Flüchtlinge ...

... ein Drama ohne Ende?
Blick auf das Podium. Dort diskutierten Pfarrer Dr. Sami Danka, Dr. Michael Griesbeck, Moderator Dr. Johannes Schießl, Pater Frido Pflüger und Dr. Albert Schmid (v.l.n.r.).
Diskutierten auf dem Podium: Pfarrer Dr. Sami Danka, Dr. Michael Griesbeck, Moderator Dr. Johannes Schießl, Pater Frido Pflüger und Dr. Albert Schmid (v.l.n.r.).

Rund 120 Menschen kamen am 13. Januar 2015 zu der Veranstaltung "Flüchtlinge - Drama ohne Ende?" in die Katholische Akademie Bayern. Bei der ersten Veranstaltung in diesem Jahr berichtete der irakische Priester Dr. Sami Danka, Pfarrer der Chaldäischen Katholischen Gemeinde in München, von seinen eigenen Erlebnissen als Verfolgter und Flüchtling. Er war als Regens des Priesterseminars in Bagdad bedroht, entführt und mit Scheinhinrichtungen gequält worden. Sein Patriarch schickte ihn zur eigenen Sicherheit nach Deutschland, wo er seit 2009 als Seelsorger Chaldäischer Christen - die meisten ebenfalls aus ihrer Heimat vertrieben - arbeitet. Bei seinem teilweise in Deutsch, teilweise in Aramäisch gehaltenen Vortrag schilderte er auch den Leidensweg gerade seiner Kirche in den letzten Jahrzehnten.

Ob und wie den Flüchtlingen - im abgelaufenen Jahr beantragten in Deutschland allein 200 000 Menschen Asyl - zu helfen ist, diskutierten im Anschluss an die Schilderungen Pfarrer Dankas Experten auf dem Podium unter der Moderation von Dr. Johannes Schießl, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Katholischen Akademie. Dr. Michael Griesbeck, Vizepräsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, stellte präzise Informationen über die Zahlen der Flüchtlinge und die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Verfügung. Dr. Albert Schmid, Vorsitzender des Landeskomitees der Katholiken in Bayern und ehemaliger Chef des Bundesamts, rief eindringlich in Erinnerung, dass es die Pflicht der Christen sei, Flüchtlingen zu helfen. Und, so Albert Schmid, viele Katholiken täten dies auch sehr engagiert und erfolgreich, Pater Frido Pflüger SJ, Direktor des Jesuiten-Flüchtlingsdiensts aus Berlin und  Jahrzehnte in afrikanischen Flüchtlingslagern als Helfer tätig, kritisierte deutlich, dass die Entwicklung in Deutschland und Europa schlicht verschlafen wurde und man deshalb jetzt Schwierigkeiten habe, die gestiegene Zahl an Flüchtlingen unterzubringen. Pater Pflüger erinnerte auch daran, dass von den mehr als 50 Millionen Flüchtlingen auf der Welt nur rund 500 000, also weniger als 1 Prozent, nach Europa kämen.

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