Digitaler Salon

Zwischen facebook und gedrucktem Buch
Vier Menschen sitzen auf dem Podium und diskutieren: Gastgeber Dr. Alexander Pschera, Ariadne von Schirach, Dr. Uwe Jochum und Prof. Dr. Peter Trawny (v.l.n.r.).
Gastgeber Dr. Alexander Pschera mit seinen Gästen Ariadne von Schirach, Dr. Uwe Jochum und Prof. Dr. Peter Trawny (v.l.n.r.).
Zu ihrem ersten „Digitalen Salon“ hatte die Katholische Akademie am Montag, den 13. Juni 2016, eingeladen. Die neue Reihe soll dazu dienen, über das Internet als Phänomen nachzudenken, über Auswirkungen und Folgen der Digitalisierung zu reflektieren und dabei unterschiedliche Positionen ins Gespräch zu bringen.

Dr. Alexander Pschera, der als Ideengeber das Konzept entworfen hatte, fungierte auch als Moderator und hatte sich für den ersten Abend eine illustre Runde eingeladen: Ariadne von Schirach, Autorin aus Berlin, sprach über „Digitale Ethik – Wie das Netz die soziale Kommunikation verändert?“ Sie hob u.a. hervor, dass das Internet eine gewisse Oberflächlichkeit bediene, die nicht per se schlecht sei, aber eben auch nicht den Tiefgang der Wirklichkeit darstelle. Prof. Dr. Peter Trawny, Dozent an der Universität Wuppertal und Heidegger-Experte, ging in seinem Kurzreferat der Frage nach: „Das reale Leben – Warum uns das Netz so viel verspricht?“ Er plädierte in der anschließenden Diskussion vor allem für mehr Gelassenheit im Umgang mit dem Netz. Als Dritter im Bunde beschäftigte sich schließlich Dr. Uwe Jochum, Chefbibliothekar an der Universität Konstanz, mit dem „Zugriff – Warum wir im Netz so wenig begreifen?“ Mit Hinweis auf bis zu 30.000 Jahre alte Steinblöcke mit Keilschrift oder antike Papyrusrollen, die ihren Inhalt bis heute tragen und sichtbar machen, stellte er die kritische Frage, wie heutige Inhalte künftig weitertransportiert werden sollten, wenn die Haltbarkeit einer CD-ROM oder DVD gerade einmal 30 Jahre betrage.Der zweite Termin des „Digitalen Salons“, bei dem ebenfalls Alexander Pschera der Gastgeber sein wird, steht bereits fest: am Donnerstag, den 24. November 2016, geht es um die Frage „Debatte oder Debakel – welchen Wert haben digitale Diskussionen?“

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