DOK.fest in der Akademie

Anders leben und wie sterben?
Eine Gruppe von Menschen steht im Park vor dem Schloss Suresnes. Die gesamte Familie von Regisseurin Stephanie Weimar kam zur Aufführung des Films "Die Gelübde meines Bruders" in die Akademie. Vor der Aufführung entstand noch das Familienfoto im Park.
Die gesamte Familie von Regisseurin Stephanie Weimar kam zur Aufführung des Films "Die Gelübde meines Bruders" in die Akademie. Vor der Aufführung entstand noch das Familienfoto im Park.

Bereits zum sechsten Mal war die Katholische Akademie an zwei Abenden Aufführungsort von Filmen im Rahmen des DOK.fest München; ermöglicht und gefördert wird diese Kooperation von Daniel Sponsel, dem Leiter des DOK.fest. Gezeigt wurden am 8. Mai 2014 der Film „Intensivstation“ von Eva Wolf - es kamen 60 Zuschauer - und am 13. Mai 2014 die Arbeit „Die Gelübde meines Bruders“ von Stephanie Weimar, für die sich 135 Filmfreunde interessierten.

Der Dokumentarfilm „Intensivstation“ stammt aus dem Jahr 2013 und zeigt das Leben mit der Intensivmedizin. Eva Wolf und ihr Kameramann Michael Weihrauch haben vier Monate als Beobachter auf einer internistischen Intensivstation der Berliner Charité verbracht und Pfleger und Ärzte bei ihrer Arbeit begleitet. In fünf Kapiteln mit den Titeln „Helfen“, „Überleben“, „Entscheiden“, „Sterben“ und „Abschied nehmen“ kommen vor allem zwei Fragen auf: Wie wollen wir sterben? Und wie wollen wir leben? Im Anschluss an den Film kam das Publikum ins Gespräch mit Regisseurin Eva Wolf und Produzentin Kathrin Lemme, wobei deutlich wurde, dass Eva Wolf ein sensibler Film gelungen ist, der die Sorgen und Nöte aller in einer Intensivstation arbeitenden Menschen gut thematisiert.
Der Dokumentarfilm „Die Gelübde meines Bruders“ stammt ebenfalls aus dem Jahr 2013 und beginnt von der Handlung her im Sommer 2011. Gregor, der Bruder von Regisseurin Stephanie Weimar, will katholischer Ordensbruder werden und sein Leben Gott widmen. Noch ein Jahr, bis Gregor sich entscheiden muss, ob er die Ewigen Gelübde wirklich ablegen und sich für immer an die Ordensgemeinschaft der Steyler Missionare binden will. Aber wie passt ein Leben, das von den Gelübden der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams geprägt ist, in unsere Zeit? Und wie kann Stephanie, die der Kirche äußerst kritisch gegenübersteht, versuchen, den Lebensweg ihres Bruders zu verstehen und womöglich zu akzeptieren? Nach minutenlangem Beifall am Ende des Films stellten sich die Regisseurin und der Komponist der Filmmusik, André Feldhaus, den Fragen des Publikums. Hier kam zum Ausdruck, dass Stephanie Weimar es bestens geschafft hat, Fragen nach Toleranz und Akzeptanz verschiedener Lebensentwürfe aus unterschiedlichen Blickrichtungen in Szene zu setzen.

 

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