Regisseurin Nicola Hümpel und der Komponist Detlef Glanert lassen in ihrer aktuell am Residenztheater zu sehenden Inszenierung Canettis Drama als ein neues Stück hochaktuellen Musiktheaters entstehen. Denn Hümpel erweitert angesichts einer Epoche der immer ausgefeilteren Gendiagnostik Canettis Werk um heutige Reflexionen.

Auf dem Podium im Cuvilliéstheater diskutierten die Regisseurin und Dozentin an der Bayerischen Theater Akademie August Everding Nicola Hümpel, Akademiedirektor Dr. Florian Schuller und Dr. Klaus Vogelgsang, Akademischer Oberrat am Lehrstuhl für Deutsche Sprache und Dichtung des Mittelalters der Universität Augsburg. Es moderierte Sebastian Huber, der Chefdramaturg des Residenztheaters.

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